Spital am Pyhrn | ||
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| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Kirchdorf | |
| Kfz-Kennzeichen: | KI | |
| Fläche: | 108,90 km² | |
| Koordinaten: | 47° 40′ N, 14° 20′ O | |
| Höhe: | 640 m ü. A. | |
| Einwohner: | 2.291 (1. Jän. 2026) | |
| Bevölkerungsdichte: | 21 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 4582 | |
| Vorwahl: | 07563 | |
| Gemeindekennziffer: | 4 09 18 | |
| NUTS-Region | AT314 | |
| UN/LOCODE | AT SPY | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Stiftsplatz 7 4582 Spital am Pyhrn | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Dieter Radhuber (SPÖ) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2021) (19 Mitglieder) |
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| Lage von Spital am Pyhrn im Bezirk Kirchdorf | ||
Westansicht von Spital am Pyhrn mit dem ehemaligen Kollegiatstift im Vordergrund | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
Spital am Pyhrn ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Kirchdorf im Traunviertel, Österreich, mit 2291 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026).
Spital am Pyhrn liegt auf 640 m Seehöhe im Traunviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 16 und von West nach Ost 12,3 Kilometer. Die Gesamtfläche der Gemeinde umfasst 108,90 Quadratkilometer. Davon sind 63 Prozent bewaldet und 15 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.
Das Gemeindegebiet umfasst fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026):
Die Gemeinde besteht aus drei Katastralgemeinden (Fläche Stand 31. Dezember 2023):
Spital am Pyhrn gehört zur Tourismusregion Pyhrn-Priel.
Drei der acht Nachbargemeinden liegen im Bezirk Liezen (LI; Steiermark).
| Roßleithen | Windischgarsten und Edlbach | |
| Vorderstoder | Rosenau am Hengstpaß | |
| Liezen (LI) | Ardning (LI) | Admont (LI) |
Die Bedeutung Spitals und der Umstand, dass hier eine mächtige Stiftsanlage entstehen konnte, hängt damit zusammen, dass der Ort an einer Römerstraße lag, die eine der am stärksten verwendeten Nord-Süd-Verbindungen (von der Nordsee bis zur Adria) darstellte. Sie war noch vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert eine wichtige Route, sodass im Lauf der Zeit entlang der Strecke Beherbergungsbetriebe für Reisende errichtet wurden. Vor allem im Winter war ein Halt in Spital unumgänglich, da für die nach Süden Reisenden die Pyhrnpass-Überquerung (auf 954 m) bevorstand.
Kaiser Heinrich II, der letzte Regent aus dem Geschlecht der Ottonen, ist es zu verdanken, dass Spital am Pyhrn ein wichtiger Ort auf dieser Strecke wurde. Er hatte Bamberg zum Hochstift ernannt und ihm das Land am Pyhrn zum Geschenk übergeben. Dafür sollte es die Strecke sichern und ein Hospiz errichten (damals „Hospital“ für Gastfreundlichkeit, daher der Ortsname „Spital“). Mit der Leitung des Hospizes wurde eine Spitalsbruderschaft betraut. Als es nach über 200 Jahren seine Bedeutung als Beherbergungsbetrieb verlor, wurde es 1418 in ein Kollegiatstift weltlicher Chorherren umgewandelt, das in den folgenden Jahrhunderten einen mächtigen Aufstieg nahm. 1605 wurde es durch Papst Paul V. zur Propstei erhoben. Die Pröpste der Barockzeit gaben sich mit Leidenschaft der Baulust hin, und so entstanden ein neues Stiftsgebäude und von 1714 bis 1730 die prachtvolle Kirche, mit deren Bau Johann Michael Prunner beauftragt wurde. Die Fresken von Bartolomeo Altomonte gelten als das Hauptwerk des Künstlers. Die Altarblätter der Seitenaltäre schufen Johann Martin Schmidt, genannt der Kremser Schmidt, und Michelangelo Unterberger.
Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.
1807 hob Kaiser Franz II./I. das Stift auf und übergab den Besitz den Benediktinermönchen von St. Blasien im Schwarzwald. Sie blieben zwei Jahre in Spital und zogen 1809 in das Stift St. Paul im Lavanttal in Kärnten. Stift Spital am Pyhrn hatte aufgehört zu existieren, die frühere Stiftskirche wurde Pfarrkirche. In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 1841 beschädigte ein Brand den Ort und die Stiftsgebäude.
1906 wurde die Pyhrnbahn eröffnet, was dem Ort den Anschluss an das internationale Eisenbahnnetz und den Wandel zur Sommerfrische brachte. 1910 besaß der Ort 1.066 Einwohner, ein Postamt mit Telegraphenstation und Telefon, einen Arzt, einen Fleischhauer, Bäcker, mehrere Kaufleute, einen Friseur, ein Warmbad, ein Hotel sowie fünf Gasthöfe. Bereits damals warb man neben der Sommerfrische mit dem Wintersport.
Der Ort war Teil des Kronlands Österreich ob der Enns, das 1918 zum Bundesland Oberösterreich wurde. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Bundesland wieder Oberösterreich genannt.

In einem Gasthof im Ort wurde die Ausländerkinder-Pflegestätte Spital am Phyrn, die regional „Fremdvölkisches Kinderheim“ genannt wurde, am 9. Oktober 1942 errichtet und „versuchsweise“ in Betrieb genommen. Es handelte sich um die erste derartige Einrichtung im gesamten Deutschen Reich im nationalsozialistischen Regime. Bis zum Jahr 1945 starben in dem Heim 38 von 97 eingewiesenen Kindern an bewusst mangelhafter Ernährung und vernachlässigter Fürsorge, von sechs weiteren Kindern ist das Schicksal unbekannt. Im Mai 2014 wurden am Friedhof in Spital zwei Gedenktafeln zur Erinnerung an diese Opfer des NS-Regimes enthüllt. Anfang 1945 war in der Gruft unter dem Presbyterium der Stiftskirche die gesamte Goldreserve der Ungarischen Nationalbank (33.000 kg) eingelagert. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kamen die Stiftsgebäude in den Besitz der Österreichischen Bundesforste, die sie 2009 an die Gemeinde Spital am Pyhrn verkauften. Eine Außenrestaurierung des Stiftsgebäudes erfolgte 1964–1967. Von 1989 bis 1997 war der Forstbetrieb Spital/Pyhrn im Stift ansässig. Seit 2015 befindet sich das Museum Zwischen Himmel und Erde – Gerlinde Kaltenbrunner und die Welt der 8000er auf 400 m² in barocken Gewölberäumen im Erdgeschoß des Stiftes.
Spital gehörte bis 2012 zum Gerichtsbezirk Windischgarsten und ist seit 1. Jänner 2013 Teil des Gerichtsbezirks Kirchdorf an der Krems.
| Spital am Pyhrn: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026 | ||||
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| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 2.209 | |||
| 1880 | 2.071 | |||
| 1890 | 2.018 | |||
| 1900 | 1.881 | |||
| 1910 | 2.108 | |||
| 1923 | 2.209 | |||
| 1934 | 2.337 | |||
| 1939 | 2.375 | |||
| 1951 | 2.712 | |||
| 1961 | 2.421 | |||
| 1971 | 2.315 | |||
| 1981 | 2.277 | |||
| 1991 | 2.197 | |||
| 2001 | 2.275 | |||
| 2011 | 2.210 | |||
| 2021 | 2.232 | |||
| 2026 | 2.291 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021 | ||||
Die Einwohnerzahl hat sich in den letzten Jahrzehnten auf einen stabilen Stand eingependelt, da sich Abwanderungen und Geburten beinahe ausgleichen.

GemeinderatDer Gemeinderat hat seit 2021 noch 19 (davor 25) Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen hatte der Gemeinderat folgende Verteilungen:
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Mandate |
Bürgermeister seit 1850 waren:
Blasonierung: „Geteilt; oben in Gold ein schwarzer, wachsender Löwe, unten in Blau eine goldene, gestürzte Mondsichel, besteckt mit einem goldenen Kreuz.“ Der Löwe ist das „geminderte“ Wappentier des Hochstiftes Bamberg, dessen Bischof Otto II. aus dem Hause Andechs-Meranien im Jahre 1190 an der Nordseite des Pyhrnpasses eine Herberge für Pilger errichtete. Die mit dem Kreuz besteckte, abwärts gekehrte Mondsichel war das Wappen des 1418 daraus hervorgegangenen, 1807 aufgehobenen Kollegiatstifts weltlicher Chorherren.
Die heraldischen Farben der Gemeinde sind Blau-Gelb/Gold-Blau.
