Spaden

Spaden
Gemeinde Schiffdorf
Wappen von Spaden
Koordinaten: 53° 34′ N, 8° 38′ OKoordinaten: 53° 34′ 20″ N, 8° 38′ 0″ O
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 11,06 km²
Einwohner: 4759 (31. Dez. 2022)
Bevölkerungsdichte: 430 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 27619
Vorwahl: 0471
Spaden (Niedersachsen)
Spaden (Niedersachsen)
Lage von Spaden in Niedersachsen
Spaden in der Gemeinde Schiffdorf
Spaden in der Gemeinde Schiffdorf
Spaden neben dem See
Wassersport am Spadener See

Spaden ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Schiffdorf im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie

Nachbarorte
Wehden
Stadt Bremerhaven
(Freie Hansestadt Bremen)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Laven
Schiffdorf (Kernort) Bramel

(Quelle:)

Geschichte

Der Ortsname Spaden wird gemäß Nachforschungen bei den Pfarrämtern Debstedt, Bederkesa, Lehe und beim Kloster Neuenwalde aus dem altenglischen Wort spot (spoot, spood) hergeleitet, welche so viel wie Fleck, Platz oder Höhe, also einer Landschaft, die sich durch andere Beschaffenheit von der Umgebung abhebt, bedeuten. Die wahrscheinlich erste Besiedlung von Spaden könnte im 8. Jahrhundert stattgefunden haben. Die Ortschaft wurde 1267 zum ersten Mal erwähnt. Gegen 1300 hatte Spaden mehr als 150 Einwohner. 1490 brannte fast der gesamte Ort in einer Feuersbrunst nieder. An der Stelle der alten hölzernen Kapelle wurde um 1500 nun die Spadener Kapelle aus Ziegeln errichtet, in der örtlichen Mundart „Klus“ genannt. In der Mitte des 16. Jahrhunderts brachten Walfänger und Hafenarbeiter aus Amsterdam eine Glocke für die Klus mit, für die ein Glockenturm gebaut wurde. Wahrscheinlich begründeten die Holländer Spadens besondere Geltung in der Ausbildung von Kapitänen in der Grönlandfahrt.

1716 gab es ein zweites großes Feuer. Aber das Dorf wuchs und wurde 1753 neben Sievern der größte Ort der Börde Debstedt. 1829 wurde eine neue Schule an der Leher Straße gebaut und die alte Schule an der Tötje abgerissen. Die Klus wurde 1894 wegen Baufälligkeit renoviert. Die dritte große Katastrophe in der Geschichte des Dorfes passierte 1894, ein gewaltiger Sturm deckte alle Dächer im Dorf ab. 1899 wurde an der Wehdener Straße eine Holländische Windmühle gebaut.

Das Strohdach der alten Klus wurde 1900 durch ein Ziegeldach ersetzt. 1903 wurde ein Schießstand gebaut. Die Holländische Windmühle ging 1910 in Flammen auf und wurde später abgerissen. Seit 1920 hat Spaden eine elektrische Stromversorgung. 1927 wurde ein Kriegerdenkmal eingeweiht. Der Spadener Friedhof bekam 1949 eine Kapelle. Beim Bau der Bundesautobahn Bundesautobahn 27 Ende der 1960er Jahre entstand der Spadener See. 1977 wurde am Spadener See eine Freizeitanlage eröffnet.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, verlor Spaden seine politische Selbstständigkeit und wurde ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Schiffdorf.

Einwohnerentwicklung

JahrEinwohnerQuelle
1300150 +
1910956
19131000 +
19251122
19331322
19391385
19502091
JahrEinwohnerQuelle
19562300
19733149
20074428
20144477
20174631
20204634
20224759

+ Überschreitung der Angabe (laut Geschichte)

Politik

Ortsrat

Der Ortsrat setzt sich aus Mitgliedern folgender Parteien zusammen:

(Stand: Kommunalwahl 12. September 2021)

Ortsbürgermeister

Der Ortsbürgermeister von Spaden ist Fredo Tiedemann (FB). Seine Stellvertreter sind Carsten Kamjunke (CDU), Markus Blöck (FB) und Sandra Coordes (CDU).

Wappen

Der Entwurf des Kommunalwappens von Spaden stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.

Wappen von Spaden
Wappen von Spaden
Blasonierung: „In Gold ein schwarzer Schräglinksbalken, belegt mit einem silbernen Spaten am goldenen Stiel.“
Wappenbegründung: Der Spaten in Form eines Torfspatens deutet auf die Ableitung des Ortsnamens vom mittelniederdeutschen Wort „Spade“ hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die alte Klus
Spadens Kirche
Das Kriegerdenkmal

Bauwerke

Parks

Vereine und Verbände

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

An der Autobahn-Anschlussstelle 6 „Bremerhaven-Überseehäfen“ der A 27 wurde auf Spadener Gebiet, in den 1970er Jahren, mit einem Apollo Markt der Grundstein für ein großes Einkaufsareal gelegt. Dieses Gelände wurde stetig ausgebaut. Es finden sich heute Rossmann, Media Markt, Adler und Modepark Röther, Optimal Möbel, Funkelhaus Lampen, Lidl, Aldi, Hammer-Einrichtungshaus, Wehrmann's Rindenhof, Sonderpostenmarkt, Deichmann, ein China-Restaurant sowie ein Autohaus auf dem Gelände.
In Spaden gibt es außerdem eine Fleischwaren-Manufaktur.

Verkehr

Spaden liegt an der Bundesautobahn 27 östlich und nordöstlich von Bremerhaven. Zum Stadtteil Bremerhaven-Lehe führt die Leher Straße.

Um 1930 wurde Spaden mit einer Buslinie angebunden. Von 1984 bis 1995 fuhr durchgehend die Linie 8 bis nach Bremerhaven – Stadtmitte – Hauptbahnhof.

Der Ort lässt sich mit der BremerhavenBus-Linie 507 erreichen; das Anruf-Linien-Taxi (ALT) und das Anruf-Sammel-Taxi (AST) ergänzen das Angebot an allen Tagen der Woche (auch in den Schulferien).

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

Sagen und Legenden

Literatur

Commons: Spaden – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 48, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 29. Mai 2020]).
  2. 1 2 Geschichte von Spaden. In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. 31. Dezember 2022, abgerufen am 5. Januar 2023.
  3. ↑ Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 11. Dezember 2019; abgerufen am 21. Juli 2020.
  4. ↑ Spaden im Spiegel der Zeit. Chronik anlässlich des 75jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr. Spaden 1977, S. 6.
  5. ↑ Holger Kuhne: Grönlandfahrer von der Oste. In: niederelbe.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 9. Oktober 2016; abgerufen am 14. März 2018.
  6. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 249 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  7. ↑ Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Lehe. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, archiviert vom Original am 20. März 2023; abgerufen am 5. September 2020.
  8. 1 2 3 Michael Rademacher: Landkreis Wesermünde. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. (Siehe unter: Nr. 78).
  9. 1 2 Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 193 (Digitalisat).
  10. ↑ Informationen für Bürger und Gäste der Gemeinde Schiffdorf. (PDF; 5,2 MB) In: total-lokal.de. 31. März 2007, S. 10, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  11. ↑ Einwohnerzahl der Ortschaft Spaden. In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. 30. November 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. Januar 2015; abgerufen am 21. Juli 2020.
  12. ↑ Einwohnerzahl der Ortschaft Spaden. In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. 31. Juli 2017, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. August 2017; abgerufen am 21. Juli 2020.
  13. ↑ Einwohnerzahl der Ortschaft Spaden. In: Website Gemeinde Schiffdorf. 31. Dezember 2020, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2021; abgerufen am 5. Januar 2023.
  14. 1 2 Ortsrat Spaden. In: Webseite Gemeinde Schiffdorf. Abgerufen am 28. Oktober 2017.
  15. 1 2 Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, OCLC 469321470 (201 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 23. Oktober 2021]).
  16. ↑ Mühlenbeck Fleischwaren GmbH. In: muehlenbeck-fleischwaren.de. Abgerufen am 14. März 2018.
  17. ↑ Paul Homann: Bremerhavener Streckennetze. Abgerufen am 13. Mai 2024.
  18. ↑ Liniennetzplan. (PDF; 1,5 MB) In: Webseite BremerhavenBus. 13. Dezember 2015, abgerufen am 21. Juli 2020.
  19. ↑ Eberhard Michael Iba, Heide Gräfing-Refinger: Hake Betken siene Duven. Das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Hrsg.: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern. Band 16). 3. Auflage. Eigenverlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4, S. 178–180.