Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Peter im Moos, auch St. Peter am Moos bezeichnet, in dem niederösterreichischen Dorf Muthmannsdorf ist teilweise im romanisch-gotischen Stil errichtet, besitzt Fresken aus dem Mittelalter und befindet sich etwa einen halben Kilometer südwestlich des Ortszentrums.
Die Kirche steht unter dem Patrozinium der Heiligen Peter und Paul und gehört seit 1. September 2016 zum Dekanat Neunkirchen der Erzdiözese Wien. Davor war sie Teil des Dekanats Wiener Neustadt.

Für die Gründung der Pfarre liegt kein eindeutiger urkundlicher Beweis vor; die erste gesicherte Nennung Muthmannsdorfs als Pfarre stammt aus einer Urkunde des Jahres 1220.

Eine auf Februar 1136 datierte Urkunde (Original im Österreichischen Staatsarchiv) hält fest, dass der Edle Adalram und seine Gattin der Salzburger Kirche durch die Hand von Erzbischof Konrad I. eine Manse bei der Burg Waldeck, einen Platz zur Gründung einer Kirche samt Priesterwohnung, den Zehent der umliegenden Güter sowie fünf Unfreie übergaben. Die Urkunde ist ohne Orts- und Datumsangabe überliefert; das Salzburger Urkundenbuch datiert sie in den Februar 1136, das Niederösterreichische Urkundenbuch gibt einen Zeitrahmen von 1121 bis 1147 an.
Da diese Abfolge von Festtagen innerhalb des im Niederösterreichischen Urkundenbuch angegebenen Zeitrahmens 1121 bis 1147 nur auf das Jahr 1136 zutrifft, schließt Reidinger, dass sich die Gründungsurkunde nur auf Muthmannsdorf, nicht aber auf Waldegg beziehen kann – in Übereinstimmung mit Lechner und der Datierung des Salzburger Urkundenbuchs. Den bei den Grabungen von 1985 freigelegten Vorgängerbau in Waldegg deutet Reidinger als Burgkapelle der Burg Adalrams, die demnach älter als 1136 sein müsse.

Da die zu gründende Kirche in der Urkunde nicht namentlich genannt wird, ist umstritten, ob sich das Dokument auf Muthmannsdorf oder auf Waldegg bezieht; beide Pfarren betrachten es als ihre Gründungsurkunde. Adalram von Waldeck entstammte dem Hochfreiengeschlecht der Herren von Traisen, einem Zweig der Aribonen, und trat später gemeinsam mit seiner Frau Richinza von Perg in das von ihm mitbegründete Stift Seckau ein, wo beide in der Stiftskirche begraben sind. Der Landeshistoriker Karl Lechner deutete die Urkunde als Gründungsurkunde der Pfarre Muthmannsdorf, da dieser Ort der kirchliche Mittelpunkt des Herrschaftsgebietes Adalrams gewesen sei. Unter den Zeugen erscheine ein „Hiltegrim de mutenesdorf“, das Petrus-Patrozinium weise auf eine alte Salzburger Pfarrgründung hin, und Waldegg werde nie als Pfarre bezeichnet, sondern trete erst 1397 als Filiale der Pfarre Waidmannsfeld in Erscheinung. Auch die Archivgeschichte spricht nach Lechner für Muthmannsdorf: Bereits ein Seckauer Stiftsarchivar um 1500 bezog die im Klosterarchiv liegende Urkunde auf die Klosterpfarre Muthmannsdorf. Der Mediävist Maximilian Weltin schloss sich Lechners Forschungsergebnissen an.
Ernst Katzer hingegen sieht in der Urkunde die Gründung der Pfarre Waldegg und stützt sich dabei auf die Formulierung „iuxta castrum Waldecke“ sowie auf Grabungen bei der Renovierung der Waldegger Kirche 1985, bei denen ein in das 12. Jahrhundert datierter Vorgängerbau und zeitgleiche Gräber freigelegt wurden, wobei allerdings kein exakter Grabungsbericht des Bundesdenkmalamtes vorliegt.
Einen neuen Zugang zur Zuordnungsfrage eröffnete der Bauforscher Erwin Reidinger mit Mitteln der Bauanalyse und Archäoastronomie: Er vermaß beide Kirchen und rekonstruierte die Sonnenaufgangstage, nach denen ihre Achsen ausgerichtet wurden. Während die Achsen der Waldegger Kirche im Jahr 1136 auf Sonnenaufgänge an gewöhnlichen Wochentagen (3. und 4. März) weisen, ergeben sich für den romanischen Gründungsbau von Muthmannsdorf ausschließlich heilige Tage: Die Achse des Langhauses war auf den Sonnenaufgang am 29. Juni 1136, dem Fest der Apostelfürsten Peter und Paul und zugleich Patrozinium der Kirche, orientiert; die Fluchten der Nord- und Südwand auf den 7. bzw. 8. Sonntag nach Pfingsten (5. und 12. Juli 1136) und die Chorachse auf den 9. Sonntag nach Pfingsten (19. Juli 1136). Der dabei entstandene Achsknick von 5,3° nach Süden erklärt sich aus der zeitlichen Abfolge der Orientierungen nach der Sommersonnenwende.

Mit der am 1. Mai 1254 in Wien ausgestellten Schenkungsurkunde übertrug Ottokar dem Seckauer Bischof Ulrich I. das Patronatsrecht über die Kirche von „Mutenstorf“, das zuvor ihm und seiner Gattin Margarete von Babenberg zugestanden hatte; 1269 bestätigte er die Schenkung gegenüber Bischof Wernhard. Als erster namentlich bekannter Pfarrer erscheint 1303 ein Dietrich. Davor waren Muthmannsdorf und Maiersdorf im Besitz des Stiftes Rein. Der Tausch von 1358, durch den die Pfarre vom Bistum an das Chorherrenstift Seckau kam, betraf die Pfarren „St. Peter in der Gaal“ und „St. Peter zu Mutesdorff“; er wurde von Bischof Ulrich III. von Weisseneck und Propst Petrus Freisinger durchgeführt und am 7. Februar 1358 in Salzburg von Erzbischof Ortolf von Weisseneck bestätigt. Noch im selben Jahr wurde mit Paul Freisinger, dem Bruder des Propstes, erstmals ein Seckauer Chorherr Pfarrer in Muthmannsdorf.
Unter Pfarrer Konrad Reuter wurde 1379 auf Anordnung von Herzog Albrecht III. von Österreich die Kirche von Maiersdorf mit Muthmannsdorf vereinigt. Der Pfarrer von Muthmannsdorf war fortan verpflichtet, an allen Sonn- und Feiertagen in Maiersdorf eine Messe zu lesen, während die Maiersdorfer zu den hohen Festen, zum Kirchweih- und St.-Peters-Tag nach Muthmannsdorf kommen mussten.
Mit Kaufvertrag vom 5. Juli 1662 verkauften Dompropst Maximilian Ernst Graf von Gleispach und das Seckauer Domkapitel das Gut Schloss Strelzhof samt dem Präsentationsrecht auf die Pfarre „Sanct Peter am Moß“ an Abt Robert I. Notius und den Konvent des Stiftes Neukloster in Wiener Neustadt. Die Käufer mussten sich verpflichten, auch die geistlichen Lasten zu übernehmen, darunter eine wöchentliche Messe in der Kapelle von Strelzhof. Erster Neukloster-Pfarrer wurde P. Edmund Quiquet.

1783 wurde Muthmannsdorf im Zuge der Josephinischen Reformen von Maiersdorf (Gemeinde Hohe Wand) getrennt und zur selbständigen Pfarre erhoben. Wegen der wirtschaftlichen Notlage des Stiftes Neukloster – bereits 1878 mussten die Güter Strelzhof und Dachenstein verkauft werden – baten dessen Kapitulare am 27. Juni 1879 um die Aufnahme in das Stift Heiligenkreuz. Am 16. Dezember 1881 erfolgte die endgültige Vereinigung beider Stifte, womit auch die dem Neukloster inkorporierten Pfarren an Heiligenkreuz übergingen. Noch im späten 19. Jahrhundert gab es regelmäßige Wallfahrten aus dieser Pfarrgemeinde nach Unterhöflein in Erinnerung an die Pestepidemien und die Osmanenkriege.
Zur Pfarre gehören die Katastralgemeinden Muthmannsdorf und Emmerberg (Gemeinde Winzendorf-Muthmannsdorf) sowie die zur Gemeinde Hohe Wand gehörenden Katastralgemeinden Gaaden und Stollhof, in der sich die Filialkirche Maria, Königin des Friedens (1970 erbaut) befindet.
Der Namenszusatz „am Moos“ bzw. „im Moos“ verweist auf die feuchte, sumpfige Lage der Kirche in einer Geländesenke inmitten von Wiesen. Unter Hochaltar und Presbyterium quillt ständig Grundwasser auf, das selbst in trockenster Witterung nie ganz versiegt; die tiefe Lage machte den Bau über Jahrhunderte anfällig für Überschwemmungen. Die Pfarrchronik hält solche Ereignisse ab dem frühen 19. Jahrhundert regelmäßig fest, weist aber darauf hin, dass sie schon zuvor häufig eingetreten sein dürften. Bereits früh gab es unterirdische Abzugskanäle. Eine Aufschrift an der Kirchenmauer datierte einen Kanal auf den September 1713 (angelegt oder erneuert); die Chronik vermutet ein noch älteres Vorgängerwerk. Beim Bau des neuen Schulhauses nächst der Kirche 1784–1786 verlief dieser Kanal unter der Lehrerwohnung, geriet in Vergessenheit und verfiel. Nach einer schweren Überschwemmung im Herbst 1826, bei der das Wasser im tiefer gelegenen Presbyterium über eineinhalb Schuh hoch stand, wurde 1827 der alte Kanal wieder geöffnet und ein umfangreiches Entwässerungssystem angelegt. Der Presbyteriumsboden wurde aufgebrochen, drei Seitenkanäle mündeten in einen Mittelkanal, der neben dem Sebastianaltar aus der Kirche über den Friedhof und unter der Lehrerwohnung hinaus auf die Wiesen führte. Das Presbyterium wurde erhöht, unter anderem wegen einer stets mit Wasser gefüllten Gruft. Weitere Hochwasser sind für 1831 und 1834 überliefert.
Im März 1839 setzte ein Gewitter Pfarrhof und Kirche unter Wasser. Es stieg bis zur zweiten Altarstufe, tagelang konnte keine Messe gelesen werden, und 20 Personen schafften Wasser und Schlamm hinaus. Am 20. Juli 1843 zerstörte ein Unwetter den Pfarrhof durch Überschwemmung, wobei das Wasser in den Erdgeschoßräumen rund vier Schuh hoch anstieg. 1844 renovierte Pfarrer Alois Püringer den gesamten Kirchenkanal (rund 19 Klafter lang) und ließ einen Gedenkstein mit einer Versinschrift ausbessern, die auf den Kanal und den Kirchennamen Bezug nimmt (Jahreszahl MDCCCXLIV). 1882 wurde der Friedhof außerhalb des Tores abgegraben, um von den Äckern zufließendes Wasser abzuleiten. Trotz dieser Maßnahmen kam es weiter zu Überflutungen: 1892 standen zu Pfingsten Keller und Kirche unter Wasser, das die Feuerwehr Muthmannsdorf teils bis in die Nacht abpumpte. In der Karwoche 1900 musste die Kirche zur Feier der Messe Behelfsstege verwendet werden. Der Verfall des alten Kanals – im Zuge der ab 1893 durchgeführten Kirchenrenovierung unter Heinrich Sekyra war er teilweise zugeschüttet worden – galt als Ursache dafür, dass das Grundwasser bei Schneeschmelze und Wolkenbrüchen den gesamten Fußboden bedeckte. 1941 wurde daher unter Aufsicht des Bundesdenkmalamts ein neuer Grundwasser-Abzugskanal mit Zementrohren und betonierten Kontrollschächten gegraben; die Arbeit galt trotz des Krieges als unaufschiebbar und „kriegsnotwendig“. Eine unmittelbar folgende mehrtägige Regenperiode zeigte erstmals keine Spur von Grundwasser mehr in der Kirche. Bei der Restaurierung 1985–1989 entfiel ein Großteil des Aufwands erneut auf Drainage und Isolierung. Das Grundwasser liegt bis heute zeitweise nur etwa 30 cm unter dem Boden.

Wahrscheinlich gab es an der Stelle der Kirche eine vorchristliche Kultstätte. In der Beicht- und Taufkapelle befindet sich ein Opferstein aus „heidnischer“ Zeit, heute das Taufbecken. Unter den Marmorplatten des Fußbodens gibt es einen 2,79 m breiten Steinkreis, der einst eine Überlaufquelle fasste und der ein keltisches Quellheiligtum gewesen sein könnte. Vermutlich ist diese Quelle eine der konstantesten in der Neuen Welt. Das könnte die rätselhafte Lage der Kirche 1 km außerhalb des Ortes an einer tief liegenden Stelle inmitten einer ehemaligen Sumpflandschaft erklären. Das Grundwasser liegt zeitweise nur 30 cm unter dem Boden und ist im Laufe der Jahrhunderte gestiegen. Am Niveau der Sitzbank der Priestersitznische ist erkennbar, dass das ursprüngliche Bodenniveau ca. 3/4 Meter tiefer gelegen ist. Der Großteil der Aufwände der Restaurierung von 1988 wurden für Drainage und Isolation aufgewendet.

In der Kirche befindet sich ein römischer Grabstein (1999 restauriert), der auf der Zweierwiese (Malleiten) in der Neuen Welt gefunden wurde. Vor der Restaurierung war er in der Außenmauer des Chors an der Ostseite eingemauert. Seine Inschrift von 178 n. Chr. besagt, dass der römische Stadtrat M. Ulpius Verus von Carnuntum und seine Frau Lucilla den Stein für ihren fünfjährigen Sohn Ulpianus gestiftet haben. Zur Zeit der Römer könnte es ein römisches Heiligtum oder ein Wachturm gewesen sein. Bei der Restaurierung wurden römische Ziegelreste und Mauerreste gefunden, wobei finale Untersuchungen noch ausstehen.
Der Sakralbau wurde im Wesentlichen in drei Bauabschnitten errichtet. Der quadratische Turm, dessen Grundriss ein wenig zu einem Parallelogramm verschoben ist, wurde als romanischer Chor 1136 erbaut. Der heutige Turm wurde später aufgesetzt. Dieser dreigeschoßige Chorturm besitzt seit 1723 ein hölzernes Glockengeschoß mit Zwiebelturm. Das Erdgeschoß dient heute als Volksaltarraum. Der angebaute gotische Chor wurde 1418 in der Achse des romanischen Chores angelegt, aber die Wände neuerlich orientiert. Die Fluchten liegen daher nicht parallel, da der Chor aus einem regelmäßigen 8-Eck entwickelt wurde.
Das ostseitige Presbyterium, einjochig und mit 5/8-Schluss, stammt aus der gotischen Bauepoche (Dachstuhl dendrochronologisch datiert mit 1490). Das schlichte Langhaus stammt aus der Barockzeit und ist etwa zu rund zwei Drittel über den Fundamenten eines romanischen Vorgängerbaues errichtet. Eine Besonderheit dieser Kirche ist, dass der optische Schwerpunkt auf den beiden Seitenaltären liegt. Im Unterschied zu anderen barockisierten Kirchen fehlt ein prächtiger Hauptaltar. An der rechten Seite des Langschiffes, teilweise mit einem romanischen Fundament, steht eine steinerne Barockkanzel mit Statuen der vier Evangelisten. Vor der Vergrößerung des Turmbogens war die Kanzel links im Turmuntergeschoß.
1827 erhielt die Kirche einen neuen Dachstuhl mit Neueindeckung, im Turm wurden von Nässe beschädigte Säulen erneuert, das Vorhäuschen vor dem Kirchentor erhöht und die Kirche innen und außen neu verputzt. Zugleich wurde das Beinhaus von den Totengebeinen geräumt, die an der Kirchenmauer bestattet wurden.
1836 wurde um 380 Gulden eine neue Orgel angeschafft. 1857 fertigte der Maiersdorfer Zimmermann Johannes Luef einen neuen Hochaltar aus Eichenholz.
Ab 1893 erfolgte unter Pfarrer P. Heinrich Sekyra eine umfassende Restaurierung des Langhauses. Der einsturzgefährdete Orgelchor wurde abgetragen und neu errichtet, das Fußbodenniveau des Schiffes gehoben, die Umfassungsmauern um 1,5 m erhöht, eine feuersichere Decke eingezogen, das Dach mit Falzziegeln neu gedeckt und die steinerne Kanzel von der Bogenöffnung der Turmmauer an die linke Längswand versetzt. Am 22. Oktober 1893 weihte Abt Heinrich Grünbeck das restaurierte Kirchenschiff.
1904 kamen bei der Erneuerung der schadhaften Fenster des Presbyteriums die vermauerten gotischen Spitzbögen und bei zwei Fenstern das erhaltene Maßwerk zum Vorschein. 1905 ließ der Pfarrer die Fenster in der ursprünglichen gotischen Form wiederherstellen und mit Glasmalereien von A. Seipl (Wien) versehen. Zugleich wurden die gotischen Steinarbeiten beiderseits des Hochaltars freigelegt und das Presbyterium gepflastert.
Die Innenrestaurierung ab Ostern 1939 brachte mehrere Entdeckungen: Unter der Grab- (heute Tauf-)Kapelle und der Sakristei wurden zwei mit Totengebeinen gefüllte Joche eines spätromanischen Kreuzgewölbes – der Karner – festgestellt, und beim Abnehmen des Verputzes in der Vierung kamen die mittelalterlichen Fresken zum Vorschein. Am 17. Mai 1939 besichtigte der Leiter des Denkmalamtes, Herbert Seiberl, den Fund; die akademischen Maler Fritz Wenninger und Bruno Malanik legten die Fresken in sechs Wochen vollständig frei, ihre Restaurierung blieb jedoch unvollendet, ebenso ein weiterer Versuch 1948. Am 6. August 1939 wurde die wiederhergestellte Kirche mit einer Feier eröffnet. Bei der Restaurierung im Kriegsjahr 1940 wurde der Boden mit Platten aus Engelsberger Marmor – der Steinbruch liegt auf Gemeindegebiet – gepflastert und die Kirchenfenster erneuert.
1941 wurde – vom Denkmalamt als „kriegsnotwendig“ eingestuft – ein neuer Abzugskanal für das Grundwasser gebaut und der Hochaltar restauriert.
1943 erhielt das Kirchenschiff neue Glasfenster der Ersten Tiroler Glasmalerei- und Mosaikanstalt Innsbruck. Die Motive nehmen auf die Pfarrgeschichte Bezug: der hl. Augustinus mit dem Stift Seckau, der hl. Benedikt mit der ältesten Darstellung der Pfarrkirche und der Erzengel Michael mit Schloss Emmerberg samt Michaelskapelle; zwei kleine Fenster unter dem Chor zeigen die Stifte Neukloster und Heiligenkreuz.
1969 wurden die Seitenwände des gotischen Teils trockengelegt und die Kirche neu ausgemalt. 1986 wurde eine umfassende Innenrenovierung beschlossen, bei der zunächst mit großangelegten Drainagierungen rund um die Kirche das Grundwasserproblem gelöst werden sollte. Bei den Arbeiten von 1988 wurden romanische Grundmauern mit Apsis, römische Ziegelreste samt Mauerresten sowie eine kreisrunde Steinformation von 2,79 m Durchmesser freigelegt.
1985/1989 erfolgten eine Restaurierung und Grabungen an der Kirche. Bei dieser Restaurierung wurden auch die Kirchenbänke und der Volksaltar mit dem Ambo neu angeschafft sowie der Fußboden erneuert.
Einige alte Grabsteine und figurale Elemente stammen aus einem besonders widerstandsfähigen Kalkstein aus einem Steinbruch in der Nähe von Fischau am Steinfelde.
1937/1939 erfolgte eine Renovierung der Kirche. Dabei entdeckte man die Fresken im Kirchturm. Die mittelalterliche Wandmalerei im Chorquadrat stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Den Mittelpunkt der Fresken bildet das Lamm Gottes und davon ausgehend sind die zwölf Apostel in vier Dreiergruppen dargestellt. An den Gewölbefüßen befinden sich die vier Evangelistensymbole Mensch (Matthäus), Adler (Johannes), Stier (Lukas) und Löwe (Markus) sowie im Torbogen Rauten und Medaillons mit den Köpfen von Bischöfen und Heiligen. Es sind die ältesten erhaltenen Fresken der Diözese Wien. Ob es sich um eine symbolische Darstellung der Himmelfahrt Christi oder des Pfingstfestes handelt, ist ungeklärt. Die stilistischen Merkmale lassen auf direkten Einfluss italo-byzantinischer Malerei schließen, wobei insbesondere die Löwendarstellung an San Marco in Venedig erinnert. Die Restaurierung 1939 blieb unvollendet, weil die Maler abgezogen wurden. Auch die ursprünglich bemalten Gewölberippen sind eine in Österreich seltene Erscheinung.
In der Karnerkapelle befinden sich Fresken aus dem Ende des 13. Jahrhunderts. Dargestellt sind im Eingangsbogen eine Martinszene und Bischöfe, im Gewölbe Engel und an der Nordwand vier Passionsszenen.
Vom ehemaligen barocken Hochaltar, der 1900 abgetragen wurde, stammen die beiden Konsolenfiguren hl. Joachim und Anna, die zwischen den gotischen Fenstern im Presbyterium aufgestellt sind. Über dem Steinaltar hängt ein spätbarockes Kruzifix.
Der linke Seitenaltar ist mit 1667 datiert und zeigt in der zentralen Muschelnische den Pestheiligen Sebastian. Der rechte Seitenaltar ist ein barocker Säulenaltar um 1700 mit einer Kopie der „Muthmannsdorfer Madonna“. Das Original entstand um 1430, wurde 1968 gestohlen, konnte aber zurückgekauft werden. Die Skulptur befindet sich nun im Stift Heiligenkreuz. Über der Madonna zeigt ein Medaillon den hl. Dominikus, einen Verbreiter des Rosenkranz-Gebets.
Die Orgel wurde vom Kremser Orgelbauer Franz Capek (1860–1938) zu Beginn des 20. Jahrhunderts angefertigt und hat neun Register.
Nordseitig an den Turm ist die Karnerkapelle, auch Beicht- und Taufkapelle bezeichnet, angebaut, die ursprünglich romanisch war und um 1437 gotisch umgebaut wurde. Die Abschlusssteine können nicht datiert werden. Einer stellt das Gesicht einer jungen Frau dar, die von den Zinnen einer Burg lächelt – möglicherweise eine Herrin auf der nahen Emmerburg. Unterhalb der Kapelle befindet sich ein frühgotisches Ossarium, das über ein Bodenfenster einsichtbar ist. Hier liegen Gebeine des ehemaligen Friedhofs, der rund um die Kirche angelegt war. Trotz aller Bemühungen dringt hier Grundwasser ein. „Nach der Schneeschmelze verschwinden die Totenköpfe unter einem trüben Wasserspiegel.“ Der Eingang des alte Karners, der bei der Restaurierung 1939 wiederentdeckt wurde, ist verschüttet und ohne Zugang. Das durchbrochene Gewölbe mit zwei spätromanischen Kreuzgewölbejoche musste repariert werden.
Nachdem das alte, im Ort gelegene Schulhaus zu klein geworden war, wurde 1784–86 ein neues Schulgebäude unmittelbar neben Kirche und Pfarrhof errichtet – nach den Worten der Pfarrchronik „unglücklicherweise am Leichenhofe“, sodass ein Teil der Friedhofsmauer als Schulhauswand diente. Die älteste Nachricht über das Bestehen einer Schule in Muthmannsdorf stammt aus dem Jahr 1544. Das Schlafzimmer des Lehrers kam dabei über dem damals in Vergessenheit geratenen Entwässerungskanal der Kirche zu liegen. Bei der Sanierung des Kanalsystems 1827 wurde der Kanal unter dem Lehrerzimmer tiefer gegraben, der Fußboden der Lehrerwohnung wegen der Feuchtigkeit erhöht und der bei Überschwemmungen regelmäßig unter Wasser stehende Keller mit Steinplatten gepflastert. Der Chronist von 1844 wertete die Standortwahl rückblickend als nur dadurch erklärbar, dass der alte Kanal zur Bauzeit unbekannt gewesen sein müsse. Im späten 19. Jahrhundert wurde das Gebäude zu klein: Die Kinder von Muthmannsdorf und Emmerberg mussten zeitweise im Fabriksgebäude des Alexander Curti unterrichtet werden, während nur die Kinder aus Stollhof und Gaaden im alten Schulhaus bei der Kirche verblieben. Nach der Eröffnung einer eigenen Schule in Stollhof am 15. September 1880 wurde die Schule 1886 in einen Neubau im Ortszentrum verlegt; das alte Schulgebäude bei der Kirche ging in die Nutznießung des Pfarrers über.
Koordinaten: 47° 50′ 4″ N, 16° 6′ 3,8″ O