
Tchintagoda (auch: Tchintaghoda, Tchin Taghoda, Tchi-n-Taghoda, Tintaghoda, Tintaghode, Tin Taghodé) ist eine Siedlung in der Landgemeinde Iférouane in Niger.
Die Siedlung befindet sich rund zwölf Kilometer südöstlich des Hauptorts Iférouane der gleichnamigen Landgemeinde und des gleichnamigen Departements Iférouane, das zur Region Agadez gehört. Zu den Orten in der näheren Umgebung von Tchintagoda zählen Souloufiet und Taghmert Elagh im Nordwesten sowie Tanout Mollat im Südosten.
Tchintagoda liegt am rechten Ufer des Trockentals Iberkoum in der Nähe der Einmündung des Trockentals Agheïtoum und am Fuß des 1988 m hohen Massivs Adrar Tamgak im Gebirge Aïr. Der Ort ist Teil des Naturschutzgebiets Aïr und Ténéré, das als UNESCO-Welterbe ausgewiesen ist. Die Gegend um Tchintagoda ist ein Lebensraum für Dorkasgazellen.

Tchintagoda wurde früh – allerdings erst nach dem 16. Jahrhundert, als etwa die Große Moschee von Agadez errichtet wurde – zu einem Zentrum des Islam ausgebaut. Die Afrikaforscher Heinrich Barth und James Richardson besuchten Tchintagoda im Jahr 1850. Richardson beschrieb das Dorf als eine Sesshaftensiedlung mit mehreren Stein- und Lehmhäusern. Der Naturforscher Angus Buchanan passierte Tchintagoda bei seiner Aïr-Expedition im Juni 1920. Das Dorf war damals verlassen, auch wenn seine bedeutende Moschee die einzige in der Gegend war, selbst im Dorf Iférouane gab es noch keine. Buchanan beschrieb Tchintagoda als malerisches und weitläufiges Dorf, dessen sorgfältig erbaute Steinhäuser einen charakteristischen ziegelroten Mörtel und in manchen Fällen Dachbrüstungen und kunstvolle Verzierungen aufwiesen. Im steinernen Brunnen von Tchintagoda war seit Anfang der 1960er Jahre kein Wasser mehr zu finden.
Bei der Volkszählung 2012 hatte Tchintagoda 47 Einwohner, die in sieben Haushalten lebten.
Koordinaten: 18° 59′ N, 8° 31′ O