| Marktgemeinde Windischgarsten | ||
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| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Kirchdorf | |
| Kfz-Kennzeichen: | KI | |
| Fläche: | 4,91 km² | |
| Koordinaten: | 47° 43′ N, 14° 20′ O | |
| Höhe: | 602 m ü. A. | |
| Einwohner: | 2.352 (1. Jän. 2026) | |
| Bevölkerungsdichte: | 479 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 4580 | |
| Vorwahl: | 07562 | |
| Gemeindekennziffer: | 4 09 23 | |
| NUTS-Region | AT314 | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Hauptstraße 5 4580 Windischgarsten | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Bernhard Rieser (SPÖ) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2021) (25 Mitglieder) |
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| Lage von Windischgarsten im Bezirk Kirchdorf | ||
Blick vom Wurbauerkogel auf Windischgarsten | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||

Windischgarsten ist eine Marktgemeinde mit historischen Ortskern und liegt im Südosten des österreichischen Bundeslands Oberösterreich im Süden des Bezirks Kirchdorf. Die Einwohnerzahl beträgt 2352 (Stand 1. Jänner 2026). Seit 1964 ist Windischgarsten Luftkurort.
Windischgarsten liegt auf 602 m Höhe im Traunviertel, im Windischgarstner Becken, umrahmt von den Bergen der Haller Mauern, im Süden (Großer Pyhrgas 2244 m), des Sengsengebirges im Norden (Hoher Nock 1963 m) am Rande des Nationalparks Kalkalpen und des Toten Gebirges im Westen (Warscheneck 2389 m). Windischgarsten gehört zur Tourismusregion Pyhrn-Priel und verfügt wegen seiner Lage an der überregionalen Nord-Süd-Verkehrsverbindung durch die Alpen über eine gute Verkehrsanbindung – sowohl per Auto über die Pyhrn Autobahn A 9 als auch per Bahn über die Pyhrnbahn.
Die Gemeinde besteht aus nur einer Katastralgemeinde. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 3,2 km und von West nach Ost 3 km. Die Gesamtfläche beträgt 4,91 km². 36,7 % der Fläche sind bewaldet und 40,8 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.
| Rosenau am Hengstpaß | ||
| Spital am Pyhrn | Edlbach |
Es gibt aktuell keine aktiven Bestrebungen, umliegende Gemeinden in Windischgarsten einzugemeinden, aber eine Diskussion kam zuletzt auf, als die Gemeinden Weyer-Markt und Weyer-Land per 1. Jänner 2007 wieder zu einer einzigen Gemeinde vereint wurden. Unter den fünf Gemeinden im Garstnertal ist Windischgarsten mit 4,9 Quadratkilometern Fläche zwar die kleinste, hat aber mit 2352 Personen (Stand 1. Jänner 2026) die meisten Einwohner. Würde sich Windischgarsten auf die Fläche der Großpfarre ausdehnen, müssten die Nachbargemeinden Edlbach (632 Einwohner, 8,3 km²), Roßleithen (1808 Einwohner, 67,5 km²) und Rosenau am Hengstpaß (658 Einwohner, 108,3 km²) eingemeindet werden. Windischgarsten hätte dann knapp 5600 Einwohner und eine Fläche von 189 Quadratkilometern.
Das römische Windischgarsten „Gabromagus“ (der Name ist keltisch und bedeutet „Bocksfeld“) lag im Südwesten des heutigen Ortes in den Fluren Sattlerfeld, Weberwastlfeld und Hafnerfeld. Gefunden wurden bei zahlreichen Grabungen seit dem Jahr 1862 Reste von mehreren Dutzend Gebäuden, eine mansio (Herberge / Pferdewechselstation), ein römisches Bad, Reste von drei Essen, Keramik (Terra Sigillata), Hufeisen, mehrere hundert römische Münzen mindestens vom 2. bis zum 4. Jahrhundert sowie zahlreiche Ziegelstempel. Letztere sind von der im Jahre 173 aufgestellten legio II Italica von einem Numerus und einer Reitereinheit (Ala). Hinzu kommen Streufunde aus einem Areal von nahezu einem Quadratkilometer. Viele dieser Grabungen sind lückenhaft dokumentiert, dennoch ist eine nicht unbedeutende römische Siedlung (vicus) gesichert. Zu ihr gehörte eine mansio (Übernachtungsstation) an der Via Norica, die im 2. bis frühen 5. Jahrhundert bestand, außerdem gibt es Hinweise auf eine kleinere Befestigung in spätrömischer Zeit. Ein Hinweis für die Bedeutung des römischen Gabromagus ist dessen Nennung sowohl in der Tabula Peutingeriana als auch im Intinerarium Antonini.
Das frühmittelalterliche Windischgarsten lag zur Zeit seiner Gründung ursprünglich im Südostteil des Herzogtums Bayern an der Pyhrnstraße, deren Verlauf der heutigen österreichischen Bundesstraße 138 entspricht. Im Zuge der karolingischen Organisation wurde hier um 800 ein Herrschaftshof geschaffen, der vermutlich, wie der Name erkennen lässt (slawisch für „Waldbergland“), eine alpenslawische Bevölkerung zusammengefasst hat. Im 11. Jahrhundert kam dieser Hof als Zentrum eines ausgedehnten Besitzes an das Bistum Bamberg in Franken. Als der Pilgerverkehr während des 1. Kreuzzuges stark zunahm, wurde vom Hof, der unter dem Pfarrhofberg lag, eine Hube am Dambachübergang abgespalten. Eine Kirche wurde wahrscheinlich 1119 geweiht. In den folgenden Jahrzehnten des anschwellenden Pilgerverkehrs löste sich der Hof letztlich in Huben und Lehen auf. In dem zum Dorf angewachsenen Ort übernachtete am Palmsonntag (29. März) 1170 Kaiser Friedrich Barbarossa mit großem Gefolge; eine Urkunde berichtet, Barbarossa habe diesen Tag apud Garsten villam („bei der Siedlung/dem Hof Garsten“) verbracht. Eine lange Debatte, ob damit das Kloster Garsten bei Steyr oder aber Windischgarsten gemeint war, gilt heute als zugunsten von Windischgarsten entschieden. Es ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes, soweit man nicht die Hinweise auf die Weihung einer Kirche im Jahr 1119 als Ersterwähnung deutet.
Im östlichen Teil des Dorfes formierte sich seit dem 13. Jahrhundert ein Straßenmarkt. Der Ort hieß nun, weil im Tal noch viele Slawen lebten, zum Unterschied von Garsten bei Steyr „Windischgarsten“. Damals bestand die Valentinskirche beim Pfarrhofberg, die erst im 17. Jahrhundert gänzlich abkam. Bereits 1383 wird Windischgarsten als „Markt“ bezeichnet und 1444 erhielt der Ort vom König einen Wochenmarkt verliehen. Als die Umgebung im Spätmittelalter weitgehend unter die Grundherrschaft Spital geriet, bildeten Ort und direkte Umgebung eine bambergische „Hofmark“, die später (1435) an Spital verpfändet und schließlich 1688 in die Herrschaft integriert wurde. Der geschäftige Gewerbeort bekam 1462 eine neue große Kirche (St. Jakob).
In der frühen Neuzeit – der Markt zählte damals über 60 Häuser – brachte die „Proviantwidmung“ für die Versorgung des Bergbaues in der Eisenwurzen Windischgarsten einen raschen Aufschwung. Wirren im Zeitalter der Konfessionalisierung und mehrere Brände schadeten aber der Entwicklung. Der Markt der Barockzeit – noch heute sind gediegene Bürgerhäuser dieser Zeit vorhanden – akzentuierte als Mittelpunkt zahlreicher Sensenwerke selbstzufriedene Bürgerlichkeit. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Danach gehörte der Ort wieder zu „Österreich ob der Enns“. Im 19. Jahrhundert entfalteten sich eine beschauliche Vereinstätigkeit und der Ausbau zentraler Einrichtungen (z. B. Bezirksgericht). Auch der Tourismus setzte ein.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. Bei Kriegsende waren 122 Windischgarstner gefallen oder vermisst. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs als Bundesland.
Seit 1950 wurde der Wintertourismus belebt, 1951 fanden hier die alpinen und nordischen Staatsmeisterschaften im Schilauf statt. Seit 1964 ist Windischgarsten Luftkurort. Der Ort feierte 1994 die Markterhebung vor 550 Jahren, 1998 war er Gastgeber der Schi-Orientierungslauf-Weltmeisterschaft.
Bis 31. Dezember 2012 war Windischgarsten Sitz eines Bezirksgerichts, dem der Gerichtsbezirk Windischgarsten unterstand. Mit 1. Jänner 2013 wurde das Bezirksgericht geschlossen und das Gebiet dem Gerichtsbezirk Kirchdorf an der Krems zugeteilt.
| Windischgarsten: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026 | ||||
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| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 1.016 | |||
| 1880 | 1.071 | |||
| 1890 | 1.175 | |||
| 1900 | 1.175 | |||
| 1910 | 1.327 | |||
| 1923 | 1.344 | |||
| 1934 | 1.395 | |||
| 1939 | 1.317 | |||
| 1951 | 1.698 | |||
| 1961 | 1.728 | |||
| 1971 | 1.805 | |||
| 1981 | 1.943 | |||
| 1991 | 2.104 | |||
| 2001 | 2.348 | |||
| 2011 | 2.421 | |||
| 2021 | 2.410 | |||
| 2026 | 2.352 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021 | ||||
Das Bevölkerungswachstum in Windischgarsten in den Jahren 1981 bis 2011 erfolgte trotz einer negativen Geburtenbilanz durch eine starke Zuwanderung.
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Klimatabelle für Windischgarsten 1991–2020
Quelle: Klimadaten der GeoSphere-Austria-Station Windischgarsten (ID 108), Normalperiode 1991–2020, aufbereitet von Tauernwetter Forschung | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Das Lederhosentreffen ist ein international bekanntes Volksfest, das regelmäßig am letzten Juli-Wochenende in Windischgarsten stattfindet.
Windischgarsten verfügt über einen modernen Sportplatz, der auch von internationalen Fußballvereinen für Sommertrainingswochen verwendet wird. So gastierten hier bereits der 1. FC Köln, TSG 1899 Hoffenheim, die slowakische Fußballnationalmannschaft, der ÖFB, Galatasaray Istanbul, Eintracht Frankfurt, Dynamo Dresden, Roter Stern Belgrad und viele andere.
In Windischgarsten gibt es ein Freibad und ein Hallenbad mit Sauna.
Außerdem finden am Wurbauerkogel regelmäßig Sportveranstaltungen statt, z. B. Berglauf, Mountainbike-Downhill.
Windischgarsten hat die Funktion eines regionalen Kleinzentrums, da die Nachbargemeinden nur geringe Einwohnerzahlen haben und somit nicht über alle erforderlichen sozialen Einrichtungen verfügen.
Windischgarsten verfügt über eine Volksschule, zwei Neue Mittelschulen und eine Polytechnische Schule sowie eine Landesmusikschule.
Die Gemeinde Windischgarsten unterhält eine Reihe von gemeindeeigenen Betrieben.
Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Ort. 2009 zählte Windischgarsten 81.694 Nächtigungen, bis 2011 verringerte sich diese Zahl jedoch um 16,6 % auf 68.166. Dabei verteilen sich die Nächtigungen nach Herkunft auf etwa zwei Drittel Inländer und ein Drittel Ausländer, wobei die Ausländischen Gäste mit durchschnittlich 4,6 Aufenthaltstagen tendenziell länger bleiben als Inländer mit durchschnittlich 3,0 Aufenthaltstagen. Touristen aus Deutschland stellen mit knapp 80 % der gesamten Nächtigungen ausländischer Touristen den größten Anteil.
Windischgarsten ist der Endpunkt einer bekannten Lastenrad-Reiseroute der „Piratenschwestern“, die in Hamburg startet und die deutschen Bundesländer Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern durchquert. In Oberösterreich setzt sich die Route bis zum Schärhaus in Windischgarsten fort.

Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder. In den letzten Jahren hatte der Gemeinderat jeweils folgende Verteilung (gemäß den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich des vorangestellten Jahres)ː
Bürgermeister seit 1850:
| Blasonierung: „In Blau eine goldene, gestürzte, mit drei goldenen Gerstenähren fächerförmig besteckte Mondsichel, begleitet von drei goldenen Sternen, und zwar einem größeren unten in der Höhlung des Halbmondes und zwei kleineren oben zu beiden Seiten der Ähren.“ | |
| Wappenbegründung: Die gestürzte Mondsichel ist dem Wappen des 1807 aufgehobenen Kollegiatstiftes weltlicher Chorherren Spital am Pyhrn entnommen, das 1435 den Ort vom Hochstift Bamberg durch Kauf erworben hatte. Die Ähren deuten auf die Gründungssage von Windischgarsten, der zufolge in der Zeit nach der Völkerwanderung vom Süden kommende windische (slawische) Kaufleute, die hier lagerten und unversehens Gerstenkörner aus ihren Getreidesäcken in der damals öden Gegend verstreuten, ein reiches Ährenfeld vorfanden, als sie später wieder hierher kamen; von der Fruchtbarkeit des Bodens überzeugt siedelten sich daraufhin einige von ihnen an und begründeten so den Ort. |
Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb.

(vorangestellt das Jahr der Verleihung der Ehrenbürgerschaft)