| Stockholm Environment Institute | |
|---|---|
| Rechtsform | Stiftung |
| Gründung | 1. Januar 1989 |
| Sitz | Stockholm |
| Leitung | Eeva Primmer (Geschäftsführerin/Executive Director) Lennart Båge (Vorstandsvorsitzender) |
| Mitarbeiterzahl | 381 (2025, global) |
| Umsatz | 468.000.000 SEK (2025, global) |
| Branche | Forschungsinstitut |
| Website | sei.org |
| Stand: | |
Das Stockholm Environment Institute (kurz SEI, deutsch Umweltinstitut Stockholm) ist ein internationales, unabhängiges Forschungsinstitut für Umwelt- und Entwicklungsfragen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene mit Sitz in Stockholm und weiteren Standorten in York, Oxford, Tallinn, den USA, Bangkok, Nairobi und Bogotá.
Das Institut wurde 1989 vom schwedischen Reichstag gegründet. Der Name des Instituts geht auf die Stockholmer Erklärung zurück, die 1972 auf der UN-Konferenz über die Umwelt des Menschen in Stockholm verabschiedet wurde – der ersten UN-Konferenz zu den Zusammenhängen zwischen menschlicher Entwicklung und Umwelt. Die dort formulierten Prinzipien bilden bis heute eine zentrale Grundlage für das Verständnis nachhaltiger Entwicklung des Instituts und wurden seither unter anderem in der Brundtland-Kommission (1987), dem Erdgipfel von Rio (1992) und der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (2015) weiterentwickelt.
Ziel des Instituts ist es, Entscheidungsfindung zu unterstützen und Wandel hin zu nachhaltiger Entwicklung weltweit zu fördern, indem es integratives Wissen bereitstellt, das Wissenschaft, Politik und Praxis im Bereich Umwelt und Entwicklung miteinander verbindet.
Die Strategie des Instituts für den Zeitraum 2025–2029, „Transitions in turbulent times“, konzentriert sich auf drei zentrale Wirkungsbereiche: Klimawandel-Transformation (climate transitions), Natur und Ressourcen sowie Gesundheit und Wohlbefinden.
Am Hauptsitz in Stockholm arbeiteten 2025 154 Personen. Die Stiftung unterhält Zweigstellen in Thailand, Kenia und Kolumbien, eine Tochtergesellschaft in Oxford, Großbritannien, sowie drei rechtlich eigenständige, mit der Stiftung verbundene Büros in York (Großbritannien), Estland und den USA. Insgesamt beschäftigte SEI 2025 weltweit 381 Mitarbeitende.
Der Vorstand von SEI ist international zusammengesetzt; seine Mitglieder werden von der schwedischen Regierung ernannt. Gemäß der Stiftungssatzung ist der Vorstand zuständig für die langfristigen Ziele und die Strategie des Instituts, die ordnungsgemäße Verwaltung und Kontrolle von Finanzen, Organisation und Administration, die Ernennung der Geschäftsführung sowie die Genehmigung des jährlichen Budgets der Stiftung. Zwei Mitarbeitervertreter gehören dem Vorstand als nicht stimmberechtigte Mitglieder an.
Måns Nilsson kündigte im September 2025 seinen Rückzug vom Amt des Geschäftsführers an. Eeva Primmer, zuvor Forschungsdirektorin am finnischen Umweltzentrum SYKE, übernahm die Position im Mai 2026.
Der oder die Vorstandsvorsitzende wird von der schwedischen Regierung für eine befristete Amtszeit ernannt.
SEI-Forschende sind regelmäßig an internationalen Forschungs- und Politikkooperationen beteiligt. Zwei Beispiele:
Eine 2025 in Science Advances veröffentlichte Studie, geleitet von Forschenden des University College London (UCL) in Zusammenarbeit mit SEI, zeigte, dass Luftverschmutzung durch Öl und Gas in den USA jährlich rund 90.000 vorzeitige Todesfälle verursacht, mit überproportionalen gesundheitlichen Auswirkungen auf nicht-weiße Bevölkerungsgruppen.
SEI unterstützte zudem das moldauische Umweltministerium bei einer 2024 begonnenen Studie zur Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser in der Landwirtschaft, im Rahmen des von der schwedischen Entwicklungsbehörde Sida finanzierten „Green Agenda“-Projekts für Armenien, Georgien, Moldau und die Ukraine. Die Studie soll Moldaus Anpassung an die EU-Verordnung 2020/741 über die Wasserwiederverwendung unterstützen.
SEI und die Universität Stockholm arbeiten eng bei Forschung zu Umwelt- und Entwicklungsfragen zusammen. Die Kooperation umfasst gemeinsame Forschungsanträge und Finanzierung, Gastvorlesungen und Seminare, die Betreuung von Postdoktorandinnen und -doktoranden sowie die Möglichkeit für Forschende, an beiden Institutionen affiliiert zu sein. Die Vereinbarung erlaubt es auch Forschenden der Universität Stockholm, sich an SEI-Standorten in Estland, Kenia, Thailand, Großbritannien und den USA zu affiliieren.