
Thomas Gansch (* 31. Dezember 1975 in St. Pölten) ist ein österreichischer Trompeter und Komponist. Er ist Gründungsmitglied der Blechbläserformation Mnozil Brass und wirkt in zahlreichen weiteren Ensembles und Projekten mit, stilistisch zwischen Jazz, Blasmusik, Unterhaltungsmusik und genreübergreifenden Formaten.
Gansch wurde in St. Pölten geboren und wuchs in Melk als jüngstes Kind einer Musikerfamilie auf. Sein Vater Johann Gansch war Blasmusik-Kapellmeister und Komponist; sein Bruder Hans Gansch war bis 2014 Professor für Trompete am Salzburger Mozarteum. Den ersten Trompetenunterricht erhielt er von seinem Vater. Bereits mit 15 Jahren begann er ein Konzertfachstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Während seines Studiums gründete er 1992 gemeinsam mit Studienkollegen das Ensemble Mnozil Brass. Nach mehreren Jahren im klassischen Bereich wandte er sich ab 1997 verstärkt dem Jazz zu und war von 1998 bis 2006 Mitglied des Vienna Art Orchestra, das er später als prägend für seine musikalische Entwicklung bezeichnete.
Er ist mit der Schauspielerin Theresia Gansch verheiratet und hat vier Kinder.
Gansch initiierte und gestaltet eine Reihe eigener Projekte: Mnozil Brass (seit 1992), Gansch & Roses (seit 2000), Gansch & Breinschmid (seit 2002), Wieder, Gansch & Paul (seit 2015), die Blasmusik Supergroup (seit 2021) und Alpen & Glühen (seit 2022).
Das von Gansch mitgegründete Bläserseptett Mnozil Brass verbindet Blechblasmusik, Gesang und humoristische Bühnenshows und tritt weltweit auf, darunter Europa, die USA und Japan.
Gansch & Roses entstand als eigenes Ensemble, in dem Gansch als Arrangeur und Komponist in Erscheinung trat. Die Formation verbindet Blasmusik, Jazz und humorvolle Bühnenelemente.
Schlagertherapie ist ein Bühnenprogramm, das sich humorvoll dem deutschsprachigen Schlager der 1950er- und 1960er-Jahre widmet; gemeinsam mit Sebastian Fuchsberger, Leonhard Paul und Michael Hornek werden bekannte Lieder neu interpretiert.
Ein Duo mit dem Kontrabassisten Georg Breinschmid, geprägt durch stilistische Offenheit von Weltmusik bis Pop und Blues.
Ein Trio mit Leonhard Paul (Posaune) und Albert Wieder (Tuba), das die musikalischen Handschriften der drei Musiker mit großer Genrevielfalt verbindet.
Ein Ensemble, das Musiker aus verschiedenen Blasmusikformationen wie den Egerländer Musikanten, Mnozil Brass, Da Blechhauf’n, Federspiel, Viera Blech, WüdaraMusi und das Orchester Pepe Lienhard sowie Mitglieder der Wiener Philharmoniker vereint. Gansch leitet das Projekt am Flügelhorn; es präsentiert Blasmusik in traditionellen und modernen Arrangements.
Ein genreübergreifendes Projekt, das unterschiedlichste Musikerinnen und Musiker vereint, darunter Manu Delago, „Shake Stew“-Frontmann Lukas Kranzelbinder und das Radio.string.quartet. Hier treffen alpenländische Klangtraditionen auf Jazz und Improvisation.
Unter dem Titel Gansch schön groß präsentiert Gansch gemeinsam mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich eigene Kompositionen und Arrangements.
Im gemeinsam verfassten Programm Doppelgansch erzählt Gansch zusammen mit seiner Frau Theresia Gansch über ihre Ehe und das Spannungsfeld gesellschaftlicher Rollenerwartungen.
Das Projekt Gansch@home entstand während der COVID-19-Pandemie als Reihe genreübergreifender Konzerte an verschiedenen Orten, mit denen Gansch den Kontakt zum Publikum aufrechterhielt.
Darüber hinaus wirkte und wirkt Gansch in einer Reihe weiterer Ensembles mit, darunter das Ensemble Pro Brass (1994–2003), das Salonorchester Alhambra (1995–2005, seit 2017), Global Kryner (2004), das Vienna Art Orchestra (1998–2006), das Don Ellis Tribute Orchestra (2010–2014) und das Zurich Jazz Orchestra. 2024 performte er in der ORF-Show 100 Jahre Radio – Die Show unter anderem mit Marianne Mendt. 2025 wirkte Gansch als Solist bei der ORF-Produktion Christmas in Vienna im Wiener Konzerthaus mit, gemeinsam mit Angel Blue, Julie Fuchs, Ludovic Tézier, Bekhzod Davronov, den Wiener Sängerknaben, der Wiener Singakademie und dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Er komponierte für und spielte mit Wynton Marsalis und arbeitete mit Kurt Ostbahn, Wolfgang Muthspiel und Patti Smith zusammen.
Gansch wird in den Medien als vielseitiger und publikumsnaher Musiker beschrieben, der stilistische Grenzen bewusst überschreitet und klassische Blasmusik, Jazz und Unterhaltung zu einem eigenständigen Zugang verbindet. Neben seiner instrumentalen Virtuosität wird er für seine Bühnenpräsenz und seinen Humor hervorgehoben. Er selbst betonte in Interviews die soziale Kraft der Musik und deren verbindende Wirkung und hob die Bedeutung des Live-Erlebnisses hervor.
Gansch spielt meist auf einer speziell für ihn entwickelten Trompete – dem sogenannten Ganschhorn des Musikhauses Schagerl. Das mit Drehventilen ausgestattete Instrument weist eine modifizierte Bauweise auf und ist so konzipiert, dass es mit einer Hand bedient werden kann.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gansch, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Trompeter |
| GEBURTSDATUM | 31. Dezember 1975 |
| GEBURTSORT | St. Pölten |