Silke Weinfurtner

Silke Weinfurtner (* um 1978 in Bodenmais) ist eine deutsch-britische Physikerin an der University of Nottingham. Sie ist vor allem für ihre Forschungen über Schwarze Löcher bekannt und gilt als Pionierin auf dem Gebiet der analogen Gravitation.

Wissenschaftliche Laufbahn

Silke Weinfurtner wurde in Bodenmais in Niederbayern geboren, wo ihre Eltern einen Hotelbetrieb führten. Zum Universitätsstudium gelangte sie auf dem zweiten Bildungsweg. Sie besuchte die Realschule Zwiesel, die Fachoberschule Regen und die Technische Fachhochschule München, bevor sie an der Technischen Universität München und am Max-Planck-Institut für Quantenoptik am Hochschul- und Forschungszentrum Garching unter der Leitung des Quantenphysikers Ignacio Cirac Theoretische Physik studierte. Sie promovierte 2007 an der Victoria University of Wellington in Neuseeland, wo sie seit 2003 bei Matt Visser ihre Doktorarbeit angefertigt hatte. Anschließend wechselte sie nach Kanada an die University of British Columbia, wo sie bis 2010 als Postdoc mit Bill Unruh, dem Entdecker des Unruh-Effekts, zusammenarbeitete. Eine zweite Postdocstelle führte sie an die Scuola Internazionale Superiore di Studi Avanzati (SISSA) ins italienische Triest; dort war sie von 2010 bis 2013 bei Stefano Liberati tätig. Seit 2013 lehrt und forscht sie an der University of Nottingham.

Im Jahr 2017 bauten Weinfurtner und ihr Team ein Experiment mit einem speziellen Wasserbad im so genannten „Black Hole Laboratory“ auf, um die Bedingungen um ein Schwarzes Loch herum zu simulieren. Dort vergleicht sie reale Schwarze Löcher mit ihren analogen Gravitationsexperimenten. Ihre Forschung konzentriert sich auf den Versuch, die Bedingungen des Urknalls nachzuahmen, indem sie supraleitende Magnete in einer großen Badewanne verwendet, um kosmologische Effekte zu simulieren. Durch die Verringerung der Temperatur im Wasserbad konnten Weinfurtner und ihr Team ein Bose-Einstein-Kondensat erzeugen, das die Wellenausbreitung im frühen Universum nachahmt.

Auszeichnungen und Ehrungen

2012 und 2013 gewann Weinfurtner den SISSA-Forschungspreis für Nachwuchswissenschaftler. Im Jahr 2013 erhielt Weinfurtner den Vidi-Preis der Nederlandse Organisatie voor Wetenschappelijk Onderzoek für die Arbeit „Quantengravitation in Table-Top-Experimenten“. Im Jahr 2018 war Weinfurtner Teil des Teams, das für die Arbeit A New Semiclassical Picture of Vacuum Decay mit dem Buchalter Cosmology Prize ausgezeichnet wurde.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 Martin Schönhuber: Die Frau, die in Schwarze Löcher schaut. mittelbayerische.de, 7. Oktober 2014, abgerufen am 11. Januar 2026.
  2. ↑ Silke Weinfurtner. gravitylaboratory.com, abgerufen am 10. Januar 2026 (englisch).
  3. ↑ Hannah Devlin: Eureka! Scientists explore mysteries of black holes with hi-tech bathtub. theguardian.com, 14. Juli 2023, abgerufen am 27. Februar 2024 (englisch).
  4. ↑ Thomas Lewton: She Turns Fluids Into ‘Black Holes’ and ‘Inflating Universes’. quantamagazine.org, 12. Dezember 2022, abgerufen am 27. Februar 2024 (englisch).
  5. ↑ Katia Moskvitch: To Understand the Universe, Physicists Are Building Their Own. wired.com, 16. März 2018, abgerufen am 27. Februar 2024 (englisch).
  6. ↑ Bob Yirka: An early universe analog built in a lab in Germany. phys.org, 10. November 2022, abgerufen am 27. Februar 2024 (englisch).
  7. ↑ Jhon Cimmino: Annual Buchalter Cosmology Prize Announces Jack Ng as 2018 Winner. physics.unc.edu, 6. Februar 2019, abgerufen am 27. Februar 2024 (englisch).
Personendaten
NAME Weinfurtner, Silke
KURZBESCHREIBUNG deutsch-britische theoretische Physikerin
GEBURTSDATUM 20. Jahrhundert
GEBURTSORT Bodenmais, Deutschland