Tom Kiely

Tom Kiely

Thomas Francis „Tom“ Kiely (* 25. August 1869 in Ballyneale bei Carrick-on-Suir im County Tipperary; † 6. November 1951 in Deerpark bei Carrick-on-Suir) war ein irischer Leichtathlet.

Kiely trat in verschiedenen Leichtathletikdisziplinen an und gewann zwischen 1892 und 1907 mehr als 50 nationale Meistertitel unter anderem im Hürdenlauf, im Gewichtwurf und im Weitsprung. Besonders erfolgreich war er im Hammerwurf, wo er nicht nur in Irland, sondern auch in Schottland und England Wettkämpfe für sich entschied. Wegen seiner Vielseitigkeit war Kiely einer der weltweit führenden Mehrkämpfer seiner Zeit. 1904 reiste er in die Vereinigten Staaten und gewann einen aus zehn Disziplinen bestehenden Mehrkampf in St. Louis, der im erweiterten Umfeld der Olympischen Spiele ausgetragen wurde. Seit 1969 führt ihn das Internationale Olympische Komitee deswegen als Olympiasieger, wobei der Status unter Sporthistorikern kontrovers diskutiert wird. Kiely arbeitete zeitlebens als Landwirt und Viehhändler. Seine aktive sportliche Laufbahn beendete er 1908.

Werdegang

Herkunft und frühe Jahre (bis 1888)

Thomas Francis Kiely wurde am 25. August 1869 geboren und wuchs in Ballyneale auf, einem Dorf im Süden des County Tipperary zwischen den Städten Carrick-on-Suir und Clonmel. Unter den neun Kindern des Ehepaars William und Mary Kiely, die das Erwachsenenalter erreichten, war er das zweitälteste. Seine sechs Schwestern und seine beiden (jüngeren) Brüder kamen zwischen 1867 und 1884 auf die Welt. Kielys Vater William gehörten mehr als 180 Acres (etwa 73 Hektar) Land, die von der Familie landwirtschaftlich betrieben wurden. Wenngleich die Kielys in mehreren späteren Berichten als Landwirte bezeichnet wurden, begriffen sie sich selbst – gemäß der Aussage von Tom Kielys Biographen Kevin McCarthy – in erster Linie als Viehhändler. Im Vergleich zu anderen irischen Bauern zeigte Tom Kiely später in seinem Leben wenig emotionale Verbindung zu seinem Land, vielmehr verstand er es als wirtschaftliches Gut und Ware, das zum richtigen Zeitpunkt verkauft werden konnte. Insgesamt gehörten ihm in seinem Leben acht verschiedene Bauernhöfe, größtenteils in der Region rund um Ballyneale.

Die Kielys gehörten zu den wohlhabendsten fünf Prozent der irischen Bauernfamilien: Alle neun Kinder waren gut ernährt und hatten Zugang zu Schulbildung. Fünf von Tom Kielys sechs Schwestern traten als Nonnen verschiedenen katholischen Ordensinstituten bei. Sie wurden von der Familie mit einer beträchtlichen Mitgift ausgestattet. Tom Kiely selbst besuchte von Juni 1874 bis Februar 1885 die Ballyneale National School. In den ersten Jahren seiner Schulzeit wies er eine außergewöhnlich hohe Anwesenheitsquote von 85 bis 90 Prozent auf. Der durchschnittliche irische Grundschüler dieser Zeit erschien angesichts von häuslichen Verpflichtungen nur etwa an jedem dritten Schultag zum Unterricht. Auch Kielys Teilnahmerate am Unterricht sank letztlich. Er verließ die Schule im Alter von 15 Jahren während der sechsten Klasse, die er somit nicht abschloss. Als ältester Sohn der Familie wurde er fortan auf dem Hof gebraucht: Sein Vater führte ihn in den Viehhandel ein, außerdem half er beim Viehtrieb und beim Heumachen. Laut seinem Biographen McCarthy nahm Kiely bereits als Teenager eine „regelrechte Vaterrolle“ für seine jüngeren Geschwister an (im Original: „he had become quite a father figure among his siblings“). Ansonsten sind wenige biographische Details über Kielys Jugend überliefert. Er lernte Fiddle und Schwegel (englisch: Fife) zu spielen, seine musikalischen Fähigkeiten wurden später in Zeitungsberichten über ihn würdigend erwähnt.

Auf Tom Kielys beginnende sportliche Laufbahn übten die Brüder Maurice, Patrick und Tom Davin großen Einfluss aus. Die Davins lebten wenige Kilometer entfernt von den Kielys in Deerpark in der Nähe von Carrick-on-Suir und waren Teil der nationalen Leichtathletikelite. Seit den 1870er-Jahren hatten sie in verschiedenen Wurf-, Sprung- und Laufdisziplinen irische und englische Meistertitel gewonnen, Maurice Davin war 1884 einer der Gründer des nationalen Sportverbands, der Gaelic Athletic Association (GAA). In Deerpark legten die Davins einen der ersten umzäunten Sportplätze Irlands an. Wann Tom Kiely in Kontakt mit den Davins kam, ist nicht gesichert. Der Sporthistoriker Tom Hunt schreibt, Pat Davin sei 1886 bei einem Gaelic-Football-Spiel auf Kiely aufmerksam geworden. In der Folge hätten ihn die Davins in den verschiedenen von ihnen beherrschten Leichtathletikdisziplinen trainiert. Kiely war etwa 1,88 Meter groß (6 Fuß und 2 Zoll) und wog bis in seine Mittdreißiger nie mehr als etwa 82 Kilogramm. Er war stark genug für die Wurfdisziplinen und dabei gleichzeitig so wendig, dass er auch beim Springen zu den besten Sportlern zählte. Sein Vater William lehnte die sportlichen Ambitionen Tom Kielys – und später auch die von Toms jüngeren Brüdern Larry und Willie – ab. Er sah darin eine Zeitverschwendung. Kevin McCarthy vermutet, dass William Kiely nie zu einem Wettkampf seiner Söhne erschien, was zu tiefen Spannungen im familiären Verhältnis beigetragen habe.

Aufstieg in die irische Leichtathletikspitze (1888 bis 1894)

Karte der Insel Irland. Markiert ist eine Auswahl der im Text genannten Orte, in denen Kiely in den ersten Jahren seiner sportlichen Laufbahn Wettkämpfe bestritt.

Erste Wettkampfteilnahmen und Preise

Kurz vor seinem 19. Geburtstag trat Kiely im August 1888 in Clonmel nahe seiner Heimat erstmals zu einem Leichtathletikwettkampf für Erwachsene an. Er belegte dort zwei zweite Plätze in Wurfwettbewerben. Im gleichen Jahr nahm er an weiteren Wettkämpfen teil, wobei ihn seine weiteste Reise in die 25 Meilen (etwa 40 Kilometer) entfernte Hafenstadt Dungarvan führte. Um seine Pflichten auf dem Hof nicht zu lange zu vernachlässigen, konzentrierte sich Kiely in den ersten Jahren seiner sportlichen Laufbahn vor allem auf Veranstaltungen in seiner Heimatregion. Diese zumeist jährlich ausgetragenen Wettkämpfe etwa in Clonmel, Cahir oder Carrick-on-Suir waren Zuschauermagneten. Irland war im späten 19. Jahrhundert neben den Vereinigten Staaten von Amerika – wohin viele irische Topsportler dieser Zeit auswanderten – weltweit führend in der Leichtathletik, insbesondere in den Sprung- und Wurfdisziplinen.

Wie viele junge Leichtathleten seiner Zeit fokussierte sich Kiely bei seinen Wettkampfteilnahmen nicht auf einzelne Disziplinen, sondern trat sowohl in den Wurf- und Sprungwettbewerben als auch bei Läufen an. (Weil er auf den längeren Sprintstrecken nicht zu den führenden Sportlern zählte, verzichtete er ab 1890 außer bei Mehrkämpfen auf die Teilnahme an 400- und 440-Yards-Läufen.) Er verbesserte seine persönlichen Bestleistungen von Jahr zu Jahr deutlich und gewann bei seinen Starts bei den verschiedenen regionalen Wettkämpfen viele Preise (die nicht nur an die Sieger, sondern zumindest auch an die Zweitplatzierten verliehen wurden). Diese Preise waren zum Teil keine Medaillen, sondern praktische Gegenstände wie etwa ein Tweedanzug, Salatbesteck oder eine Schüssel. Ein ebenfalls bei einem Wettbewerb gewonnenes Album nutzte Kiely, um sorgfältig Buch über seine Erfolge zu führen und Zeitungsausschnitte mit entsprechenden Berichten zu sammeln. Für den Zeitraum von 1888 bis 1895 dokumentierte er in diesem Album insgesamt 269 von ihm gewonnene Preise, 67 davon alleine im Jahr 1893. Gegen Ende seiner Laufbahn berichtete die New York Times 1904, Kiely habe insgesamt in seiner Karriere 1500 Preise gewonnen. Der Sporthistoriker Tom Hunt erachtet die Größenordnung dieser Schätzung als plausibel, hält sie aber dennoch für um mehrere hundert übertrieben.

Irische Meistertitel und Rekorde

In den Jahrzehnten vor der irischen Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich 1922 gab es zwei konkurrierende irische Sportverbände: zum einen die von Kielys Mentor Maurice Davin mitgegründete Gaelic Athletic Association (GAA), zum anderen die Irish Amateur Athletic Association (IAAA). Die IAAA galt als städtisch und eher unionistisch ausgerichtet und hielt keine Wettkämpfe an Sonntagen ab. Die GAA war eher nationalistisch geprägt und erlaubte Wettbewerbe an Sonntagen, die für die Landbevölkerung oftmals die einzige Möglichkeit zur Teilnahme boten. Beide Verbände richteten jährlich nationale Meisterschaften aus. Den irischen Sportlern stand es frei, an Veranstaltungen beider Verbände teilzunehmen, was Kiely im Laufe seiner Karriere auch tat und dadurch zwischen 1892 und 1907 die große Zahl von insgesamt 53 irischen Meistertiteln sammelte, 38 bei GAA-Meisterschaften und 15 bei IAAA-Meisterschaften. Sein Biograph Kevin McCarthy schreibt diesbezüglich zu Kiely, er sei ein „entschlossener Wettkämpfer“ gewesen, „unbedarft genug, sich nicht mit Politik zu beschäftigen, aber klug genug, um zu erkennen, wann Preise zu gewinnen waren“ (im Original: „He was […] a determined competitor, innocent enough not to concern himself with politics but shrewd enough to know when prizes were there for the winning“).

Bei seinen ersten GAA-Meisterschaften 1889 in Kilkenny wurde Kiely in vier Wurfdisziplinen Zweiter und belegte in zwei Sprungdisziplinen sowie im Hürdenlauf den dritten Platz. 1890 und 1891 nahm er weder an den GAA- noch an den IAAA-Meisterschaften teil. Irischer Meister wurde Kiely erstmals im August 1892, als er bei den nationalen IAAA-Mehrkampfmeisterschaften im Dubliner Stadtviertel Ballsbridge siegte. Die genaue Zusammensetzung des Mehrkampfs war in Irland zu dieser Zeit nicht festgelegt und unterschied sich von Turnier zu Turnier. In Ballsbridge 1892 gehörten neun Disziplinen dazu, wobei Kiely auf die Teilnahme am abschließenden Meilenlauf verzichtete, weil sein Punktevorsprung zu diesem Zeitpunkt bereits uneinholbar war. Zuvor hatte er den Hochsprung, den Weitsprung, das Kugelstoßen, den Hürdenlauf, das 440-Yards-Rennen sowie den Hammerwurf für sich entschieden. 1893 und 1894 verteidigte er am gleichen Ort seinen Mehrkampftitel, wobei der Wettbewerb etwa 1893 lediglich aus sieben Teildisziplinen bestand. Fünf Wochen nach seinem ersten Sieg im Mehrkampf gewann Kiely im September 1892 (ebenfalls in Dublin) an einem Tag sieben Entscheidungen bei den GAA-Meisterschaften: im Weitsprung, im Dreisprung, im 120-Yards-Hürdenlauf und in vier verschiedenen Wurfwettbewerben.

Ab 1892 unternahm Kiely zunehmend weitere Reisen innerhalb Irlands und trat etwa bei Wettkämpfen in Cork oder in Banteer an. Sein Biograph Kevin McCarthy vermutet, dass Kiely Teile dieser Strecken ritt und sonst den Schienenverkehr mit mehrmaligem Umsteigen nutzte. Dabei trug er regelmäßig seinen eigenen sechzehn Pfund (entspricht gut sieben Kilogramm) schweren Hammer mit sich. Für die Reise nach Banteer – etwa 100 Kilometer Luftlinie von Kielys Heimat entfernt – nennt McCarthy eine Reisezeit von bis zu 14 Stunden. Wegen seiner Erfolge wuchs Kielys Prominenz, was die Wettkampfveranstalter für Werbezwecke nutzten. Eine große Rolle spielte das Aufstellen neuer Rekorde, die teilweise als irische Bestmarken und teilweise als Weltrekorde vermarktet wurden. Allein im Jahr 1894 stellte Kiely acht dieser Bestleistungen im Hammerwerfen auf. Weil etwa die Größe und Form der Wurffläche nicht einheitlich geregelt war, gab es verschiedene Variationen der gleichen Disziplin, für die jeweils getrennt Rekorde ermittelt wurden. Laut McCarthy verfolgten die Organisatoren der Wettkämpfe bewusst diese Diversifizierung, um durch die immer neuen Rekorde den Status ihrer Veranstaltungen zu erhöhen.

Während sich Kiely im Lauf der 1890er-Jahre in den Wurfdisziplinen als führender Athlet Irlands behauptete, trat er bei Sprüngen und Läufen zeitweise schwächer auf. Ein Sportjournalist bescheinigte ihm 1893, dass er dort sehr steif wirkte (im Original: „Kiely looked fit enough, but he […] ran and jumped very stiffly“). Ein Grund dafür war eine Verletzung an der Oberschenkelmuskulatur, die er sich beim Gaelic Football zugezogen hatte und die seine Sprungkraft und Elastizität einschränkte. Schon mit Anfang 20 waren seine Arme außerdem von den vielen Würfen überlastet, insbesondere in der schwersten Gewichtsklasse, dem Wurf mit dem 56-Pfund-Gewicht (entspricht 25,4 Kilogramm). Obwohl Kiely auch in dieser Wurfdisziplin viele Rekorde aufstellte und Meistertitel errang, geht sein Biograph McCarthy davon aus, dass er sie verabscheute. Als Beleg nennt er ein Zitat Kielys, dass „kein Mensch jemals [solch ein Gewicht] werfen dürfen sollte“ (im Original: „that’s a weight no man should ever be allowed to throw“).

Wachsende Konkurrenz (1895 bis 1903)

Wettkampfteilnahmen in Schottland und England

Im späten 19. Jahrhundert bildete sich langsam eine internationale Leichtathletikszene heraus. Die erste regelmäßig ausgetragene Serie von Länderkämpfen begann 1895 mit dem Aufeinandertreffen von irischen und schottischen Sportlern in Glasgow. Sowohl Irland als auch Schottland gehörten politisch zum Vereinigten Königreich, hatten aber eine eigenständige Sportkultur entwickelt. Tom Kiely nahm zwischen 1895 und 1903 acht Mal – jedes Jahr außer 1896 – an dem Länderkampf teil, der jeweils abwechselnd in Schottland und in Irland ausgetragen wurde. Er trat dabei stets im Hammerwurf an, außerdem fünfmal im Hürdenlauf, dreimal im Kugelstoßen und bei seiner ersten Teilnahme auch im Weitsprung und im Hochsprung. Die 6,77 m, die er 1895 im Weitsprung ohne Absprungbrett erzielte, waren eine der besten Karriereleistungen Kielys in dieser Disziplin und die größte Weite, die bis zu diesem Zeitpunkt auf schottischem Boden gesprungen worden war. Der Wettkampf trug zur Legendenbildung um ihn bei: Der auf Mehrkampfgeschichte spezialisierte Autor Frank Zarnowski schreibt etwa, Kiely sei eigentlich nicht als irischer Vertreter für den abschließenden Weitsprung vorgesehen gewesen und habe sich bereits zum Umkleiden zurückgezogen gehabt. Auf die Bitte von irischen Funktionären sei er dann doch mit offenen Schnürsenkeln zurück zum Wettkampf geeilt und habe mit seinem Rekordsprung Irland zum 6-zu-5-Sieg gegen Schottland verholfen. Kielys Biograph Kevin McCarthy hält diese Darstellung für übertrieben: Ihm zufolge verzeichneten schottische Zeitungen Kiely schon im Vorfeld des Wettkampfs als Starter im Weitsprung. Im Hammerwurf blieb Kiely beim schottisch-irischen Länderkampf zwischen 1897 und 1902 ungeschlagen mit sechs aufeinanderfolgenden Siegen. Erst 1903 unterlag er in Edinburgh dem Schotten Tom Nicolson.

Kiely trat außerdem ab 1895 zu sieben Meisterschaften der englischen Amateur Athletic Association (AAA) an. Bei seinem Debüt im Stadion Stamford Bridge in London belegte er im Hammerwurf den zweiten Rang hinter dem ebenfalls aus Irland stammenden, aber in England lebenden William Barry. Zwischen 1897 und 1902 gewann Kiely im Hammerwurf fünf AAA-Titel. Seine einzige Niederlage in dieser Zeit erlitt er 1900 gegen John Flanagan, der vier Jahre zuvor aus Irland in die Vereinigten Staaten ausgewandert war, sich dort auf den Hammerwurf spezialisiert und seine Leistung deutlich verbessert hatte. Flanagan war im Vorfeld der Olympischen Spiele 1900 in Paris mit einer amerikanischen Delegation nach Europa gereist und siegte bei den AAA-Meisterschaften klar: Er warf den Hammer auf 49,78 m (163 ft 4 in), Kiely erreichte Platz zwei mit 42,42 m (139 ft 2 in). Mit einer ähnlichen Weite wurde Flanagan im Juli 1900 erster Olympiasieger im Hammerwurf. Kiely nahm nicht an den ersten beiden Austragungen der Olympischen Spiele 1896 und 1900 teil. Sein Biograph McCarthy erklärt den Verzicht auf die Olympiateilnahme 1896 unter anderem damit, dass die Wettkämpfe in Athen im April stattfanden: So früh im Jahr sei Kiely nicht in Form gewesen, weil die Leichtathletiksaison in Irland witterungsbedingt immer erst im Mai begonnen habe. Für die Olympischen Spiele 1900 plante die IAAA laut zeitgenössischen Zeitungsberichten die Entsendung mehrerer irischer Sportler nach Paris, darunter auch Kiely. Für den Hammerwurf rechneten irische Sportjournalisten mit einem Duell zwischen Kiely und Flanagan. Letztlich nahm aber mit Patrick Leahy nur ein Ire an Olympia teil, weil die Terminierung der Leichtathletikwettkämpfe fehlerhaft kommuniziert wurde – die IAAA-Athleten gingen von September aus und erfuhren erst Anfang Juli (bei den AAA-Meisterschaften), dass die Wettbewerbe tatsächlich schon in der folgenden Woche begannen.

In Irland wurde Kiely 1896 in den Zentralrat (Central Council) der GAA gewählt. Bis 1898 vertrat er als einer der GAA-Vizepräsidenten die Provinz Munster. Sein Biograph McCarthy bezweifelt, dass Kiely sich in dieser Rolle intensiv mit sportpolitischen Fragestellungen auseinandersetzte. Lediglich ein Redebeitrag ist überliefert, mit dem sich Kiely dagegen aussprach, dass die GAA eine aktive Rolle bei der Gedenkfeier zum hundertsten Jahrestag der Irischen Rebellion von 1798 einnahm. Als aktiver Athlet gewann er weitere nationale Meistertitel, darunter sechs bei den GAA-Meisterschaften 1897. Im Oktober 1898 wurde er zum insgesamt vierten Mal nationaler Mehrkampfmeister. In den Folgejahren organisierten weder die GAA noch die IAAA weitere Mehrkampfmeisterschaften in Irland. Die Disziplin galt unter anderem auch deswegen als unattraktiv, weil sich nahezu niemand fand, der gegen Kiely antreten wollte. Unabhängig davon mehrten sich laut McCarthy ab 1900 die Anzeichen, dass Kielys beste Jahre vorbei waren. Wenngleich er in seinen Dreißigern 14 weitere irische Meistertitel gewann, verbesserte er nur noch selten seine persönlichen Bestleistungen. Zeitgenössische Beobachter machten als Grund dafür aus, dass Kiely weiterhin auf eine Spezialisierung verzichtete und in vielen Disziplinen gleichzeitig antrat. Bei den GAA-Meisterschaften 1902 in Limerick wurde er irischer Meister im Hürdenlauf und mit dem 56-Pfund-Gewicht, unterlag aber im Hammerwurf überraschend dem rund 13 Jahre jüngeren Pat Ryan.

Entwicklungen im Hammerwurf

Der Hammerwurf war die Leichtathletikdisziplin, in der Kiely über seine Karriere die meisten Titel gewann: achtzehn irische Meisterschaften, dazu fünf Siege bei den englischen AAA-Meisterschaften und regelmäßige Erfolge bei den Länderkämpfen gegen Schottland. In den 1890er- und 1900er-Jahren durchlief die Disziplin mehrere, in erster Linie technische Veränderungen, die vor allem in den Vereinigten Staaten vorangetrieben wurden: Dort kamen Hammer mit Draht auf, die statt der bisherigen Wurfinstrumente mit einem starren Holzstiel verwendet wurden und sich zunehmend auch auf den britischen Inseln durchsetzten. Der englische Meister von 1895 William Barry vermutete, dass der vom führenden US-Amerikaner James Mitchel verwendete Hammer – mit Draht und Querstangengriff sowie mit einer Bleikugel als Kopf – zu diesem Zeitpunkt gegenüber englischen und irischen Hammern einen Weitenvorteil von etwa zwanzig Fuß beziehungsweise sechs Metern bot.

Die wesentlichen Verbesserungen des amerikanischen Hammers gegenüber dem europäischen lagen in dem weiter nach außen verlagerten Schwerpunkt und darin, dass es einfacher war, ihn bei den Drehungen vor dem Abwurf festzuhalten. Gleichzeitig erhöhten sich die technischen Anforderungen der Disziplin, weil die Beinarbeit und die bei den Rotationen erreichte Geschwindigkeit der Athleten beim Abwurf ebenso wichtig war wie ihre Kraft. Kiely passte seine Wurftechnik dem neuen Gerät an. Sein Biograph Kevin McCarthy kommt nach der Auswertung kurzer Filmaufnahmen von den AAA-Meisterschaften 1901 zu dem Ergebnis, dass Kiely sich vor dem Abwurf zweieinhalb Mal drehte und dabei eine wesentlich höhere Geschwindigkeit erreichte als seine Kontrahenten, die höchstens anderthalb Drehungen zeigten. Vereinzelt erzielte Kiely Weiten über 150 ft (45,72 m). Einer der weitesten Hammerwürfe seiner Laufbahn gelang ihm 1899 mit 156 ft 2 in (etwa 47,60 m). Damit blieb er weit entfernt von den Rekorden, die der Amerikaner John Flanagan aufstellte. Flanagan drehte sich drei Mal vor dem Abwurf und erreichte 1902 in New York eine Weite von 52,35 m (171 ft 9 in). Die irische Zeitung Sport verglich 1901 die Technik von Flanagan und Kiely:

“Flanagan winds the hammer more over his head than any other athlete we have seen at that exercise, and when his body revolves it does so almost as quick as lightning; as a consequence he keeps all his power together and covers very little ground. Kiely swings the hammer as he does the 56lbs, round his body, never up over his head, and he spreads himself out in the ground in the unlimited run style […]. This, we believe, is not as good a style as Flanagan’s and does not show the same command of the weight that the latter’s style does…”

„Flanagan schwingt den Hammer weiter über seinen Kopf hinweg als jeder andere Athlet, den wir bei dieser Disziplin gesehen haben, und wenn sich sein Körper dreht, geschieht dies fast blitzschnell; dadurch bündelt er seine gesamte Kraft und legt dabei nur eine sehr kurze Strecke zurück. Kiely schwingt den Hammer wie das 56-Pfund-Gewicht um seinen Körper herum, niemals über den Kopf, und er streckt sich im Stil des ‚Unlimited Run‘ [das heißt: wie beim Hammerwurf mit unbegrenztem Anlauf] auf dem Boden aus […]. Dies ist unserer Meinung nach kein so guter Stil wie der von Flanagan und zeugt nicht von derselben Beherrschung des Gewichts wie dessen [Flanagans] Stil…“

– Sport (irische Zeitung)

Die schnellen Drehungen vor dem Abwurf führten dazu, dass die Hammer häufiger in die falsche Richtung losgelassen wurden. Weil es während Kielys aktiver Zeit noch keine Schutzkäfige gab, wurde die Disziplin dadurch gefährlicher für die Zuschauer. Unter anderem diese Sicherheitsüberlegungen führten dazu, dass einige regionale irische Sportveranstaltungen den Hammerwurf ab den späten 1890er-Jahren aus ihrem Programm nahmen. Radsport gewann stattdessen an Popularität und ersetzte in mehreren Fällen die Wurfdisziplinen gänzlich.

Reise in die Vereinigten Staaten und Mehrkampfsieg in St. Louis 1904

Francis Field, der Austragungsort der AAU-Meisterschaft 1904

Im späten Frühjahr 1904 reiste Tom Kiely auf dem Passagierschiff Teutonic von Queenstown über den Atlantischen Ozean nach New York City, um an der Mehrkampfmeisterschaft der Amateur Athletic Union (AAU) im Juli in St. Louis teilzunehmen. Die Vereinigten Staaten waren zu diesem Zeitpunkt weltweit die führende Nation im Mehrkampf. Die AAU-Meisterschaft wurde zugleich als Weltmeisterschaft angekündigt und fand – wie zahlreiche andere als olympisch bezeichnete Sportveranstaltungen – im Rahmen einer Weltausstellung statt, der Louisiana Purchase Exposition. Verschiedene irisch-amerikanische Sportfunktionäre hatten Kiely von der Reise über den Atlantik überzeugt. Laut seinem Biographen Kevin McCarthy spielte zudem eine Rolle, dass Kiely mehrere aus seiner Heimatregion ausgewanderte Freunde und Verwandte in Amerika kannte und dass seine jüngeren Brüder nun alt genug waren, um sich während seiner Abwesenheit um den Hof der Familie zu kümmern. Verschiedene Darstellungen von Kielys Karriere behaupten, er habe für die Finanzierung seiner Fahrt nach Amerika mehrere seiner zuvor gewonnenen Preise verkaufen müssen. McCarthy und der Sporthistoriker Tom Hunt halten diese Theorie für nicht schlüssig und gehen davon aus, dass Kiely wohlhabend genug gewesen sei, um die Reise problemlos zu bezahlen. Gemäß den Einwanderungsunterlagen musste er das aber nicht, weil ein befreundeter irischamerikanischer Sportfunktionär die Kosten übernahm. Nach seiner Ankunft in Amerika verbrachte Kiely zunächst drei Wochen in New York. Er trainierte dort im Celtic Park. Ein örtlicher Verein richtete zu seiner Begrüßung Wettkämpfe aus, bei denen Kielys Teilnahme die Hauptattraktion war und laut zeitgenössischen Zeitungsberichten mehr als 5000 Zuschauer anzog.

Am 4. Juli 1904 trat Kiely auf dem Francis Field in St. Louis zur AAU-Meisterschaft im Mehrkampf in zehn Disziplinen (an einem Tag) an. Das Teilnehmerfeld bestand aus insgesamt sieben Sportlern: Neben fünf Amerikanern waren Kiely und der ebenfalls aus Irland stammende John Holloway die einzigen internationalen Teilnehmer. Als Favoriten galten Kiely, der Titelverteidiger Ellery Clark sowie Adam Gunn, der amerikanische Meister der Jahre 1901 und 1902. Für alle zehn Disziplinen wurden Punkte auf Grundlage der gezeigten Leistung vergeben. Kiely konnte daher – anders als er es von den Mehrkämpfen in Irland gewöhnt war – nicht auf die Teilnahme an einzelnen Wettbewerben verzichten, ohne weit in der Gesamtwertung zurückzufallen. Der Wettbewerb fand bei anhaltendem Regen statt. Der Boden des Francis Fields war ausgesprochen matschig, was sich negativ auf die sportlichen Leistungen auswirkte: Im Hammerwurf beispielsweise blieb die von Kiely erzielte Bestweite von 36,76 m mehrere Meter hinter seinen üblichen Weiten zurück. Neben dem Hammerwurf gewann Kiely auch das 880-Yards-Gehen, den Hürdenlauf und den Wurf mit dem 56-Pfund-Gewicht. Er schloss den Wettkampf mit 6036 Punkten ab, sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Adam Gunn betrug 129 Punkte. Der ebenfalls mitfavorisierte Ellery Clark gab den Wettkampf geschwächt durch eine Bronchitis nach fünf Disziplinen auf.

Mit dem Sieg in St. Louis galt Kiely – gemäß der amerikanischen Definition – als Mehrkampfweltmeister. Insbesondere unter den Irischamerikanern wuchs seine Popularität dadurch deutlich. In einem Brief an seine Schwester in Irland schrieb Kiely am 29. Juli:

“Well I won the World’s Championships here on 4th July & the Irish people here went crazy over my victory. I’ve had more invitations than I could fulfil in a year.”

„Nun, ich habe hier am 4. Juli die Weltmeisterschaft gewonnen, und die Iren hier sind wegen meines Sieges völlig aus dem Häuschen. Ich habe mehr Einladungen erhalten, als ich in einem Jahr wahrnehmen könnte.“

– Tom Kiely

Kiely blieb nach den AAU-Meisterschaften für zwei weitere Wochen in St. Louis und nahm an einem „irischen Sporttag“ (im Original: ‚Irish Sports‘ day) teil, bei dem er im Hürdenlauf, im Dreisprung sowie in drei Wurfdisziplinen den ersten Platz belegte. Anschließend reiste er über Milwaukee, Chicago, Buffalo, Syracuse, Boston und Philadelphia nach New York zurück. Obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch in Amerika war, nahm Kiely Ende August und Anfang September nicht an den eigentlichen olympischen Leichtathletikwettbewerben in St. Louis teil, bei denen etwa John Flanagan seinen zweiten Olympiasieg im Hammerwurf errang. Sein Biograph McCarthy vermutet, dass Kiely wusste, dass er in den Einzeldisziplinen nicht mit den Spezialisten wie Flanagan mithalten konnte und er sein Ziel mit dem Titel im Mehrkampf erreicht hatte: „Er hatte Orte zu besuchen und Leute zu treffen, also überließ er diese Spiele gerne anderen. Seine Aufgabe war erledigt“ (im Original: „He had places to visit and people to meet, so he happily left those Games to others. His job was done“).

Insgesamt hielt sich Kiely fast vier Monate in Amerika auf und kehrte Anfang Oktober 1904 nach Irland zurück. Bei seiner Ankunft in Queenstown hieß ihn die GAA unter anderem als „größten Vertreter der irischen Körperkultur der Gegenwart“ (im Original: „greatest modern exponent of Irish physical culture“) willkommen. Auch in Carrick-on-Suir war eine Willkommensfeier am örtlichen Bahnhof geplant, der sich Kiely entzog, indem er am Stadtrand aus dem Zug ausstieg und zu Fuß nach Ballyneale lief.

Letzte Jahre der sportlichen Laufbahn (1905 bis 1908)

Tom Kiely setzte seine sportliche Karriere nach dem Sieg in St. Louis noch für mehrere Jahre fort. Schon seit den späten 1890er-Jahren trat auch sein jüngerer Bruder Larry mit Erfolg zu Leichtathletikwettkämpfen in Irland an. 1904 hatte Larry – während Tom den Sommer in Amerika verbrachte – einen irischen Meistertitel im Hürdenlauf gewonnen und drei zweite Plätze in Wurfdisziplinen erreicht. Beide Brüder reisten 1905 gemeinsam durch Irland und traten bei mehreren Veranstaltungen gegeneinander an. In Dundalk teilten sie sich etwa den Sieg im Weitsprung, Tom gewann im Hammerwurf und Larry in einer anderen Wurfdisziplin sowie im Hürdenlauf. Ab 1906 zerstritten sich die beiden irischen Sportverbände GAA und IAAA. Athleten waren fortan von der Teilnahme an den Wettkämpfen eines Verbands ausgeschlossen, wenn sie zu Veranstaltungen des anderen Verbands antraten. Dadurch trennten sich die sportlichen Wege von Tom und Larry Kiely: Larry vertrat Irland (beziehungsweise die IAAA) beim irisch-schottischen Länderkampf und gehörte 1908 zum britischen Kader für die Olympischen Spiele in London, während sich Tom innerhalb Irlands auf die GAA-Wettkämpfe konzentrierte. 1907 errang er im Hürdenlauf und im Wurf mit dem 56-Pfund-Gewicht seine letzten beiden irischen GAA-Meistertitel.

Seinen letzten internationalen Wettkampf bestritt Kiely Ende Juni 1906, als er ein zweites Mal für die AAU-Meisterschaft nach Amerika reiste. In Boston trat er bei schlechtem Wetter vor lediglich 300 Zuschauern im Mehrkampf gegen Ellery Clark und John Bredemus an und gewann deutlich: Er entschied fünf Disziplinen für sich und holte 6274 Punkte, während der zweitplatzierte Bredemus auf 5064 Punkte kam. Der auf Mehrkampfgeschichte spezialisierte Autor Frank Zarnowski und Kielys Biograph Kevin McCarthy berichten, dass sich Kiely über die mangelnde Fairness Clarks im Wettkampf beschwert habe. Laut Kiely habe Clark darauf bestanden, den Hürdenlauf zu starten, als Kiely seine Schuhe noch nicht angezogen hatte. Nachdem Kiely den Hürdenlauf in Socken dennoch gewonnen hatte, gab Clark den Wettkampf auf. Kiely verbrachte anschließend noch mehrere Wochen in Amerika und kehrte im Spätsommer 1906 nach Irland zurück.

Ab Mitte der 1900er-Jahre stieg Martin Sheridan zu den führenden Leichtathleten auf. Sheridan war gebürtiger Ire und Ende der 1890er-Jahre nach Amerika ausgewandert. Er wurde 1904 Olympiasieger im Diskuswurf, trat aber auch im Mehrkampf an und gewann dort 1905, 1907 und 1909 die AAU-Meisterschaft. 1906 hatte er seinen Titel in Boston wegen einer Knieverletzung nicht gegen Kiely verteidigen können. Auf dem Rückweg von den Olympischen Spielen 1908 in London (wo er erneut Olympiasieger im Diskuswurf wurde) hielt sich Sheridan in Irland auf und trug Mitte August 1908 in Dungarvan ein Mehrkampf-Duell mit Kiely aus, das sich ausschließlich aus fünf Wurfdisziplinen zusammensetzte. Laut örtlichen Zeitungen erschienen 10.000 Zuschauer zu dem Wettkampf, für den Sonderzüge eingesetzt wurden. Beide Athleten gewannen jeweils zwei Disziplinen. Im abschließenden Wurf mit dem Sieben-Pfund-Gewicht leisteten sie sich jeweils drei Fehlversuche, woraufhin der Schiedsrichter den Wettbewerb für unentschieden erklärte. Laut Kielys Biographen McCarthy stieß dieses Ergebnis zwar unmittelbar nach dem Wettkampf auf große Unzufriedenheit bei den Zuschauern, war aber „in anderer Hinsicht perfekt“, weil keiner der beiden herausragenden Sportler eine Niederlage habe hinnehmen müssen und sich ein „ehrenvolles Gleichgewicht“ zwischen Kielys Erfahrung und Sheridans Leistungen in der Blütephase seiner Karriere ergeben habe (im Original: „In other ways the result was perfect. Neither champion had been beaten, and an honourable balance had been achieved […]“). Im Herbst 1908 trat Kiely im Alter von 39 Jahren und geschwächt durch eine Rückenverletzung im County Cork zum letzten Mal zu einem sportlichen Wettkampf an.

Nach der aktiven Sportkarriere (ab 1908)

Tom Kiely heiratete im Juli 1908 in Dublin Mary O’Donnell, die dort zu diesem Zeitpunkt als Kindermädchen arbeitete. Kielys Vater William lehnte die Hochzeit als nicht standesgemäß für seinen Sohn ab, weil Mary praktisch ein Waisenkind war – ihr Vater war nach dem frühen Tod der Mutter nach Amerika ausgewandert – und keine Mitgift in die Ehe brachte. Gemäß der Familienüberlieferung der Kielys verwehrte William in der Folge seinem ältesten Sohn den Zutritt zu den Familienhöfen, deren Leitung er stattdessen an die jüngeren Brüder übergab. Tom und Mary verbrachten einige Monate in Dublin, ehe sie in die Region nördlich von Dungarvan zogen, wo Tom um 1909 den Hof Fruit Hill kaufte (durch die Comeragh Mountains von Kielys Heimat getrennt). Die Kielys lebten bis in die 1920er-Jahre in Fruit Hill. Sie mästeten und handelten dort Rinder, hielten Milchkühe und züchteten Arbeitspferde. Im Ersten Weltkrieg verkaufte Kiely Pferde an die British Army. Tom und Mary Kiely bekamen zehn Kinder, von denen acht die frühe Kindheit überlebten, eines dann allerdings mit zwölf Jahren an Meningitis starb. Die Familie blieb unberührt vom Osteraufstand 1916 und dem Irischen Unabhängigkeitskrieg 1919 bis 1921. Sein Biograph Kevin McCarthy spekuliert, dass Kielys Ruhm als Sportler dazu beitrug. Bei den Tailteann Games 1924 – einem irischen Sport- und Kulturfest, das sich an die Olympischen Spiele anlehnte – trug Kiely bei der Eröffnungsfeier die irische Fahne.

Kielys Vater William starb 1915, seine Mutter Mary 1917. Tom Kiely übernahm in dieser Zeit zusätzlich zu Fruit Hill eine zweite Farm in der Nähe seines Heimatdorfes Ballyneale. Er kaufte und verkaufte in den folgenden Jahren und Jahrzehnten weitere Höfe, bis sich Anfang der 1940er-Jahre sein gesamter Besitz in und um Ballyneale befand. Kiely unterhielt eine enge Freundschaft mit Pat O’Callaghan, dem Hammerwurf-Olympiasieger von 1928 und 1932, der sich als Arzt in Clonmel niedergelassen hatte. Er blieb dem Sport verbunden und war noch 1943, mit 73 Jahren, als Schiedsrichter bei nationalen Meisterschaften tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg überschrieb Kiely seine drei Höfe an seine Söhne. Im Herbst 1951 erlitt er einen Schlaganfall und starb kurz danach am 6. November 1951 im Alter von 82 Jahren auf dem Hof Shawfield in Deerpark bei Carrick-on-Suir. Er wurde auf dem Friedhof neben der St. Mary’s Church in Ballyneale beigesetzt, wo 1978 ein von Yann Goulet entworfenes Denkmal zu seinen Ehren errichtet wurde. Toms Ehefrau Mary überlebte ihn um 20 Jahre und starb 1971.

Wahrnehmung und Würdigung

Einordnung der sportlichen Leistung

Tom Kiely gehörte über den Verlauf seiner 20-jährigen sportlichen Laufbahn von 1888 bis 1908 zu den führenden irischen Leichtathleten. Mit 53 irischen Meistertiteln in Lauf-, Wurf- und Sprungdisziplinen sowie im Mehrkampf gewann er so viele wie kein anderer Leichtathlet seines Landes (Stand 2019). Anlässlich seines 150. Geburtstags 2019 bezeichnete ihn der irische Sporthistoriker Tom Hunt in einem Beitrag im Journal of Olympic History als „den größten Sportler in Irlands größter Sportära“ (im Original: „the greatest athlete in Ireland’s greatest athletic era“). Der auf Mehrkampfgeschichte spezialisierte amerikanische Autor Frank Zarnowski nannte ihn 2006 den weltbesten Athleten seiner Zeit.

Zumindest im Hammerwurf und im Gewichtweitwurf erzielte Kiely mehrere Leistungen, die im frühen 20. Jahrhundert als irische Rekorde und teilweise als Weltrekorde galten (siehe Kapitel Irische Rekorde). Frank Zarnowski schreibt Kiely zudem eine Weltbestleistung im Dreisprung aus dem Jahr 1892 zu und führt ihn somit neben dem Schotten Donald Dinnie als einen von nur zwei Leichtathleten, die jemals gleichzeitig Weltrekorde in einer Sprung- und einer Wurfdisziplin hielten. Wenngleich Kiely in seiner aktiven Zeit als wiederholter Rekordbrecher angesehen wurde, stehen seine Bestleistungen nur selten in modernen Rekordchronologien: Der irische Leichtathletikverband Athletics Ireland und der britische Verband UK Athletics schreiben Kiely jeweils nur einen nationalen Rekord zu. In den Auflistungen des Weltverbands World Athletics erscheint sein Name gar nicht. Ein Grund dafür ist die Vielzahl der Ausprägungen der Disziplinen (beim Hammerwurf etwa abhängig vom Wurfgerät sowie von der Größe und Form der Abwurffläche), durch die es zahlreiche parallele Rekorde gab. Mit der späteren Standardisierung des Hammerwurfs wurden Kielys Leistungen aus den Bestenlisten gestrichen.

Angesichts der fehlenden offiziell anerkannten Bestmarken schreibt sein Biograph Kevin McCarthy, Kielys sportliche Größe sei schwierig zu belegen. Es bleibe nichts anderes übrig, „als zu betrachten, wie seine Leistungen zu seiner Zeit gewürdigt wurden“ (im Original: „The only way of gauging an athlete’s greatness when dealing with someone like Kiely is by looking at how his achievements were viewed in his own day“). Zeitgenössische Berichte machten demnach den enormen Einfluss Kielys deutlich. Tom Hunt und Frank Zarnowski verweisen zudem darauf, dass Kiely in allen sechs Mehrkämpfen seiner Karriere ungeschlagen blieb. Diese makellose Bilanz wurde im gesamten 20. Jahrhundert nur von Bob Mathias übertroffen, der alle elf Zehnkämpfe, zu denen er antrat, für sich entschied.

Kiely war nicht nur in der Leichtathletik aktiv, sondern auch im Gaelic Football und im Hurling, zwei hauptsächlich in Irland verbreiteten Mannschaftssportarten. Er war Kapitän des Gaelic-Football-Teams von Grangemockler. Im Frühjahr 1896 trat Kiely im Rahmen einer GAA-Veranstaltung in London an, bei der irische Sportarten präsentiert wurden. Im Gaelic Football spielte er dort für das irische Team gegen eine Auswahl aus London. Im Hurling war er Teil des Teams der Provinz Munster, das gegen ein Team aus Leinster spielte.

Sporthistorische Kontroversen um Status als Olympiasieger und Nationalität

Sporthistoriker sind sich uneinig darüber, ob Kielys Erfolg bei der AAU-Mehrkampfmeisterschaft 1904 in St. Louis auch als Olympiasieg zu werten ist. Der Mehrkampf fand Anfang Juli statt und damit knapp zwei Monate vor den anderen Leichtathletikveranstaltungen, die im Rahmen der Weltausstellung ausgetragen wurden und die zweifelsfrei als olympisch gelten. Kiely erhielt als Preis eine Goldmedaille mit der Beschriftung „All Around Athletics Champion of the World“ (auf Deutsch: „Weltmeister im Mehrkampf“). Auf dem Band, an dem die Medaille befestigt war, stand zudem „1904 Universal Exposition Olympic Games: St. Louis“ (auf Deutsch: „Olympische Spiele der Weltausstellung 1904: St. Louis“), was allerdings laut dem Sporthistoriker Tom Hunt üblich für alle Medaillen war, die bei der Weltausstellung verliehen wurden.

Zeitgenössische Bücher – wie Spalding’s Official Athletic Almanac for 1905, der in Ermangelung eines offiziellen Berichtes der Spiele von Sporthistorikern als Ersatzbericht herangezogen wird – führen den Mehrkampf teilweise gar nicht auf, teilweise ohne ihn ausdrücklich als olympisch zu bezeichnen. Laut Tom Hunt berichtete die amerikanische und irische Presse über Kiely stets als Weltmeister, wobei dieser Titel 1904 mehr Gewicht gehabt hätte als der des Olympiasiegers. Kielys Biograph Kevin McCarthy stellt die These auf, der für die Spiele 1904 verantwortliche Sportfunktionär James E. Sullivan und die Amateur Athletic Union (AAU) hätten den Begriff „olympisch“ eher als unbedeutend erachtet und alle möglichen Sportveranstaltungen damit versehen. Zumindest sei das Adjektiv kein Zeichen dafür gewesen, dass die weltbesten Sportler am Start waren. Dass der Mehrkampf hingegen als Weltmeisterschaft tituliert wurde, habe ihn laut McCarthy über die „bloßen“ olympischen Wettbewerbe stellen sollen (im Original: „James E. Sullivan’s naming of the all-around championship as a world championship was meant to put it above, not below or outside of, ‘mere’ Olympic competitions“). Tatsächlich setzten sich die Teilnehmerfelder bei den olympischen Leichtathletikwettkämpfen im August und September 1904 nahezu ausschließlich aus US-Amerikanern zusammen. Der einzige nicht für die USA startende Olympiasieger dort war der Kanadier Étienne Desmarteau im Gewichtwurf.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts führten verschiedene Sporthistoriker Kiely in ihren Nachschlagewerken als Olympiasieger, darunter Ferenc Mező in seinem 1956 veröffentlichten Buch Sechzig Jahre Olympische Spiele. Insbesondere der irische Olympiahistoriker David Guiney recherchierte Kielys Geschichte und setzte sich dafür ein, seinen Erfolg 1904 als Olympiasieg zu werten. Laut Guiney wurden seine Nachforschungen von der AAU bestätigt. 1969 nahm das Internationale Olympische Komitee (IOK) Kiely offiziell in die Liste der Olympiasieger auf. Inwieweit diese Aufnahme gerechtfertigt war, führte noch in späteren Jahrzehnten zu akademischen Debatten. Unter anderem Frank Zarnowski vertrat die Ansicht, Guiney habe sich geirrt und es gebe „absolut nichts, was auch nur im Entferntesten darauf hindeuten würde, dass [Kiely] an den Olympischen Spielen teilgenommen hat“ (im Original: „There is absolutely nothing […] to remotely suggest that [Kiely] participated in the Olympic Games“). Kevin McCarthy schreibt dagegen in seiner Biographie über Kiely, dass mit dessen Anerkennung als Olympiasieger „nach Ansicht vieler“ (im Original: „in the opinion of many“) ein historisches Unrecht gutgemacht worden sei.

Eine zweite sporthistorische Kontroverse betrifft Kielys Nationalität. In den meisten historischen Darstellungen und auch in den Listen des IOK wird Kiely als Brite geführt, weil Irland Anfang des 20. Jahrhunderts kein unabhängiger Staat war. Der Sporthistoriker Bill Mallon gibt Kielys Nationalität hingegen als irisch an. Auch sein Biograph McCarthy sieht keinen Grund, Kiely die britische Nationalität zuzuschreiben: Das britische olympische Komitee wurde erst 1905 gegründet, es habe kein britisches Olympiateam in St. Louis gegeben und keine britische Zeitung habe Kiely nach seinem Erfolg als Briten bezeichnet. Zum damaligen Zeitpunkt sei das Konzept, dass Sportler bei Olympia für bestimmte Nationen antraten, ohnehin sehr vage gewesen. Kiely habe in St. Louis vor allem sich selbst vertreten, in zweiter Linie sein County Tipperary und Irland (im Original: „It is obvious that Tom Kiely was representing Tom Kiely, first and foremost, and then Tipperary and Ireland“). Sein politisches Interesse sei zwar schwach ausgeprägt gewesen und er habe keine Abneigung gegenüber England oder Schottland gehegt, das hieße aber nicht, dass er als Vertreter Großbritanniens gesehen werden wollte. Auch Tom Hunt sieht Kiely klar als Einzelstarter und bezeichnet es als unbegründet, dass das IOK Kiely als Briten führt.

Öffentliches Bild und politische Einstellungen

Sein Biograph Kevin McCarthy charakterisiert Tom Kiely dahingehend, dass er sich trotz seiner konservativen Erziehung gesellschaftlichen Erwartungen stets widersetzt habe:

“He was driven by great self-belief, balanced with a desire to enjoy himself and see the world, yet he always carried himself with a quiet dignity that endeared him to all. He was very much his own man while at the same time being an ‘everyman’ for the Irish people, coming to be known in sporting terms as ‘the Champion’ or ‘Erin’s Champion’.”

„Er zeichnete sich durch großes Selbstvertrauen aus, gepaart mit dem Wunsch, das Leben zu genießen und die Welt zu sehen, und dennoch trat er stets mit einer ruhigen Würde auf, die ihn bei allen beliebt machte. Er war ganz und gar sein eigener Herr und zugleich ein ‚Mann des Volkes‘ für die Iren, sodass er in Sportkreisen als ‚der Champion‘ oder ‚Erins [Irlands] Champion‘ bekannt wurde.“

– Kevin McCarthy

Der Sporthistoriker Tom Hunt sieht die von seinem Vater als nicht standesgemäß abgelehnte Eheschließung Kielys als Beleg für dessen geistige Selbstständigkeit im Privaten. Auch sportlich war Kiely auf seine Unabhängigkeit bedacht: 1904 lehnte er die Angebote verschiedener amerikanischer Klubs ab, die ihm finanzielle Unterstützung versprachen, wenn er in ihrem Namen antrete. Laut eigener Aussage sah er sich allein als Repräsentant Irlands. Hunt merkt gleichzeitig an, dass es falsch sei zu behaupten, Kiely habe „eine Art nationalistischen Kreuzzug geführt“ (im Original: „was engaged in a type of nationalist crusade“). Er beschreibt Kiely als gemäßigten Nationalisten, der aber wenig daran interessiert war, Sport für politische Zwecke zu nutzen. Sein Erfolg in St. Louis 1904 wurde von extremen und gemäßigten Nationalisten ebenso gefeiert wie von Unionisten.

Während seiner Laufbahn wurde Kiely häufig mit „Mat the Thresher“ verglichen, einer Figur aus dem Roman Knocknagow von Charles Kickham, die für heldenhafte Männlichkeit stand. Auch Kiely wurde in der Presse verehrt, seine Erfolge mit Gestalten der irischen Mythologie verknüpft. Sein auffallend gutes Aussehen und seine muskulöse Statur verstärkten seine Popularität. In Irland war Kiely einer der bekanntesten Sportler und allein die Ankündigung seiner Teilnahme zog Zuschauer zu Wettkämpfen an. Laut Kevin McCarthy trugen Kielys Siege in den USA 1904 und 1906 zudem dazu bei, das irische Selbstbewusstsein der Irischamerikaner zu stärken und zu zeigen, dass die Iren „mittlerweile ein fester Bestandteil des amerikanischen Sports und der amerikanischen Gesellschaft waren“ (im Original: „Tom Kiely’s achievement reinvigorated people’s Irish identity and helped show America that the Irish were now an established part of American sport and society“). Kiely sei der erste große Sportstar des modernen Irlands und zugleich der Letzte aus einer Reihe klassisch-gälischer Champions gewesen: Seine Karriere habe die Zeit überspannt, in der sich Sport von einer unregulierten Aktivität zu einer modernen organisierten Tätigkeit entwickelt habe.

Statistik

Meistertitel

Zwischen 1892 und 1907 gewann Tom Kiely insgesamt sechzig nationale Meistertitel in drei Ländern: dreiundfünfzig in Irland (davon achtunddreißig bei Meisterschaften der GAA und fünfzehn bei Meisterschaften der IAAA), fünf in England sowie zwei in den Vereinigten Staaten. Dreiundzwanzig Titel gewann Kiely im Hammerwurf in verschiedenen Ausprägungen, elf im Wurf mit dem 56-Pfund-Gewicht, acht im Hürdenlauf und sechs im Mehrkampf. Hinzu kamen Siege im Weitsprung, Dreisprung sowie in drei anderen Wurf- und Stoßdisziplinen.

Die folgende Tabelle nennt alle sechzig Meistertitel Kielys. Die Siege bei irischen Meisterschaften sind belegt durch die Ehrenliste (Roll of Honour) von Athletics Ireland. Die weiteren Titel orientieren sich an den Angaben von Kielys Profil auf Tipperary Athletics. In Teilen weichen die Weitenangaben dieses Profils bei irischen Meisterschaften von den Athletics-Ireland-Statistiken ab. Die Tabelle zeigt folgende Informationen an:

  • Spalte Org.: die Organisation, die die jeweilige Meisterschaft ausrichtete
  • Spalte Jahr: das Jahr des jeweiligen Meistertitels
  • Spalte Disziplin: die Leichtathletikdisziplin, in der Kiely den Titel gewann. Bei einigen Disziplinen – insbesondere im Hammerwurf – unterschieden sich die Varianten der Disziplin zwischen den Meisterschaftsaustragungen etwa in Bezug darauf, ob es einen Anlauf gab oder nicht. Teilweise gab es im gleichen Jahr mehrere Hammerwurfwettbewerbe: 1896 wurde Kiely GAA-Meister sowohl im Hammerwurf aus dem 9-Foot-Kreis (mit einem Hammer mit Draht) als auch im Hammerwurf ohne Anlaufbegrenzung (mit einem Hammer mit Holzstiel). Soweit das Format des Wettkampfs anhand der Siegerliste rekonstruierbar ist, wird es in der Tabelle vermerkt.
  • Spalte Leistung: Kielys Ergebnis (in Sekunden, Metern oder Punkten) im jeweiligen Wettkampf.
    • Während Kielys aktiver Zeit wurde sowohl in Irland als auch in England und in den Vereinigten Staaten das angloamerikanische Maßsystem verwendet, Distanzen daher in Fuß und Zoll (foot und inches) gemessen. Die Liste von Athletics Ireland nennt ausschließlich die umgerechneten Weiten im metrischen System, die auch in dieser Tabelle verwendet werden.
    • Das Punktesystem der Mehrkämpfe in Irland ist nicht mit dem Punktesystem in den USA vergleichbar.
Org.JahrDisziplinLeistung
IAAA 1892 Mehrkampf 31 Punkte
1893 Weitsprung 6,55 m
1893 Mehrkampf 29 Punkte
1894 Mehrkampf 21 Punkte
1895 120 Yards Hürden 17,2 s
1895 Weitsprung 6,28 m
1895 Hammerwurf 40,71 m
1895 56-Pfund-Gewichtwurf
(zwischen den Beinen)
8,10 m
1897 Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
42,62 m
1898 Hammerwurf 41,17 m
1899 Hammerwurf 42,47 m
1900 Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
43,14 m
1901 Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
45,81 m
1902 Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
45,81 m
1903 Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
40,69 m
GAA 1892 120 Yards Hürden 16,8 s
1892 Weitsprung 6,58 m
1892 Dreisprung 15,11 m
1892 Kugelstoßen 11,58 m
1892 28-Pfund-Gewichtstoßen 9,71 m
1892 Hammerwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
37,49 m
1892 7-Pfund-Gewichtwurf 25,72 m
1893 Dreisprung 14,27 m
1893 28-Pfund-Gewichtstoßen 9,83 m
1893 7-Pfund-Gewichtwurf 25,86 m
1893 Hammerwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
39,27 m
1894 56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
10,22 m
1896 Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
41,04 m
1896 Hammerwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
43,64 m
1896 56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
10,81 m
1897 120 Yards Hürden 18,2 s
1897 Weitsprung 6,29 m
1897 Dreisprung 13,77 m
1897 Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
42,59 m
1897 Hammerwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
43,64 m
1897 56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
11,15 m
1898 120 Yards Hürden 16,4 s
1898 Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
45,03 m
1898 56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
11,86 m
1898 Mehrkampf 30 Punkte
1899 Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
47,55 m
1899 56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
11,38 m
1900 Hammerwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
43,59 m
1901 120 Yards Hürden 16,8 s
1901 56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
10,95 m
1902 120 Yards Hürden 16,2 s
1902 56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
11,15 m
1903 120 Yards Hürden 16,8 s
1903 Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
44,37 m
1903 56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
10,22 m
1905 56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
10,29 m
1907 120 Yards Hürden 16,8 s
1907 56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
10,50 m
AAA 1897 Hammerwurf 43,41 m
1898 Hammerwurf 42,70 m
1899 Hammerwurf 41,57 m
1901 Hammerwurf 45,27 m
1902 Hammerwurf 43,51 m
AAU 1904 Mehrkampf 6036 Punkte
1906 Mehrkampf 6274 Punkte

Irische Rekorde

Im Anhang seiner Biographie über Tom Kiely präsentiert Kevin McCarthy eine Liste von 18 Kiely zugeschriebenen irischen Rekorden (das bedeutet: Bestleistungen auf irischem Boden). Dieser Liste liegt das Buch The Irish Athletic Record 1906 zugrunde, in dem der GAA-Funktionär Frank Dinneen die bis 1906 aufgestellten irischen Rekorde aufführt. McCarthy weist darauf hin, dass Dinneens Liste offensichtliche Lücken aufweist. Insbesondere fehlt Kielys Hammerwurf im Rahmen eines GAA-Wettkampfs 1899 auf 156 ft 2 inches (47,60 Meter), der zum damaligen Zeitpunkt teilweise als Weltrekord klassifiziert wurde. McCarthy geht davon aus, dass die von Dinneen erstellte Liste die Gesamtzahl von Kielys Rekorden deutlich unterschätzt. In seinen Augen ist es unmöglich, eine vollständige solche Auflistung zu erstellen.

Aufgestellte irische Rekorde von Tom Kiely
Disziplin Weite Datum Ort
in Fuß in Meter
56-Pfund-Gewichtwurf27 ft 2 in8,28 m31. Juli 1905Sligo
56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
36 ft 6 1⁄2 in11,14 m1896Carrick-on-Suir
56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
36 ft 7 in11,15 m26. Sep. 1897Tipperary
56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
37 ft11,28 m3. Okt. 1897Clonmel
56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
38 ft 11 in11,86 m14. Aug. 1898Cork
56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung, einarmig)
34 ft 11 1⁄2in10,66 m1893Mitchelstown
56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung, einarmig)
35 ft 5 in10,80 m1894Nenagh
56-Pfund-Gewichtwurf
(ohne Anlaufbegrenzung, einarmig)
35 ft 5 3⁄4in10,81 m1894Kilkenny
Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
142 ft 5 in43,41 m1897Cappoquin
Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
143 ft 0 3⁄4in43,61 m5. Aug. 1897Wexford
Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
145 ft44,20 m3. Okt. 1897Clonmel
Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
146 ft 10 in44,75 m16. Juli 1898Ballsbridge
Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
151 ft 11 in46,30 m25. Juli 1898Cahir
Hammerwurf
(9-Foot-Kreis)
154 ft 2 in46,99 m17. Sep. 1905Dungarvan
Hammerwurf
(ohne Anlaufbegrenzung)
152 ft 9 1⁄2in46,57 m24. Juli 1898Limerick
Hammerwurf
(7-Foot-Kreis, 3,5-Foot-Holzstiel)
122 ft 9 in37,41 m8. Aug. 1894Nenagh
Hammerwurf
(7-Foot-Kreis, 3,5-Foot-Holzstiel)
123 ft 11 in37,77 m8. Okt. 1894Kildorrery
Hammerwurf
(7-Foot-Kreis, 4-Foot-Holzstiel)
140 ft 2 in42,72 m31. Aug. 1896N/A

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Für Kielys Geburtsort bestehen verschiedene Schreibweisen. Kevin McCarthy verwendet einheitlich Ballyneill, andere Darstellungen nutzen Ballyneale oder Ballyneal. Am häufigsten findet sich Ballyneale.
  2. 1 2 3 4 Michael O’Dwyer: Tipperary Athletes: Tom Kiely. Online verfügbar, abgerufen am 30. Juli 2026.
  3. Kevin McCarthy: Tom Kiely: Erin’s Champion, Blackrock 2020. Zitiert wird das auf EPUB basierende E-Book ohne feste Seitenzahlen. Um dennoch die Nachvollziehbarkeit der Belege zu gewährleisten, wird anstelle der Seitenzahl das Kapitel und der jeweilige Absatz genannt. Langzitate innerhalb des Buches werden nicht als eigene Absätze gezählt.
    1. ↑ Kapitel 1, Absatz 1
    2. ↑ Kapitel 1, Absatz 14
    3. 1 2 Kapitel 1, Absatz 6
    4. ↑ Kapitel 2, Absatz 10
    5. ↑ Kapitel 1, Absatz 10
    6. ↑ Kapitel 1, Absatz 18
    7. ↑ Kapitel 1, Absatz 24–26
    8. ↑ Kapitel 1, Absatz 25
    9. ↑ Kapitel 1, Absatz 27
    10. ↑ Kapitel 1, Absatz 32
    11. 1 2 Kapitel 1, Absatz 37
    12. ↑ Kapitel 2, Absatz 25
    13. ↑ Kapitel 1, Absatz 7
    14. ↑ Kapitel 2, Absatz 4
    15. ↑ Kapitel 2, Absatz 24 und 28
    16. ↑ Kapitel 2, Absatz 6
    17. ↑ Kapitel 2, Absatz 24. McCarthy schreibt, dass er keinen Eintrag zu Teilnahmen von Kiely an solchen Rennen nach 1890 gefunden habe.
    18. ↑ Kapitel 2, Absatz 8. „Tom took second place in four weights events and was third in three more […] Tom listed the winning of only four prizes at Kilkenny in his scrapbook, suggesting that there were no medals or otherwise for third placings.“
    19. ↑ Kapitel 2, Absatz 27
    20. 1 2 Kapitel 2, Absatz 12
    21. ↑ Kapitel 2, Absatz 8
    22. ↑ Kapitel 2, Absatz 30 und 36
    23. ↑ Kapitel 2, Absatz 49
    24. ↑ Kapitel 2, Absatz 39
    25. ↑ Kapitel 3, Absatz 10
    26. ↑ Kapitel 3, Absatz 11
    27. ↑ Kapitel 3, Absatz 22
    28. ↑ Kapitel 3, Absatz 32
    29. ↑ Kapitel 3, Absatz 27
    30. ↑ Kapitel 4, Absatz 2 und 5
    31. ↑ Kapitel 4, Absatz 7
    32. ↑ Kapitel 4, Absatz 13
    33. ↑ Kapitel 4, Absatz 12
    34. ↑ Kapitel 4, Absatz 29
    35. ↑ Kapitel 5, Absatz 4
    36. 1 2 Kapitel 5, Absatz 24
    37. ↑ Kapitel 5, Absatz 23
    38. ↑ Kapitel 5, Tabelle am Kapitelende
    39. ↑ Kapitel 5, Absatz 13
    40. ↑ Kapitel 7, Absatz 10 und 11
    41. ↑ Kapitel 6, Absatz 7 und 8
    42. ↑ Kapitel 6, Absatz 25
    43. ↑ Kapitel 6, Absatz 41
    44. ↑ Kapitel 7, Absatz 1
    45. ↑ Kapitel 7, Absatz 16
    46. ↑ Kapitel 7, Absatz 24
    47. ↑ Kapitel 3, Absatz 37
    48. ↑ Weil Blei dichter ist als Eisen, ist ein Hammerkopf aus Blei bei gleichem Gewicht kleiner und aerodynamischer als einer aus Eisen, vgl. Kapitel 2, Absatz 23
    49. ↑ Kapitel 5, Absatz 6
    50. ↑ Kapitel 6, Absatz 30
    51. ↑ Kapitel 6, Absatz 26
    52. ↑ Kapitel 6, Absatz 38. Ein zeitgenössischer Zeitungsbericht im Clonmel Nationalist nennt als Weite abweichend 156 ft, vgl. Kapitel 6, Fußnote 52.
    53. ↑ Kapitel 7, Absatz 20
    54. ↑ Kapitel 7, Absatz 22
    55. ↑ Kapitel 6, Absatz 32
    56. ↑ Kapitel 7, Absatz 17
    57. ↑ Kapitel 8, Absatz 1
    58. ↑ Kapitel 8, Absatz 7
    59. ↑ Kapitel 8, Absatz 8
    60. ↑ Kapitel 8, Absatz 9 und 10
    61. ↑ Kapitel 8, Absatz 11
    62. ↑ Kapitel 8, Absatz 24
    63. ↑ Kapitel 8, Absatz 28
    64. ↑ Kapitel 8, Absatz 35
    65. 1 2 Kapitel 9, Absatz 3
    66. ↑ Kapitel 9, Absatz 5 und 6
    67. ↑ Kapitel 9, Absatz 23
    68. ↑ Kapitel 6, Absatz 36 und 40
    69. ↑ Kapitel 9, Absatz 18
    70. ↑ Kapitel 10, Absatz 14
    71. ↑ Kapitel 10, Absatz 17 und 18
    72. ↑ Kapitel 10, Absatz 39
    73. ↑ Kapitel 10, Absatz 24
    74. ↑ Kapitel 10, Absatz 26 und 27
    75. ↑ Kapitel 10, Absatz 33
    76. ↑ Kapitel 10, Absatz 21
    77. ↑ Kapitel 10, Absatz 22
    78. ↑ Kapitel 10, Absatz 41
    79. ↑ Kapitel 10, Absatz 45
    80. ↑ Kapitel 10, Absatz 46
    81. ↑ Kapitel 10, Absatz 48
    82. ↑ Kapitel 11, Absatz 2 bis 4
    83. ↑ Kapitel 11, Absatz 6
    84. ↑ Kapitel 11, Absatz 8 und 15
    85. ↑ Kapitel 11, Absatz 9 bis 12
    86. ↑ Kapitel 11, Absatz 16
    87. ↑ Kapitel 11, Absatz 14
    88. ↑ Kapitel 11, Absatz 26
    89. ↑ Kapitel 11, Absatz 24
    90. ↑ Kapitel 11, Absatz 36 und 38
    91. ↑ Kapitel 11, Absatz 38
    92. 1 2 3 Anhang 1
    93. ↑ Anhang 1, Fußnote 1
    94. ↑ Einleitung, Absatz 13
    95. ↑ Einleitung, Absatz 11
    96. ↑ Kapitel 3, Absatz 15
    97. ↑ Einleitung, Absatz 12
    98. ↑ Einleitung, Absatz 14
    99. ↑ Kapitel 5, Absatz 11
    100. ↑ Kapitel 12, Absatz 23
    101. ↑ Kapitel 9, Absatz 22
    102. 1 2 Kapitel 12, Absatz 28
    103. ↑ Kapitel 12, Absatz 34
    104. ↑ Kapitel 12, Absatz 38
    105. ↑ Kapitel 12, Absatz 39 und 42
    106. ↑ Kapitel 8, Absatz 22
    107. ↑ Kapitel 12, Absatz 43
    108. ↑ Einleitung, Absatz 6
    109. ↑ Einleitung, Absatz 4
    110. ↑ Kapitel 1, Absatz 28
    111. ↑ Kapitel 6, Absatz 5
    112. ↑ Einleitung, Absatz 9
    113. ↑ Kapitel 9, Absatz 1
    114. ↑ Kapitel 11, Absatz 39
    115. ↑ Kapitel 6, Absatz 19
    116. ↑ Anhang 3
  4. Tom Hunt: Tom Kiely: Ireland’s First Track and Field Olympic Gold Medallist? In: Journal of Olympic History, 2019, 27. Jahrgang, Nr. 3, S. 44–55.
    1. 1 2 3 4 5 6 7 Seite 47
    2. 1 2 3 4 Seite 45
    3. 1 2 3 4 Seite 44
    4. ↑ Seite 44 bis 45
    5. 1 2 Seite 46
    6. 1 2 Seite 48
    7. 1 2 Seite 49
    8. 1 2 3 Seite 50
    9. 1 2 3 4 Seite 51
    10. ↑ Seite 44. Hunts Einschätzung wird gestützt durch die Ehrenliste (Roll of Honour) von Athletics Ireland, die Kiely 2020 als erfolgreichsten irischen Meister aller Zeiten führte, vgl Roll of Honour / Irish Athletics Champions / 1861 – 2020 auf athleticsireland.ie. Abgerufen am 20. August 2026.
    11. ↑ Seite 54
    12. 1 2 3 4 5 Seite 53
    13. ↑ Seite 52 bis 53
  5. Frank Zarnowski: Thomas F. Kiely – A Biography. In: Journal of Olympic History, 2006, 14. Jahrgang, Nr. 2, S. 6–11.
    1. ↑ Seite 6 bis 7. Zarnowski begründet diese Einschätzung damit, dass in den 1890er-Jahren viele Weltrekorde im Werfen und Springen von Iren gehalten wurden.
    2. 1 2 3 Seite 7
    3. ↑ Seite 7 bis 8
    4. 1 2 Seite 9
    5. 1 2 3 Seite 11
    6. ↑ Seite 10
  6. ↑ Kevin McCarthy: Gold, Silver and Green: The Irish Olympic Journey 1896–1924, Cork University Press 2011, Seite 12.
  7. ↑ Sport, 19. August 1893. Zitiert nach Kevin McCarthy: Tom Kiely: Erin’s Champion, Blackrock 2020, Kapitel 3, Absatz 26.
  8. ↑ Arthur McGahon: The Greatest All-Rounder World Will Ever Know. In: The Irish Press, 2. März 1958. Zitiert nach Kevin McCarthy: Tom Kiely: Erin’s Champion, Blackrock 2020, Kapitel 3, Absatz 30.
  9. ↑ Sport, 5. Oktober 1901. Zitiert nach Kevin McCarthy: Tom Kiely: Erin’s Champion, Blackrock 2020, Kapitel 7, Absatz 20.
  10. ↑ Christopher Warner: ‘The Champion Kiely’—Ireland’s greatest athlete? In: History Ireland, 2019, 27. Jahrgang, Nr. 4, S. 34–35. Online verfügbar auf historyireland.com. Abgerufen am 30. Juli 2026.
  11. ↑ Roll of Honour / Irish Athletics Champions / 1861 – 2020 auf athleticsireland.ie. Abgerufen am 20. August 2026.