Surveyor

Surveyor-Modell

Surveyor (englisch für Landvermesser) ist der Name einer Serie US-amerikanischer Raumsonden der NASA, die zwischen 1966 und 1968 auf dem Mond landeten.

Zielsetzung

Das Surveyor-Programm wurde 1961 als Nachfolger des Ranger-Programms ins Leben gerufen. Ziel war die Vorbereitung auf das bemannte Apollo-Programm – vor allem durch das Erproben von weichen Landungen auf dem Mond und die Erforschung von möglichen Apollo-Landeplätzen. Zudem sollten erstmals Kurskorrekturen auf dem Weg zum Mond durchgeführt werden.

Aufbau

Die Surveyor-Raumsonden wurden von der Hughes Aircraft Company gebaut und mit Atlas-Centaur-Raketen von Launch Complex 36 auf Cape Canaveral gestartet. Jede Sonde wog beim Start (je nach Ausrüstung) 995–1038 kg; mehr als 60 % davon entfielen auf das zentrale Feststoffraketentriebwerk mit 40 kN Schub für die Landung. Die Hauptstruktur der Sonde bestand aus einem 27 kg schweren und nach der Landung 3,4 m hohen Aluminiumgerüst mit drei Landebeinen, an dem alle weiteren Systeme befestigt waren. Die Energieversorgung erfolgte über ein Solarpanel mit 89 Watt Maximalleistung und einen Silber-Zink-Akkumulator. Für die Kommunikation verfügten alle Sonden über eine Richtantenne mit einer Datenübertragungsrate von 4400 Baud und einer weniger leistungsfähigen Rundstrahlantenne.

Für die Landung wurde zunächst in etwa 95 km Höhe ausgelöst durch ein Radar-Altimeter das Haupttriebwerk gezündet. Dieses bremste die Sonde von ca. 2700 m/s auf ca. 110 m/s ab. In 7 km Höhe wurde es abgeworfen und drei kleinere Vernierdüsen gezündet, deren Schub zwischen 135 und 470 N reguliert werden konnten. Diese wurden in 4 m Höhe bei ca. 1,5 m/s gestoppt, um weniger Mondstaub aufzuwirbeln und ein Umkippen der Sonde zu vermeiden. Die Restgeschwindigkeit beim Aufprall wurde von Aluminiumwaben aufgenommen; die dabei auftretenden Kräfte wurden mit Dehnungsmessstreifen gemessen.

Alle Surveyor-Sonden verfügten über eine fest montierte TV-Kamera mit zwei Objektiven (25 und 100 mm Brennweite), die über einen beweglichen Spiegel die gesamte Umgebung der Sonde ablichten konnte. 5 verschiedene Filter erlaubten auch Farbaufnahmen. Surveyor 3 und 7 verfügten über einen Greifarm mit einer kleinen Schaufel, um die Beschaffenheit des Mondregoliths zu untersuchen. Surveyor 5, 6 und 7 waren zusätzlich mit einem Alphapartikel-Röntgenspektrometer und einem Magneten für Bodenuntersuchungen ausgestattet. Zudem konnten die Daten von Sensoren, die den Zustand der Sonde überwachten (z. B. Beschleunigungssensoren, Thermometer) auch für wissenschaftliche Zwecke genutzt werden.

Verlauf

Ergebnis

Das Surveyor-Programm endete mit fünf erfolgreichen Mondlandungen (Erfolgsquote: 71 %). Die Sonden analysierten den Mondboden, fotografierten die Oberfläche und bereiteten damit erfolgreich den Boden für die bemannte Mondlandung, insbesondere durch den Nachweis, dass Astronauten auf dem Mond nicht im Staub versinken würden.

Im März 2010 übermittelte die Mondsonde Lunar Reconnaissance Orbiter u. a. Aufnahmen von Surveyor 5.

Siehe auch

Commons: Surveyor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. 1 2 3 Bernd Leitenberger: Die Surveyor Raumsonden. Abgerufen am 21. April 2025.
  2. ↑ Sam W. Thurman: Surveyor Spacecraft Automatic Landing System. 2004 (nasa.gov).
  3. ↑ The Surveyor Program. Abgerufen am 21. April 2025.
  4. ↑ Leonard David: Moon Microbe Mystery Finally Solved. Space.com, 2. Mai 2011, abgerufen am 13. März 2016.
  5. ↑ Surveyor 5 (Memento vom 7. März 2016 im Internet Archive) nasa.gov, Lunar Reconnaissance Orbiter, 22. März 2010 (zugriff=29. März 2010)