| Film | |
| Titel | Sparrow (chinesisch: 文雀) |
|---|---|
| Produktionsland | Hongkong |
| Originalsprache | Kantonesisch |
| Erscheinungsjahr | 2008 |
| Länge | 87 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Universe Entertainment Milkyway Image |
| Stab | |
| Regie | Johnnie To |
| Drehbuch | Chan Kin-Chung
Fung Chih-chiang Milkyway Creative Team |
| Produktion | Johnnie To |
| Musik | Xavier Jamaux
Fred Avril |
| Kamera | Cheng Siu-keung |
| Schnitt | David Richardson |
| Besetzung | |
| Simon Yam: Kei/The Sparrow
Kelly Lin: Chung Chun-lei Gordon Lam: Bo Law Wing-cheung: Sak Kenneth Cheung: Mac Lo Hoi-pang: Fu Kim-tong Lam Suet: Lung | |
Sparrow (chinesisch 文雀, Pinyin Wen que, Yale Man4 jeuk3) ist ein Hongkonger Gaunerfilm aus dem Jahr 2008, bei dem Johnnie To als Produzent und Regisseur fungierte. In den Hauptrollen sind Simon Yam, Gordon Lam, Law Wing-cheung und Kenneth Cheung als kleine Bande von Taschendieben zu sehen, wobei jedes Mitglied auf mysteriöse Weise von einer schönen, geheimnisvollen Frau (Kelly Lin) betört und betrogen wird.
Der Film wurde von 2005 bis 2008 zwischen anderen Projekten gedreht. Er wurde im Wettbewerb der 58. Internationalen Filmfestspiele Berlin ausgewählt und feierte während des Festivals im Februar 2008 Premiere. In Hongkong kam er am 19. Juni 2008 in die Kinos.
In Hongkong verüben Kei Bo, Sak und Mac als Bande von Taschendieben am helllichten Tag Diebstähle. Eines Tages fliegt ein Spatz in Keis Wohnung; er erzählt seinem Team davon, doch sie sind sich nicht sicher, ob dies ein Vorzeichen für kommende Ereignisse ist. In seiner Freizeit widmet sich Kei der Straßenfotografie, wobei er auf Chun-Lei trifft, eine geheimnisvolle Frau, die offenbar auf der Flucht ist. Er ist fasziniert von ihr und fotografiert sie. Ohne dass er es ahnt, besucht Chun-Lei später nacheinander Bo, Sak und Mac, verzaubert sie alle, stiehlt dabei Bos Armbanduhr, gibt Sak ihre Telefonnummer und erhält von ihm Macs Nummer.
Nachdem sie die vier Bandenmitglieder getroffen hat, steigt Chub-Lei zu einem wohlhabenden älteren Mann, dem Gangsterboss Fu, ins Auto. Fu ist krank und sperrt ihren Reisepass in einen Tresor, um Chun-Lei zu zwingen, an seiner Seite zu bleiben und sich um ihn zu kümmern. Es gelingt Chun-Lei, Fu zu entfliehen, und sie spürt Kei auf. Die beiden gehen zu seiner Wohnung. Als sie die Fotos von sich sieht, die er gerade entwickelt hat, verbrennt Chun-Lei eines davon, fordert ihn auf, sie niemals jemandem zu zeigen, und flüchtet in eine Wohnung im selben Gebäude, die, wie sie verrät, ihr gehört.
Bei einem weiteren Fotoausflug glaubt Kei, Chun-Lei erneut zu entdecken, und verfolgt sie bis in eine Gasse. Als er sieht, wie die Frau stürzt und Gangster auftauchen, fordert er sie auf, wegzulaufen. Doch sie dreht sich um, entpuppt sich als Transvestit und schlägt Kei eine mit Nägeln besetzte Holzplanke in die Hand. Als er zum üblichen Treffpunkt seiner Bande zurückkehrt, stellt er überrascht fest, dass auch seine Kollegen durch von Fu beauftragte Schläger verletzt worden sind. Nachdem sie über ihre Erlebnisse berichtet haben, brechen die vier Männer in Chun-Leis Wohnung ein. Nicht nur, dass Chun-Lei nicht da ist, die Wohnung ist auch völlig leergeräumt und stattdessen mit Käfigen voller Spatzen gefüllt. Das Quartett treibt Chun-Lei später in die Enge und jagt sie auf ein Dach. Sie gesteht, dass sie sich aus Dankbarkeit und aus materiellen Gründen um Fu kümmert. Gleichzeitig sehnt sie sich aber danach, ihm für ihre wahre Liebe zu entfliehen. Sie fleht die Bande an, ihr zu helfen und ihren Pass aus Fus Tresor zu stehlen.
Die Bande schwört Rache an Fu und spürt die Klinik für traditionelle chinesische Medizin auf, in die Chun-Lei Fu zur Schröpftherapie bringt. Während Mac den Krankenschwestern mit Abführmittel versetzte Pizzen liefert, geben sich Bo und Sak als Patienten aus. Kurz nachdem Chun-Lei während der Behandlung den Raum verlassen hat, eilen die Krankenschwestern zur Toilette, sodass Bo und Sak in Fus Zimmer gelangen und seine Halskette mit einem Schlüssel stehlen können. Sie eilen auf das Dach, befestigen den Schmuck an einem Luftballon und lassen ihn zu dem bereits wartenden Mac hinuntertreiben. Doch gerade als er nach dem Schmuck greifen will, stößt ein junger Mann mit ihm zusammen. Kurz darauf findet Mac den Luftballon, doch der Schmuck mit dem Schlüssel ist verschwunden. Weiter unten auf der Straße sieht Chun-Lei den jungen Mann, der den Schmuck bei sich trägt. Sie folgt ihm und beobachtet, wie er auf Fus Auto zugeht und ihm den Schmuck übergibt – was zeigt, dass er die List der Taschendiebe durchschaut hatte.
Einige Zeit später fährt Kei mit dem Fahrrad die Straße entlang, als er entdeckt, dass Wände mit Fotos von ihm und seinen Komplizen tapeziert und mit der Aufschrift „Taschendiebe“ versehen sind. Er ruft sofort seine Komplizen an, doch keiner der drei geht ans Telefon. Als er in seine Wohnung zurückkehrt, entdeckt er zunächst seinen Briefkasten, der mit denselben Fotos vollgestopft ist, bevor er von zwei von Fus Männern in die Enge getrieben wird. Sie bringen ihn zu Fu, wo Kei die anderen festgenommenen Taschendiebe sowie Chun-Lei vorfindet. Dort wird Chun-Lei dazu gezwungen zu behaupten, dass sie zwar Probleme mit Fu gehabt habe, diese aber geklärt seien und sie an seiner Seite bleiben werde. Fu lässt das Quartett frei, nicht ohne zuvor Keis Uhr zu stehlen und zu behaupten, Keis Fähigkeiten als Taschendieb seien nicht gut genug.
Als die Bande sich auf den Weg macht, beschließt Kei plötzlich, allein zu Fu zurückzukehren, um einen letzten Versuch zu unternehmen, Chun-Lei für sich zu gewinnen. Er stiehlt einem Handlanger die Tabakpfeife, setzt sich hin und argumentiert gegenüber Fu, dass er Chun-Lei gehen lassen solle, da sie ihn nicht wirklich liebe. Verärgert übergibt Fu Kei Chun-Leis Reisepass und verspricht ihm, dass er mit Chun-Lei gehen darf, wenn es ihm gelingt, den Reisepass bis zum Ende des Tages vor Diebstahl zu bewahren. Sollte er jedoch scheitern, wird Fu ihm die Hände abhacken, und Chun-Lei muss bis zu seinem Tod an seiner Seite bleiben. Kei und Chun-Lei stimmen dem Deal zu.
Es ist eine regnerische Nacht. Während Chun-Lei allein in Fus Auto wartet, geht Kei die Straße entlang. An einer Kreuzung streift er drei von Fus Männern und schneidet schließlich mit seinem Rasiermesser einem von ihnen ein Hosenbein auf, woraufhin sie sich alle beschämt zurückziehen. An einer anderen belebten Kreuzung steht Kei zwei von Fus Männern gegenüber, also dreht er seinen Regenschirm, um ihnen Wasser in die Augen zu spritzen, und schlängelt sich so an ihnen vorbei. Doch zwei weitere von Fus Männern folgen ihm. Sie nutzen ihre Regenschirme als Schutzschilde und halten Kei mit ihren Händen fest, während einer von ihnen schnell Chun-Leis Reisepass an sich nimmt und ihn dem bereits wartenden Fu in die Hände wirft. Zu seiner Überraschung sind Keis Freunde direkt hinter ihm. Kei befreit sich aus dem Griff der Männer und geht auf seine Freunde und Fu zu. Obwohl es ihnen gelingt, Chun-Leis Reisepass zurückzustehlen, überrascht Fu sie, indem er ihn fast augenblicklich und unauffällig wieder an sich nimmt. Dabei verletzt er Kei jedoch mit seinem Rasiermesser, woraufhin dieser bemerkt, dass seine Fähigkeiten eingerostet seien.
Während Fu zu seinem Auto zurückgeht, sieht die Bande aus der Ferne hilflos zu. Doch er bricht die Abmachung, indem er Chun-Lei ihren Reisepass persönlich übergibt und sie befreit. Als er in seinem Auto davonfährt, weint Fu hysterisch. Am nächsten Morgen verabschiedet sich die Bande von Chun-Lei. Auf dem Rücksitz eines Taxis ruft sie aufgeregt ihren Liebhaber an. Unterdessen entdeckt Kei einen Spatz in den Bäumen, von dem er überzeugt ist, dass es derselbe ist, der in seine Wohnung geflogen ist. Er versucht, ihn mit den Händen zu fangen, doch der Spatz kackt ihm ins Gesicht, was seine Freunde zu Spott veranlasst. Nach einigem Herumalbern fahren die vier mit Keis Motorrad los, um sich auf einen neuen Tag voller Diebstähle vorzubereiten.
Die Filmmusik stammt von Xavier Jamaux und Fred Avril. Sie wurde im Stil nostalgischer, beschwingter Jazz- und Retro-Sound komponiert, der an den „exotischen orientalischen“ Klang westlicher Filmmusiken der 1950er-Jahre für asiatische Schauplätze erinnert. Das Album mit 17 Titeln erschien 2008 über das Label Bang Bang Beats.
Johnnie Tos Film erhielt in deutschen Kritiken überwiegend positive bis faszinierte Rückmeldungen, wobei vor allem die formale Leichtigkeit und die cineastischen Einflüsse gelobt wurden.
EPD Film hob die „Schwerelosigkeit“ des Films hervor und beschrieb ihn als komödiantische Variation über Tos Lieblingsthemen, begleitet von einem beschwingten Jazz-Soundtrack.
Der Filmdienst bezeichnete den Film als „ungewöhnliche Hommage an französische Gaunerkomödien und Hollywood-Musicals der 1950er-Jahre“, die sich ganz der Musik und virtuos choreografierten Bewegungen verpflichtet.
Regisseur Johnnie To drehte den Film über einen Zeitraum von drei Jahren in Hongkong. In einem Interview erklärte To, dass er und sein Team alle drei oder vier Monate zwischen den einzelnen Projekten arbeiteten.
| Auszeichnungen | |||
|---|---|---|---|
| Preis | Kategorie | Name | Ergebnis |
| 45th Golden Horse Film Awards | Best Original Film Score | Xavier Jamaux, Fred Avril | Nominiert |
| Best Cinematography | Cheng Siu-Keung | Gewonnen | |
| 28th Hong Kong Film Awards | Best Director | Johnnie To | Nominiert |
| Best Actor | Simon Yam | Nominiert | |
| Best Cinematography | Cheng Siu-Keung | Nominiert | |
| Best Film Editing | David M. Richardson | Nominiert | |
| Best Original Film Score | Xavier Jamaux, Fred Avril | Nominiert | |
| 3rd Asian Film Awards | Best Cinematography | Cheng Siu-Keung | Nominiert |
| 2008 Asia Pacific Screen Awards | Best Feature Film | Nominiert | |
| Best Achievement in Directing | Johnnie To | Nominiert | |
| Best Performance by an Actor | Simon Yam | Nominiert | |
| Best Achievement in Cinematography | Cheng Siu-Keung | Nominiert | |
| Berlinale | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Auszeichnung | Ergebnis | ||
| 2008 | Goldener Bär | In Competition | ||