Die stäbchenförmigen, begeißelten Mikroorganismen sind hyperthermophil: sie wachsen bei Temperaturen von bis zu 95°C.
Sie sind Schwefelwasserstoff-autotropheAnaerobier – sie wachsen in der Natur durch die Reduktion von Schwefel; aber in Kultivierung wachsen sie per Schwefelatmung viel schneller.
Ihre Zellmembran besteht aus besonderen Lipiden, die Glycerinderivate darstellen, die über Etherbindungen (nicht wie sonst üblich über Esterbindungen) an verzweigte Fettsäuren mit 20 bis 40 Kohlenstoffatomen gebunden sind.
Die Doppelbindungen in diesen Molekülen sind in der Regel konjugiert.
Wie bei allen Thermoproteota (früher „Crenarchaeota“ genannt) besteht die Zellmembran aus einer einfachen Lipidschicht, deren Moleküle aus zwei polaren Enden um ein aliphatisches Segment bestehen.
Die Stäbchenzellen sind bis zu 100μm lang bei einem Durchmesser bis zu ca. 4µm und vermehren sich durch Knospung an den Zellenden.
Wie andere hyperthermophile Organismen ist Thermoproteus ein lebendes Beispiel für einige der ältesten Organismen der Erde, die basal im Stammbaum der Archaeen stehen.
Die Genom-Sequenzierung von Thermoproteus-Vertretern hat viel über die Stoffwechselvorgänge dieser Organismen verraten. Beispielsweise ist das Genom von der TypusartThermoproteus tenax vollständig sequenziert worden. Die Gesamtlänge des Genoms des Referenzstamms Kra 1 beträgt 1,84Mbp (Megabasenpaare), die Doppelstrang-DNA ist zirkulär. Die Gene sind in Operons (gemeinsam transkribierten Clustern) angeordnet.
Der Stoffwechsel von Thermoproteus und anderen hyperthermophilen Organismen wurde inzwischen in großem Umfang erforscht. Thermoproteus lebt autotroph durch Schwefelreduktion, wächst aber durch Schwefelatmung in der Kultur viel schneller. Bei T. tenax ermöglichen mehrere Stoffwechselwege der Zelle, je nach ihrem Energiebedarf (abh. von den Entwicklungs- oder Wachstumsstadien) eine bestimmte Art des Stoffwechsels zu wählen. Wie alle Archaeen besitzt Thermoproteus charakteristische Membranlipide, bei denen es sich um etherverknüpfte Glycerinderivate mit Verzweigungen und 20 oder 40 Kohlenstoffatomen handelt. Die Doppelbindungen der ungesättigten Lipide ist im Allgemeinen konjugiert (im Gegensatz zu den unkonjugierten bei Bakterien und Eukaryoten).
Bei Thermoproteus, wie auch bei allen anderen Thermoproteota („Crenarchaeota“, z.B. Thermosphaera) überwiegen die 40-Kohlenstoff-Lipide, die die gesamte Membran bedecken.
Dies führt dazu, dass die Membran aus Monoschichten mit polaren Gruppen an jedem Ende besteht.
Die Zellen sind stäbchenförmig mit einem Durchmesser von bis zu 4 Mikrometern und einer Länge von bis zu 100 Mikrometern und vermehren sich, indem sie am Ende der Zelle Verzweigungen bilden, die zu eigenen neuen Zellen heranwachsen. Sie sind durch Geißeln (‚Archaellen‘) beweglich.
Vorausgesagte „Taschen“ (englischpockets) und Liganden am Beispiel der Thermoproteus tenax Glyceraldehyd-3-Phosphat-Dehydrogenase (TtGAPN), nur ein einziges Proteinmonomer ist dargestellt.
Negativ-Kontrast-EM-Aufnahme eines Virions von TTV1. Balken: 100nm.Negativ-Kontrast-EM-Aufnahme intakter und teilweise zersetzter Virionen von TTV1, mit Darstellung der Hülle und des Kerns. Balken: 100nm.
Ein Beispiel für ein Virus, das Thermoproteus-Archaeen infiziert, ist das Thermoproteus tenax virus 1 (TTV1, Spezies Betatristromavirus kraflaense) aus der Familie Tristromaviridae.
Auch in der Familie Globuloviridae gibt es Vertreter, die Thermoproteus-Arten infizieren, etwa Thermoproteus tenax spherical virus 1 (TTSV1, Spezies Alphaglobulovirus cinderense) und Thermoproteus spherical piliferous virus 1 (TSPV1, Spezies Alphaglobulovirus sileriense). Globuloviren infizieren allgemein Mitglieder der in extremen geothermischen Umgebungen gedeihenden hyperthermophilen Archaeen der Gattungen Pyrobaculum und Thermoproteus. Die Infektion führt nicht zur Lyse der Wirtszellen, andererseits integriert sich das virale Genom aber auch nicht in das Wirtsgenom.
Weiterführende Literatur
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Quellen
Benutzte Literatur
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