Tagdounatt (auch: Tagadounat, Tagdounate, Tagoudounat, Tagoudounatte) ist ein Weiler in der Landgemeinde Inatès in Niger.
Geographie
Der Weiler befindet sich etwa neun Kilometer südöstlich der Staatsgrenze zu Mali und rund elf Kilometer südwestlich des Hauptorts Inatès der gleichnamigen Landgemeinde, die zum Departement Ayérou in der Region Tillabéri gehört. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Tagdounatt zählen Tinfi Tawane im Nordosten und Témako im Süden.
Tagdounatt ist Teil der Übergangszone zwischen Sahara und Sahel. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt hier zwischen 200 und 300mm. Der Boden ist von Schiefer geprägt. Auf alten Dünen findet sich verhärteter Laterit.
Geschichte
Laut einem UNHCR-Bericht lebten 2018 aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage in der Grenzregion zu Mali Flüchtlinge aus anderen Siedlungen in Tagdounatt. Zugleich war es auch in Tagdounatt selbst schon zu Vertreibungen in den Gemeindehauptort Inatès gekommen und die Bevölkerung war weiterhin einem hohen Risiko ausgesetzt. Die Schule im Weiler musste aus Sicherheitsgründen monatelang geschlossen bleiben. Allein vom 9. bis 18. März 2018 flohen 896 Menschen aus 36 Haushalten aus Tagdounatt in den Gemeindehauptort. Dies war Teil einer größeren Fluchtbewegung, die auch nahegelegene Orte wie Abonkor, Kalachi und Tinti Houne umfasste und von der insgesamt 7927 Menschen aus 440 Haushalten betroffen waren.
Die UNICEF sanierte 2019 eine Pumpe zur Trinkwasserversorgung und errichtete Latrinen im Ort. Bei der Explosion eines improvisierten Sprengsatzes in der Nähe von Tagdounatt wurden am 3. Mai 2019 sechs Personen getötet und drei weitere schwer verletzt. Es handelte sich um Zivilisten, die in den Gemeindehauptort Inatès unterwegs waren, um den Angehörigen eines von einer bewaffneten Gruppe ermordeten Tuareg-Anführers ihr Beileid auszusprechen.
Im Gebiet um Tagdounatt wird Pastoralismus betrieben. Es gibt eine Grundschule in der Siedlung. Bei Tagdounatt verläuft die 79 Kilometer lange Route660 zwischen dem Departementshauptort Ayérou und der Staatsgrenze zu Mali. Es handelt sich um eine einfache Piste.
12Damien Hauswirth, Hassane Yayé, Abdoulaye Sambo Soumaila, Badamassi Djariri, Issaka Lona, Malam Boukar Abba:Appui à la formulation concertée de la SPN2A pour la République du Niger. Identification et évaluation des options d’agriculture intelligente face au climat prioritaires pour l’adaptation face aux changements climatiques au Niger. Volume 2: Annexes. Ministère de l’Environnement, de la Salubrité Urbaine et du Développement Durable / Ministère de l’Agriculture et de l’Elevage / Conseil National de l’Environnement pour un Développement Durable / Haut-Commissariat à l’Initiative 3N / AFD / Facilité Adapt’Action / Baastel – BRL – ONFI, Niamey / Brüssel 2020, S.7 (spn2a.org[PDF; abgerufen am 8.August 2026]).
↑ニジェール共和国 ティラベリ州ギニアウォーム撲滅対策飲料水供給計画事業事前計画表(基本設計時).(PDF)Japan International Cooperation Agency (JICA),15.Dezember 2008,S.33,abgerufen am 8.August 2026(japanisch,vorläufiger Projektplan (während der grundlegenden Entwurfsphase) zur Ausrottung der Guinea-Wurm-Krankheit und zur Trinkwasserversorgung in der Region Tillabéri, Republik Niger).