Spacenet

SpaceNet AG
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Rechtsform AG
Gründung 1993
Sitz München, Deutschland
Leitung Sebastian von Bomhard (Vorstand), Sebastian Cler (Vorstand), Karin Schuler (Vorstand), Dr. Frank Thiäner (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiterzahl 100 (Stand 2026)
Umsatz 16,2 Mio. EUR
Branche Informations- und Kommunikationstechnologie
Website space.net

Die SpaceNet AG ist ein deutscher Internetprovider mit Sitz in München. Das Unternehmen zählt historisch zu den ersten kommerziellen Internetprovidern in Deutschland.

Geschichte

Die Firma SpaceNet wurde am 20. Dezember 1993 als GmbH von Sebastian von Bomhard, Axel Bauer und Martin Twickler gegründet. Der Eintrag ins Handelsregister erfolgte am 12. Januar 1994. Unternehmensziel der SpaceNet GmbH war zunächst die Vernetzung von Unternehmen via Satellit. Die Vernetzung via Satellit fiel bald weg und es blieb das Angebot, Unternehmen ans Internet anzubinden. 1999 erhielt das Unternehmen als erster deutscher Internetprovider IPv6-Internet-Adressen. Am 28. August 2000 wurde aus der SpaceNet GmbH eine Aktiengesellschaft, mit Sebastian von Bomhard als Vorstand. Neben Sebastian von Bomhard war seit dem 1. April 2018 Michael Emmer weiterer Unternehmensvorstand. Im Jahr 2024 wurde der Vorstand der SpaceNet AG neu aufgestellt. Zum 1. Februar 2024 trat Ingo Lalla als Chief Sales and Marketing Officer (CSMO) in den Vorstand ein, gefolgt von Karin Schuler als Chief Financial Officer (CFO) am 1. März 2024. Zum 1. Mai 2024 übernahm Sebastian Cler die Position des Chief Operating Officer (COO) von Michael Emmer, der nach mehr als 20 Jahren Unternehmenszugehörigkeit ausgeschieden war. Cler war zuvor bei Deloitte Consulting tätig und übernahm bei SpaceNet unter anderem Aufgaben im Ausbau des IT-Sicherheits- und Cloud-Geschäfts.

Der Unternehmensschwerpunkt der SpaceNet AG liegt heute im Bereich des hochverfügbaren Hostings von Anwendungen und IT-Infrastrukturen, IT-Outsourcing und dem Betrieb von ISO-zertifizierten Rechenzentren. Im Jahr 2020 hatte die SpaceNet AG 125 Mitarbeiter. Der Jahresbericht 2018 verzeichnete einen Rohertrag von 16,2 Millionen Euro.

Die SpaceNet AG betreibt seit 2008 drei Hochsicherheitsrechenzentren in München, an weiteren Standorten im Bundesgebiet ist sie mit Knotenpunkten zu anderen Providern vertreten, an denen keine Mitarbeiter beschäftigt sind. Im Jahr 2018 war Baubeginn für ein neues Hochsicherheitsrechenzentrum in Kirchheim bei München, mit über 5000 m² Fläche und Platz für ca. 2.000 Racks mit 47 Höheneinheiten, was rund 113.000 Servern entspricht. Für den Bau und Betrieb des Rechenzentrums war die SDC Spacenet Datacenter GmbH & Co. KG (SDC) gegründet worden. Im Januar 2023 wurde das Datacenter an den Infrastruktur-Fondsmanager Arcus Infrastructure Partners LLP veräußert. Als Begründung für den Verkauf wurde eine zukünftige Fokussierung auf die Kernkompetenz von SpaceNet als Internet-Provider verwiesen.

Produkte

Als unabhängiger Internetprovider versorgt die SpaceNet AG im süddeutschen Raum Unternehmen und öffentlich-rechtliche Institutionen. Ihr strategischer Geschäftsschwerpunkt liegt nach eigenen Aussagen im Highend-Bereich von Managed-Hosting-Anwendungen und damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen.

Ihr Produktportfolio umfasst Rechenzentrumsflächen, Internetanbindungen, Unternehmensvernetzungen, Netz- und Datensicherheit, Cloudlösungen, E-Mail-Services mit Backup- und Archivierungslösungen sowie netzgestützte Anwendungen und Webauftritte. Ihr eigenes Backbone ermöglicht eine unabhängige Infrastruktur mit Schnittstellen zu internationalen Knotenpunkten.

Forschung und Entwicklung

Die SpaceNet AG forscht laut Unternehmensbericht 2016 insbesondere in den Bereichen digitale Markttrends und Produktinnovationen. Einer der Forschungsschwerpunkte lag 2016 auf der weiteren Steigerung der Nutzerfreundlichkeit des Produkt- und Dienstleistungsprogramms. Eine der Maßnahmen soll die Steigerung der Flexibilität bei der Bereitstellung virtualisierter Ressourcen (Cloud Pool) erreichen. Hierüber sollen Kunden in die Lage versetzt werden, eigenständig virtuelle Maschinen auf Grundlage eines Ressourcenkontingents zu provisionieren. Ende 2016 wurde im Bereich der dedizierten Server ein neues Entrylevelprodukt entwickelt. Hierbei wurde durch ein besonderes Maß an Standardisierung eine starke Kostenreduktion erzielt.

Neben internen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten kooperiert die SpaceNet AG auch mit Forschungsinstitutionen, Clustern und Unternehmen und beteiligt sich an wissenschaftlichen IT-Projekten. Im Rahmen des Programms INTERREG V-A Programm Österreich-Bayern 2014-2020 trat die SpaceNet AG als technischer Dienstleister innerhalb des Projektes „Nachhaltige Wohnstandorte“ auf. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer IT-gestützten Entscheidungshilfe zur nachhaltigen Wohnstandortwahl.

Für ihre Forschungsaktivitäten erhielt die SpaceNet AG vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. den Stifterpreis 2016/17 mit dem Siegel „Innovativ durch Forschung“.

Der Gesamtaufwand im Geschäftsjahr 2016 betrug für Forschung und Entwicklung rund 500.000 EUR, was einem Anteil von 3 % des Umsatzes entspricht.

Netzpolitik

Einzelnachweise

  1. ↑ Angabe auf der Unternehmenswebsite in der Rubrik Team. Abgerufen am 9. Januar 2020.
  2. 1 2 3 SpaceNet AG – München – Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2018 bis zum 31.12.2018. Lagebericht – I. Grundlagen des Unternehmens. In: Bundesanzeiger. Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz, 15. August 2019, abgerufen am 9. Januar 2020.
  3. ↑ Vgl. hierzu geschichtlichen Abriss zur Entwicklung des Internets in Deutschland: Das Internet in Deutschland. In: netplanet.org. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  4. ↑ Gemeinsames Registerportal der Länder. In: handelsregister.de. Ministerium der Justiz Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 12. Januar 2023.
  5. ↑ Sebastian von Bomhard: World Wide Was? Anekdoten und Skurrilitäten aus der Pionierzeit des deutschen Internet. Hrsg. von Sebastian von Bomhard u. a., München (SpaceNet-Verlag) 15. Dezember 2009, S. 52 ff.
  6. ↑ Karl-Erich Weber: Führungsduo bei der SpaceNet AG: Michael Emmer wird Vorstand. In: Channelpartner. 5. April 2018, abgerufen am 28. August 2018.
  7. ↑ Heiner Sieger: SpaceNet AG erweitert Vorstand um CSMO und CFO. In: Digital Business Magazin. 7. Februar 2024, abgerufen am 6. Oktober 2006.
  8. ↑ Martin Fryba: Neuer COO bei Spacenet soll Expansion vorantreiben. In: CRN Deutschland. CRN Deutschland, 7. Mai 2024, abgerufen am 6. Oktober 2026 (deutsch).
  9. ↑ Gerhard Fuhrmann: In Kirchheim entsteht ein hochmodernes Rechenzentrum. In: hallo-muenchen.de. 22. Februar 2017, abgerufen am 12. Juni 2017.
  10. ↑ Webseite des Rechenzentrums in Kirchheim SDC - SpaceNet Datacenter. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  11. ↑ Dan Swinhoe: Arcus fund acquires European Data Hub and SDC SpaceNet. In: datacenterdynamics.com. 17. Januar 2023, abgerufen am 16. Juni 2024 (englisch).
  12. ↑ Ulrike Ostler: Spacenet verkauft Datacenter-Tochter SDC an Arcus. In: datacenter-insider.de. Vogel Communications Group, 6. Dezember 2022, abgerufen am 16. Juni 2024.
  13. ↑ Netzheimer-Blog Neues aus der Welt der IT von Felix Netzheimer. In: netzheimer.de. Abgerufen am 10. Januar 2020.
  14. ↑ IT News von Felix Netzheimer und SpaceNet. In: spacenet.de. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  15. ↑ Thomas Bär: Unternehmen im Fokus. SpaceNet Mail 4.0 im Test. In: com-magazin.de. 5. Februar 2016, abgerufen am 16. Dezember 2017.
  16. ↑ Programminhalte. In: Webseite von Interreg. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  17. ↑ SpaceNet erhält Auszeichnung des Stifterverbands für seine Forschungsaktivitäten. In: perspektive-mittelstand.de. 18. Juli 2016, abgerufen am 16. Dezember 2017.
  18. ↑ Stefan Krempl: Spacenet und Eco klagen vor Verwaltungsgericht gegen die Vorratsdatenspeicherung. In: Heise Online. 9. Mai 2017, abgerufen am 16. Dezember 2017.
  19. ↑ Martin Holland: Bundesnetzagentur setzt Vorratsdatenspeicherung aus. In: Heise Online. 28. Juni 2017, abgerufen am 16. Dezember 2017.
  20. ↑ Marvin Strathmann: Richter lassen Vorratsdatenspeicherung keine Chance. Abgerufen am 4. Februar 2020.
  21. ↑ Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen EU-Recht. Abgerufen am 4. Februar 2020.
  22. ↑ Grundsatzentscheidung: Verstößt die Vorratsdatenspeicherung gegen Grundrechte? In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 4. Februar 2020]).
  23. ↑ Zeit Online: Bundesverwaltungsgericht: Vorratsdatenspeicherung wird Fall für Europäischen Gerichtshof. In: Die Zeit. 25. September 2019, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 4. Februar 2020]).
  24. ↑ emw: EuGH bestätigt: keine anlasslose Vorratsdatenspeicherung – mit Ausnahmen. In: heise.de. 20. September 2022, abgerufen am 21. September 2022.
  25. ↑ Pressemitteilung: Gesetzliche Verpflichtung der Telekommunikationsanbieter zur Vorratsspeicherung von Telekommunikations-Verkehrsdaten unionsrechtswidrig. Bundesverwaltungsgericht, 7. September 2023, abgerufen am 12. Oktober 2023.