Toleranzkirchen (in Österreich meist als Toleranzbethäuser bezeichnet) sind evangelische Kirchen, die nach 1781 auf der Grundlage des Toleranzpatents Kaisers Josef II. in der Habsburgermonarchie errichtet wurden. Diese Kirchen befinden sich heute in Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Polen und in der Ukraine.
Die Errichtung der Bethäuser unterlag einer strengen Reglementierung. So war der Bau von Kirchtürmen verboten.
Toleranzbethäuser wurden von der evangelisch-lutherischen Kirche, der reformierten (calvinistischen) Kirche und der Böhmischen Brüder-Unität erbaut.
Durch das Protestantenpatent von 1861 wurde dann die volle Religionsfreiheit und eine rechtliche Gleichstellung der evangelischen Kirchen erreicht. Danach wurden die meisten Toleranzbethäuser umgebaut und mit einem Kirchturm versehen oder durch einen Neubau ersetzt.
Bilder von Toleranzkirchen in Böhmen, bei denen der ursprüngliche Zustand noch gut erkennbar ist
Bilder von Toleranzkirchen in Mähren, bei denen der ursprüngliche Zustand noch gut erkennbar ist
Bilder von Toleranzkirchen in Österreichisch-Schlesien, bei denen der originale Zustand noch gut erkennbar ist
Bilder von Toleranzbethäusern in Österreich, bei denen der ursprüngliche Zustand noch gut erkennbar ist
Bilder von Toleranzkirchen in der Slowakei, bei denen der ursprüngliche Zustand noch gut erkennbar ist
In Ungarn entstanden reformierte Toleranzbethäuser (H. B. = Helvetisches Bekenntnis), genannt Református templom, u. a. in folgenden Orten:
In Galizien entstanden durch die Neubesiedelung nach 1781 viele Toleranzbethäuser, sie waren in der evangelischen Superintendentur A. B. Galizien (Augsburger Bekenntnis) zusammengefasst. Bethäuser gab es u. a. in folgenden Orten:
Bilder von Toleranzbethäusern in Ungarn und Galizien, bei denen der ursprüngliche Zustand noch gut erkennbar ist