Das kleine Dorf Stausebach mit etwa 500 Einwohnern liegt nordwestlich von Kirchhain am nördlichen Rand des Amöneburger Beckens. Die östliche Grenze der Gemarkung wird teilweise durch den Fluss Wohra markiert, südlich des Ortes führen die Landesstraße L 3089 sowie die Main-Weser-Bahn vorbei. Die Gemarkung des Ortes befindet sich in etwa 190 bis 260 m über NN.
Geschichte
Ortsgeschichte
Die älteste bekannte Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahr 1268 als Stuzenbach im Urkundenbuch des Klosters Arnsburg, als das Kloster dort Güter erwirbt.
Im Dreißigjährigen Krieg erlitt das Dorf wie die meisten Orte in der Umgebung große Verwüstungen, welche von Caspar Preis in seiner zeitgenössischen Chronik dokumentiert wurden.
Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Stausebach im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Kirchhain eingemeindet. Für Stausebach, wie für alle ehemals eigenständigen Stadtteile von Kirchhain, wurde ein Ortsbezirk gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten, denen Stausebach angehört(e):
ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg, Stadt Kirchhain
ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Kirchhain
ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Kirchhain
Gerichte seit 1821
Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Kirchhain war für die Verwaltung und das Justizamt Kirchhain als Gericht erster Instanz für Stausebach zuständig. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde das Justizamt 1867 zum königlich Preußischen Amtsgericht Kirchhain. Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Stausebach 489 Einwohner. Darunter waren 9 (1,8%) Ausländer.
Nach dem Lebensalter waren 96 Einwohner unter 18 Jahren, 228 zwischen 18 und 49, 102 zwischen 50 und 64 und 66 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 186 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 54 Paare ohne Kinder und 75 Paare mit Kindern sowie 12 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 21 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 138 Haushaltungen lebten keine Senioren.
277 Einwohner (Familien: 40nutzungsberechtigte, 3nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 8Beisitzer)
Stausebach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2019
Jahr
Einwohner
1834
290
1840
304
1846
317
1852
337
1858
316
1864
308
1871
303
1875
300
1885
307
1895
274
1905
255
1910
258
1925
320
1939
270
1946
394
1950
373
1956
312
1961
294
1967
321
1980
?
1990
?
2000
?
2011
489
2015
501
2019
483
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt,1968. Weitere Quellen: ; Stadt Kirchheim:; Zensus 2011
7 evangelische (= 2,28%), 300 katholische (= 97,72%) Einwohner
•1961:
6 evangelische (= 2,04%), 288 katholische (= 97,96%) Einwohner
Erwerbstätigkeit
Quelle: Historisches Ortslexikon
•1838:
Familien: 30Ackerbau, 19Gewerbe, 2Tagelöhner.
•1961:
Erwerbspersonen: 87Land- und Forstwirtschaft, 42Produzierendes Gewerbe, 17Handel und Verkehr, 13Dienstleistungen und Sonstiges.
Sehenswürdigkeiten
Die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts im spätgotischen Stil erbaute katholische Filialkirche Mariä Himmelfahrt wurde von 1987 bis 2008 renoviert. Um die Kirche herum sind einige alte Grabsteine aus dem 17. Jahrhundert und jünger platziert, nordwestlich schließt sich der Friedhof an. Nördlich des Ortes befinden sich bronzezeitliche Hügelgräber (teilweise rekonstruiert).
Friedhof StausebachRekonstruiertes Hügelgrab bei StausebachMariä Himmelfahrt
Literatur
W. A. Eckhardt, H. Klingelhöfer: Bauernleben im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. Die Stausebacher Chronik des Caspar Preis 1636–1667. Mit einer Einführung von G. Menk. Marburg/Lahn 1998 (Beiträge zur hessischen Geschichte 13).
↑Hauptsatzung.(PDF;193kB)§6.In:Webauftritt.Stadt Kirchhain,abgerufen im November 2020.
↑Michael Rademacher:Land Hessen.Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006.In:eirenicon.com.Abgerufen am 1.Januar 1900
↑
Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S.128f. (online bei Google Books).
↑Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S.74.
↑
Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S.158ff. (online bei HathiTrust’s digital library).
↑Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)