Faistenau

Faistenau
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Faistenau
Faistenau (Österreich)
Faistenau (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Land Salzburg Salzburg
Politischer Bezirk: Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SL
Fläche: 51,24 km²
Koordinaten: 47° 46′ N, 13° 13′ OKoordinaten: 47° 46′ 0″ N, 13° 13′ 0″ O
Höhe: 784 m ü. A.
Einwohner: 3.144 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 61 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5324
Vorwahl: 06228
Gemeindekennziffer: 5 03 11
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Am Lindenplatz 1
5324 Faistenau
Website: faistenau.gv.at
Politik
Bürgermeister: Gerald Klaushofer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2024)
(19 Mitglieder)
3
10
6
3 10 6 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Faistenau im Bezirk Salzburg-Umgebung
Lage der Gemeinde Faistenau im Bezirk Salzburg-Umgebung (anklickbare Karte)AnifAntheringBergheimBerndorf bei SalzburgBürmoosDorfbeuernEbenauElixhausenElsbethenEugendorfFaistenauFuschl am SeeGömingGroßgmainHallwangHenndorf am WallerseeHinterseeHof bei SalzburgKöstendorfLamprechtshausenMattseeNeumarkt am WallerseeNußdorf am HaunsbergOberndorf bei SalzburgObertrum am SeePlainfeldSankt Georgen bei SalzburgSt. GilgenSchleedorfSeehamSeekirchen am WallerseeStraßwalchenStroblThalgauWals-SiezenheimGrödigKopplSalzburgSalzburg
Lage der Gemeinde Faistenau im Bezirk Salzburg-Umgebung (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
BW

Die Faistenau ist eine Gemeinde im Bezirk Salzburg-Umgebung im Salzburger Land in Österreich mit 3144 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026). Wahrzeichen ist die Dorflinde in Faistenau.

Faistenau

Geografie

Die Gemeinde liegt im Salzburger Land, 14 Kilometer östlich der Stadt Salzburg. Sie ist die höchstgelegene Gemeinde (784 m ü. A.) des Flachgaues und gehört zum Gerichtsbezirk Seekirchen am Wallersee. An der Westgrenze befindet sich beim Strubklamm-Kraftwerk (680 m) der tiefste Punkt der Gemeinde. An drei Seiten ist die Faistenau von Salzkammergut-Bergen umgeben, lediglich nach Westen herrscht freie Sicht, wobei der Gaisberg in der Ferne ins Auge fällt. Die größten Berge sind das Eibleck (1518 m), der Filbling (1307 m), Gartenberg (1454 m), Faistenauer Schafberg (1559 m) und das Schmiedhorn (1224 m), welches die höchste Erhebung der Inn/Traun–Wasserscheide ist.

Entwässert wird das Gemeindegebiet der Faistenau nach Passau (Brunnbach/Weißbach – Hintersee – Alm – Salzach – Inn – Donau), und zu einem sehr geringen Teil nach Linz (Baderbach – Fuschler Ache – Mondsee – Seeache – Attersee – Ager – Traun – Donau)

Faistenau hat eine Fläche von 51,24 Quadratkilometer. Davon sind 21 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 68 Prozent Wald- und 3 Prozent Almgebiet.

Gemeindegliederung

Die politische Gemeinde wird aus den Katastralgemeinden Anger, Faistenau, Lidaun, Tiefbrunnau und Vordersee gebildet und gliedert sich in acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl, Stand 1. Jänner 2026):

Nachbargemeinden

Ebenau Hof bei Salzburg Fuschl am See
Adnet (HA) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Sankt Gilgen
Krispl (HA) Hintersee

Geschichte

1182

Ein Gemeindegebiet der Faistenau ist im Jahre 1182 erwähnt, nämlich die Tiefbrunnau: als Konrad III. dieses Gebiet der Pfarre Thalgau überließ.

1324 die Geswant in der Vaistenow

Der Ausdruck die Faistenau (bairisch d‘ Foastnau), und Gschwandt für das Dorf, fallen nachweislich das erste Mal 1324: Am 1. Mai 1324 wies Vicedom Heinrich von Lampoding († 1347) in einer Urkunde einen Bauplatz für eine Kirche auf dem Gebiet des heutigen Dorfes aus, das Rodungsgebiet gewesen war und nennt den Ort darin in der Geswant.
In einer weiteren Urkunde, die Erzbischof Friedrich III. am 11. November 1324 unterzeichnete, wird die Gegend innerhalb des waldes erwähnt: Vaistenow, Tevffenprunneow und Chueleuten, also die jetzigen Ortschaften Wald, Faistenau und Tiefbrunnau, zudem das Gebiet der Kühleiten in der Tiefbrunnau.

1832

Benedikt Pillwein veröffentlichte 1843, mit dem Wissensstand von 1832 bzw. basiert derselbe auf Angaben des Faistenauer Vikars (1826–1832) Simon Bauernfeind, Folgendes über das Vikariat Faistenau, geographisch mit der heutigen Gemeinde Faistenau ident:
Im Vikariate Faistenau (fett, windig) befinden sich außer dem gleichnamigen Dorfe noch die Ortschaften Alm, Anger, Lidaun, Ramsau, Tiefbrunnau, Vordersee und Wald mit 167 Häusern, 193 Wohnparteyen und 1090 Einwohnern.
Feistenau, ein Dorf mit 9 Häusern, 10 Wohnparteyen, 66 Bewohnern.
Die hiesige Kirche mit 4 Altären, verschiedenen Gemählden und Schnitzwerken wurde zu Ehren des h. Jakob des Größeren (mit der Rosenkranzbruderschaft) um 1390 durch 2 Brüder von Thurn erbaut, 1625 die Kirche und der Thurm vergrößert, 1703 die Emporkirche errichtet, 1825 die Orgel von Karl Mauracher aus Fügen in Tyrol aufgestellt, 1829 ein neuer Chor aufgeführt. Viele alte Grabsteine sind bereits abgetreten; sieben andere von weißem und rotem Marmor dem Andenken hier verstorbener Vikare und einigen Privaten gewidmet, und von den Jahren 1604, 1705, 1708, 1759, 1789, 1801 und 1809.
Die vier Glocken enthalten die Jahreszahlen von 1400, 1580, 1731 und 1774.
Der Gottesacker entstand 1605.
Im Jahre 1622 trat Johann Christoph Stenglmayr als Vikar auf. Früher versahen das Vikariat Priester aus Thalgau.
Ein ordentlicher Schulmann kam erst 1822 hierher; früher versah ein Meßner seine Dienste. 1803 wurde das gegenwärtige Schul- und Meßnerhaus aufgeführt. Die Schule zählt 112 Werktags-, 73 Wiederholungsschüler. (Vikar Siegmund Bauernfeind mit neuen Daten).

Religion

Faistenau gehörte zur Urpfarrei Thalgau, 1324 wurde eine Filialkirche gestiftet, die noch erhaltene Kirche in der Faistenau. 1622 erhob man die Faistenau zum Vikariat, 1873 zur selbständigen röm. kath. Pfarre.

Bevölkerungsentwicklung

Faistenau: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
1.103
1880
  
1.144
1890
  
1.151
1900
  
1.124
1910
  
1.170
1923
  
1.333
1934
  
1.454
1939
  
1.394
1951
  
1.571
1961
  
1.600
1971
  
1.783
1981
  
1.988
1991
  
2.392
2001
  
2.850
2011
  
2.934
2021
  
3.086
2026
  
3.144
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Politik

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Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2024
Wahlbeteiligung: 79,9 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
49,1 %
(−11,5 %p)
32,8 %
(+8,4 %p)
18,2 %
(+3,2 %p)
20192024

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 19 Mitglieder.

Bürgermeister

Bürgermeister Gerald Klaushofer

Wappen

Das Wappen der Gemeinde ist: „In rotem Schild ein silberner Sparren, jeder Schenkel mit einer schwarzen Schrägstückung; unter dem Sparren auf silbernem Boden ein natürlicher silberner Lindenbaum“.

Die Sparren stammen aus dem Wappen der Herren von Thurn, auf die die Gründung der Kirche 1324 zurückgeht. Die Linde ist das Wahrzeichen von Faistenau.

Verkehr

Öffentlicher Verkehr

Seit dem Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2021 ist Faistenau über den sogenannten „Wolfgangseekorridor“ (Salzburg Hauptbahnhof–Bahnhof Bad Ischl) in einem Taktfahrplan öffentlich halbstündlich bzw. sonn- und feiertags stündlich erreichbar. Mit der Linie 155 Salzburg–Hof–Faistenau werden 4 Stationen (von insgesamt 19) umsteigefrei ab der Stadt Salzburg bedient, mit der Regionalbus-Linie 157 Hintersee–Faistenau–Tiefbrunnau können 18 Haltestellen in Faistenau erreicht werden.
Nur ein Teil der Haltestellen ist mit Wartehäuschen oder Unterständen ausgestattet.

Straßen

Die Hauptroute in die Gemeinde verläuft über die L 202 Hinterseer Straße, die in Baderluck von der Wolfgangsee Straße B 158 (Salzburg–Bad Ischl) abzweigt und bis zur Ortschaft Wald im Faistenauer Graben, parallel zum Baderbach, verläuft. Nebenrouten nach Faistenau sind einspurige Gemeindestraßen: die Strubklamm-Straße (Ebenau–Faistenau/Alm) entlang der Alm, die von der Wiestal Landesstraße L 107 abzweigt, und die Perfalleck-Straße (Fuschl–Faistenau/Tiefbrunnau), von der Wolfgangsee Straße B 158 abgehend.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dorfplatz mit „1000-jähriger“ Linde
Die Lärchenhütte in Faistenau
Das Felsenbad am Almbach
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Faistenau
Vier Frauen und ein Todesfall

Filme

Die Gemeinde Faistenau hat sich in den letzten Jahren als beliebter Drehort für Film- und Fernsehproduktionen etabliert. Bekannt wurde der Ort vor allem durch die ORF-Krimiserie Vier Frauen und ein Todesfall, in der Faistenau als fiktives Dorf „Ilm“ zu sehen ist. Auch die erfolgreiche Sky-Krimiserie Der Pass nutzte die beeindruckende Landschaft rund um die Strubklamm und weitere Schauplätze in Faistenau als Kulisse. Zuletzt wurden hier Szenen für die ORF/ZDF-Krimireihe Der Geier mit Philipp Hochmair gedreht. Mit seiner idyllischen Ortskulisse und der markanten Natur bietet Faistenau ideale Voraussetzungen für Film- und Fernsehproduktionen.

Sport und Freizeit

Faistenau ist eine der Gemeinden des Flachgaus mit touristischem Schwerpunkt. Neben Sportmöglichkeiten wie Mountainbiking, Wandern, Schwimmen, Langlauf, Canyoning und Rodeln gibt es das Skigebiet Gaißau-Hintersee mit mehreren Liften bis auf eine Höhe von 1567 m ü. A. (Wieserhörndl). Am Hintersee hat der Verein „Beach Volley Faistenau“ einen Beachvolleyballplatz errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Ort Faistenau bietet Winter- und Sommertourismus an. Die Anzahl der jährlichen Übernachtungen lag 2024/25 bei über 43.000 Nächtigungen.

Bildung

In der Gemeinde Faistenau befinden sich zwei Kindergärten sowie eine Volks- und Mittelschule.

Vereine

In Faistenau existieren 46 Vereine (Stand 2025).

Beispiele:

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen mit Bezug zur Gemeinde

Literatur

Commons: Faistenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Faistenau, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  2. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
  3. ↑ Urkunde: Salzburg, Domkapitel (831-1802) AUR 1324 V 01. In: Monasterium.net. ICARUS – International Centre for Archival Research
  4. ↑ Bis Ende des 20sten Jahrhunderts konnte man noch den Ausdruck „Gschwandtler/in“ hören, mit dem ein Dörfler oder eine Dörflerin gemeint war, also eine Person, die direkt im Dorf Faistenau wohnt.
  5. ↑ Urkunde: Salzburg, Domkapitel (831-1802) AUR 1324 XI 11. In: Monasterium.net. ICARUS – International Centre for Archival Research
  6. ↑ Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Mit einem Register, welches zugleich das topographische und genealogische Lexikon ist und der Kreiskarte versehen. Geographisch-historisch-statistisches Detail nach Distrikts-Kommissariaten. 1. Auflage. 5 Teile. Joh. Christ. Quandt, Linz (1827–39). 2. Auflage 1843 S. 390f.
  7. ↑ Simon Bauernfeind war 1826–1832 Vikar in der Faistenau gewesen. Siehe: Liste der Vikare von Faistenau. In: Regesta Ecclesiastica Salisburgensia (RES), abgerufen am 27. Juni 2016.
  8. ↑ Wahlergebnisse 2009. Land Salzburg, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  9. ↑ Wahlergebnisse 2014. Land Salzburg, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  10. ↑ Wahlergebnisse 2019. Land Salzburg, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  11. ↑ Land Salzburg – Wahlergebnisse. Abgerufen am 13. März 2024.
  12. ↑ Hubert Ebner. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  13. ↑ Josef Wörndl (Faistenau). In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  14. ↑ Gerald Klaushofer. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  15. ↑ Verleihungsurkunde Wappen. Gemeinde Faistenau, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  16. ↑ Heimatverein „Zur Alten Linde“: Jedermann
  17. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Faistenau, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 8. Dezember 2021.
  18. ↑ Vereine in der Faistenau
  19. ↑ Rückblick auf die Geschichte des »Veteranenvereines« Faistenau. In: Kameradschaft Faistenau (Hrsg.): Festschrift 100 Jahre Kameradschaft Faistenau. Faistenau 1988, S. 9–17: 9.
  20. ↑ Hermann Radauer: 50 Jahre Heimatverein „Zur alten Linde“ Faistenau, 1947–1997. In: Heimatverein „Zur alten Linde“ Faistenau (Hrsg.): Festschrift zum 50-jährigen Gründungsfest verbunden mit Fahnenweihe der Heimatvereins „Zur alten Linde“ Faistenau, 12. u. 13. Juli 1997. Salzburg 1997, S. 14–52: 14.
  21. ↑ o. A: Unsere Geschichte. In: o. V (Hrsg.): Festschrift 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Faistenau 1900–2025. Jubiläumsfest 20.–22. Juni 2025. o. O 2025, S. 16 f.
  22. ↑ Ernennung zum Ehrenbürger. In: Linzer Volksblatt, 8. November 1912, S. 4 (online bei ANNO).
  23. ↑ Gesellschafts-Nachrichten. 1. Mitgliederbewegung. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Jahrgang 1921, S. 1 (online bei ANNO).
  24. ↑ Aus dem Lande. v. Bregenz. Abschied für den Missionär. In: Salzburger Chronik, 20. Mai 1933, S. 7 (online bei ANNO).
  25. ↑ Der älteste aktive Pfarrer gestorben. In: Salzburger Volkszeitung, 4. April 1950, S. 3 (online bei ANNO).
  26. ↑ Eger, Karl (1870–1956). In: Regesta Ecclesiastica Salisburgensia (RES).