Torleif Tellefsen

Torleif Tellefsen vor 1944

Torleif Tellefsen (* 23. April 1902 in Grimstad; † 10. Mai 1944 im Trandumer Wald/Trandumskogen, Ullensaker) war ein norwegischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Er lebte in Grimstad, sein Einsatzgebiet war die Umgebung von Grimstad und Südnorwegen.

Familie und Beruf

Er war der Sohn von Jakob Emil Tellefsen (* 1870) und Tomine (Tomme), geborene Tallaksen (* 1869). Er heiratete 1935 Hjørdis (1902–1962) und hatte mit ihr ein Kind, die Tochter Magnhild (* 1936). Er besuchte die Mittelschule/Middelskole, eine Handelsschule, wurde Buchhalter und absolvierte eine Pilotenausbildung. Von 1922 bis 1925 diente er in der US-Luftwaffe als Mechaniker und Maschinengewehrschütze. Nach seiner Rückkehr nach Norwegen schloss er die Heeresfliegerschule in Kjeller als Unteroffizier ab. Nach einer kurzen Tätigkeit in einer Reederei trat er bei Kriegsausbruch wieder in die Armee ein. Er beteiligte sich an den Abwehrkämpfen gegen die Wehrmacht und kommandierte am 9. April 1940, dem Beginn des deutschen Überfalls, eine Maschinengewehrgruppe des norwegischen Jagdgeschwaders in Fornebu.

Widerstand

Tellefsen konnte nach den Kämpfen fliehen, wurde aber gefangengenommen. Nach seiner Freilassung ging er zurück nach Grimstad und schloss sich sofort dem Widerstand, der militärischen Organisation Milorg, an. Er „war seit Januar 1941 Sektionsleiter der Widerstandsbewegung in Grimstad, bildete Partisanen im Waffengebrauch aus, übermittelte topographische Skizzen nach England“ und arbeitete mit der alliierten Geheimdienstorganisation XU zusammen.

Verhaftung, Prozess und Hinrichtung

Im Juli 1942 wurde er, weil sein Name in einem abgefangenen Telegramm nach London aufgetaucht war, zum ersten Mal verhaftet, wegen fehlender Beweise und Identitätszuordnung aber wieder freigelassen. Nach der Verhaftung des führenden Kopfs der Milorg in Südnorwegen, Arne Laudal, im Dezember 1942, flog die gesamte Grimstad-Gruppe auf. Am 4. Januar 1943 wurde auch Tellefsen von der Gestapo zu Hause abgeholt und im Gestapo-Hauptquartier in Kristiansand, dem „Archiv/Arkivet“, festgesetzt. Am 15. Februar 1943 kam er in das Konzentrations- und Polizeihäftlingslager Grini, wo er auf seinen Prozess wartete. Am 14. April 1944 verurteilte ihn das SS- und Polizeigericht Nord, Oslo, Kristinelundveien 22, „wegen Aktivitäten für einen Feindstaat“ zum Tod. Ein Erschießungskommando führte am 10. Mai 1944 auf dem Militärgelände im Trandumer Wald das Urteil aus. Seine Leiche wurde vor Ort, Grab 17 auf der heutigen Gedenkstätte, in einem Massengrab anonym verscharrt.

Gedenken

Sein Name im Sockel des Denkmals, Aufnahme vor 1957

Auszeichnungen

Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1 2 Grab 17 auf der Museumsseite mia.no.
  2. 1 2 3 Lettere di condannati, Seite 472–475, siehe Literatur.
  3. ↑ Datenblatt und Biographie auf der Gedenkseite fanger.no.
  4. 1 2 3 Gedenkenseite mit Bild auf vg.no.
  5. 1 2 Detaillierte Informationen auf wwiinorge.com.
  6. ↑ Siehe Gedenkseite der Trandum-Stiftung auf trandum.no