| X | |
| Blaze your glory! | |
| Mikroblogging-Dienst | |
| Sprachen | multilingual |
|---|---|
| GrĂŒnder | Jack Dorsey, Biz Stone, Evan Williams |
| Betreiber | X Corp. (X.AI) (seit 2023) Twitter, Inc. (2006â2023) |
| Benutzer | 229 Millionen (tÀglich aktiv, 2022) |
| Registrierung | Ja (BeitrÀge schreiben, Nutzern folgen, andere BeitrÀge weiterleiten, favorisieren, Programme autorisieren, BeitrÀge lesen) |
| Online | seit 21. MÀrz 2006 |
| (aktualisiert 26. Nov. 2024) | |
| https://x.com/ | |
X (stilisierte Schreibweise đ), bis Juli 2023 Twitter (englisch fĂŒr âGezwitscherâ), ist ein soziales Netzwerk. Das Internetportal wurde 2006 als Mikroblogging-Plattform von Jack Dorsey und weiteren MitgrĂŒndern ins Leben gerufen, die spĂ€ter das eigenstĂ€ndige Unternehmen Twitter, Inc. fĂŒr den Betrieb grĂŒndeten. Im Oktober 2022 wurde der Dienst von dem mehrheitlich von Elon Musk kontrollierten Unternehmen X Corp. ĂŒbernommen, das wiederum Ende MĂ€rz 2025 von Musks KI-Konzern X.AI ĂŒbernommen wurde. X ist heute eine der meistbesuchten Onlineplattformen der Welt. Angemeldete Nutzer können Texte mit bis zu 280 Zeichen (4000 Zeichen in der Bezahlversion) sowie Bilder und Videos verbreiten. Die einzelnen BeitrĂ€ge werden âPostsâ genannt und hieĂen vor der MarkenĂ€nderung âTweetsâ (von englisch to tweet âzwitschernâ). Ohne Konto sind Inhalte nur eingeschrĂ€nkt einsehbar. Seit der Ăbernahme durch Elon Musk steht das Netzwerk verstĂ€rkt wegen des Verbreitens von Rechtsextremismus, Antisemitismus, Desinformation und Verschwörungstheorien sowie russischer Propaganda in der Kritik.




Der Dienst wurde im MĂ€rz 2006 unter dem Namen twttr (Elision der Vokale des Worts âtwitterâ, engl. Disemvoweling) mit einem grĂŒnen Markenzeichen gegrĂŒndet und gewann weltweit rasch an PopularitĂ€t. Der erste Tweet wurde am 21. MĂ€rz 2006 durch den MitgrĂŒnder Jack Dorsey mit dem Inhalt âjust setting up my twttr.â verschickt. UrsprĂŒnglich wurde Twitter als SMS-basierte Plattform entwickelt, daher rĂŒhrte das anfĂ€ngliche Zeichenlimit von 140 Zeichen. Im Herbst 2006 wurde der Dienst Teil der Muttergesellschaft Obvious. Im April 2007 wurde Twitter, Inc. von Jack Dorsey, Biz Stone und Evan Williams als eigenes Unternehmen gegrĂŒndet und damit von der bisherigen Muttergesellschaft Obvious ausgegliedert. Twitter verzeichnete stetiges Wachstum; alleine im Jahr 2010 registrierten sich rund 100 Millionen neue Nutzer.
Seit April 2010 gibt es zur Nutzung des Dienstes eine mobile App fĂŒr Smartphones und Tablets. 2014 waren Apps fĂŒr Android, iOS, Microsoft Windows Phone, Blackberry, Firefox OS und einige Nokia-Handys verfĂŒgbar. Im April 2010 hatte Twitter 105 Millionen aktive Nutzer, im September 2011 waren es 200 Millionen, im Oktober 2013 rund 218 Millionen und im zweiten Quartal 2015 304 Millionen. Im Juni 2012 wurde das Twitter-Logo (âLarry the birdâ) grundlegend verĂ€ndert. Es ist seitdem einfarbig und wurde bis Juli 2023 verwendet. Vorbild ist ein mĂ€nnlicher BerghĂŒttensĂ€nger.
Im Oktober 2015 kamen GerĂŒchte auf, Twitter wolle die Grenze von 140 Zeichen fĂŒr einen Tweet auflösen oder zumindest eine Möglichkeit schaffen, direkt auf der Plattform lĂ€ngere Texte einzubinden. Im MĂ€rz 2016 gab Jack Dorsey zunĂ€chst bekannt, an der 140-Zeichen-Grenze festzuhalten. Im September 2016 lockerte Twitter jedoch die 140-Zeichen-Begrenzung. Seitdem werden beigefĂŒgte Fotos und Videos und zitierte Tweets nicht mehr auf die GesamtlĂ€nge des eigenen Beitrags angerechnet und verkĂŒrzen damit nicht mehr den verbleibenden Platz. Zudem startete das Unternehmen einen Test mit einer Verdopplung des bisherigen Zeichenlimits einzelner Tweets auf 280 Zeichen. Definierte Nutzergruppen durften diese Funktion vorab in allen Sprachen bis auf Japanisch, Chinesisch und Koreanisch testen, da in diesen Sprachen ohnehin nur sehr kurze Nachrichten âgetwittertâ worden seien.
Seit Mai 2018 werden Tweets von Konten, die durch Trolling und Verletzung der Twitter-Richtlinien aufgefallen sind, automatisch verborgen und erst durch BetÀtigen einer entsprechenden SchaltflÀche geladen.
Im Juli 2019 wurde die voreingestellte Webanwendung fĂŒr Desktop- und Laptoprechnerbenutzer zur umgestalteten progressiven Webanwendung gewechselt. Diese basiert auf der erstmals im April 2017 fĂŒr MobilgerĂ€te eingefĂŒhrten progressiven Webanwendung âTwitter Liteâ. Am 1. Juni 2020 wurde der Zugriff auf die klassische, seit 2014 bestehende âDesktopâ-Version der WebprĂ€senz fĂŒr alle Benutzer endgĂŒltig deaktiviert. Die ursprĂŒnglich an MobilgerĂ€ten bereitgestellte âM2â-WeboberflĂ€che, welche spĂ€ter GerĂ€ten mit eingeschrĂ€nkten WebfĂ€higkeiten und/oder deaktivierter JavaScript-UnterstĂŒtzung diente, wurde am 15. Dezember 2020 abgeschaltet.
Nach der Ăbernahme von Twitter durch Elon Musk Ende Oktober 2022 entlieĂ dieser die HĂ€lfte der Mitarbeiter. AnschlieĂend verlieĂen viele finanzstarke Werbekunden die Plattform.

Vom 3. bis zum 7. April 2023 war anstelle des Vogels das Logo der KryptowÀhrung Dogecoin, ein Hund der japanischen Rasse Shiba, zu sehen.
Zum 1. Juli 2023 wurde eine, laut AnkĂŒndigung, temporĂ€re Begrenzung fĂŒr das tĂ€gliche Lesen von Tweets eingefĂŒhrt. Demnach dĂŒrfen kostenpflichtig registrierte Nutzer 6000, normale Nutzer 600 und Neuanmeldungen lediglich 200 Tweets pro Tag konsumieren. SpĂ€ter solle die Grenze auf 8000/800/400 erhöht werden. Als BegrĂŒndung gab der Konzern an, man wolle damit dem ausufernden Daten-Scraping Einhalt gebieten. Zudem war das Lesen auf Twitter nur noch angemeldet möglich, inzwischen können Tweets auch wieder unangemeldet gelesen werden, nicht jedoch Profile oder ganze Threads.
Im Juli 2023 wurde das ikonische Vogel-Logo von Twitter zu einem neuen Logo geĂ€ndert, das grafisch stilisiert den Buchstaben X zeigt. Es handelt sich dabei konkret um eine Darstellung des Unicode-Zeichens đ (mathematischer GroĂbuchstabe X mit Doppelstrich, U+1D54F). Das Rebranding sollte ein erster Schritt fĂŒr eine lĂ€nger bestehende Vision von Musk sein. Demnach sollte das Soziale Netzwerk Twitter zu einer Allzweck-App ausgebaut werden, die neben Text-, Bild-, Video- und Audioinhalten auch Zahlungs- und weitere Online-Dienste bieten soll. Seit dem 26. Juli 2023 lautet das offizielle Konto des Dienstes auf der eigenen Plattform @X. Dieser Benutzername war zuvor seit ĂŒber einem Jahrzehnt von einem Nutzer registriert gewesen und wurde diesem ohne Ausgleich entzogen. Im August folgte die Umbenennung der App in den App-MarktplĂ€tzen sowie die Umbenennung der Bezahlversion Twitter Blue zu Premium.
Seit November 2023 wird auf X das von Musks Unternehmen xAI entwickelte KI-System Grok bereitgestellt.
Am 28. MĂ€rz 2025 wurde bekannt, dass xAI, ein Unternehmen fĂŒr kĂŒnstliche Intelligenz unter der Leitung von Elon Musk, die X Corp in einer reinen Aktientransaktion ĂŒbernimmt. Die Bewertung von xAI lag bei etwa 80 Milliarden US-Dollar, wĂ€hrend die X Corp nach Abzug von 12 Milliarden US-Dollar Schulden mit rund 33 Milliarden US-Dollar angesetzt wurde. Als Ziel der Fusion wurde ausgegeben, die KI-Expertise von xAI mit der Nutzerbasis von X zu kombinieren, um innovative Funktionen und Dienstleistungen zu entwickeln. Nach der Ăbernahme operiert X Corp als Teil von xAI, wodurch die Plattform X nun vollstĂ€ndig in das Portfolio des KI-Unternehmens integriert ist.
Im Februar 2026 stellte Elon Musk im Rahmen einer xAI-Veranstaltung neue Funktionen fĂŒr X vor. So soll die Nachrichtenfunktion um Bild-, Video- und Audioinhalte erweitert werden, sich selbst löschende Nachrichten und Videokonferenzen ermöglichen, und eine Ende-zu-Ende-VerschlĂŒsselung erhalten. Neben der Integration in X soll die eigenstĂ€ndige App XChat veröffentlicht werden. Mit XMoney sollen zudem Zahlungsdienstleistungen in das Netzwerk integriert werden, dafĂŒr besteht seit 2025 eine Partnerschaft mit Visa. X Corp. hat in 40 von 50 US-Staaten bereits Geldtransfer-Lizenzen erlangt.
Twitter wird als Kommunikationsplattform, soziales Netzwerk oder meist öffentlich einsehbares Online-Tagebuch definiert. Privatpersonen, Organisationen, Unternehmen und Massenmedien nutzen Twitter als Plattform zur Verbreitung von kurzen (max. 280 Zeichen) Textnachrichten (Tweets) im Internet. Im Gegensatz zu Facebook steht nicht der Kontakt mit bekannten Freunden im Vordergrund; Nutzer sehen grundsĂ€tzlich die Tweets der von ihnen ausgewĂ€hlten Autoren (denen der Autor mittels eines Abonnements âfolgtâ), können diese aber auch âretweetenâ (weiterleiten). Tweets können vom Autor jederzeit gelöscht werden, aber nicht mehr geĂ€ndert werden, nachdem sie abgesetzt wurden. GrundsĂ€tzlich wird dem Nutzer eine personalisierte Auflistung (Feed) von Tweets, die vom Twitter-Algorithmus ausgewĂ€hlt werden, unter der Rubrik âFĂŒr dichâ aufgezeigt; alternativ kann der Feed vom Nutzer gefolgter Autoren (Rubrik âFolge ichâ) eingesehen werden (oder auch von Autoren die in eigens angelegten Listen gespeichert wurden).
Als zentralisiert betriebenes Angebot ist Twitter zensierbar. Tweets können daher vom Plattformbetreiber gelöscht werden. Wie der Betrieb erfolgt auch die Entwicklung der Plattform zentralisiert, im Gegensatz zu Plattformen wie Mastodon, die den gesamten Quelltext und das verwendete Protokoll ActivityPub öffentlich dokumentieren.
Ăber eine Programmierschnittstelle (API) stellen Komplementoren die ĂŒber Twitter veröffentlichten Nachrichten zur VerfĂŒgung, damit die Aktualisierungen auf verschiedenen KanĂ€len von vielen Diensten abgerufen und von dort wieder eingespeist werden können. Anfang Februar 2023 kĂŒndigte Twitter an, die kostenlose eigene API am 9. Februar 2023 abzuschalten. Markus Reuter kritisierte in einem Kommentar von netzpolitik.org, dies gefĂ€hrde ânicht nur zahlreiche Non-Profit-Projekte, sondern potentiell auch Wissenschaft und Journalismusâ. Die Preise richten sich nach der Umstellung u. a. nach der Menge an Tweets, die man pro Monat herunterladen kann. Allerdings kostet beispielsweise eine Menge, die noch unterhalb der frĂŒheren Gratisversion liegt, mittlerweile 42.000 US-Dollar pro Monat. Musk begrĂŒndete den Schritt u. a. damit, dass die kostenlose Variante missbraucht worden sei, um Falschinformationen mit Hilfe von Bots zu verbreiten.
Dem Benutzer stehen unter anderem Kommunikationstechniken wie SMS (nur Vereinigte Staaten, Kanada und Indien) zur VerfĂŒgung. Im August 2008 hat Twitter den Versand von SMS-Kurznachrichten auĂerhalb der Vereinigten Staaten, Kanadas und Indiens eingestellt. Zudem stehen einfache Eingabehilfen ĂŒber die Twitter-Website (RSS) oder Desktop-Software zur VerfĂŒgung.
Bei Veranstaltungen kann eine Twitterwall eingesetzt werden â eine âWandâ, an die oder auf der Tweets zu einem vorher bestimmten einheitlichen Hashtag projiziert werden, sodass sie von allen Teilnehmenden gelesen werden können.
Seit Mai 2012 ist es möglich, sich die besten Tweets der Woche per E-Mail zusenden zu lassen. So erhĂ€lt der Nutzer eine Ăbersicht ĂŒber die relevantesten Tweets jener Konten, denen er folgt, beziehungsweise ĂŒber jene, die von abonnierten Konten besonders hĂ€ufig geteilt oder kommentiert wurden. Im Juni 2012 wurde bekannt, dass in Tweets gesetzte Links verschiedener Medien kĂŒnftig Vorschauen und Bilder in sich tragen. Ăber einen Button, der mit einer Glocke versehen ist, kann man sich via App neue Tweets von bestimmten Nutzern als Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone anzeigen lassen. Ăber die Twitter-eigene mobile Applikation Periscope hatten Anwender bis 31. MĂ€rz 2021 die Möglichkeit der Video-DirektĂŒbertragung (Livestreaming) vom Mobiltelefon aus. Seitdem sind Live-VideoĂŒbertragungen nur noch ĂŒber die Twitter-App möglich. Seit 2022 enthĂ€lt Twitter Alt-Text fĂŒr die barrierefreie Darstellung von Bildern.
Twitter setzt Java fĂŒr die Erzeugung von Webseiten ein. UrsprĂŒnglich war die Message Queue, die fĂŒr die Weiterleitung der eigentlichen Nachrichten zustĂ€ndig ist, in Ruby geschrieben. Diese musste jedoch aufgrund von Skalierungsproblemen neu geschrieben werden, was in der Programmiersprache Scala erfolgte. FĂŒr die OberflĂ€chengestaltung verwendet Twitter ein eigens entwickeltes UI-Framework namens Bootstrap, welches als Open-Source-Projekt der Allgemeinheit zur VerfĂŒgung gestellt wird.
Die Twitter-API erlaubt die Integration von Twitter in andere Onlinedienste und Anwendungen. Twitter kann neben spezialisierten Clients wie Seesmic Desktop auch in verschiedenen anderen Programmen verwendet werden, beispielsweise im Kundenbeziehungsmanagement-Dienst Salesforce, den Instant-Messaging-Client-Diensten Adium, Digsby oder im Flock-Browser. T-Mobile USA hat in sein Sidekick-Mobiltelefon neben Facebook auch Twitter integriert.
Mittels Erweiterungen lassen sich zusĂ€tzliche Informationen ĂŒber den Absender und die EmpfĂ€ngergruppe anzeigen, wie der jeweilige Standort auf dem Kartendienst Google Maps.
Mit spezialisierten Clients wie TweetDeck lassen sich Nachrichten ĂŒbersichtlicher darstellen. So kann auch bei mehreren Twitter-Konten die Ăbersicht behalten werden.
Am 9. April 2010 wurde bekannt, dass Twitter die Entwicklerschmiede des mobilen Clients Tweetie ĂŒbernommen hat und zukĂŒnftig eine Applikation fĂŒr das iPhone kostenlos anbieten möchte. Die offizielle Twitter-Applikation erschien am 19. Mai 2010 im App Store.
Twitter war 2007 ungefĂ€hr zu 98 Prozent der Zeit erreichbar, das heiĂt, insgesamt ĂŒber einen Zeitraum von sieben vollen Tagen nicht. Twitters Ausfallzeiten fielen insbesondere wĂ€hrend gut besuchter Veranstaltungen der Technologie-Industrie auf, wie der Macworld-Conference-&-Expo-Eröffnungsansprache im Jahre 2008.
Im Mai 2008 wurde die Software-Architektur dem Wachstum des Dienstes angepasst, jedoch fĂŒhrten StabilitĂ€tsprobleme zu Ausfallzeiten oder zum zeitweisen Entfernen von Funktionen. Im August 2008 zog Twitter die freien SMS-Dienste zeitweise fĂŒr den gröĂten Teil der Welt zurĂŒck.
Die erste SicherheitslĂŒcke bei Twitter wurde am 7. April 2007 von Nitesh Dhanjani gemeldet. Das Problem entstand dadurch, dass Twitter die Absenderangabe einer SMS als Authentifizierung fĂŒr ein Benutzerkonto nutzte. Nitesh verwendete einen Free-SMS-Dienst, um eine SMS zu manipulieren, woraufhin Twitter die Nachricht im Namen des Opfers verbreitete. Diese SicherheitslĂŒcke kann nur ausgenutzt werden, wenn die Telefonnummer des Opfers bekannt ist. Wenige Wochen nach dieser Entdeckung fĂŒhrte Twitter eine optionale PIN ein, um SMS authentifizieren zu können.
Am 20. MĂ€rz 2009 wurde eine weitere SicherheitslĂŒcke entdeckt, nachdem Twitter kurz zuvor ein Problem mit fĂ€lschbaren SMS-Aktualisierungen zumindest provisorisch hatte lösen können. Bei der neuen LĂŒcke handelt es sich um eine Cross-Site-Scripting-LĂŒcke, die prinzipiell sogar ein Wurm ausnutzen könnte.
Am 21. September 2010 wurde das Webinterface von Twitter das Opfer eines Angriffs via Cross-Site-Scripting, bei dem der JavaScript-Befehl âonmouseoverâ genutzt wurde. Dies veranlasste die Nutzer dazu, teilweise automatisch die ungewĂŒnschten Inhalte unter ihren Followern weiterzuverbreiten, Ă€hnlich der Weiterverbreitung eines Computerwurms. Die Auswirkungen betrafen dabei nicht die Benutzung des Dienstes ĂŒber Apps bzw. Clients. Nach ersten Medienberichten fĂŒhrte ein Bug beim Kurz-URL-Dienst ât.coâ von Twitter zur clientseitigen AusfĂŒhrung des Javascript-Codes.
Im Mai 2018 gab das Unternehmen bekannt, dass Passwörter von Benutzerkonten unverschlĂŒsselt bzw. unmaskiert in einer Verzeichnisdatei gespeichert wurden. Nach Twitter-Angaben ist der Fehler intern entdeckt und behoben worden; Hinweise auf Missbrauch oder Datendiebstahl gĂ€be es nicht. Aus SicherheitsgrĂŒnden forderte das Unternehmen seine Nutzer auf, ihre Kennwörter zu Ă€ndern. Wie viele der insgesamt ĂŒber 300 Millionen Twitter-Konten von der SicherheitslĂŒcke betroffen seien, gab das Unternehmen nicht bekannt.
Twitter sammelt personenbezogene Daten seiner Benutzer und teilt sie Dritten mit. Twitter sieht diese Informationen als einen Aktivposten und behĂ€lt sich das Recht vor, sie zu verkaufen, wenn das Unternehmen seinen EigentĂŒmer wechselt. Im Mai 2011 hĂ€ndigte Twitter, vermutlich erstmals, nach einer Klage vor einem kalifornischen Gericht die IP-Adressen, Mobilfunknummern, E-Mail-Adressen und weitere Daten von mehreren Nutzerkonten an den Gemeinderat des englischen South Tyneside aus, um den Urheber von Beleidigungen gegen Ratsmitglieder zu identifizieren. Seit Mitte Mai 2012 kann mittels des Do-Not-Track-Headerfeldes (DNT) einiger Browser das Sammeln personenbezogener Daten deaktiviert werden. Dies wurde von Mozilla, den Erfindern des DNT-Feldes, begrĂŒĂt. Im Juli 2020 kĂŒndigte Twitter an, dass das Unternehmen keine Daten an die Behörden von Hongkong mehr weiter gĂ€be, wĂ€hrend das Unternehmen das von der chinesischen Regierung auferlegte nationale Sicherheitsgesetz von Hongkong bewertete. Im Jahr 2022 einigte sich Twitter bei einem Vergleich mit den US-Strafverfolgungsbehörden auf eine Zahlung von 150 Millionen US-Dollar, da Twitter nicht explizit dafĂŒr freigegebene E-Mail-Adressen und Telefonnummern fĂŒr personalisierte Werbung nutzte.
Im Jahr 2022 waren weltweit 237,8 Millionen Nutzer monatlich auf Twitter aktiv. Laut ARD-ZDF-Onlinestudie nutzten 10 Prozent der Deutschen im Jahr 2020 Twitter mindestens selten, 5 Prozent mindestens einmal pro Woche und 2 Prozent tÀglich. Dabei entfiel der höchste Nutzeranteil jeweils auf die Altersgruppe 14 bis 29.
Zahlen fĂŒr Ăsterreich werden regelmĂ€Ăig durch den Social Media Radar Austria erhoben. Demnach hatte Twitter im Mai 2015 128.505 österreichische Nutzer, wovon 41.275 schreibende Konten waren. Insgesamt existierten in Ăsterreich 58.452 aktive Konten. Die Daten von Social Media Radar Austria basieren auf der Twitter-Programmierschnittstelle und wurden von Social Media Radar Austria mit eigens entwickelten Algorithmen extrahiert. Hierbei können nur die Nutzer richtig zugeordnet werden, die einen korrekten Wohnort in Ăsterreich eingetragen haben. Die durch Social Media Radar Austria erhobenen Reichweiten-Zahlen entsprechen angeblich nicht der reellen Twitter-Reichweite in Ăsterreich. Es wird vermutet, dass die tatsĂ€chliche Twitter-Reichweite in Ăsterreich ca. 4-mal so hoch sein könnte. Die vom Unternehmen verbreiteten Reichweiten-Zahlen können ĂŒber ads.twitter.com eingesehen werden.
In der Schweiz wurde X im Jahr 2023 von 740'000 Personen gelegentlich konsultiert, wie aus einer Studie der Interessengemeinschaft Elektronische Medien hervorgeht.
Japanische Version
Am 22. April 2008 gab Twitter in seinem Blog bekannt, dass es eine Version fĂŒr japanische Benutzer geschaffen habe, weil diese wichtige Anwender des Dienstes seien. Die BenutzeroberflĂ€che blieb jedoch vollstĂ€ndig auf Englisch. Eine Woche nach dem Start wurde berichtet, dass die japanische Version von Twitter an Fahrt gewinne. Seit 2010 ist Japanisch konstant die zweithĂ€ufigst benutzte Sprache auf Twitter.
Weitere Sprachversionen
Im November/Dezember 2009 wurde das Benutzerinterface von Twitter nacheinander in den Sprachen Spanisch, Französisch, Italienisch und Deutsch verfĂŒgbar gemacht. Die Ăbersetzungen wurden durch die Mithilfe freiwilliger Ăbersetzer erstellt.
| Rang | Besitzer | Kontoname | Follower (Millionen) |
AktivitÀt | Land |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Elon Musk | @elonmusk | 195,6 | EigentĂŒmer von Twitter | |
| 2 | Barack Obama | @BarackObama | 131,8 | 44. US-PrÀsident | |
| 3 | Cristiano Ronaldo | @Cristiano | 112,7 | FuĂballspieler | |
| 4 | Justin Bieber | @justinbieber | 110,3 | Musiker | |
| 5 | Rihanna | @rihanna | 108,2 | Musikerin und Unternehmerin | |
| 6 | Katy Perry | @katyperry | 106,1 | Musikerin | |
| 7 | Narendra Modi | @narendramodi | 101,3 | Premierminister Indiens | |
| 8 | Taylor Swift | @taylorswift13 | 95,2 | Musikerin | |
| 9 | Donald Trump | @realDonaldTrump | 89,9 | 45. und 47. US-PrÀsident | |
| 10 | Lady Gaga | @ladygaga | 83,0 | Musikerin und Schauspielerin |
Es ist zu beachten, dass Elon Musk seine eigenen Posts technisch fĂŒr alle Nutzer hervorheben lĂ€sst; selbst, wenn diese ihm nicht folgen.
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Der Tweet mit der höchsten Reichweite stammt von der Familie von Chadwick Boseman, welche mit folgenden Worten und einem Bild des Verblichenen dessen Ableben bekannt gab: âIt is with immeasurable grief that we confirm the passing of Chadwick Boseman. Chadwick was diagnosed with stage III colon cancer in 2016, and battled with it these last 4 years as it progressed to stage IVâŠâ. Am 3. April 2021 erreichte der Tweet mehr als 7,4 Millionen Likes.
Im Netz werden viele Aktionen angeboten, mit denen man seine Followerzahlen erhöhen kann. Der Dienst âTwittercounterâ (der von Twitter offiziell betrieben wurde) bietet Twitter-Follower gegen Geld an. Mit dem Service âTweepiâ kann man mehreren Personen gleichzeitig folgen. Ob diese Personen dann auch zurĂŒck folgen, ist diesen freigestellt und hĂ€ngt von der empfundenen Relevanz ab. Mehrfaches Folgen und Entfolgen derselben Person wird in der Regel als Spamming aufgefasst.
Forscher gingen 2013 davon aus, dass nur etwa 35 Prozent der âFollowerâ eines durchschnittlichen Twitternutzers reale Personen sind, wĂ€hrend der Rest aus sogenannten âSocialbotsâ besteht, Computerprogrammen, die sich als reale Personen tarnen.
Die Zwecke, fĂŒr die Twitter ĂŒber die individuelle Kommunikation hinaus genutzt wird, sind vielfĂ€ltig. Ăffentliche Einrichtungen stellen Informationen bereit; z. B. unterhĂ€lt die US-Weltraumbehörde NASA X-Feeds zu diversen Projekten; es wurden auch Feeds vom Weltraum aus bedient. Das Los Angeles Fire Department verwendete den Service zur Informationsverbreitung wĂ€hrend der WaldbrĂ€nde in SĂŒdkalifornien 2007.
In der Hochschullehre wurden Erfahrungen zum Einsatz von Twitter fĂŒr Wissenschaftskommunikation und Lehre gesammelt. Einzelne UniversitĂ€ten verteilten Informationen an ihre Studenten und nutzen Twitter zur Bewertung der Lehre. Wissenschaftler nutzten Twitter wĂ€hrend Konferenzen, um abwesende Kollegen zu informieren.
Angesichts der zunehmenden Radikalisierung des Diskurses bei X kĂŒndigten mehr als 60 Hochschulen und Forschungsinstitutionen des deutschsprachigen Raumes ihren Abschied von X an. Sie schrieben zur BegrĂŒndung, die Ausrichtung der Plattform widerspreche den Grundwerten der Hochschulen wie Weltoffenheit und wissenschaftliche IntegritĂ€t.
Unternehmen nutzen X, um Produktinformationen bereitzustellen und mit ihren Kunden zu kommunizieren. Das Mikro-Blogging dient dabei als Marketing- und Marktforschungsinstrument zur Produkt- und Unternehmensentwicklung.
So hat es beispielsweise Microsoft geschafft, erfolgreich einen Supportkanal fĂŒr seine Spielkonsole Xbox zu etablieren. Ein firmeneigenes Team durchsucht Twitter mit Monitoring Tools automatisch auf relevante SchlĂŒsselwörter, die mit der Xbox zu tun haben. Es wird reagiert, wenn Nutzer eine Frage oder ein Problem iem eigenen X-Profil mitteilen. Microsoft kontaktiert diese Benutzer dann direkt und bietet Hilfen an.
Nachrichtenagenturen sowie renommierte Medien wie die BBC und das ZDF nutzen den Dienst ebenfalls. Durch seinen Kurznachrichtencharakter sind Hinweise auf aktuelle Ereignisse bei Twitter oft schneller zu finden, als redaktionell bearbeitete Medien dies leisten könnten. Beispiele sind die Notwasserung von US-Airways-Flug 1549 oder der Amoklauf von Winnenden und Wendlingen. An letzterem zeigte sich jedoch auch, dass die Unmittelbarkeit der NachrichtenĂŒbertragung per Twitter dazu fĂŒhren kann, dass unĂŒberprĂŒfbare Falschmeldungen und GerĂŒchte multipliziert werden.
Google News hat bestimmten X-Benutzern dieselbe PrioritĂ€t hinsichtlich von Nachrichten wie kleineren Zeitungen zugeteilt, und deren âAktualisierungenâ erscheinen gelegentlich auf der US-amerikanischen Version von Google News. Technorati durchsucht die aktuellen EintrĂ€ge nach Auswertbarem, OneRiot hat sich auf Twitter und vergleichbare Dienste spezialisiert.
Der Hessische Rundfunk entschied bereits Ende 2024, X zu verlassen. Nur wegen der vorgezogenen Bundestagswahl 2025 werde der Account noch bis zum Wahldatum fortgefĂŒhrt, danach aber aufgegeben.
Im politischen Raum wird X ebenso eingesetzt; so hielt zum Beispiel das Wahlkampfteam von Barack Obama im Jahre 2008 alle Helfergruppen mit Kurznachrichten âonlineâ. So kommunizierten die Wahlkampfteams des US-PrĂ€sidentschaftskandidaten Barack Obama per Twitter. Auf dem Parteikonvent 2008 der Demokraten kam Twitter verstĂ€rkt zum Einsatz. US-PrĂ€sident Donald Trump (bzw. Personen aus seinem Team) twitterte praktisch tĂ€glich und steuerte damit die Wahrnehmung zentraler Positionen der amerikanischen Regierung weltweit. Aufgrund der Diskussion ĂŒber den Obama-Wahlkampf versuchten Medien-Institute, im Vorfeld des Bundestagswahlkampfes 2009 auf sich aufmerksam zu machen. So hat eine Studie von Nielsen Media Research die gefĂ€lschten und tote Konten nicht aussortiert und danach die Twitter-StĂ€rke der Parteien bewertet. Durch die Auswertung von Hashtags kann ein politisches Stimmungsbild der Benutzer von Twitter wiedergegeben werden. Politische Aktivisten koordinierten StraĂenproteste gegen einen Parteitag der US-Republikaner in Minneapolis/St. Paul. Im Rahmen der Wahlen im Iran 2009 erwies sich Twitter als wichtiges Instrument der Opposition. So konnten AnhĂ€nger von Mir Hossein Mussawi trotz Internet-Zensur der iranischen Regierung Informationen weltweit verbreiten, die Sender wie die ARD, das ZDF oder verstĂ€rkt der US-Fernsehsender CNN ihrerseits fĂŒr Berichte nutzten. Es wurde jedoch kritisiert, dass Nachrichtendienste zunehmend die Berichterstattung via Twitter beeinflussen wollten.
Ein systematischer LiteraturĂŒberblick zeigt, dass Twitter wĂ€hrend einer Reihe sozialer und politischer Bewegungen eingesetzt wurde: 2007 WikiLeaks, 2009 Moldau, 2009 Ăsterreichische Studentenproteste, 2009 Israel-Gaza, 2009 Arabischer FrĂŒhling, 2009 Toronto G20, 2010 Venezuela, 2010 Stuttgart 21 Deutschland, 2011 Ăgypten, 2011 England, 2011 USA Occupy Wall Street, 2011 Spanien, 2011 Griechenland, 2011 Italien, 2011 USA Wisconsin, 2012 Israel Hamas, 2013 Brasilien, 2013 TĂŒrkei.
Zahlreiche deutsche Spitzenpolitiker haben X-Konten. Der erste Wahlkampf in Deutschland, in dem Twitter seinen Einsatz fand, war der vor der hessischen Landtagswahl 2009, in der alle groĂen Parteien eigene Twitter-Seiten hatten, etwa die CDU mit einem Blog sowie der SPD-Spitzenkandidat Thorsten SchĂ€fer-GĂŒmbel mit einem personalisierten Twitter-Konto.
AnlĂ€sslich der Bundesversammlung 2009 wurden verschiedene Textnachrichtendienste genutzt, um vorab das Ergebnis der Wahl des BundesprĂ€sidenten zu streuen. So wurden bereits ab 14:00 Uhr SMS mit dem AuszĂ€hlungsergebnis versendet, um 14:15 Uhr twitterte dann der SPD-Abgeordnete Ulrich Kelber das Ergebnis. Gegen 14:18 Uhr veröffentlichte die CDU-Abgeordnete Julia Klöckner, die ĂŒberdies in der StimmauszĂ€hlungskommission saĂ, das Resultat der Wahl. Die frĂŒhzeitige Bekanntgabe des Wahlergebnisses ĂŒber Twitter fĂŒhrte zu heftigen Diskussionen in Kreisen des Bundestages. Die SPD verlangt deshalb, im Bundestag die Einrichtung von Störsendern zu prĂŒfen. Bei Wahlen fĂŒr die Landtage im Saarland, in Sachsen und ThĂŒringen gelangten Wahlprognosen vor der SchlieĂung der Wahllokale mittels Twitter an die Ăffentlichkeit. Die veröffentlichten Zahlen unterschieden sich nicht maĂgeblich von denen, die um 18 Uhr in der ARD und im ZDF veröffentlicht wurden. Durch diesen Sachverhalt entstand die Diskussion um eine mögliche Beeinflussung und entsprechende UngĂŒltigkeit der Wahlen.
Verschiedene Politiker in Deutschland wie Robert Habeck, Jens Spahn oder auch Kevin KĂŒhnert beendeten ihr Twitter-Konto. Nach der Ăbernahme von Twitter durch Elon Musk kĂŒndigte der niedersĂ€chsische MinisterprĂ€sident Stephan Weil (SPD) die Löschung seines Kontos an.
Twitter erlaubt pornografische Inhalte, die als âInhalte fĂŒr Erwachseneâ definiert sind, sofern sie als âsensibelâ gekennzeichnet sind und nach einem einfachen Klick abgerufen werden können. Die Nutzungsbedingungen von Twitter schlieĂen die Haftung des Unternehmens fĂŒr pornografische Inhalte aus: âSie sind fĂŒr Ihre Nutzung der Dienste und fĂŒr Inhalte, die Sie bereitstellen, einschlieĂlich der Einhaltung der geltenden Gesetze, Regelungen und Verordnungen, verantwortlich.â
In einer im Herbst 2009 durchgefĂŒhrten Umfrage unter Twitter-Nutzern, die im Kulturbereich tĂ€tig sind, meinten 84 Prozent, dass Kultureinrichtungen Twitter erfolgreich fĂŒr Marketing und Werbung einsetzen können, jedoch nur 45 Prozent, dass Twitter verstĂ€rkt Teil des Kulturschaffens werden sollte, also z. B. in Form einer Twitter-Oper (wie in der Londoner Royal Opera aufgefĂŒhrt). Als HauptgrĂŒnde fĂŒr die Twitter-Nutzung wurde angegeben, dass man durch Twitter zu kulturellen Ereignissen besser informiert ist und neue Kontakte zu Kulturschaffenden gewonnen habe. Ăber 40 Prozent der Befragten gaben an, dass zur Pflege ihrer kulturellen Interessen Twitter unverzichtbar geworden sei.
Zudem kann Twitter als Analyseinstrument fĂŒr Kinoerfolge dienen. Wissenschaftler des HP-Labs in Palo Alto haben verschiedene Algorithmen entwickelt, mit deren Hilfe man mit einer Genauigkeit von ĂŒber 95 Prozent die Besucherzahlen am Startwochenende eines neuen Kinofilms berechnen kann.
Zahlreiche einflussreiche Persönlichkeiten haben nach der Ăbernahme von Twitter durch Elon Musk 2022 ihre Twitter-AktivitĂ€ten beendet, darunter KĂŒnstler und Musiker wie Jack White, Toni Braxton, Trent Reznor, Moby und Elton John, Schauspieler wie Jim Carrey, Laura Benanti und Whoopi Goldberg, Model Gigi Hadid und Schriftsteller Stephen Fry.
Seit es Twitter in Deutschland gibt, treffen sich regelmĂ€Ăig Nutzer der Plattform auch im ârealen Lebenâ. Eine Zeit lang gab es fast in jeder GroĂstadt einen Twitter-Stammtisch, teilweise unter Namen âPl0gbarsâ. Zu den gröĂten regelmĂ€Ăigen Treffen dieser Art gehört die letztmals 2018 unter dem Namen â#twerlinâ organisierte Zusammenkunft. In der Regel kommen bei solchen Treffen Nutzer einer bestimmten Blase zusammen, um im lockeren Rahmen ĂŒber die Plattform Twitter zu diskutieren. Noch einen Schritt weiter gingen die Veranstalter des im Sommer 2019 in Krefeld ausgerichteten Twitter-Festivals (âTwytter-Festiv@lâ), bei dem KĂŒnstler, die zur deutschsprachigen Twitter-Szene gehören, auftraten, darunter Kathrin WeĂling, MC Smook, Johannes Floehr, Tereza Hossa, Krieg und Freitag sowie Worst of Chefkoch. Die Erlöse des Festivals, zu dem 350 Zuschauer kamen, wurden an Sea-Watch gespendet (ca. 3100 Euro).
Twitter kann durch Spamming fĂŒr Werbung missbraucht werden. Darunter fallen unter anderem die Publikation einer groĂen Anzahl von Links sowie das Folgen von Profilen unbekannter Personen mit dem Zweck, dass diese auch den Tweets des Spammers folgen (englisch aggressive following). Die Trendthemen werden von Spammern missbraucht, indem sie ihre Meldungen automatisch mit Begriffen aus den aktuellen Trendthemen versehen. Ziel des Spammings kann es zum Beispiel sein, durch zahlreiche Wiederholungen eigene Trendthemen zu erstellen, Google-Suchergebnisse zu beeinflussen und/oder die Werbemeldungen glaubwĂŒrdiger erscheinen zu lassen, da viele verschiedene (in Wirklichkeit âgefakteâ) Konten diese Werbebotschaft senden. Das Forschungsvorhaben âTruthy Projektâ an der Indiana University hat das Ziel zu erforschen, wie in Twitter Meinungskampagnen durch Spamming organisiert werden. Es ist einfach, das Erstellen von X-Profilen bei dubiosen Dienstleistungsunternehmen zu kaufen. Mitunter kommt es vor, dass Agenturen ohne das Wissen ihrer Kunden Follower kaufen. Zudem sind FĂ€lle bekannt, in denen Unternehmen oder Organisationen X-Follower fĂŒr deren Wettbewerber kaufen, um deren Reputation zu schĂ€digen.
Anfang Januar 2011 wurde bekannt, dass das US-Justizministerium mittels einer Subpoena von Twitter die Herausgabe sĂ€mtlicher Benutzerdaten prominenter WikiLeaks-UnterstĂŒtzer gefordert hatte. Ob und inwieweit Twitter dem Folge leistete, ist unklar.
Im April 2013 wurde bekannt, dass der britische Technologie-Pionier Kevin Ashton fĂŒr die Erstellung eines bis dahin als âechtâ geltenden mexikanischen âSocial Mediaâ-Gurus namens âSantiago Swallowâ verantwortlich ist. Die virtuelle Internetpersönlichkeit âSantiago Swallowâ hatte etwa 90.000 Twitter-Follower und verfĂŒgte ĂŒber eine glaubhaft scheinende Biographie auf der englischsprachigen Wikipedia. Kevin Ashton bezeichnete die Einrichtung dieser Kunstfigur als Versuch darzustellen, dass die Anzahl der Twitter-Follower nichts darĂŒber aussagt, wie glaubwĂŒrdig die Person ist, der gefolgt wird.
2015 rĂ€umte Twitter-Chef Dick Costolo ein, die Plattform habe zu wenig gegen Cyber-Mobbing durch Twitter-Nutzer und Hass-Tweets unternommen, und kĂŒndigte konkrete MaĂnahmen gegen diese Probleme an. Costolo ĂŒbernahm die volle persönliche Verantwortung fĂŒr das Problem und erklĂ€rte, fĂŒr den schlechten Umgang Twitters damit gebe es keine Entschuldigung. Bei der BekĂ€mpfung von Trollen bestehe Nachholbedarf.
Mitte Juli 2020 hatten sich Hacker Zugriff auf die AdministrationsoberflĂ€che von Twitter verschafft und dadurch mehrere Twitter-Konten von berĂŒhmten Personen, darunter Bill Gates, Barack Obama, Elon Musk sowie den Unternehmen Apple und Coinbase gehackt. Mit den gehackten Benutzerkonten wurde ĂŒber eine vermeintliche Spendenaktion mit Zahlung ĂŒber Bitcoin getwittert. Twitter, Inc. reagierte nach etwa drei Stunden auf dieses Ereignis und deaktivierte fĂŒr manche Konten die Funktion zu schreiben oder das Passwort zurĂŒckzusetzen.
Am 8. Januar 2010 hat die American Dialect Society den Begriff tweet zum Word of the Year 2009 gewÀhlt; das Wort ist seit 2013 im Duden verzeichnet.
Die Psychologin Tracy Alloway von der University of Stirling in Schottland stellte im September 2009 die These auf, das soziale Netzwerk Facebook mache seine Nutzer klĂŒger, der Mikroblogging-Dienst Twitter hingegen dĂŒmmer. WĂ€hrend Facebook das ArbeitsgedĂ€chtnis erweitere und deshalb auch die Intelligenz fördere, bewirke Twitter das Gegenteil. Allerdings wurde diese These bislang nicht bestĂ€tigt. Medienberichte, nach denen Forscher der University of Southern California einen Verfall von Moral und Empathie der Nutzer von Twitter und Facebook festgestellt hĂ€tten, stellten sich als falsch heraus.
Kurznachrichtendiensten wie Twitter, die zu Demonstrationen aufrufen und vor Polizeiaktionen warnen, wird seit der Revolution in Tunesien 2010/2011 wie anderen sozialen Netzwerken eine wichtige Rolle bei der Organisation politisch motivierter Protestgruppen zugeschrieben. Kritiker halten die Gewichtung zwar fĂŒr ĂŒbertrieben, mussten aber eingestehen, dass solche Dienste insbesondere dort, wo klassische Medien unter Zensur leiden, die einzige Möglichkeit darstellen, unbeeinflusst zu berichten. Unstrittig sei dagegen, dass durch Twitter und Facebook vor allem junge Menschen motiviert werden, sich an Protestkundgebungen zu beteiligen.
Twitter wurde zu einem Motiv in der Popkultur. So findet sich beispielsweise in der Episode 7.13 der US-amerikanischen Arztserie Greyâs Anatomy eine Szene, in der eine AssistenzĂ€rztin die Schnitte ihrer Vorgesetzten wĂ€hrend einer Operation twittert und dadurch LösungsansĂ€tze fĂŒr ein Problem erhĂ€lt. In der Episode 3.18 der Fernsehserie Castle fragt ein verdĂ€chtiger Fan einer Fernsehserie wĂ€hrend eines Verhörs, ob sie kurz den Tod der Hauptdrehbuchautorin twittern dĂŒrfe. In der Literatur ist im Jahr 2009 bei Penguin Books in London von Alexander Aciman & Ement Rensin das Buch Twitterature. The Worldâs Greatest Books Retold Through Twitter erschienen. In dem 146-seitigen BĂ€ndchen werden 60 BĂŒcher mit jeweils maximal 20 Tweets dargestellt.
Yassin Musharbash schrieb im April 2013 einen Essay ĂŒber die Rolle bzw. die Auswirkungen von Twitter in den Tagen nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon, wĂ€hrend sich der Botschafter von Tschechien darĂŒber beklagte, dass in Twitter-Meldungen militĂ€rische SchlĂ€ge gegen sein Land gefordert wurden, weil die Autoren der Tweets es offenbar mit Tschetschenien verwechselt hatten. Im MĂ€rz 2021 publizierte der Biologe Tobias Pfingstl, UniversitĂ€t Graz, dass er auf einem Twitterbeitrag eines Fischers und Hobbyfotographen aus Japan auf einem Bild eine neue Art Hornmilbe entdeckt, spĂ€ter mikroskopiert und nach dem Blog Ameronothrus twitter benannt hat. Eine zweite 2022 ebenfalls via Bild auf Twitter von ihm entdeckte Art benannte er im Juni 2022 Ameronothrus retweet.
Die Verbindung zum sozialen Netzwerk LinkedIn wurde im Juni 2012 beendet. Damit hat Twitter erstmals den Zugriff eines Mitbewerbers auf seine API aktiv eingeschrĂ€nkt. Nutzer können keine Tweets mehr innerhalb ihres LinkedIn-Profils lesen oder versenden. Als Grund fĂŒr diese Entscheidung wurde angefĂŒhrt, Twitter wolle Nutzer stĂ€rker an seine eigenen Apps binden, um ein konsistenteres âErlebnisâ zu bieten. Im August 2012 wurde bekannt, dass Twitter den Zugriff auf seine API-Schnittstelle weiter einschrĂ€nkt. Grund dafĂŒr war die Aktualisierung der API auf Version 1.1, die ausschlieĂlich noch authentifizierte Abrufe ermöglicht und deren Zahl auf maximal 350 je Stunde beschrĂ€nkt. Twitter wollte auf diesem Weg besonders Dienste fĂŒr professionelle Nutzer und Unternehmen stĂ€rken, schrĂ€nkte damit aber gleichzeitig die UnterstĂŒtzung dritter Twitter-Apps massiv ein. Da die hauseigenen Apps teilweise nicht den gleichen Funktionsumfang aufwiesen und recht instabil waren, wurde diese Entscheidung massiv kritisiert.
Da Twitter unter anderem durch Twitter-Clients bekannt wurde, fĂŒhlen sich vor allem Entwickler, die schon frĂŒh Apps fĂŒr Twitter entwickelt haben, durch diese Ănderungen benachteiligt. Viele Entwickler haben daraufhin die aktive Entwicklung ihres Twitter-Clients aufgegeben.
Im November 2012 hat der JĂŒdische Studentenverband Frankreichs in Paris Anzeige gegen das Unternehmen erstattet. Grund dafĂŒr sind antisemitische Tweets. Der Verband wirft Twitter vor, nicht ausreichend gegen solche Tweets aktiv zu werden, und verlangt insbesondere die Herausgabe der Adressen der entsprechenden Nutzer nach richterlichem Beschluss. Twitter fordert dafĂŒr aber unter Berufung auf die durch die Verfassung der Vereinigten Staaten garantierte Meinungsfreiheit den Beschluss eines US-amerikanischen Richters.
Nach Ansicht von Eric Posner (Professor fĂŒr Internationales Recht an der University of Chicago) fĂŒhrt Twitter dazu, dass sich die Nutzer untereinander entfremden, wĂ€hrend sie mit Werbeanzeigen berieselt werden. In der nichtvirtuellen Welt seien Menschen darauf bedacht, kontroverse MeinungsĂ€uĂerungen auf eine vorsichtige und respektvolle Art zu tĂ€tigen. Auf Twitter hingegen suchten sie den GlĂŒcksschub, wenn ihr Tweet gelikt oder retweetet wird. Sie wĂŒrden zudem Tweets retweeten, die ihre eigenen Ăberzeugungen bestĂ€tigen. Deshalb werden Tweets regelmĂ€Ăig dezidiert abfĂ€llig oder im Tonfall der Empörung verfasst, um Gleichgesinnte effektiver zu erreichen. Dabei vergessen die Menschen aber, dass auch Menschen, die nicht jede einzelne Ansicht teilen, solche Tweets lesen können. So kĂ€me es zu MissverstĂ€ndnissen und Anfeindungen, die auch in die nichtvirtuelle Welt hineinreichen könnten.
Im November 2017 wird Twitter in den Veröffentlichungen der Paradise Papers aufgelistet.
2019 wurde kritisiert, dass Twitter BeitrĂ€ge verschiedener Benutzerkonten weniger sichtbar macht. Die MaĂnahmen reichen dabei von fehlender Auto-VervollstĂ€ndigung des Nutzernamens in der Suche bis hin zu einem völligen Verstecken der eigenen Kommentare vor anderen, die einem nicht folgen. Twitter benachrichtigt weder Betroffene, noch veröffentlicht das Unternehmen GrĂŒnde und Algorithmen, die ĂŒber diese MaĂnahmen entscheiden. Von Kritikern wurden diese MaĂnahmen als âShadowbansâ (aus dem Englischen shadow bans) bezeichnet. Da die BeitrĂ€ge betroffener Nutzer im schlimmsten Fall jedoch nicht völlig unsichtbar sind, sondern bei aktivem Aufrufen der Benutzerseite eingesehen werden können, widersprechen Medien und auch Twitter selbst dieser Bezeichnung.
Waren bis zur Ăbernahme durch Elon Musk wahrheitswidrige Aussagen von besonders populĂ€ren Benutzern durch Twitter entsprechend gekennzeichnet worden, ist dies seitdem nicht mehr der Fall. Musk hatte angekĂŒndigt, Twitter zu einer Plattform der Redefreiheit zu machen. Er lieĂ nach der Ăbernahme eine Reihe von Benutzerkonten löschen, die ihn kritisierten und parodierten. Musk lieĂ auĂerdem Benutzerkonten von Personen reaktivieren, die vorher wegen der Verbreitung von Falschinformationen gesperrt worden waren. Musk trat aus einem gemeinsam beschlossenen Verhaltenskodex von 40 Internet-Unternehmen gegen Desinformation aus. Daraufhin nahm nach Musks Ăbernahme der Anteil an Falschinformationen und Desinformation u. a. durch Russland auf Twitter stark zu. GemÀà EU-Kommissarin VÄra JourovĂĄ ist X die Plattform mit dem höchsten Anteil an Falschinformationen oder Desinformation. Unter anderem kam es zu einem massiven Anstieg der Klimawandelleugnung auf der Plattform und aggressiver Angriffe auf Klimaforscher. Die Zahl an Tweets, in denen der Klimawandel geleugnet wurde, verdreifachte sich auf rund 110.000 Tweets pro Woche. Im Oktober 2023 leitete die EU-Kommission ein Verfahren gegen das Unternehmen ein, da nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel zahlreiche falsche oder irrefĂŒhrende Meldungen und Videos auf X verbreitet worden waren.
Am 16. Dezember 2022 sperrte Twitter die Konten mehrerer US-amerikanischer Journalisten, die zuvor ĂŒber das Konto elonjet berichtet hatten. Auf dem Konto wurden frei zugĂ€ngliche Daten zu Flugbewegungen von Elon Musks Privatflugzeug veröffentlicht. Musk begrĂŒndete den Schritt damit, dass Doxxing-Regeln fĂŒr Journalisten genauso gelten wĂŒrden wie fĂŒr alle anderen. Die Sperren wurden am darauffolgenden Tag wieder aufgehoben. Die VizeprĂ€sidentin der EuropĂ€ischen Kommission VÄra JourovĂĄ drohte Twitter aufgrund der Sperrungen mit Sanktionen. Das AuswĂ€rtige Amt kritisierte den Schritt mit den Worten âPressefreiheit darf nicht nach Belieben ein- und ausgeschaltet werdenâ.
Die VerĂ€nderungsmaĂnahmen hinsichtlich der Entwicklung von Twitter, dem Umgang mit verifizierten Konten und Aussagen von Elon Musk selbst fĂŒhrten seit der Ăbernahme mehrfach zu Kritik am Social Network und der AnkĂŒndigung vieler Nutzer, Twitter zu verlassen. Zwei Monate nach der Ăbernahme konnte die Twitter-Alternative Mastodon 2,5 Millionen neue Nutzer gewinnen â von denen im Januar noch 1,4 Millionen weiterhin aktiv waren. Das vom ehemaligen Twitter-Chef Jack Dorsey initiierte dezentrale Social-Media-Netzwerk Bluesky hat nach seinem Start im Februar 2023 ĂŒber ein System mit begrenzten Einladungen rund 40.000 Mitglieder gewonnen, darunter prominente Twitter-Nutzer wie das Model Chrissy Teigen, der Regisseur James Gunn und die US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez. Bis Ende des Jahres 2024 wuchs Bluesky auf mehr als 25 Millionen Nutzer an. Einer im Mai 2025 veröffentlichten Studie des Pew Research Center zufolge sind zahlreiche Online-Persönlichkeiten, die zuvor teils unter lauten Protesten zu Bluesky gewechselt waren, weiter auf X aktiv.
Anfang 2024 wandte sich das AktionsbĂŒndnis neue soziale Medien gegen die Nutzung der X-Plattform an den Hochschulen und forderte dazu auf, verstĂ€rkt bei Mastodon und anderen Diensten des Fediverse aktiv zu werden. Der Appell richtete sich an die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), wobei festgestellt wurde, âdass die Art und Weise wie die groĂen Social-Media-Plattformen betrieben werden, eine ernste GefĂ€hrdung unseres demokratischen Gemeinwesens darstellt.â Verschiedene Organisationen der digitalen Zivilgesellschaft haben sich dem Appell angeschlossen wie AlgorithmWatch, Cyber4Edu, Digitalcourage, Forum Informatik fĂŒr Frieden, Open Knowledge Foundation Deutschland, Teckids, Topio, Wechange und Wikimedia Deutschland.
Das AuswĂ€rtige Amt deckte auf, dass zwischen 20. Dezember 2023 und 20. Januar 2024 von Russland gesteuert mehr als 50.000 gefĂ€lschte Nutzerkonten mehr als eine Million Tweets gegen die deutsche Bundesregierung und deren UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine verbreiteten. Laut eines Artikels bei RND schlug X neuen Nutzern am US-Wahltag fast nur Pro-Trump-Inhalte vor.
Am 17. November 2024 verlieĂen zahlreiche österreichische Prominente X in einer konzertierten Aktion (Hashtag #eXit). Die Initiative kam von ORF-Fernsehmoderator Armin Wolf. Wolf hatte einen der einflussreichsten Accounts in Ăsterreich und ĂŒber 600.000 Follower. Wolf schrieb, X sei toxisch geworden, seitdem Elon Musk 2022 Twitter kaufte. Irre hĂ€tten X ĂŒberflutet, Propaganda-Bots, Neonazis, Rassisten, Sexisten, Incels und Verschwörungs-Paranoiker. Deren Inhalte seien durch den Algorithmus nach oben gedrĂ€ngt worden. In den letzten Jahren habe sich X âtĂ€glich immer weiter radikalisiertâ. Es sei âgiftig, voller LĂŒgen, aggressiv und deprimierendâ geworden. Musk selbst sei dabei wie der âĂber-Trollâ aufgetreten und habe auch Verschwörungstheorien verbreitet. Wolf und viele andere genervte X-Nutzer sind zu Bluesky gewechselt.
Das Internationale Auschwitz Komitee gab am 21. November 2024 bekannt, ab sofort X nicht mehr zu nutzen. Exekutiv-VizeprĂ€sident Christoph Heubner betonte, Ăberlebende des Holocaust empfĂ€nden die toxische Weltinterpretation von Elon Musk und seine Demokratieverachtung als zunehmend bedrohlich und auch den nicht nur antisemitischen Hass, der sich auf X immer mehr ausbreite. Heubner nannte X eine âKommunikationsmaschinerie [âŠ], in der verbale Gewalt, Zynismus und LĂŒge immer dreister und alltĂ€glicher werdenâ.
Am 2. Dezember 2024 veröffentlichten mehrere deutsche Prominente, Schriftsteller und Einrichtungen einen offenen Brief, in dem sie ihren RĂŒckzug von X verkĂŒndeten. Zu den Unterzeichnern gehören die Moderatorin Dunja Hayali, die frĂŒhere Berliner StaatssekretĂ€rin Sawsan Chebli und der Chefredakteur des Internetportals FragDenStaat Arne Semsrott. Auch die Gedenk- und BildungsstĂ€tte Haus der Wannsee-Konferenz sowie das JĂŒdische Museum MĂŒnchen schlossen sich dem Brief an. Der Sammelausstieg wurde initiiert von dem Schriftsteller Max Czollek und dem Autor Jan Skudlarek. In dem Brief heiĂt es, dass X seit der Ăbernahme durch Musk âein toxischer Ortâ geworden sei, eine âBrutstĂ€tte von Rechtsextremismus, Wissenschaftsleugnung, Hass und VerschwörungserzĂ€hlungenâ sowie âein Ort der Zensur, des Rassismus, Antisemitismus und des rechten Agendasettingsâ. Die Unterzeichner kĂŒndigten an, ihre Profile löschen oder ruhen zu lassen und auf anderen Plattformen aktiv zu sein. Nach der US-Wahl 2024 hatte auch die britische Zeitung The Guardian ihren RĂŒckzug erklĂ€rt. Mehrere deutsche FuĂballvereine wie der FC St. Pauli, der SC Freiburg oder Werder Bremen sowie Einrichtungen wie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, mehrere Staatsanwaltschaften und die Berliner Verkehrsbetriebe verlieĂen die Plattform X. Auch die meisten deutschsprachigen UniversitĂ€ten verlieĂen die Plattform X. Nach dem Verlassen zahlreicher prominenter Konten haben das ZDF sowie die Arbeiterkammer auch ihren X-Account stillgelegt.
Der ORF-Journalist Armin Wolf hat am 27. Oktober 2025 ĂŒber seine AnwĂ€ltin bei der Staatsanwaltschaft Wien Anzeige gegen X wegen des Verdachts auf BegĂŒnstigung anonymer Hasspostings erstattet. Damit setzt Wolf seinen juristischen Kampf gegen anonyme Verleumdungen und Hasskommentare auf der Plattform fort.
Aufgrund des Vorwurfs, Forschern Daten vorzuenthalten und Werbung nicht nachvollziehbar zu dokumentieren, verhÀngte die EU-Kommission im Dezember 2025 eine Geldstrafe in Höhe von 120 Millionen Euro gegen die Plattform.
Im Mai 2026 verkĂŒndeten SPD, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen und Die Linke, ihre offiziellen KanĂ€le auf X zu löschen. Als BegrĂŒndung wurden chaotische ZustĂ€nde und Desinformationen auf der Plattform sowie ihre einseitige politische Ausrichtung genannt. Einzelnen Parteimitgliedern ist es aber freigestellt, X weiterhin zu nutzen. Sören Pellmann, Omid Nouripour, Konstantin von Notz und Ricarda Lang kĂŒndigten dies auch an.
Am 26. Januar 2012 kĂŒndigte Twitter in einem Blogbeitrag an, dass kĂŒnftig Tweets gefiltert wĂŒrden, sofern sie Inhalte verbreiten, die in bestimmten Staaten gegen geltendes Recht oder gesellschaftliche Konventionen verstieĂen. Nachdem Elon Musk Twitter ĂŒbernommen hatte, wurden zeitweise BeitrĂ€ge unterdrĂŒckt, die den Begriff Substack beinhalteten. Man konnte solche BeitrĂ€ge weder liken oder teilen, noch konnte man nach Tweets mit diesem Begriff suchen. In diesem Zusammenhang wurde die Sichtbarkeit von Matt Taibbi, der zuvor noch im Auftrag Musks die sogenannten Twitter Files veröffentlicht hatte, zeitweise eingeschrĂ€nkt.
Im Sommer 2023 klagte Twitter gegen die gemeinnĂŒtzige Organisation Center for Countering Digital Hate (CCDH) mit dem Vorwurf, âfalsche Behauptungen aufzustellen und Werbekunden zu ermutigen, ihre Investitionen auf der Plattform zu stoppen.â
Am 26. Mai 2020 versah Twitter erstmals zwei Tweets von Donald Trump mit Warnhinweisen. Wer darauf klickte, wurde auf eine von Twitter eigens erstellte Seite mit der Ăberschrift âTrump makes unsubstantiated claim that mail-in ballots will lead to voter fraudâ (âTrump behauptet unbelegt, dass Briefwahlzettel zu Wahlbetrug fĂŒhren werden.â) weitergeleitet. Nach der Tötung von George Floyd am 25. Mai 2020 kam es in einigen StĂ€dten zu Ausschreitungen und PlĂŒnderungen. Trump twitterte Ende Mai âWhen the looting starts, the shooting startsâ (etwa âwenn das PlĂŒndern beginnt, beginnt das SchieĂenâ). Twitter schrieb, dieser Tweet verstoĂe gegen Twitter-Regeln zum Thema Gewaltverherrlichung. Man lasse den Tweet zugĂ€nglich, weil möglicherweise ein öffentliches Interesse daran bestehe. Er lĂ€sst sich durch Anklicken wieder anzeigen. Allerdings können Nutzer den Beitrag nicht mehr mit âGefĂ€llt mirâ markieren (liken), darauf antworten oder ihn kommentarlos teilen. Twitter-Konkurrent Snapchat nahm diesen Tweet zum Anlass fĂŒr die AnkĂŒndigung, Trumps Konto nicht mehr zu bewerben.
Nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar 2021 kĂŒndigte Twitter zunĂ€chst an, das Konto von Trump fĂŒr zwölf Stunden zu sperren, zeitgleich kĂŒndigten soziale Netzwerke wie Facebook an, Trumps Benutzerkonten mindestens bis zu seinem Ausscheiden aus dem PrĂ€sidentenamt zu sperren. Zwei Tage spĂ€ter teilte Twitter am 8. Januar 2021 mit, dass Trumps Benutzerkonto aufgrund des âRisikos einer weiteren Anstiftung zu Gewaltâ dauerhaft gesperrt werde, unter anderem um einen geplanten zweiten Angriff auf das Kapitol am 17. Januar 2021 zu verhindern. Nachdem Elon Musk AktionĂ€r von Twitter wurde, kĂŒndigte dieser an, den Ausschluss von Trump auf Twitter rĂŒckgĂ€ngig machen zu wollen. Am 20. November 2022 wurde Trumps Konto nach einer nicht reprĂ€sentativen Abstimmung unter Nutzern wieder freigegeben.
Im November 2022 wurden zahlreiche Content-Moderatoren entlassen, weshalb Fachleute vor zunehmenden inakzeptablen Inhalten in dem Netzwerk warnten.
Im PrĂ€sidentschaftswahlkampf 2024 soll es mehrfach zu Unstimmigkeiten um die Accounts der demokratischen Kandidatin Kamala Harris und ihrer UnterstĂŒtzer gekommen sein. So soll ihr Account auf der Plattform zwischenzeitlich nicht mehr ĂŒber die Suchleiste auffindbar gewesen sein. Zudem sei die Funktion des Folgens fĂŒr den Account unmöglich gewesen. Ende Juli 2024 sperrte X den Account âWhite Dudes for Harrisâ, der in einer Spendenaktion unter Nutzern der Plattform zuvor 4 Millionen US-Dollar zur UnterstĂŒtzung des Wahlkampfs eingeworben hatte.
Am 18. Oktober 2012 wurde zum ersten Mal ein Twitter-Konto in einem einzelnen Land gesperrt. Auf Anfrage der Polizei Hannover sperrte Twitter das Konto â@hannovertickerâ, weil es von einer verbotenen Neonazi-Gruppierung betrieben wurde. Die Sperrung ist ausschlieĂlich in Deutschland aktiv â in anderen LĂ€ndern ist das Konto nach wie vor aufrufbar. 2015 meldete Newsweek mit Bezug auf Twitters halbjĂ€hrlichen Transparenzbericht, Deutschland belege im zweiten Halbjahr 2014 hinter der TĂŒrkei und Russland Platz drei bei staatlichen und staatlich sanktionierten LöschantrĂ€gen. AntrĂ€ge aus der TĂŒrkei (477 im Berichtszeitraum) bezögen sich in der Regel auf angebliche Verletzungen der Persönlichkeitsrechte von Privatpersonen oder Regierungsbeamten, AntrĂ€ge aus Russland (91) reichten von der Löschung von Werbung fĂŒr illegale Drogen bis zu Versuchen, nicht-gewalttĂ€tige Demonstrationen zu unterdrĂŒcken. Die meisten AntrĂ€ge aus Deutschland (43) bezogen sich auf hassfördernde und diskriminierende Inhalte. 37 Prozent der deutschen AntrĂ€ge sei entsprochen worden, gegenĂŒber etwa 13 Prozent in den anderen beiden LĂ€ndern. Im Vergleich zum vorangegangenen Halbjahr sei die Zahl der AntrĂ€ge weltweit um 84 Prozent angestiegen.
Im August 2017 schrieb der Satiriker Shahak Shapira mit SprĂŒhkreide 30 von Twitter trotz Aufforderung nicht gelöschte Hass-Tweets auf die Stufen vor Twitters Deutschland-Zentrale. Im Rahmen eines sechsmonatigen Experiments hatte er zuvor ĂŒber 300 solcher Tweets gemeldet, wobei Twitter auf lediglich neun seiner Meldungen mit einer Absage reagierte und die restlichen Meldungen unbeantwortet lieĂ. Das Projekt sorgte fĂŒr weltweites Aufsehen und inspirierte Nachahmer zu einem Protest mit Projektionen vor Twitters Hauptsitz in San Francisco. In Interviews erklĂ€rte Shapira, sein Projekt fordere keine Zensur, sondern sei lediglich eine Kritik an Twitters nachlĂ€ssiger Durchsetzung seiner eigenen Richtlinien. Den Vorwurf des Vandalismus wies er zurĂŒck, weil die Verwendung von Kreidespray auf öffentlicher StraĂe in Deutschland legal sei. Justizminister Maas forderte Twitter auf, mehr gegen Hassrede zu unternehmen. Twitter reagierte nicht.
Im Sommer 2020 wurden rechtsextreme Konten der IdentitÀren Bewegung gesperrt. Zuletzt waren der Seite 30.000 Twitter-Nutzer gefolgt. Mit diesem Schritt stellte sich auch Twitter gegen das rechtsextreme Gedankengut. Facebook und Instagram hatten diese Gruppierung schon lange zuvor von ihren Plattformen verbannt.
Im November 2023 betrieb X weiterhin den internationalen Account der zuvor in Deutschland verbotenen antisemitischen und antiisraelischen Organisation Samidoun. Dies war zuvor von Bundesinnenministerin Nancy Faeser untersagt worden. Der Account von Samidoun Deutschland wurde hingegen verbotsgemÀà gesperrt.
Mehrere Zeitungen wie unter anderem Forbes, The Independent, i24news und El PaĂs thematisierten 2023 die gestiegene Bereitschaft des Konzerns auf Löschanfragen von autokratischen oder autoritĂ€ren Regierungen einzugehen.
Ein Report der Organisation Rest of World kam zu dem Ergebnis, dass wĂ€hrend im letzten Halbjahr vor der Ăbernahme durch Musk ca. 50 % der Löschanfragen von autokratischen Regierungen abgelehnt wurden, es im ersten Halbjahr nach dem EigentĂŒmerwechsel nur noch 17 % waren, die abgelehnt wurden, wĂ€hrend 83 % der Löschanfragen von autokratischen Regierungen umgesetzt wurden. Demzufolge wĂ€re die Zensurquote deutlich gestiegen.
Insbesondere das Sperren von Accounts, die sich kritisch gegenĂŒber dem tĂŒrkischen StaatsprĂ€sidenten Recep Tayip Erdogan oder dem indischen Premierminister Narendra Modi geĂ€uĂert hatten, fĂŒhrte dazu, dass einige Kritiker Elon Musk vorwarfen, seine Selbstdarstellung als Verteidiger der Meinungsfreiheit sei unglaubwĂŒrdig.
X hatte im August 2024 mehrere bekannte Unternehmen (Mars, Lego, Unilever u. a.) verklagt, weil diese keine bzw. deutlich weniger Anzeigen mehr bei Twitter bzw. X in Auftrag gaben. Auslöser war die Sorge, dass nach einer von Musk Lockerung der Regeln, die Anzeigen in einem rufschĂ€digenden Kontext ausgespielt wĂŒrden. Ende MĂ€rz 2026 wurde die Klage abgewiesen.