Skunkfell

Nordamerikanische Skunkfelle

Das Fell des amerikanischen Stinktiers beziehungsweise des Skunks gehörte bis in die 1940er Jahre zu den wesentlichen Materialien der Pelzmode. In Deutschland ist das Skunkfell seit etwa um 1860 im Handel.

Der Handel unterscheidet zwischen Streifenskunks oder Kanadaskunks, den Fleckenskunks und den Zorrino oder Südamerikanischen Skunks, die zu den Ferkelskunks gehören. Die Skunks bewohnen den amerikanischen Kontinent vom Norden bis zum äußersten Süden in verschiedenen Arten, lediglich in Mittelamerika kommen sie nicht vor (ausgenommen der Haubenskunk in Teilen Mittelamerikas).

Der Pelz wird in der Regel auch in der Einzahl als Skunks bezeichnet (der Skunks, die Skunkse, häufig deshalb auch das „Skunksfell“).

Aussehen, Herkommen und Handelstypen

Mit seinem plumperen, stämmigen Körper sieht der Skunk aus der zoologischen Familie der Marderartigen nicht wie ein typischer Marder aus. Der Kopf ist klein und spitz, das langhaarige Fell ist kontrastreich. Die Grundfärbung ist tiefschwarz (fachsprachlich auch „blau“) bis dunkelbraun. Er wird 40 bis 50 Zentimeter groß, der lange, breite und buschige Schweif erreicht eine Länge von 30 Zentimeter.

Besonderes Kennzeichen der Streifenskunks ist die Rückenzeichnung, eine weiße bis gelbliche „Gabelung“, die in der Form und Ausdehnung stark variiert. Die Streifen sind, im Wesentlichen entsprechend dem Herkommen, kurz oder lang, schmal oder breit, meist zum Schweif hin auseinanderlaufend. Es gibt Felle, die bis auf einen weißen Scheitelfleck völlig schwarz sind und andererseits solche, die bis auf schmale schwarze Streifen fast vollständig weiß sind. Je unbedeutender die Gabelzeichnung war, desto wertvoller galt bei ansonsten gleicher Qualität das Fell. Die schönbehaarte Stelle zwischen den Gabeln wird von den Kürschnern als Medaillon bezeichnet.

Selbst in den einzelnen Gebieten, zum Beispiel den Südstaaten, leben oft mehrere Arten nebeneinander. Schon deshalb ist auch das Verhältnis der schwarzen und kurzstreifigen zu den weißen und langstreifigen Fellen innerhalb der einzelnen Herkommen sehr verschieden. Der Handel unterscheidet schwarze (black) Skunks, die meist jedoch einen kleinen weißen Fleck auf der Stirn oder im Genick tragen, kurzstreifige (shortstriped), langstreifige (longstriped) und weiße Skunks. Weiter wird differenziert nach dem markanten Unterschied zwischen den östlichen Skunks mit verästelten zackigen Streifen (Zackenskunk) und den westlichen Skunks mit gerade verlaufenden, ungezackten Streifen.

Bereits beim Rohfell gibt die Lederseite Hinweise auf die Qualität des Skunks. Ein vollausgereiftes Fell hat eine cremige, lebendige Lederfarbe. Das Leder eines zu früh gefangenen Tieres weist einen gräulichen Farbton auf. Wurde das Tier erst spät in der Saison gefangen, ist das Leder hart und bockig.

Skunkfelle haben meist eine gute Strapazierfähigkeit, ähnlich dem Waschbärfell. Der Haltbarkeitskoeffizient wurde anhand allgemeiner Erfahrung auf 50 bis 60 Prozent geschätzt, für die Herkommen aus Montevideo auf 40 bis 50 Prozent, für Lyraskunks auf 20 bis 30 Prozent. Eine amerikanische Studie ordnete das Skunkfell anhand von mikroskopischen Haaruntersuchungen bei 70 Prozent ein.

Bei einer Einteilung der Pelztiere in die Haar-Feinheitsklassen seidig, fein, mittelfein, gröber und hart wird das Skunkhaar als mittelfein eingestuft.

Nordamerikanischer Skunk

Zwei nordamerikanische Skunkfelle (Streifenskunks)

Im Großen und Ganzen kann ein Rauchwarenfachmann aus der Art der Gabelung zusammen mit dem Charakter des Schweifes das Herkommen der Felle bestimmen. Der Leipziger Rauchwarenhändler Friedrich Hering meinte sogar, der weiße Streifen sei für den Händler ein untrügliches Erkennungsmerkmal für die Gegenden, aus denen die Felle stammen: Ist die Gabel zackig, so hat man unbedingt einen Skunks von einer östlichen Provenienz vor sich, ist dagegen der Streifen schmal und dünn, so kommt das Fell aus dem Westen, als zum Beispiel Iowa und Wisconsin. Ferner, ist das Weiß gelblich, so ist der Skunks bestimmt aus dem Osten, rein weiße Streifen deuten ebenfalls auf ein westliches Fell. Aber auch der Prozentsatz vom Schwarz- zum Kurzstreifigen gegenüber dem Langstreifigen beziehungsweise Weißen gibt einen Anhalt für die Provenienz. Skunksanlieferungen aus östlichen Gegenden enthalten im Allgemeinen höchstens 40 % schwarze und kurzstreifige Felle, Minnesotas 10 %, Missouris etwa 50 %; dagegen befinden sich unter den Skunks südlicher Herkommen 60 % und mehr.

Östlicher TypWestlicher Typ
EasternMinnesota-Dakotas
MichiganNorthwestern
Northern New York und Northern OhioIowa
Ohio-PennsylvaniaCanadian (Western)
Indiana-IllinoisKansas-Nebraska
Kentucky-TennesseeSouthern und Southwestern
Virginia-Carolina
Southeastern
Sioux Long Fox-To-Can-Has-Ka mit Skunksmütze (1872)

In der Hauptzeit der Skunksmode wurden bei der Fellverarbeitung die weißen Gabeln in der Regel herausgeschnitten. Bei den östlichen Qualitäten ist das durch die zackige Zeichnung erschwert, was den Handelswert der Felle meist minderte. Ein Färben empfiehlt sich nicht immer, da die Streifen nicht die gleiche Seidigkeit wie das übrige Haar aufweisen. Die Gabeln wurden bei genügendem Anfall separat für Felldecken, Pelzfutter und Kragen verwendet.

Aus den südlichen Landesteilen von Texas und Teilen von Louisiana kommt die einfach-breit-gestreifte Varietät, die im Haarkleid sehr grob und manchmal borstig ist. Der Schweif ist ebenfalls auffallend groß, das Haar ist hart und dünn. Die weißen Streifen laufen zu einem breiten weißen Rücken zusammen, das Weiße setzt sich in der vollen Breite im Schweif fort. Nach dem Färben bekommt das Fell jedoch einen sehr schönen Glanz. Die Felle waren als Texas Broadstripes oder Southern Broadstripes im Handel. Aus Florida und Georgia kommen große Felle mit kurzen Gabeln, gut in der Farbe aber nicht seidig.
Muff und Schal aus Lyraskunks (1914)
Allgemein werden vier Arten des Fleckenskunks unterschieden:
Plaid aus südamerikanischen Skunkfellen, Rand aus neuseeländischem Opossum (2010)

Eine grundsätzliche Aufteilung in der Pelzbranche für den Fleckenskunk beziehungsweise die Civetcat ist auch die Trennung zwischen White-Tail-Typen und Black-Tail-Typen (anstelle eigentlich zoologisch in drei Typen, mit den Stinkdachsen vier, oder wohl etwa 20 Varietäten). Der Black-Tail-Typ (Schwarzschwanz-Typ) ist als Northern oder Iowa im Handel. Er kommt hauptsächlich aus Iowa und Nebraska und schließt auch einige Felle von angrenzenden Staaten mit ein. Die White-Tail-Typen (Weißschwanz-Typen) teilen sich in zwei Varietäten: 1. die Southern aus Texas und den nahegelegenen Staaten Louisiana, Missouri und Arkansas; und 2. die Southeastern mit markanterer Zeichnung, aber schmalerem Fell als die übrigen, aus den südöstlichen Staaten der USA.

Südamerikanischer Skunk

Auf die Beschaffenheit der Gabel legt der Handel, im Gegensatz zum nordamerikanischen Skunk, nur wenig Gewicht, sie wird beim Sortieren des Rohsortiments nicht berücksichtigt.

Die besten Felle in raucher und seidiger Qualität kommen aus den südlichen Gegenden von Punta Arenas und Río Gallegos. Gröber, weniger rauch und flacher sind die Herkommen aus Montevideo und Buenos Aires. Während an der Meeresküste Qualität und Farbe weniger edel ist, fällt im Hinterland bessere Ware an.

Die Provinzen Córdoba, San Juan, San Luis, Mendoza, Santiago del Estero und Salta liefern kleine bis mittelgroße Sorten.

Die besten Sorten kommen aus den Tälern zwischen der kleinen und großen Sierra von Córdoba. Das Fell ist am seidigsten, und zwar viel seidiger als bei den feinsten nordamerikanischen Skunks, doch ist das Haar weniger grannig.

Besonders geschätzt sind Felle aus dem Calmuchitatal. Unter dem Namen wurden zumindest noch um 1940 auch andere Qualitäten gehandelt.

Aus den Tiefebenen der argentinischen Provinzen kommen gröbere und etwas größere Sorten.

Provinz Entre Ríos liefert einen besonderen Typ.

Die Corrientes und Santa Fe sind in der Qualität ähnlich.

Die größten Mengen kommen aus Argentinien. Drei Gegenden sind die Hauptlieferanten für südamerikanische Skunkfelle. Sie gliedern sich noch einmal in verschiedene Unterzonen auf:
Eastern:
Entre Ríos aus dem Landesinnern.
Province oder Provincias von der Südostküste.
Montevideo auf der Ostseite des Río de la Plata entlang der Küste (Uruguays).
Central:
Córdoba stößt im Westen an Entre Ríos.
Calamuchitas sind groß mit dunklen Flecken.
Mendoza, zwischen Entre Ríos und den Anden. Mendozas sind gutfarbig, seidig und kurzgabelig.
Southern:
Chubut, im Süden Argentiniens, sind klein mit kurzer Gabel, seidig mit schöner heller oder goldgelber Farbe.
Santa Cruz, auch im Süden, sind ähnlich Chubut, ebenfalls klein, seidig mit hellerem Rücken zwischen den schmalen Gabeln, so genannte Golden Centers.
Magellan: Magellan sind groß, dunkler und seidig.
Rio Gallegos
Punta Arenas

Stinkdachs

Der neuerdings zoologisch den Skunksarten zugerechnete Stinkdachs wird in der Pelzfachliteratur zwar als Tier mit einem brauchbaren Fell erwähnt, 1925 wurde der Pelz aber noch nicht genutzt, auch über eine spätere Verwendung scheint nichts bekannt.

Der Sunda-Stinkdachs lebt auf Sumatra, Borneo und Java; der Palawan-Stinkdachs ist auf der Philippinen-Insel Palawan und kleineren vorgelagerten Inseln beheimatet.

Das Fell ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Beim Sunda-Stinkdachs zieht sich ein weißer Rückenstreifen vom Scheitel bis zur Schwanzbasis, während der Palawan-Stinkdachs nur einen einzelnen gelblichen Fleck auf dem Scheitel hat. Die Beine sind kurz, und auch der Schwanz ist nur ein Stummel. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 32 bis 51 Zentimetern, eine Schwanzlänge von 2 bis 8 Zentimetern.

Bandiltis-Fell

Zorilla, Bandiltis

Der bereits erwähnte Zorilla, Bandiltis oder Kapskunk, mitunter auch Kapiltis gehört nach der zoologischen Systematik zu den Bandiltissen und damit einer anderen Unterfamilie an als die Skunks beziehungsweise Stinktiere. Äußerlich ähnelt er mit seiner bandartigen Streifenzeichnung von der Schnauze bis zur Schwanzwurzel jedoch dem amerikanischen Streifenskunk ziemlich auffallend. Die wenigen Felle, die von ihm in den Handel kamen, wurden zumeist zu Decken oder Innenfuttern verarbeitet.

Handel, Geschichte

Breitschwanzmantel mit Skunksverbrämung
(C. A. Herpich Söhne, Berlin 1910)

Stola Harald.
Eleganter, gerader Skunksschal auf gewaffelter, schwarzer Seide, 320 Zentimeter lang.
Skunks, 6 reihig, Qualität B … M. 590,-
Skunks, 6 reihig, Qualität A … M. 785,-
Skunks, 5 reihig, Qualität B … M. 375,-
Skunks, 5 reihig, Qualität A … M. 525,-
Skunks, 4 reihig, Qualität B … M. 300,-.
Skunks, 4 reihig, Qualität A … M. 425,-


Muff Verena
Hochmoderner, extra großer Skunks-Muff, hohl, auf Seide gearbeitet.
Skunks Qualität A, 9 streifig … M. 340,-
Skunks Qualität B, 9 streifig … M. 270,-
Skunks Qualität A, 8 streifig … M. 320,-
Skunks Qualität B, 8 streifig … M. 240-

(C. A. Herpich Söhne, Berlin 1910)

Die Nutzung der Felle wurde erst möglich als es gelang, den typischen Geruch zu beseitigen. Die Nachfrage in Nordamerika selbst war anfangs unbedeutend, die erste Zeit wurde das „anrüchige“ Fell, offenbar nicht nur dort, oft unter anderen, verschleiernden Namen angeboten, bis der Skunkse schließlich ganz besondere Wertschätzung erfuhr und sich für lange Zeit in der Spitze der begehrtesten Pelze etablierte, die deutschen Kürschner nannten die Skunkse um 1844 auch Muffetten. Der erste der, der bei der Verarbeitung die Gabeln herausschnitt, war Bernhard Schild, der seinen Betrieb in Leipzig 1898 eröffnete. Allerdings wusste man noch nichts damit anzufangen, sie wurden fortgeworfen. Seit etwa um 1870 stieg der Weltverbrauch an Skunkfellen an.

Im Jahr 1914 schreibt H. Werner: „1859 hört man in Leipzig zum ersten Male von Skunk, dem rauhen, ungemein dekorativen Pelz, der sich besonders in den letzten Jahren großer Beliebtheit erfreut“. Wegen des leichten Leders mancher Sorten wurden sie auch gern für Herrenpelze verwendet. Zuvor fanden sie höchstens örtlich eine geringe Verwendung. Der Weltumschlagplatz für Pelze, der Leipziger Brühl, verteilte die importierten Skunkse weiter in andere Länder, unter anderem nach Ost- und Südost-Europa, später auch größere Mengen nach Frankreich, bis das Fell schließlich auch in den USA größere Wertschätzung fand. Südamerikanischer Skunks gewann überhaupt erst nach dem Ersten Weltkrieg eine nennenswerte Bedeutung in Nordamerika. Während er in Europa und Asien in der Verwendung mit den übrigen Skunksarten konkurrierte, diente er in Amerika hauptsächlich zum Verbrämen von Stoffbekleidung und von preiswerten Pelzmänteln. Ein Überfärben mit einem leichten Blauton erhöhte die Akzeptanz für den Skunkspelz. Der europäische Markt blieb jedoch das Hauptabsatzgebiet, war man hier nicht in der Lage die Menge der Felle aufzunehmen brach der Preis zusammen, zum Beispiel zur Zeit des Ersten Weltkriegs.

Walter Fellmann hält in seiner Geschichte des ehemaligen Leipziger Pelzzentrums, dem Brühl, den griechischen Pelznäher Christos Pappagelias (* 1886; ‡ 1978) für erwähnenswert. Pappagelios kam aus dem griechischen Pelzreste-Verarbeitungszentrum Kastoria. Er lernte ab 1904 in Leipzig und gründete dort einen der Pelzkonfektionsbetriebe und spezialisierte sich auf Skunkskragen.

Bis nach dem Ersten Weltkrieg waren Skunkse ein bevorzugtes Material für Besätze, Kragen und Muffe, vorwiegend auch für große Kutscherkragen. An Gesamthandelswert stand der Skunk in den USA seinerzeit an zweiter Stelle hinter Bisam. Nach der IPA-Statistik von 1930 betrug die Anlieferung an die Weltmärkte damals etwa 5 Millionen Felle. Mit der Abkehr der Mode von den Langhaarfellen gingen auch die Anlieferungen zurück, nach dem Zweiten Weltkrieg ging es mit diesem Fellmaterial steil bergab.

Die verschiedenen Arten wurden nicht überall gleich nachgefragt. Die feineren Sorten, wie New York State und andere östliche Herkommen gingen 1930 meist nach Leipzig und Paris. Paris bevorzugte insbesondere zweite Qualitäten sowie schwarze und streifige Ware. Der Handel aus dem Osten und Südosten übernahm die größere, gröbere Ware, aber auch feinere Sorten, die beispielsweise nach Budapest gingen. Süddeutschland kaufte Minnesota und Dakota, andere deutsche Gebiete unter anderem westliche und nordwestliche Sorten.

Um 1885/1886 gab es aus Europa eine besonders starke Nachfrage nach Skunksfellen, bei gleichzeitig geringem Anfall durch erste Jagdbeschränkungen. Seitdem beschäftigten sich, sofern die Handelspreise lohnend erschienen, immer wieder Pelztierfarmen mit der Skunkzucht, um 1910 waren es in den USA etwa 100 Betriebe, um 1925 lieferten sie nach einer Schätzung von Rauchwarenhändler Emil Brass etwa ein Viertel aller in den Handel kommenden Felle; was später jedoch als wahrscheinlich zu hoch gegriffen angezweifelt wurde. Zu dieser Zeit nahm die Zahl der Skunkzüchter ohnehin bereits wieder ab, es hatte sich herausgestellt, dass die Zucht von Silberfüchsen wesentlich lukrativer war, auch war die Qualität schlechter als die der Wildfänge.

Während früher fast immer das Fell mit der geringsten Gabelung den höchsten Preis erzielte, ist es heute oft die interessante Zeichnung, wenn sich Designer für den Streifenskunks entscheiden. Schon einmal näherte sich der Preis der gestreiften Felle fast den fast einfarbigen an, als in den 1920er Jahren schwarz/weiß die Mode dominierte.

1984 wird ein Pelzfachmann zitiert: Skunk ist somit überhaupt kein Thema mehr am Brühl (gemeint ist das Pelzzentrum rund um die Frankfurter Niddastraße, abgeleitet vom Leipziger Brühl), der Artikel hat sich totgelaufen. Das Fell wird als zu poppig und zu schwer eingestuft. Nimmt man die Gabel heraus, „so sieht es aus wie ein Bärenfell.“ Trotz der guten Strapazierfähigkeit der meisten Sorten und obwohl, insbesondere als Besatz, die Langhaarmode wiedererstarkt ist, spielen Skunkfelle weiterhin keine Rolle in der Pelzmode (2011). Nur gelegentlich beschäftigen sich Designer mit dem etwas auffälligen Material.

Der Großhandel unterschied bei der Rohware in das amerikanische und das Londoner Sortiment. Beim amerikanischen Sortiment wurden alle Anfälle zusammengenommen (Sommer-, Herbst- und Winterfelle), und dann in schwarze, kurzgabelige, langstreifige und weiße sortiert. Das Londoner Sortiment benutzte ebenfalls diese Farbeinteilung und Nummerierung, wendete sie jedoch innerhalb der Jahreszeiten an und war deshalb genauer, zum Beispiel Sommerfelle I-IV, Herbstfelle I-IV usw.

Die Anlieferung der Rohfelle erfolgt geschlossen, Leder nach außen, oder aber aufgeschnitten.

Ein Kürschnersortment aus zugerichteten Skunkfellen beinhaltete in der Regel 40 Felle (= 1 Zimmer).

Die Schweife besitzen im Allgemeinen keinen Handelswert, gelegentlich wurden sie jedoch zu Decken und ähnlichem Pelzwerk verarbeitet. Harthaarige Sorten eignen sich für die Pinselindustrie. Bereits vom Sammler, dem ersten Glied in der Handelskette, wurde teilweise der borstige Teil des Schweifs (etwa zwei Drittel) vom Rohfell entfernt, um ihn den Bürstenmachern zuzuführen. Die Schweife der Fleckenskunks waren sehr viel gefragter als die des Streifenskunks, deren Schweifhaare sind gerade und neigen nicht dazu, sich zur Korkenzieherform hin zu verändern wie die der übrigen Arten. Die Haare wurden gereinigt und zu billigen langhaarigen Bürsten verarbeitet.

Wie alle Naturhaare verblasst auch das schwarze Skunkshaar im Laufe der Jahrzehnte, es wird heller und brauner. Dank der besonderen Langlebigkeit des Fells werden noch heute im Internet immer wieder kleine Skunksaccessoires aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts angeboten, deren Fellfarbe sich durch die lange Zeit bis zu einem rot- beziehungsweise rostbraun verändert hat (2012). Zusammen mit der Farbe geht leider auch die Seidigkeit verloren und das Flair dieser Pelzart ist nicht mehr erkennbar.

Verarbeitung, Verwendung

Skunksweste (Zorrinos) (2010)

Sofort wenn das abgezogene Skunkfell beim Aufkäufer ankommt, wird das Fell vorbehandelt. Bei den meisten Skunkssorten weist die Rohhaut besonders viel Feuchtigkeit auf, würde das Lederfett nicht entfernt werden, ginge sie bei ansteigender Temperatur sofort in Fäulnis über. Das Fell wird auf einem von der Borke befreiten Holzstamm (ähnlich dem Gerberbaum) mit einem stumpfen, zweihändigen Rundmesser abgeschabt („scraped“) und anschließend getrocknet. Das abfallende Fett ging zumindest seinerzeit in die Seifenherstellung. Dunkle Flecken auf der Haarseite sind für den Händler ein Merkmal, dass das Fell eventuell vor dem Scrapen geschädigt wurde, dort befinden sich nach dem Zurichten dann kahle Stellen.

Zwei Verbindungsnähte für Skunkfelle, unten für scheitelndes Haar (1895)

Ein altes Fachbuch vermerkt: „Dieses Fellwerk ist beziehentlich seiner Verarbeitung dem Kürschner durch sein unegales Haar gerade so unbequem, wie das Thier zu Lebzeiten durch seinen Gestank. Kein Fell hat in der Rauche und Länge so unegales Haar wie der Skunk; am Kopf so kurz fast wie Hermelin, ist es in der Mitte des Rückens so lang wie der Fuchs, gegen die Hinterklauen fällt es wieder ab. Daraus soll nun etwas Egales fabriciert werden, und die Schwierigkeit wird erhöht dadurch, daß Kopf und Pumpf (das hintere Fellteil) schmäler sind als die elastische Mitte des Felles. Die besten Skunks sind ganz schwarz, dann werden sie geringer und schwerer zu verarbeiten durch die kleinere oder größere gabelförmige weiße und gelbe Zeichnung, die herausgeschnitten werden muß, auch wenn der schlaue Rauchwarenhändler, wie dies bei kleineren Gabeln geschieht, das Weiße schon durch die Schere hat herausschneiden lassen und auf diese Weise an Stelle der weißen Gabeln kahle Stellen gesetzt, die vom Haare gedeckt, weniger leicht bemerkt werden.“ Auch Ernst Kreft erinnert sich: „Der Skunk, zu Anfang des 20. Jahrhunderts das ‚Brot des Kürschners‘ genannt (mein damaliger Chef teilte mir im Jahr 1907 die Rekordziffer von 90.000 verarbeiteten Skunks im verflossenen Jahr mit), machte den alten Kollegen viel Schwierigkeiten in der Verarbeitung. Heute ist sie für uns ein Kinderspiel.“

Skunkfell kann zu allen Arten der Pelzbekleidung sowie zu Wohnaccessoires verwendet werden. Vom Beginn seiner neuzeitlichen Nutzung an wird das Material hauptsächlich zu Besätzen und kleineren Teilen, wie Schals, Mützen, Kolliers (Schals in Tierform) bis hin zu Jäckchen verarbeitet, um die 1960er, 1970er Jahre auch häufiger zu Capes, Jacken und Mänteln. Insbesondere die früher durchaus in größeren Mengen angelieferten, preiswerteren weißen Skunks eignen sich, passend eingefärbt, als Besatzmaterial. Ein amerikanisches Fachbuch nennt die Saison 1967/68, in der die Skunkspelze Fell-auf-Fell, halbfellig quer oder längs ohne Ausschneiden der Gabeln gearbeitet wurden. Als vor dem Zweiten Weltkrieg die Gabeln noch ausgestochen wurden, verarbeitete man sie zu Tafeln. Diese wurden meist gefärbt, um daraus Decken, Innenfutter und Kragen herzustellen. Auch die übrigen abfallenden Pelzreste werden bei ausreichender Menge als Halbfabrikate zu Tafeln vorkonfektioniert.

Für Schals, Kragen und Ähnliches ließ man auch früher bereits die Gabeln häufig im Fell. Werden die Felle rund angeliefert, wird zu Beginn der Verarbeitung das Fell aufgeschnitten und dabei der dünnbehaarte Teil der Bauchseite in einem Stück entfernt. Für die Verarbeitung ohne Gabel wird diese dann unter Anblasen des Haars mit Blick auf die Farbgrenze am Haaraustritt mit dem Kürschnermesser herausgeschnitten. Eine Arbeit, von der das Fachbuch sagt, die Übung und Geschick erfordert, darf doch von dem wertvollen dunklen Haar nichts verloren gehen. Um die Haarlängen dem medaillonförmigen Mittelstück (Grotzenstück) wieder anzupassen, muss das Mittelstück bei schmalen Gabeln hochgestreckt werden. Sind die herausgeschnittenen Gabeln breiter, so ist der entstehende Haarlängenunterschied ebenfalls größer. In diesem Fall wird das Medaillon 2 bis 2 ½ Zentimeter hochgerückt, bevor es wieder mit dem Restfell zusammengenäht wird.

Das Übereinander­setzen von zwei Lyraskunkfellen

Die Verarbeitung des Lyraskunkfells mit seiner stark verästelten Gabelung beschreibt ein Fachbuch im Jahr 1903. Die Felle kamen über großen Auktionen in London in unbestimmten kleinen Mengen in den Handel. Die Pelzveredlung geschah teils in London, teils in Leipzig. Die Felle wurden meist in zwei Sorten getrennt, solche mit weißer und solche mit gelber Zeichnung. Am meisten wurden die dunklen, mit schöner, regelmäßiger weißer Zeichnung geschätzt. Die beiden Sorten wurden jeweils noch einmal in die Qualitäten A, B und C sortiert, wobei die Vollständigkeit der Zeichnung ausschlaggebend mit der Farbe des Grundtones war. Meist wurden die Lyraskunkfelle für Innenfutter der Stoffmäntel verwendet, wobei Russland der Hauptabnehmer war. Entscheidend für die Nutzung zu Futtern war wohl das geringe Gewicht, die gute Wärmewirkung, die gute Strapazierfähigkeit und das weiche Leder. Zu der Zeit hatte man aber auch schon begonnen, das Fell für Garnituren, Jacken und sogar Mäntel zu verwenden. Das auf den ersten Blick „schreiend“ wirkende Material wirkte in der regelmäßigen Wiederholung des Lyramusters recht harmonisch. Die Modelle sollten jedoch möglichst einfach geschnitten sein, da viele Falten dem Pelz leicht ein futterähnliches Aussehen gaben. Solch größere Teile gewannen „an Ansehen“, wenn ein anderes, langhaarigeres („raucheres“) Fell, zum Beispiel Bär oder nordamerikanischer Skunks als Besatz hinzu kam. Dadurch wirkte der Lyraskunk flacher und das schreiende der Zeichnung wurde abgemildert. Um ein möglichst spiegelgleiches Bild des gesamten Kleidungsstücks zu erzielen, wurde das „Versetzen“ angeraten. Hierbei wird jeweils eine Fellhälfte in das linke, die andere in das rechte Pelzteil verarbeitet. Oft musste auch ein Vervollständigen der Zeichnung vorgenommen werden, ansonsten sollten innerhalb eines Felles möglichst keine Veränderungen gemacht werden, wie kürschnerisches Ein- oder Auslassen. Um die Quernähte zwischen Kopf und Fellrumpf beim Übereinandersetzen weniger sichtbar zu machen, wurde der Ruppf bis zu den ersten zwei Flecken abgeschlagen, auch der Kopf, der allerflachste Teil davon, vier bis neun Zentimeter. Die Felle wurden dann so zusammengenäht, dass die zwei Flecken des Rumpfes auf die zwei breiten Streifen des Kopfes zu stehen kamen., wodurch ein guter Übergang ohne größeren Fellverlust erzielt wurde.

Einige Zeit nach Erfindung der Pelznähmaschine um 1870 wurde es zu wirtschaftlichen Kosten möglich, durch das so genannte Auslassen Felle in der Form beliebig zu verändern. Hierbei werden vor allem durch schmale V- bzw. A-förmige Schnitte die Felle auf Kosten der Breite in jede gewünschte Länge, bis hin zum bodenlangen Abendmantel, gebracht, beim Skunks bei klassischer, unifarbiger Verarbeitung nach dem Entfernen der Gabeln. Die entgegengesetzte Wirkung, ein Verkürzen bei gleichzeitigem Verbreitern des Fells wird mit dem Einlassen erzielt. Skunkse wurden seltener bis auf Mantellänge ausgelassen, aber auch bei kleineren Teilen werden diese Arbeitstechniken häufig zur Formgebung angewendet.

Die für die naturelle Verwendung als zu hell erachteten Felle werden geblendet, das heißt, eine dunklere Farbe wird mit einer Bürste vom Haar her aufgetragen oder aber gefärbt, für helle Modefarben nach einem vorhergehenden Entfärben (Bleichen). Naturfarbige Felle werden vom Kürschner mit einer meist dunkelblauen Anilinfarbe während der Verarbeitung ledergeblendet, um ein Durchscheinen des hellen Leders beim fertigen Kleidungsstück zu verhindern.

Im Jahr 1965 wurde der Fellverbrauch für eine für einen Skunkmantel ausreichende Felltafel mit 60 bis 70 Fellen angegeben (sogenanntes Mantel-„Body“). Zugrundegelegt wurde eine Tafel mit einer Länge von 112 Zentimetern und einer durchschnittlichen Breite von 150 Zentimetern und einem zusätzlichen Ärmelteil. Das entspricht etwa einem Fellmaterial für einen leicht ausgestellten Mantel der Konfektionsgröße 46 des Jahres 2014. Die Höchst- und Mindest-Fellzahlen können sich durch die unterschiedlichen Größen der Geschlechter der Tiere, die Altersstufen sowie deren Herkunft ergeben. Je nach Pelzart wirken sich die drei Faktoren unterschiedlich stark aus.

Bis vor dem Zweiten Weltkrieg hatten sich etliche Leipziger Kürschner stark auf die Streifenfabrikation spezialisiert. Die aus den Skunksfellen herausgeschnittenen Gabeln wurden dort gesammelt und von den Spezialisten, unter anderem von griechischen Kürschnern, die seit Jahrzehnten über diese Fertigkeit verfügten, zu größeren breiten Streifen zusammengesetzt. Meist wurden daraus Pelzkrawatten gearbeitet, aber auch Decken, Innenfutter und Kragen.

Hauptorte für die Verwertung der Pelzreste sind heute noch Kastoria und das kleinere Siatista im Nordwesten Griechenlands. Wenn genügend Skunksstücken und Skunksgabeln anfallen, gehen diese von Europa und Amerika nach dort, um zu so genannten Bodys zur späteren Weiterverarbeitung zusammengesetzt zu werden.

Skunksfarbig gefärbte Veredlungen

Lyraskunksähnliche Kaninveredlung (Düsseldorf, 2012)

Zur großen Zeit der Skunksmode wurden diverse andere Fellarten entsprechend der Farbe des Skunkfells gefärbt. In großen Mengen verkauft wurde und allgemein bekannt war das Skunkskanin. Skunkskatze bezeichnete eine schwarzgefärbte Langhaarkatze. Weiterhin wurden skunkfarbig eingefärbt Amerikanische Opossumfelle, Wallabyfelle, Hasenfelle, Flughörnchenfelle, Whitecoatfelle, Fuchsfelle, Wolfsfelle, Pahmifelle, Waschbärfelle, Ziegen- und Zickelfelle. Sie wurden ebenfalls mit dem Zusatz Skunk oder Skunks versehen, also Skunk(s)hase, Skunk(s)opossum usw.

Um 1926 kostete ein Skunksmantel durchschnittlicher Qualität beispielsweise etwa 250 Mark, die preiswertere Imitation aus Skunksopossum zirka die Hälfte, 125 Mark.

Immer wieder einmal wird auch die interessante Gabelung des Lyraskunks auf andere Pelzarten mithilfe von Schablonen aufgespritzt, beispielsweise auf weiße Kanin und Zickel.

Umgekehrt diente das Skunkfell auch der Imitation anderer, noch wertvollerer Pelzarten und wurde bei entsprechender Mode beispielsweise zobel-, marder- oder blaufuchsfarbig gefärbt.

Zahlen, Fakten

Detaillierte Handelszahlen über nordamerikanische Rauchwaren finden sich bei

Emil Brass: Aus dem Reiche der Pelze. 1. Auflage, Verlag der „Neuen Pelzwaren-Zeitung und Kürschner-Zeitung“, Berlin 1911
Emil Brass: Aus dem Reiche der Pelze. 2. verbesserte Auflage, Verlag der „Neuen Pelzwaren-Zeitung und Kürschner-Zeitung“, Berlin 1925
Emil Brass: Aus dem Reiche der Pelze (1911)
Milan Novak u. a., Ministry of Natural Resources: Wild furbearer management and conservation in North America. Ontario 1987 (englisch), ISBN 0-7778-6086-4
Milan Novak u. a., Ministry of Natural Resources: Furbearer Harvests in North America, 1600-1984, Anhang zu vorstehendem Wild furbearer management and conservation in North America. Ontario 1987 (englisch), ISBN 0-7729-3564-5
Vergleich der Größen von Skunkfellen
Sorten
(„Sections“)
Größen*Prozentsatz der Gestreiften
in den durchschnittlichen Losen**
(„Stripes in Average Lots“)
XLLMSBlack
und
Shorts
LongsBroads
Eastern3330272450← 50 →
Central34312724403525
Minnesota4033292658510
Iowa35312926156520
Kansas-Nebraska34292724206020
Southern29252218Meist Broads
Southwestern25232117Meist Longs und Broads
* Diese Größen basieren auf den durchschnittlichen Longstripes (Langstreifigen) der verschiedenen Sorten bzw. Herkommen („sections“):
Die Broads (breite Felle) sind etwa gleich breit, die Blacks (schwarze Felle) sowie die Smallstripes (schmalstreifigen) etwa 10 Prozent schmaler.
** Diese Prozentsätze können eventuell etwas differieren, abhängig vom Sammler und den lokalen Gepflogenheiten.
Skunkfelle: (1) schwarz; (2) weiß; (3) klarweiß; (4) einfach gestreift; (5) Stern (1906)
aus den Ländern der Hudson’s Bay Company: 5945 Skunkfelle im Wert von 6743 ₤;
aus Alaska, Oregon, Kanada usw.: 200 Felle im Wert von 40 ₤.
aus den Ländern der Hudson’s Bay Company: 2789 Skunkfelle im Wert von 1860 ₤;
aus Alaska, Kanada, Oregon und den nordwestlichen Staaten der USA, von Kleinhändlern gekauft und in London verkauft: 275.943 Felle im Wert von 81.540 ₤.
Von dem südamerikanischen Skunk, dem Zorrino (für uns irreführend, von den Spaniern auch Zorillo (Füchschen) genannt, siehe oben) schreibt er zu der Zeit, dass nur verhältnismäßig sehr wenige auf den Markt kommen, nur aus Argentinien jährlich einige Tausend Stück. Es könnten erheblich größere Mengen kommen, doch erzielen dieselben meist einen so geringen Preis, von 50 bis 60 Pf. das Stück, dass der Fang und das Sammeln nicht lohnt.
beste „Garnitur“, naturell dunkel 20,- bis 30,- RM per Stück
Besatzware, streifig naturell 10,- bis 22,- RM per Stück
gefärbte secunda 7,50 bis 10,- RM per Stück
Nordamerikanische: beste RM 30,-; mittlere RM 20,-; schwache RM 10,-; gefärbt RM 15,-
Südamerikanische: beste RM 9,-; schwache RM 4,50
Die Veränderung des Rohfellaufkommen jeweils im Vergleich zum Vorjahr betrug 1966 = – 8 %; 1967 = – 5 %; 1968 = – 42 %; 1969 = + 32 %

Siehe auch

Skunkfarm (1906)
Commons: Skunkfelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Bekleidung aus Skunkfellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Verarbeitung der Skunkfelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Fiktives Chickasaw-Kostüm, Gürtel mit Skunkschweifen (USA, 2010)

Anmerkung

  1. ↑ Die angegebenen vergleichenden Werte (Koeffizienten) sind das Ergebnis vergleichender Prüfung durch Kürschner und Rauchwarenhändler in Bezug auf den Grad der offenbaren Abnutzung. Die Zahlen sind nicht eindeutig, zu den subjektiven Beobachtungen der Haltbarkeit in der Praxis kommen in jedem Einzelfall Beeinflussungen durch Gerbung und Veredlung sowie zahlreiche weitere Faktoren hinzu. Eine genauere Angabe könnte nur auf wissenschaftlicher Grundlage ermittelt werden. Die Einteilung erfolgte in Stufen von jeweils 10 Prozent. Die nach praktischer Erfahrung haltbarsten Fellarten wurden auf 100 Prozent gesetzt.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Redaktion, unter Mitarbeit von Richard Gloeck, Leopold Hermsdorf, Friedrich Hering, Richard König (alle Leipziger Rauchwarenhändler), Dr. Ingo Krumbiegel, Alfons Haase (Buenos Aires): Der Skunk und seine Provenienzen. In „Der Rauchwarenmarkt“ XXXI. Jg. Nr. 1/2, Leipzig 2. Januar 1943, S. 3–7
  2. ↑ Max Meßner, bearbeitet von E. Unger: Materialienkunde für Leder- und Pelzarbeiter. Alfred Hahns Verlag, Leipzig, 1910, S. 23, 25, 29.
  3. ↑ Duden, 25. Auflage, Dudenverlag, Mannheim u. a. 2009, Stichwort „2Skunk“ ISBN 978-3-411-04015-5
  4. 1 2 3 Friedrich Lorenz: Rauchwarenkunde, 4. Auflage. Verlag Volk und Wissen, Berlin 1958, S. 105–108.
  5. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Alexander Tuma: Pelz-Lexikon. Pelz- und Rauhwarenkunde. XXI. Band. Verlag Alexander Tuma, Wien 1951. Stichwort „Skunks“
  6. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Friedrich Hering (Leipziger Rauchwarenhändler): Bisam, Skunks, amerikanische Opossum. In: „Rauchwarenkunde – Elf Vorträge aus der Warenkunde des Pelzhandels“, Verlag der Rauchwarenmarkt, Leipzig 1931, S. 36–40.
  7. 1 2 3 Arthur Samet: Pictorial Encyclopedia of Furs. Arthur Samet (Book Division), New York 1950, S. 183–189 (englisch).
  8. ↑ Paul Schöps; H. Brauckhoff, Stuttgart; K. Häse, Leipzig, Richard König, Frankfurt/Main; W. Straube-Daiber, Stuttgart: Die Haltbarkeitskoeffizienten der Pelzfelle in Das Pelzgewerbe, Jahrgang XV, Neue Folge, 1964, Nr. 2, Hermelin Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin, Frankfurt/Main, Leipzig, Wien, S. 56–58.
  9. ↑ Redaktion: Die Haltbarkeit des Pelzhaares. In: Der Rauchwarenmarkt Nr. 26, Leipzig, 28. Juni 1940, S. 12. Primärquelle: American Fur Breeder, USA (Anmerkung: Alle Vergleiche setzen das Seeotterfell auf 100 Prozent). → Haltbarkeitsvergleich.
  10. ↑ Paul Schöps, Kurt Häse: Die Feinheit der Behaarung – Die Feinheits-Klassen. In: Das Pelzgewerbe Jg. VI / Neue Folge, 1955 Nr. 2, Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, Leipzig, Berlin, Frankfurt am Main, S. 39–40
  11. 1 2 3 4 5 6 Paul Schöps in Verbindung mit Paul Häse, zoologische Bearbeitung Ingrid Weigel: Der Streifenskunk. In „Das Pelzgewerbe“ Jg. XVII / Neue Folge 1966 Nr. 2, Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin u. a., S. 72–84.
  12. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Max Bachrach: Fur. A Practical Treatise. Verlag Prentice-Hall, Inc., New York 1936. S. 411–429 (englisch)
  13. 1 2 3 4 5 Emil Brass: Aus dem Reiche der Pelze. 2. verbesserte Auflage, Verlag der „Neuen Pelzwaren-Zeitung und Kürschner-Zeitung“, Berlin 1925, S. 633–642.
  14. 1 2 3 4 5 6 Emil Brass: Aus dem Reiche der Pelze. 1. Auflage, Verlag der „Neuen Pelzwaren-Zeitung und Kürschner-Zeitung“, Berlin 1911, S. 531–539, Einfuhr-Statistiken S. 321–375.
  15. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Christian Franke, Johanna Kroll: Jury Fränkel’s Rauchwaren-Handbuch 1988/89. 10., überarbeitete und ergänzte Neuauflage, Rifra-Verlag Murrhardt, S. 63–65.
  16. 1 2 Heinrich Dathe, Dr. Paul Schöps, unter Mitarbeit von 11 Fachwissenschaftlern: Pelztieratlas. VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 1986, S. 184/185.
  17. 1 2 3 Paul Cubaeus, „praktischer Kürschner in Frankfurt am Main“: Das Ganze der Kürschnerei. Gründliches Lehrbuch alles Wissenswerthen über Waarenkunde, Zurichterei, Färberei und Verarbeitung der Pelzfelle. A. Hartleben’s Verlag, Wien, Pest, Leipzig 1891, S. 73–75.
  18. ↑ Spilogale gracilis auf Animal Diversity Web (englisch), Zugriff 10. Dezember 2010.
  19. 1 2 John O. Whitaker, Jr.: Mammals of Indiana: A Field Guide. Indiana University Press, 2010, ISBN 978-0-253-22213-8, S. 1 (englisch, google.com [abgerufen am 23. November 2011]).
  20. ↑ www.dgif.virginia.gov/wildlife/information (Memento des Originals vom 7. Dezember 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (englisch), Zugriff 22. August 2012
  21. 1 2 3 4 5 6 Fritz Schmidt: Das Buch von den Pelztieren und Pelzen. F. C. Mayer Verlag, München 1970, S. 292–299.
  22. ↑ Christian Heinrich Schmidt: Die Kürschnerkunst. Verlag B. F. Voigt, Weimar 1844, S. 68–69.
  23. ↑ Philipp Manes: Die deutsche Pelzindustrie und ihre Verbände 1900–1940, Versuch einer Geschichte. Berlin 1941 Band 4. Durchschrift des Originalmanuskripts, S. 200 (→ Inhaltsverzeichnis).
  24. ↑ Wilhelm Harmelin: Juden in der Leipziger Rauchwarenwirtschaft. In: Tradition - Zeitschrift für Firmengeschichte und Unternehmerbiographie, Nr. 6, 1966, Wilhelm Treue (Hrsg.), S. 282.
  25. ↑ H. Werner: Die Kürschnerkunst, Verlag Bernh. Friedr. Voigt, Leipzig 1914
  26. ↑ Paul Cubaeus, Alexander Tuma: Das Ganze der Kürschnerei. 2., überarbeitete Auflage, A. Hartleben’s Verlag, Wien, Leipzig 1911. S. 79–80, 369–373.
  27. ↑ Walter Fellmann: Der Leipziger Brühl. VEB Fachbuchverlag, Leipzig 1989, S. 210–211.
  28. 1 2 Redaktion: Iltis, Marder, Otter und Skunk bleiben Randsortimente. In: Pelz International, Heft 10, Rhenania-Fachverlag, Koblenz Oktober 1948, S. 58
  29. ↑ D. E. Lantz: Economic Value of North American Skunks. In: Farmers Bulletin, U. S. Department of Agriculture, 1914, S. 15 (englisch). Abgerufen am 5. September 2020.
  30. 1 2 3 Redaktion: Das Skunksfell. In: Der Rauchwarenmarkt Nr. 25, Leipzig, 30. März 1935, S. 1.
  31. 1 2 3 4 5 Alexander Tuma jun: Die Praxis des Kürschners. Verlag von Julius Springer, Wien 1928, S. 28, 30, 182–185, 270–272.
  32. ↑ Friedrich Kramer: Vom Pelztier zum Pelz.Arthur Heber & Co, Berlin 1937, S. 79
  33. ↑ Ernst Kreft: Moderne Arbeitsmethoden im Kürschnerhandwerk, 2. verbesserte Auflage. Fachverlag Schiele & Schön, Berlin ohne Datum (die 1. Auflage erschien 1950), S. 44
  34. ↑ Heinrich Schirmer: Die Technik der Kürschnerei. Verlag Arthur Heber & Co., Leipzig 1928, S. 192–210
  35. 1 2 David G. Kaplan: World of Furs. Fairchield Publications. Inc., New York 1974, S. 252 (englisch).
  36. 1 2 Autorenkollektiv: Der Kürschner. Fach- und Lehrbuch für das Kürschnerhandwerk. 2., überarbeitete Auflage. Herausgegeben vom Berufsbildungs-Ausschuss des Zentralverbands des Kürschnerhandwerks, Verlag J. P. Bachem, Köln 1956, S. 143
  37. ↑ Paul Larisch, Josef Schmid: Das Kürschnerhandwerk. III. Teil: Die Verarbeitung der Felle. Kapitel Skunks. – Civette. Jg. Nr. 2, Selbstverlag, Paris 1902, S. 16.
  38. ↑ Paul Schöps u. a.: Der Materialbedarf für Pelzbekleidung. In: Das Pelzgewerbe Jg. XVI / Neue Folge 1965 Nr. 1, Hermelin-Verlag Dr. Paul Schöps, Berlin u. a., S. 7–12. Anmerkung: Die Angabe für ein Body erfolgte nur, um die Fellsorten besser vergleichbar zu machen. Tatsächlich wurden nur für kleine (bis etwa Bisamgröße) sowie für jeweils gängige Fellarten Bodys hergestellt, außerdem für Fellstücken. Folgende Maße für ein Mantelbody wurden zugrunde gelegt: Körper = Höhe 112 cm, Breite unten 160 cm, Breite oben 140 cm, Ärmel = 60 × 140 cm.
  39. ↑ Jedes Quantum Skunksgabeln IA […] kauft Pappagelias, Leipzig (Inserat in Deutsche Kürschner-Fachzeitschrift. 5. September 1925, S. 24).
  40. ↑ Otto Feistle: Rauchwarenmarkt und Rauchwarenhandel. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1931, S. 15, 28. Inhaltsverzeichnis.
  41. ↑ Emil Brass: Aus dem Reiche der Pelze (1911)
  42. ↑ Frank Grover: Practical Fur Cutting and Furriery. The Technical Press, London 1936, S. 109 (englisch)
  43. ↑ Firmenprospekt der Firma Jonni Wende, Rauchwaren en gros, Hamburg, Düsseldorf, Leipzig, New York, August 1925, S. 10
  44. ↑ Kurt Nestler: Rauchwaren- und Pelzhandel. Dr. Max Jänecke Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1929, S. 106
  45. ↑ 2. Quelle: Leipziger Auktionspreise – Ergebnisse vom 2. Juni 1939. S. [?]+149. Titel und Ausgabe des Ausrisses aus einer Fachzeitschrift nicht feststellbar
  46. ↑ Hermann Deutsch: Die moderne Kürschnerei. Handbuch für den Kürschner, Färber, Bleicher, Zuschneider und Konfektionär. A. Hartleben’s Verlag, Wien und Leipzig, 1930. S. 66.
  47. ↑ Friedrich Malm, August Dietzsch: Die Kunst des Kürschners. Fachbuchverlag Leipzig 1951, S. 66.
  48. ↑ Arthur C. Prentice: A Candid View of the Fur Industry. Publishing Company Ltd., Bewdley, Ontario 1976, S. 274. Sekundärquelle ebenfalls Fish- and Wildlife-Service; BDC steht für [?] (englisch).
  49. ↑ NAFA Fur-Prices (englisch) Abruf vom 28. August 2012