Sowczyce

Sowczyce
?
Sowczyce (Polen)
Sowczyce (Polen)
Sowczyce
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Opole
Powiat: Oleski
Gmina: Olesno
Geographische Lage: 50° 51′ N, 18° 30′ OKoordinaten: 50° 50′ 36″ N, 18° 29′ 41″ O
Höhe: 250 m n.p.m.
Einwohner: 678 (31. Dez. 2015)
Postleitzahl: 46-300
Telefonvorwahl: (+48) 34
Kfz-Kennzeichen: OOL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 11 Kołobrzeg–Bytom
Eisenbahn: Lubliniec–Kluczbork
Nächster int. Flughafen: Katowice-Pyrzowice

Sowczyce (deutsch Schoffschütz) ist eine Ortschaft in Polen in der Stadt-und-Land-Gemeinde Olesno (Rosenberg O.S.) im Powiat Oleski in der Woiwodschaft Opole (Oppeln).

Geographie

Geographische Lage

Sowczyce liegt im nordöstlichen Teil Oberschlesiens rund sieben Kilometer südöstlich der Kreisstadt Olesno und etwa 54 Kilometer nordöstlich der Woiwodschaftshauptstadt Opole.

Der Ort liegt in der Wyżyna Woźnicko-Wieluńska (Woischnik-Wieluń Hochland) innerhalb der Obniżenie Liswarty (Lisswarther Senke). Sowczyce ist umgeben von weitläufigen Waldgebieten. Durch das Dorf verläuft die Droga wojewódzka 493, etwas nördlich die Droga ekspresowa S11. Sowczyce liegt an der Bahnstrecke Lubliniec–Kluczbork.

Ortsteil

Ortsteil von Sowczyce ist der Weiler Bieńskie (Wladesruh).

Nachbarorte

Nachbarorte von Sowczyce sind im Nordwesten Grodzisko (Grötsch), im Südosten Łomnica (Lomnitz) und im Südwesten Wysoka (Wyssoka).

Geschichte

Die Schrotholzkirche
Die Antoniuskirche
Schloss Schoffschütz, heute Kinderheim

Das Dorf wurde 1424 erstmals als Sowczicz urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom slawischen Begriff Sowa (dt. Eule) ab und bedeutet in etwa Eulendorf.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Schoffschütz mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. Der Ort wurde 1783 im Buch Beyträge zur Beschreibung von Schlesien als Schofzi(t)z erwähnt, gehörte einem Grafen von Gessler und lag im Kreis Rosenberg des Fürstentums Oppeln. Damals hatte er 395 Einwohner, ein herrschaftliches Vorwerk, eine Mühle, 18 Bauern, 18 Gärtner und fünf Häusler.

Nach der Neuorganisation der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Schoffschütz ab 1816 zum Landkreis Rosenberg O.S. im Regierungsbezirk Oppeln. 1845 bestanden im Dorf ein Schloss, ein Vorwerk, eine Försterei, eine katholische Schule, eine Brennerei und 81 Häuser. Im gleichen Jahr lebten in Schoffschütz 599 Menschen, davon 12 evangelisch. 1865 bestand Schoffczitz aus einem Dominium und einem Dorf. Das Dorf hatte zu diesem Zeitpunkt 18 Bauern, zwölf Gärtner, 28 Häusler und einen Schmied, sowie eine katholische Schule. Zum Dominium gehörten eine Brennerei, eine Rossmühle und eine Ziegelei. 1874 wurde der Amtsbezirk Schoffschütz gegründet, welcher aus den Landgemeinden Lomnitz, Schoffczütz und Tellsruh und den Gutsbezirken Lomnitz und Schoffczütz bestand. Erster Amtsvorsteher war der Rittergutsbesitzer und Major Graf Geßler. 1885 zählte Schoffschütz 516 Einwohner.

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 117 Wahlberechtigte für einen Verbleib Oberschlesiens bei Deutschland und 233 für eine Zugehörigkeit zu Polen. Auf Gut Schoffschütz stimmten 176 für Deutschland und 51 für Polen. Schoffschütz verblieb nach der Teilung Oberschlesiens beim Deutschen Reich. 1925 lebten 929, 1939 wiederum 687 Menschen im Ort. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Rosenberg O.S.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam der Ort 1945 an Polen und wurde der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen und am 15. März 1947 in Sowczyce umbenannt. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Opole und 1975 zur Woiwodschaft Częstochowa. 1999 kam der Ort zum wiedergegründeten Powiat Oleski und wieder zur Woiwodschaft Opole.

Sehenswürdigkeiten

Vereine

Commons: Sowczyce – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Einwohnerzahlen Gmina Olesno (polnisch)
  2. 1 2 Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 379.
  3. ↑ Heinrich Adamy: Die schlesischen Ortsnamen, ihre Entstehung und Bedeutung. Verlag von Priebotsch’s Buchhandlung, Breslau 1888, S. 61.
  4. ↑ Friedrich Albert Zimmermann: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien, Band 2, Brieg 1783.
  5. ↑ Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865.
  6. ↑ Territorial Amtsbezirk Schoffschütz
  7. ↑ AGOFF Kreis Rosenberg O.S.
  8. ↑ Ergebnisse der Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921: Literatur, Tabelle in digitaler Form (Memento des Originals vom 3. Februar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. ↑ Michael Rademacher: Landkreis Rosenberg O.S.(poln. Olesno). Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  10. ↑ Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 860.
  11. ↑ Schloss Schoffschütz - Geschichte und Bilder