Signalstation Vegesack

Signalstation Vegesack
Signalstation Bremen-Vegesack (Ostseite)

Signalstation Bremen-Vegesack (Ostseite)

Daten
Ort Bremen-Vegesack
Baujahr 1950er Jahre
Koordinaten 53° 10′ 8,7″ N, 8° 37′ 12,9″ OKoordinaten: 53° 10′ 8,7″ N, 8° 37′ 12,9″ O
Signalstation Vegesack (Bremen)
Signalstation Vegesack (Bremen)

Die Signalstation Vegesack ist ein historisches technisches Gebäude in Bremen, Stadt- und Ortsteil Vegesack.

Geschichte

Infotafel an der Signalstation in Vegesack

Die erste Signalstation in Vegesack wurde 1888 am Hafenkopf des Vegesacker Hafens errichtet. Sie bestand aus drei Masten zur Anzeige der Wasserstände für die vorbeifahrenden Schiffe auf der Weser. Tagsüber wurden zu diesem Zweck Bälle und Kegel hochgezogen, nachts geschah die Übermittlung mit Laternen. Jeder Ball bedeutete 1 Meter Wasserstand, jeder aufgezogene Kegel mit der Spitze nach oben 20 cm und jeder Kegel mit der Spitze nach unten 10 cm, bezogen auf das örtliche Seekartennull. Außerdem konnten mit weiteren Schifffahrtszeichen Behinderungen, Beschränkungen und Sturmwarnungen angezeigt werden.

Der Wasserstandsanzeiger Bremerhaven ist ein noch erhaltenes Baudenkmal mit der gleichen Funktion.

1952 wurde die Hafeneinfahrt verbreitert und die alte Signalstation an die Weserpromenade verlegt.

Heutiges Gebäude

Signalstation in Vegesack, Westseite

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) baute das heutige, sturmflutsichere Gebäude Ende der 1950er Jahre. Bis Mitte der 1980er Jahre wurde es zur Lenkung des Schiffsverkehrs auf der Weser genutzt und anschließend durch modernere Radartechnik ersetzt. Als das Gebäude Anfang der 1990er Jahre abgerissen werden sollte, wurde die Signalstation unter dem Finanzsenator Claus Grobecker vom Land Bremen übernommen. Der Verein Maritime Tradition Vegesack Nautilus e.V. bemühte sich um den Erhalt und ist seit 1995 Mieter. Wenn die Vereinsflagge am Mast weht, stehen die Vereinsmitglieder für Fragen und Besichtigungen zur Verfügung.

2018 erfolgte eine Umgestaltung der Außenseiten des Erdgeschosses, um Wissen über die Tide und maritime Seite Vegesacks zu vermitteln. Die Pegelstände in Vegesack, Bremen-Mitte, Brake und Bremerhaven werden digital angezeigt.

An den vier Stützpfeilern zeigen Markierungen die höchsten Wasserstände der Sturmfluten in Vegesack:

Weitere Tafeln informieren über Hochwasser in Bremen, Werften an der Unterweser und die Weserkorrektion Ende des 19. Jahrhunderts. An der Westseite befindet sich ein Bronzerelief des Vegesacker Wahrzeichens: des Vegesacker Jungen.

Lage und Umgebung

Luftbild der Weserpromenade; die Signalstation befindet sich im Bild mittig rechts.

Die Signalstation Vegesack liegt in Bremen im Stadtteil Vegesack an der Vegesacker Weserpromenade an der Maritimen Meile. Direkt angrenzend beginnt der Stadtgarten Vegesack.

Etwa 100 Meter flussabwärts, Höhe Flusskilometer 17,843 km, befindet sich der Pegel Vegesack.

Architektur

Aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Weser und regelmäßiger Überflutung bei Sturmfluten besteht die Signalstation aus zwei Stockwerken: dem rundum geschlossenen Erdgeschoss und dem darüberliegenden Arbeitsbereich, der mit mehreren Stützpfeilern abgestützt ist. Das Obergeschoss mit Pultdach bietet eine Fensterfront Richtung Weser und ist über eine Stahltreppe und Balkon erreichbar.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Gezeitenstation Vegesack. Stadtgarten Vegesack e.V. mit MTV Nautilus e.V., abgerufen am 25. Januar 2026.
  2. ↑ So funktionierte die Signalstation. In: Logbuch Nr. 73 Winter 2008/2009. MTV Nautilus e.V., 2008, abgerufen am 5. Januar 2026.
  3. ↑ Signalstation Bremen-Vegesack. Architektur-Bildarchiv, abgerufen am 25. Januar 2026.
  4. ↑ Signalstation. MTV Nautilus e.V., abgerufen am 5. Januar 2026.
  5. ↑ Julia Ladebeck: Eine Gezeitenstation für Vegesack. Weser-Kurier, 15. Januar 2018, abgerufen am 5. Januar 2026.
  6. ↑ Außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten: Maritime Meile Vegesack. Sparkasse Bremen, 6. Juli 2023, abgerufen am 25. Januar 2026.
  7. ↑ Pegel Vegesack. Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee, abgerufen am 25. Januar 2026.