Toy Story

Film
Titel Toy Story
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1995
Länge 81 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Pixar Animation Studios
Stab
Regie John Lasseter
Drehbuch
Produktion
Musik Randy Newman
Schnitt
→ Synchronisation →
Chronologie

Toy Story (englisch für ‚Spielzeuggeschichte‘) ist ein Computeranimationsfilm des Regisseurs John Lasseter. Der von den Pixar Animation Studios im Auftrag der Walt Disney Company produzierte Film ist der erste vollständig am Computer erstellte Langfilm für das Kino. Er erschien 1995 und gilt als Meisterwerk.

Handlung

Im Kinderzimmer von Andy hat die Hauptfigur, Cowboy-Sheriff Woody, das Sagen, denn er ist Andys Lieblingsspielzeug. Doch zum Geburtstag, dessen Feier wegen eines bevorstehenden Umzugs um eine Woche vorverlegt wird, erhält Andy den modernen Space-Ranger Buzz Lightyear. Die Spielzeuge aus Andys Zimmer sind von ihm begeistert, schließlich ist er mit den modernsten Raffinessen ausgestattet, die ein Spielzeug nur haben kann. Plötzlich ist Woody nicht mehr das unangefochtene Spitzen-Spielzeug und will aus Eifersucht Buzz loswerden. Woody versucht, Buzz und den anderen Spielzeugen immer wieder klarzumachen, dass Buzz nur ein Spielzeug sei, weil sich Buzz für den echten Buzz Lightyear hält und spielt Buzz’ Fähigkeiten herunter. Schließlich verübt er ein Attentat auf ihn, indem er beabsichtigt, Buzz in eine dunkle Ecke des Kinderzimmers zu stoßen. Doch der Versuch schlägt fehl. Buzz wird versehentlich aus dem Fenster geschleudert und landet im Vorgarten. Die anderen Spielzeuge sind nicht in der Lage, ihm zu helfen und ächten Woody, weil es für ein Spielzeug einem Todesurteil gleichkommt, sich in der Nähe des Nachbarsjungen Sid zu befinden. Denn er probiert an wehrlosen Spielzeugen die grausamsten Foltermethoden aus.

Während sich die Spielzeuge noch streiten, nimmt Andy Woody zu einem Ausflug ins Erlebnislokal Pizza Planet mit. Buzz gelingt es, der beängstigenden Zukunft im Vorgarten zu entfliehen, indem er sich am Auto von Andys Mutter festhält, als es die Einfahrt verlässt. Als das Auto an einer Tankstelle hält, verlässt Andy es kurz. Kaum ist er außer Hörweite, geraten Woody und Buzz in einen handgreiflichen Streit, in dessen Verlauf beide aus dem Auto fallen und alleine bei der Tankstelle zurückbleiben. Doch sie haben Glück: Wenige Minuten später hält das Auto eines Pizza-Planet-Mitarbeiters neben ihnen. Woody begreift, dass eine heimliche Mitfahrt in diesem Auto die beste Chance ist, zurück zu Andy zu finden. Doch er weiß, dass er Buzz mitnehmen muss, um das Missverständnis seines Unfalls aufklären zu können und von den anderen Spielzeugen in Andys Kinderzimmer wieder akzeptiert zu werden.

In der Pizza-Planet-Filiale verstecken sich die beiden in einem Greifautomaten. Kurz darauf entdeckt sie dort der Nachbarsjunge Sid, der sie aus dem Automaten holt und mit nach Hause nimmt. In dessen Zimmer lebt eine große Anzahl entstellter und aus verschiedenen Bauteilen zusammengesetzter Spielzeuge. Buzz und Woody wollen fliehen, doch alle Versuche scheitern. An einem Werbespot im Fernsehen und der Funktionslosigkeit seiner Ausrüstung erkennt Buzz schließlich, dass er in Wahrheit nicht der echte Space-Ranger ist, sondern nur ein Spielzeug. Daraufhin verfällt er in eine Depression und wehrt sich nicht gegen den brutalen Sid. Dieser fesselt Buzz an eine Rakete, um ihn am nächsten Tag in die Luft zu schießen. Zusammen mit den Spielzeugen aus Sids Zimmer kann Woody Buzz retten. Die Spielzeuge erteilen Sid eine Lektion, indem sie sich vor ihm lebendig zeigen, so dass er aufhört, Spielzeuge zu quälen. Woody und Buzz gelingt die Flucht.

Die beiden erreichen zwar Andys Wohnung, aber die Umzugsfuhre ist bereits gepackt, und die Familie fährt ihnen vor der Nase davon. Andy ist unglücklich, seine beiden Lieblingsspielzeuge verloren zu haben und nicht mit in die neue Wohnung nehmen zu können. Nach dem gescheiterten Versuch, den Umzugswagen mit einem ferngesteuerten Spielzeugauto zu verfolgen, kommt Woody auf die Idee, Sids Rakete zu zünden, die Buzz immer noch auf den Rücken gebunden trägt. Das Manöver glückt tatsächlich, und beide Spielzeuge fliegen durch das Schiebedach ins Auto. Andy findet sie sofort im Umzugskarton und ist überglücklich, beide wiederzuhaben. Die beiden Helden erkennen, dass es nicht nur darauf ankommt, das beste Spielzeug zu sein, sondern von einem Kind geliebt zu werden. Als Team haben sie es geschafft, Andys Herz zu erobern. Aus den ehemaligen Konkurrenten sind schließlich Freunde geworden. Am Ende, welches an Weihnachten spielt, bekommen die Spielzeuge mit, dass Andy nun einen Hund zu Weihnachten bekommen hat.

Sprecher

Die deutsche Synchronfassung entstand bei der FFS Film- & Fernseh-Synchron in München. Pierre Peters-Arnolds führte Dialogregie nach eigenem Dialogbuch. Die Musikbearbeitung entstand nach einem Dialogbuch von Klaus Lage und Dialogregie von Quirin Amper im Auftrag der Bavaria Musik Studios in München. Lage singt auch die im Original von Randy Newman komponierte und gesungene Filmmusik – besonders hervorzuheben ist hier der für einen oscarnominierte Filmsong You’ve Got a Friend in Me (im Deutschen Du hast’n Freund in mir).

Spielzeuge
Figur Originalsprecher Deutscher Sprecher Beschreibung
Woody Tom Hanks Peer Augustinski Cowboy-Puppe
Buzz Lightyear Tim Allen Walter von Hauff Weltraum-Actionfigur
Rex Wallace Shawn Ernst Wilhelm Lenik Tyrannosaurus-Figur
Specki
(engl. Hamm)
John Ratzenberger Michael Rüth Sparschwein
Slinky
(engl. Slinky Dog)
Jim Varney Peter Thom Spielzeug in Form eines Hundes
Charlie Naseweis
(engl. Mr. Potato Head)
Don Rickles Hartmut Neugebauer Figur von Hasbro
Lenny Joe Ranft Jakob Riedl aufziehbares Fernglas
Hai
(engl. Shark)
Jack Angel Burchard Dabinnus Gummispielzeug
Mr. Spell Jeff Pidgeon Christoph Krix Spielzeug mit Computertastatur
Sergeant R. Lee Ermey Reinhard Brock Soldaten-Figur
verwundeter Soldat
(engl. Hurt Soldier)
Spencer Aste Jan Koester
Porzellinchen
(engl. Bo Peep)
Annie Potts Alexandra Mink Porzellanfigur einer Schäferin
Menschen
Figur Originalsprecher Deutscher Sprecher Beschreibung
Andy Davis John Morris Oliver Cresswell Kind
Mrs. Davis Laurie Metcalf Maria Böhme Andys Mutter
Sid Phillips Erik von Detten Dimitri Guldner Rowdy aus der Nachbarschaft
Hannah Phillips Sarah Freeman Natalie Löwenberg Sids Schwester
Fernsehansager Penn Jillette Pierre Peters-Arnolds Buzz-Lightyear-Werbung

Entstehung und Veröffentlichung

Eingang zu den Pixar Studios, die den Film produziert haben

Zum Rendern des Filmes wurde eine Renderfarm aus 117 Sun SparcStation 20 verwendet. Der fertige Film belegte 500 Gigabyte und wurde auf 1200 CDs zwischengespeichert. Er feierte am 19. November 1995 Premiere in Hollywood und kam am 21. März 1996 in die deutschen Kinos.

Trotz zahlreicher realer Spielzeuge im Film tritt keine Barbie-Puppe auf, da der Hersteller Mattel dies nicht zulassen wollte. Nach dem großen Erfolg des ersten Teils erhielt man jedoch die Erlaubnis zur Verwendung von Barbies in Toy Story 2.

Obwohl der Film im Breitbildformat 1,85:1 produziert wurde, enthält die deutsche DVD-Special-Edition nur ein 1,78:1-Bild (16:9).

Am 2. Oktober 2009 wurde der Film in den USA in 3D wieder in die Kinos gebracht. Er war ausschließlich in einer Doppelvorführung zusammen mit Toy Story 2, welcher ebenfalls in 3D konvertiert wurde, zu sehen. Ursprünglich sollten die Vorführungen auf einen Zeitraum von zwei Wochen begrenzt werden. Wegen des großen Erfolgs wurde dieser jedoch auf fünf Wochen ausgedehnt.

Für die 3D-Konvertierung wurden die ursprünglichen Computerdaten aufbereitet und eine virtuelle zweite Kamera hinzugefügt, so dass ein stereoskopes Bildmaterial vorlag, was für die Tiefenwahrnehmung unerlässlich ist. Allein dieser Prozess nahm vier Monate in Anspruch. Anschließend brauchte es weitere sechs Monate, um die Filme mit adäquaten 3D-Effekten zu versehen.

Die 3D-Doppelvorführung von Toy Story 1 und 2 hat innerhalb der fünfwöchigen Laufzeit 30.714.027 US-Dollar (23.686.658 €; Stand: 17. Juli 2010) eingespielt, davon alleine 12,5 Millionen US-Dollar (9,64 Millionen €; Stand 17. Juli 2010) am Eröffnungswochenende.

Inhaltliche Details und Anspielungen

Rezeption

Kritiken

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 100 %
Metacritic (Metascore) 96/100
Prädikat der FBW wertvoll
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
CinemaScore A
Lexikon des internationalen Films SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
Prisma SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol
They Shoot Pictures, Don’t They? #679

Toy Story gilt als Meisterwerk, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes ausschließlich wohlwollende Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein. Metacritic ermittelt aus den vorliegenden Bewertungen „Einhelliges Lob“ und stuft ihn als „Pflichtprogramm“ ein.

„Der erste vollständig computeranimierte Langfilm erzählt seine spannende Abenteuergeschichte mit überwältigendem Einfallsreichtum, mit Rasanz und Humor, ohne das Loblied auf Freundschaft und gegenseitigen Respekt der technischen Virtuosität zu opfern.“

„Der Film lebt nicht nur von der Sehnsucht nach der symbiotischen Freude am beseelten Spielzeug, sondern auch davon, wie immer wieder die Grenzen zwischen Spiel und Wirklichkeit überschritten und gleich darauf restauriert werden. Ein postmodernes Märchen voller Spiegelungen zwischen Realität und Warentraum, und von einer beinahe überbordenden Emotionalität.“

– Georg Seesslen: Die Zeit

„Toy Story ist eine Komödie für Charakterdarsteller. […] Auch auf Actionszenen verzichtete Regisseur John Lasseter nicht. Besonders die große Verfolgungsjagd gegen Ende des Films, als Buzz und Woody in einem Modellauto durch den Straßenverkehr jagen, führt die extravaganten Kameraeinstellungen vor, die durch Computeranimation möglich sind. Doch die spannendsten Momente spielen sich im Kopf der Protagonisten ab. Etwa wenn Buzz, der sich für einen echten Galaxiskrieger hält, einen Werbespot mit vielen BuzzLightyear-Figuren sieht und erkennen muß, daß er nichts weiter als ein Spielzeug ist. Das macht ihn menschlicher als manchen der lebendigen Hollywood-Schauspieler.“

– Rüdiger Sturm: KulturSPIEGEL

„Ein genial inszenierter, vielfach preisgekrönter Spaß.“

– Prisma

Publikumszuspruch

Auch das Publikum war begeistert. So vergaben US-Kinobesucher einen sehr guten CinemaScore von A entsprechend der deutschen Schulnote 1. Außerdem setzen die Nutzer der Filmdatenbank IMDb Toy Story auf Platz 64 ihrer Top 250 beliebtesten Filme.

Auszeichnungen

2005 wurde Toy Story in das National Film Registry aufgenommen, in dem als besonders erhaltenswert geltende US-Filme verzeichnet sind. Der Film gehört zudem seit 2007 laut dem American Film Institute zu den 100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten. Insgesamt listet They Shoot Pictures, Don’t They? Toy Story unter den angesehensten Werken der Filmgeschichte.

Preis Nominierungen Auszeichnungen Land Verleihung
Annie Award Bester Animationsfilm
Beste Animation
Beste Regie
Beste Musik
Beste Produktion
Bestes Produktionsdesign
Beste Technik
Bestes Drehbuch
Bester Animationsfilm
Beste Animation
Beste Regie
Beste Musik
Beste Produktion
Bestes Produktionsdesign
Beste Technik
Bestes Drehbuch
USA 1996
Oscar Beste Filmmusik
Bester Song (You’ve Got a Friend in Me)
Bestes Originaldrehbuch
Sonderoscar für den
ersten computeranimierten Spielfilm
USA 1996
Golden Globe Award Bester Film – Komödie oder Musical
Bester Filmsong
USA 1996
Saturn Award Bester Fantasyfilm
Bestes Drehbuch
USA 1996
BAFTA Award Beste visuelle Effekte Großbritannien 1997

Reverenzen

Im Laufe der Zeit wurde Toy Story vielfach Reverenz erwiesen:

Die Linuxdistribution Debian GNU/Linux verwendet die Namen der Charaktere aus Toy Story, um die verschiedenen Releases ihrer Software zu bezeichnen, „Buzz“ (1.1), „Rex“ (1.2), „Bo“ (1.3), „Hamm“ (2.0), „Potato“ (2.2), „Woody“ (3.0), „Sarge“ (3.1), „Etch“ (4.0), „Lenny“ (5.0), „Squeeze“ (6.0), „Wheezy“ (7.0), „Jessie“ (8.0), „Stretch“ (9.0), „Buster“ (10.0), „Bullseye“ (11.0), „Bookworm“ (12.0), „Trixie“ (13), „Forky“ (14, testing), „Duke“ (15, experimental) und „Sid“ (unstable).

Der Besamungsbulle Toystory erhielt seinen Namen nach dem Film.

Fortsetzungen

Commons: Toy Story – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Toy Story. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 2. März 2017.
  2. ↑ Sun und Pixar drehen Filmhit „Toy Story“ (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) in Computerwoche vom 22. Dezember 1995.
  3. 1 2 3 Audiokommentar der DVD
  4. ↑ Toy Story. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
    1. ↑ “Certified Fresh”
  5. ↑ Toy Story. In: Metacritic. Abgerufen am 16. Januar 2026 (englisch, aggregiert aus 26 Kritiken).
    1. ↑ “Universal Acclaim [–] must-see”
  6. ↑ fbw-filmbewertung.com
  7. ↑ Hal Erickson: Toy Story (Memento vom 19. September 2017 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
  8. 1 2 Archiv (Memento vom 9. August 2019 im Internet Archive) bei CinemaScore
  9. 1 2 Toy Story. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.
  10. 1 2 Toy Story. In: prisma. Abgerufen am 30. März 2021.
  11. 1 2 The 1,000 Greatest Films (by Ranking). In: They Shoot Pictures, Don’t They? 2025, abgerufen am 19. Oktober 2025 (englisch).
  12. ↑ Gummimann, geh du voran in Die Zeit, Ausgabe 13/1996 vom 22. März 1996.
  13. ↑ Revolution in Entenhausen in KulturSPIEGEL, Ausgabe 3/1996 vom 26. Februar 1996.
  14. ↑ Top 250 Movies. In: IMDb. Amazon, abgerufen am 19. Oktober 2025 (Wertung SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol).
  15. ↑ Bits from the Release Team , 2025-01-22
  16. ↑ Homepage der Debian Distribution, Erklärung der verfügbaren Versionsnamen
  17. ↑ Sebastian: Trailer zu Pixars „Lightyear“. 27. Oktober 2021, abgerufen am 27. Oktober 2021 (deutsch).