| Militärflugplatz Tel Nof Airbase 8 | ||
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| Karte des Flugplatzes ↑ und seine Lage in Israel ↓ | ||
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| Kenndaten | ||
| ICAO-Code | LLEK | |
| Koordinaten | 31° 50′ 9″ N, 34° 49′ 4″ O | |
| Höhe über MSL | 59 m (194 ft) | |
| Basisdaten | ||
| Eröffnung | 1941 RAF / 1948 IAF | |
| Betreiber | Israelische Luftstreitkräfte | |
| Start- und Landebahnen | ||
| 15R/33L | 2388 m × 46 m Asphalt | |
| 15L/33R | 2387 m × 46 m Asphalt | |
| 18/36 | 2750 m × 46 m Asphalt | |
| 09/27 | 1830 m × 46 m Asphalt | |


Der Militärflugplatz Tel Nof (hebräisch בָּסִיס [חֵיל-הַאֲוִיר] תֵּל נוֹף Basīs [Chejl haʾAwīr] Tel Nōf, deutsch ‚Basis [des Korps der Luft] Aussichtshügel‘, ICAO-Code: LLEK) ist der älteste und Hauptflugplatz der Israelischen Luftwaffe (IAF) und befindet sich im Gebiet des Regionalverbands Brenner, Zentralbezirk Israels, etwa 5 Kilometer südlich von Rechovot. Er besitzt 4 Start- und Landebahnen, und es sind zahlreiche Einheiten auf ihm stationiert. Darunter sind zwei Jagdbomber-Staffeln, zwei Transporthubschrauber-Staffeln, eine Drohnen-Staffel sowie das Flugtestzentrum Manat mit einem Exemplar jedes Jettyps der IAF. Auch die Fallschirmjäger-Brigade, die CSAR-Rettungseinheit 669, sowie mehrere weitere Spezialeinheiten befinden sich hier, siehe auch: Einheiten.
Gegründet von den Briten im Frühjahr 1941 während ihrer Mandatszeit, befand sich hier der Hauptstützpunkt der Royal Air Force in Palästina, RAF Aqir, benannt nach einem nördlich gelegenen palästinensischen Dorf, das 1948 im Palästinakrieg unterging und auf dem Gebiet des heutigen Kirjat Ekron lag. Auf dem Stützpunkt befanden sich während dieser Zeit abwechselnd diverse britische Flugzeug-Staffeln mit zahlreichen Kampfflugzeugen, Bombern und Transportflugzeugen, die vor allem während des Zweiten Weltkrieges von hier aus eingesetzt wurden. Im entsprechenden englischen Wikipedia-Artikel sind diese Staffeln aufgelistet.
Unter den auf RAF Aqir stationierten Einheiten befand sich auch die No. 76 Operational Training Unit der RAF. Aufgestellt am 1. Oktober 1943 und ausgestattet mit Vickers Wellington Mk.III und X zur Ausbildung von Nachtbomberbesatzungen für Staffeln im Nahen Osten, wurde sie am 30. Juli 1945 wieder aufgelöst. Die 76 OTU betrieb zwar Wellingtons, bildete darin aber auch Besatzungen für den US-Bomber B-24 Liberator aus. Nach Abschluss ihres Lehrgangs wurden diese Besatzungen den Liberator-Umschulungseinheiten zugeteilt.
Nach dem Ende ihres Mandates und dem Abzug der Briten aus RAF Aqir wurde die Luftwaffenbasis im Mai 1948 von den israelischen Streitkräften übernommen und zunächst in ʿEkron Airbase umbenannt, nach der biblischen Stadt Ekron bzw. dem heutigen Kirjat Ekron, das nur etwa einen Kilometer weiter nördlich beginnt. Im Jahr 1950 erhielt sie schließlich ihren heutigen Namen Tel Nof Airbase (deutsch: Aussichtshügel). Dieser stammt aus den 1930er Jahren, als die Gegend unter diesem Namen als Stadtentwicklungsland bekannt war, ähnlich dem damals aufblühenden „Tel Aviv“ (deutsch: Frühlingshügel).
Während des Palästinakrieges starteten am 29. Mai 1948 von hier die ersten vier Kampfflugzeuge Avia S-199 der ersten Flugzeugstaffel 101 „First Fighter“ der neuen Israelischen Luftwaffe (IAF) zu ihrem ersten Einsatz. Sie griffen die Brücke (Gescher) ʿAd Halom (deutsch: bis hierher) am östlichen Stadtrand von Aschdod an, die sich in der Hand von ägyptischen Truppen befand, um deren Vormarsch auf Tel Aviv aufzuhalten (siehe Gedenkstein in der Galerie unterhalb). Wichtig war weniger der bescheidene militärische Erfolg dieser Aktion selbst – ein Flugzeug wurde abgeschossen – als der Schock für die ägyptischen Soldaten, da sie mit eigenen Augen sahen, dass Israel nun eine Luftwaffe hat – mit dem Davidstern an Rumpf und Tragflächen. Der weitere Vormarsch verzögerte sich, und dies gab der neuen Israelischen Armee (IDF) genügend Zeit, Bodentruppen heranzuführen und ihn aufzuhalten.
Am 17. August 1948 – noch während des Palästinakrieges – wurde der Militärflugplatz ʿEkron (später Tel Nof) der IAF offiziell und feierlich eröffnet. Die von den Briten übernommenen Basen Chazor (Hatzor) und Ramat David folgten bald darauf. Nach der aus der Tschechoslowakei importieren Avia S-199 – ein Nachbau der Messerschmitt Bf 109 mit aus deutscher Kriegsproduktion übrig gebliebenen Teilen – wurden weitere Kampfflugzeuge aus Beständen der ehemaligen Alliierten beschafft, wie die britische Supermarine Spitfire und die North American P-51 Mustang. Die IAF-Flugakademie, die in den ersten Jahren noch auf Camp Sirkin östlich von Petach Tikwa zu Hause war, wurde ab 1955 auf Tel Nof eingerichtet, bis sie ab 1966 auf den dann neu errichteten Militärflugplatz Chazerim verlegt wurde, wo sie bis heute besteht.
Die 119. Staffel „Bat“ wurde 1956 zunächst auf dem Militärflugplatz Ramat David gegründet und sollte Nachteinsätze mit Jets fliegen (daher der Name „Bat“ für Fledermaus). Sie erhielt gebrauchte Gloster Meteor NF.13 (für „Night Fighter“, zweisitzig) von der Royal Air Force, mit denen sie kurz darauf an den Kampfhandlungen der Suezkrise teilnahm. Um die Staffel näher an ihr primäres Einsatzgebiet Ägypten zu bringen, wurde sie Ende 1957 nach Tel Nof verlegt und erhielt im folgenden Jahr zusätzlich mehrere neue SO-4050 Vautour des Herstellers Sud-Ouest aus Frankreich. 1963 wurde die 119. Staffel „Bat“ vorübergehend stillgelegt und ihre Jets an Staffeln auf Ramat David abgegeben.
1964 wurde die 119. Staffel mit neuen französischen Kampfjets vom Typ Dassault Mirage IIICJ Shahak (siehe Galerie) auf Tel Nof wiedereröffnet, die später im Sechstagekrieg über 300 Einsätze flogen und dabei 23 feindliche Flugzeuge abschossen. 1970 wurden die Mirage-Jets an andere Staffeln abgegeben und US-amerikanische F-4E Phantom II Kurnass Jagdbomber beschafft, die bald darauf am Jom-Kippur-Krieg teilnahmen.
Zu Beginn des Palästinakrieges Ende 1947 wurden zehn Curtiss C-46 Commando Transportflugzeuge aus Beständen der US Air Force gekauft und letztendlich auf der ʿEkron Airbase stationiert. Sie bildeten das Rückgrat der Transportflotte der neu gegründeten Israel(i) Air Force und wurden im Dezember 1948 durch Gründung der 106. Staffel „Spearhead“ zusammengefasst. Diese Maschinen transportierten während des Krieges Ausrüstung und Versorgungsgüter zu den Truppen und Siedlern in der Negev-Wüste im Süden Israels und führten vereinzelt auch Bombenangriffe durch. Wichtige Landeplätze für die Versorgungsflüge waren das Ruhama Airfield 12 Kilometer südöstlich von Sderot (Lage) und das Malhata Airfield 20 Kilometer östlich von Beʾer Scheva, der heutige Militärflugplatz Nevatim.
Im März 1949 nahmen die Transportflugzeuge kurz vor Ende des Palästinakrieges auch an der Operation Uvda teil, dem Sichern des südlichen Negev bis an das Rote Meer, so wie es der UN-Teilungsplan von 1947 vorsah. Dazu wurde weit im Süden das provisorische Abraham Flugfeld (Sde Avraham) nahe dem heutigen Militärflugplatz Ovda angelegt. Nach dem Krieg wurden die Maschinen dann von der israelischen Fluggesellschaft El Al weiter genutzt oder der 103. Transportstaffel „Elephants“ überstellt. Die 106. Staffel „Spearhead“ wurde danach wieder stillgelegt und erst im Juni 1982 mit F-15-Jets auf Tel Nof wiedereröffnet (siehe weiter unten: F-15 Kampfflugzeuge).
Mit der 1966 gegründeten 114. Staffel „Night Carriers“ und der 1970 ins Leben gerufenen 118. Staffel „Night Raptors“ – beide auf Tel Nof – wurden Versorgung und Truppen- bzw. Verwundetentransporte nun auch durch schwere Transporthubschrauber durchgeführt. Die 114. Staffel flog anfangs die französische Super Frelon Tzirʿa und später zusammen mit der 118. Staffel die US-amerikanische CH-53D Sea Stallion Jasʿur. Siehe auch unter: Jom-Kippur-Krieg.
Ab etwa 2028 wird die zur Zeit stillgelegte 114. Staffel „Night Carriers“ auf Tel Nof mit neuen CH-53K King Stallion Wild Transporthubschraubern aus den Vereinigten Staaten ausgestattet werden. Die 118. Staffel „Night Raptors“ wird weiterhin mit den älteren CH-53D Sea Stallion Jasʿur betrieben. Siehe auch unter: Einheiten.
Bereits während des Palästinakrieges 1948 gab es in Israel eine provisorische Fallschirmjägereinheit, die ab Anfang der 1950er Jahre zu einer regulären Fallschirmjäger-Brigade ausgebaut wurde, deren Hauptquartier und Trainingszentrum sich bis heute auf Tel Nof befindet. Diese Brigade war seitdem an vielen wichtigen Operationen in den Kriegen um Israel beteiligt, wie z. B. der Suezkrise im Herbst 1956, als israelische Fallschirmjäger den strategisch wichtigen Mitla-Pass auf der Sinai-Halbinsel besetzten. Während des Sechstagekrieges eroberten sie die Jerusalemer Altstadt und blieben durch die Einnahme des Tempelberges mit der Klagemauer am 7. Juni 1967 besonders durch ein ikonisches Foto von David Rubinger im Gedächtnis (siehe untere Galerie).
Anderthalb Kilometer westlich von Tel Nof befindet sich an der Nationalstraße
die Fallschirmjäger-Hauptgedenkstätte (Lage), die an die Gefallenen dieser Einheiten erinnert. Regelmäßig, insbesondere am Nationalfeiertag Jom haZikaron, werden hier Gedenkfeiern abgehalten.
Der Militärflugplatz Tel Nof wurde 1948 während des Palästinakrieges von den Israelis noch unter dem Namen Ekron Airbase angelegt bzw. von den Briten übernommen. Siehe dazu oben unter: Erste israelische Kampfflugzeuge und später: Erste Jets auf Tel Nof in der 119. Staffel „Bat“
Während der Suezkrise im Herbst 1956 war Tel Nof neben Ramat David und Chazor einer von drei größeren Militärflugplätzen der Israelischen Luftwaffe (IAF). Von hier aus starteten u. a. die israelischen Fallschirmjäger zur Einnahme strategischer Ziele auf der Sinai-Halbinsel. Siehe dazu oben unter: Fallschirmjäger-Brigade
Flugtests der IAF vor der Einrichtung eines Flugtestzentrums auf Tel Nof

Ab 1959 zeigte die IAF starkes Interesse an der französischen Dassault Mirage IV, die sie als schnelles und hochfliegendes Aufklärungsflugzeug einsetzen wollte. Die Suezkrise hatte mehr denn je gezeigt, wie wichtig ein solcher Flugzeugtyp war. Frankreich hingegen wollte die Mirage IV lediglich als Atombomber nutzen und lehnte vehement alle Optionen ab, den großen Jet an Israel zu verkaufen. Dennoch gelang es dem IAF-Chef-Testpiloten Danny Shapira – als Gefallen des Direktors des französischen Flugtestzentrums, Chefingenieur Pommaret, der ein guter Freund von ihm war – mehrere Testflüge mit dem neuen Jet durchzuführen (siehe Foto).
1971 bekam Israel schließlich von den USA mehrere Exemplare der RF-4E Phantom II geliefert (siehe Foto weiter unten) – einer Aufklärungsvariante der F-4 – mit der es nun die zuvor mit der Mirage IV nicht zustande gekommenen Einsätze durchführen konnte: Aufklärungsflüge in großer Höhe und mit hoher Geschwindigkeit. Die IAF gab der RF-4E den Namen Orev, was Rabe bedeutet.
Das IAF-Flugtestzentrum Manat wurde erst 1974 als eigenständige Einheit auf Tel Nof gegründet.
Noch im Sechstagekrieg im Juni 1967 spielten französische Kampfjets des Herstellers Dassault Aviation in der IAF eine führende Rolle, wie die Mystère IV, die Super Mystère und die Mirage III. Viele davon waren zu jener Zeit auch auf Tel Nof stationiert. Mitte der 1960er Jahre hatte Israel bei Dassault eine verbesserte Version der Mirage III in Auftrag gegeben, die speziell auf die Bedürfnisse der IAF zugeschnitten war, da man ein Erdkampfflugzeug in einer Wüstenumgebung benötigte. Die ersten Exemplare dieser Mirage 5 genannten Version sollten ab 1967 ausgeliefert werden, wozu es aber nicht mehr kam.
Bis auf die Mirage IV bzw. Mirage 5, die Israel am Ende nicht bekommen hat, sind alle früheren französischen Kampfjets heute im IAF-Museum beim Militärflugplatz Chazerim ausgestellt:
Als Reaktion auf den Sechstagekrieg wurde die Auslieferung von 50 bereits produzierten und weitgehend bezahlten Dassault Mirage 5 an Israel von Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle gestoppt, da er keine neuen Angriffswaffen mehr an den einstigen Verbündeten liefern wollte. Nachdem in der Operation Gift israelische Kommandoeinheiten am Abend des 28. Dezember 1968 auf dem Flughafen Beirut 14 libanesische Verkehrsmaschinen in die Luft gesprengt und dazu französische Transporthubschrauber Super Frelon von Tel Nof und außerdem von Frankreich gelieferte Marineboote benutzt hatten, ließ de Gaulle dann ein totales Waffenembargo gegenüber Israel verhängen.
Als Israel ab dem Sechstagekrieg keine Angriffswaffen mehr von Frankreich erhielt, bemühte man sich um Ersatz aus den USA, da der ab Mitte 1968 beginnende Abnutzungskrieg mit Ägypten erhebliche Ressourcen benötigte. Man erhielt von den Vereinigten Staaten oder anderen Ländern im Laufe der Zeit über 250 schwere Kampfbomber des neuen Typs F-4E Phantom II Kurnass bzw. RF-4E Orev (Aufklärungsvariante), die auch in einer Staffel auf Tel Nof stationiert wurden. Hinzu kamen noch etwa 350 leichte Kampfbomber A-4H/N Skyhawk Ayit, von denen etliche auch auf Tel Nof ihre Basis fanden. Zu Beginn des Abnutzungskrieges konnte man aber immer noch die französischen Jets vom Typ Dassault Mystère IV und Dassault Mirage III auch von Tel Nof aus einsetzen, bis diese im Laufe der Zeit durch Ersatzteilmangel oder Abschüsse immer weniger wurden.

Trotz der französischen Waffenembargos von 1967 und 1968 wurde Tel Nof über die Jahre stetig ausgebaut, und während des Jom-Kippur-Krieges im Oktober 1973 operierten nun sieben Flugstaffeln auf dem Stützpunkt. Die französischen Jets waren weitgehend durch Kampfflugzeuge aus US-amerikanischer Produktion ersetzt worden, wie man anhand der folgenden Auflistung der Staffeln auf Tel Nof in dieser Zeit und der unteren Galerie erkennen kann:
Die meisten dieser Flugzeuge sind heute im IAF-Museum beim Militärflugplatz Chazerim ausgestellt:
Die insgesamt zwölf (oder sechzehn – je nach Quelle) Super Frelon Tzirʿa Transporthubschrauber, die Israel noch vor dem Embargo von Frankreich erhalten hatte, waren von 1966 bis 1991 in der 114. Staffel „Night Carriers“ auf Tel Nof stationiert und wurden zwischendurch mit leistungsstärkeren US-amerikanischen Triebwerken nachgerüstet, bis sie schließlich alle stillgelegt wurden. Die über zwanzig französischen Nord Noratlas Transportflugzeuge der 103. Staffel „Elephants“ auf Tel Nof waren von 1956 bis 1978 dort im Einsatz. Die meisten davon waren ehemalige Maschinen der Luftwaffe der Bundeswehr oder wurden in Lizenz in Deutschland gebaut und ab Anfang der 1960er Jahre an Israel abgegeben bzw. geliefert.

Ab 1976 wurden mit der 133. Staffel „Knights Of The Twin Tail“ die damals neuen F-15A/B Eagle Baz Kampfjets auf Tel Nof eingeführt (siehe Galerie unterhalb), was Israel zum ersten Land der Welt außerhalb der Vereinigten Staaten machte, das dieses mächtige Flugzeug besaß. Weil sich an jenem Freitag, den 10. Dezember 1976 die Landung der ersten drei Flugzeuge hinzog, verzögerte sich auch die Empfangszeremonie und endete erst kurz vor Beginn des Schabbats. Infolgedessen hatten einige Minister der Regierung nicht mehr genug Zeit, um vor Beginn des Schabbats nach Hause zurückzukehren. Dessen „Entweihung“ führte zu einer Regierungskrise und schließlich zum Koalitionsbruch der ersten Regierung von Jitzchak Rabin.
Nicht lange nach dem Erhalt der ersten Exemplare der F-15 begann man in Israel damit, die ursprünglich nur für den Luftkampf gebauten Jets auch für einen Einsatz gegen Ziele am Boden auf- und umzurüsten. Dies geschah sowohl mit den einsitzigen A- und C-Varianten als auch mit den doppelsitzigen B- und D-Trainerversionen, wo der hintere Platz des Fluglehrers nun zum Navigator (israelische Bezeichnung) bzw. WSO umfunktioniert wurde (siehe Foto von umgerüsteten F-15C/D-Jets rechts oben).
Im Juni 1982 wurde mit der Wiedereröffnung der 106. Staffel „Spearhead“ eine zweite Staffel mit weiterentwickelten F-15C/D-Kampfflugzeugen auf Tel Nof eingeführt. Beide F-15-Staffeln bestehen bis heute, und diese werden ab 2031 die neueste Variante F-15IA (Israel Advanced) erhalten, die auf der F-15EX Eagle II basiert (siehe Galerie unterhalb).
Unter dem Namen Operation Wooden Leg (Operation Holzbein) griffen am 1. Oktober 1985 acht zweisitzige F-15B/D von Tel Nof das Hauptquartier der PLO bei Tunis an. Dazu wurden die F-15 auf ihrem über 2300 Kilometer langen Flug bis zum Ziel an der Mittelmeerküste von Tunesien mehrmals von zwei Boeing 707 Re'em aufgetankt. Das Hauptquartier wurde komplett zerstört und – je nach Quelle – 50 bis 75 Kämpfer der PLO getötet, darunter viele Anführer, unter denen sich aber nicht Palästinenserführer Jassir Arafat befand. Die Aktion wurde in der UNO ohne Gegenstimmen verurteilt, auch die USA kritisierten sie, da sie ihr Verhältnis zu Tunesien belastete. Die acht beteiligten F-15-Jets von Tel Nof bekamen ein entsprechendes Symbol (Zielkreuz im rot-weißen Kreis mit blauem Holzbein, siehe Bild in der unteren Galerie).
Es wird angenommen (z. B. durch das Bulletin of the Atomic Scientists), dass Israel seit Ende der 1960er Jahre im Besitz von Atomwaffen ist und Nuklearsprengköpfe irgendwann auf Tel Nof in einem besonders gesicherten Bereich (vermutlich hier: Lage) neben einer Waffenladestation und auf der benachbarten Luftwaffenbasis Sdot Micha in Bunkern (vermutlich hier: Lage) nahe den Stellungen von Jericho-Raketen eingelagert wurden. Jagdbomber, die solche Waffen über weite Strecken tragen können, wie heute die F-15 Eagle (siehe Galerie unterhalb) und einst die F-4E Phantom II (siehe Galerie oberhalb), waren auf dem Stützpunkt ab 1970 – als die ersten F-4E Jagdbomber dort in der 119. Staffel „Bat“ stationiert wurden – bald rund um die Uhr in Alarmbereitschaft. Diese Form der Abschreckung war eine der Konsequenzen, die Israel als Lehre aus den Kriegen mit seinen Nachbarn zog, obwohl das Land bis heute nicht offiziell erklärt hat, dass es Atomwaffen besitzt.
Auf Tel Nof sind zwei Kampfflieger/bomber- und zwei Transporthubschrauber-Staffeln sowie eine Drohnenstaffel beheimatet. Auch das Flugtestzentrum Manat mit jeweils einem Exemplar aller Flugzeugvarianten (siehe F-15I Raʿam in Galerie oberhalb und F-35I Adir in Galerie unter „Einheiten“) befinden sich hier. Mehrere Spezialeinheiten der Israelischen Streitkräfte (IDF) liegen ebenfalls hier, darunter die Einheit 669 der Airborne Combat Search and Rescue (CSAR) und das Trainingszentrum für die Israelische Fallschirmjäger-Brigade.
Hinweis: Flugzeuge der IAF lassen sich meist über die Symbole am Heck ihrer jeweiligen Staffel zuordnen.


