Ulrika Strömfelt

Ulrika Eleonora Strömfelt

Ulrika Eleonora Strömfelt (* 11. September 1724; † 30. April 1780 in Stockholm, Schweden) war eine schwedische Adlige und Hofdame (Statsfru). Sie erlangte in der schwedischen Geschichte Bekanntheit, da sie im Jahr 1756 maßgeblich daran beteiligt war, einen geplanten royalistischen Staatsstreich der Königin Luise Ulrike von Preußen zu vereiteln.

Leben

Ulrika Strömfelt war die Tochter des Reichsrates Graf Johan Carl Strömfelt (1678–1736) und der Oberhofmeisterin sowie königlichen Erzieherin Hedvig Elisabet Wrangel (1687–1751). 1739 wurde sie Hofdame (schwedisch: hovfröken) der schwedischen Königin Ulrika Eleonora. 1744 ernannte man sie zur Hofdame der neuen Kronprinzessin Luise Ulrike von Preußen. Gemeinsam mit ihrer Schwester Agneta Strömfelt sowie Catherine Charlotte De la Gardie, Henrika Juliana Lieven und Charlotta Sparre gehörte sie zu dem ersten Kreis von Hofdamen, die Luise Ulrike nach ihrer Ankunft in Schweden zur Seite gestellt wurden. 1748 stieg sie zur Ersten Hofdame (schwedisch: kammarfröken) auf, nachdem Henrika Juliana von Liewen den Hof verlassen hatte. Sie genoss offenbar die Gunst Luise Ulrikes und wurde häufig damit betraut, ihr aus französischen Werken vorzulesen.

Das Hönstavlan („Hühnerbild“) zeigt die sechs Hofdamen der Königin Luise Ulrike: Ernestine von Griesheim, Henrika Juliana Lieven, Charlotta Sparre, Ulrika Strömfelt, Agneta Strömfelt und Catherine Charlotte De la Gardie. Johan Pasch und Johan Henrik Scheffel, 1747

Weiterhin war sie Mitglied von Luise Ulrikes Amateurtheatergruppe, die von 1746 bis zur Anstellung der Du Londel Company im Jahr 1754 Stücke am Hof aufführte.

Ereignisse des Jahres 1756

1756 plante Königin Luise Ulrike einen Staatsstreich, um das parlamentarische System der sog. „Zeit der Freiheit“ (schwedisch: Frihetstiden) zu stürzen und die absolute Monarchie wiederherzustellen. Zur Finanzierung des Umsturzes ließ Luise Ulrike die Diamanten aus der Königinnenkrone entfernen, ersetzte sie durch Kristalle und verpfändete die echten Steine in Berlin (Preußen). Ulrika Strömfelt hingegen war Anhängerin der „Partei der Hüte“ (schwedisch: Hattarne) und damit Gegnerin der Wiederherstellung der absoluten Monarchie. Einer unbestätigten Überlieferung zufolge informierte Ulrika Strömfelt den Reichstag darüber, dass ein Teil der Kronjuwelen fehlte und in Deutschland verpfändet worden war. Diese Information veranlasste die Regierung, eine Inventur der Kronjuwelen zu fordern, was schließlich zur Aufdeckung und zum Scheitern des Staatsstreichs von 1756 führte. Einer anderen Quelle zufolge informierte Ulrika Strömfelt das Außenamt des Reichstags über die geheime Korrespondenz zwischen der Königin und ihrem Bruder Friedrich dem Großen. In jedem Fall führte dies zur Aufdeckung des Umsturzversuchs. Als Anerkennung für ihre Tat verlieh ihr der Reichstag eine Pension von 2.000 Reichstalern in Silber sowie den Titel „Ständernas dotter“ (deutsch: Tochter der Stände/des Parlaments).

Nach dem gescheiterten Staatsstreich verlor sie das Vertrauen der Königin und musste den Hof verlassen. Sie wurde jedoch nicht entlassen, sondern bat selbst um Entbindung von ihrem Amt, offiziell aus gesundheitlichen Gründen. Dass eine Hofdame ihren Posten aufgab und beim Reichstag eine Pension beantragte, war ein einmaliger Vorgang. Ihrem Antrag wurde stattgegeben, und die bewilligte Pension entsprach dem Doppelten dessen, was üblicherweise der Witwe eines Reichsrates zugesprochen wurde.

Die Königin gab als Grund für Strömfelts Abschied vom Hof an, dass diese mit Carl Gustaf Tessin und „all den führenden Köpfen der Hüte-Partei“ befreundet gewesen sei; diese hätten sich – direkt vor den Augen der Königin – im Salon der Oberhofmeisterin zu Zusammenkünften getroffen. Graf Axel von Fersen der Ältere hingegen vertrat die Ansicht, sie sei „aufgrund von Intrigen anderer gezwungen gewesen, den Hof zu verlassen“, und machte die neue Favoritin der Königin, Ulrika Eleonora von Düben, dafür verantwortlich. Von Düben trat nach Strömfelt auch ihre Nachfolge als Oberhofmeisterin an.

Späteres Leben

1756, in dem Jahr, in dem sie den Hof verließ, heiratete Ulrika Strömfelt den Gouverneur von Stockholm, Baron Carl Sparre. Die Ehe wird trotz der ständigen Untreue ihres Gatten als glücklich beschrieben. 1777 kehrte sie an den Hof zurück und trat die Nachfolge von Anna Maria Hjärne als Oberhofmeisterin (schwedisch: Överhovmästarinna) bei der neuen Königin Sophia Magdalena von Dänemark an – mit Charlotta Sparre als ihrer Stellvertreterin; dieses Amt bekleidete sie bis zu ihrem Tod.

Ulrika Strömfelt nimmt in den Tagebüchern und Memoiren jener Zeit eine „besondere Stellung“ ein, da sich darin keinerlei negative Äußerungen über ihre Persönlichkeit oder ihren Charakter finden. Sie wird einhellig als achtbar und besonnen sowie als Idealbild der damaligen Weiblichkeit geschildert.

Literatur

Commons: Ulrika Strömfelt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Olof Jägerskiöld: Lovisa Ulrika. Wahlström & Widstrand. Stockholm. 1945.
  2. ↑ Nils Personne: Svenska teatern: några anteckningar. 1, Under gustavianska tidehvarfvet jämte en återblick på dess tidigare öden. Wahlström & Widstrand. Stockholm. 1913. Wikisource-Link. Abgerufen am 21. August 2026.
  3. 1 2 Strömfelt, släkt. Svenskt biografiskt lexikon. Stockholm. 1929.
  4. ↑ Johan Christopher Barfod: Märkvärdigheter rörande sveriges förhållanden 1788-1794. Nabu Press. 2009. ISBN 9781141035809.
  5. 1 2 3 4 5 6 Brita Planck: Kärlekens språk: adel, kärlek och äktenskap 1750-1900. Universität Göteborg. 2014.
Personendaten
NAME Strömfelt, Ulrika
ALTERNATIVNAMEN Sparre, Ulrika (Ehename)
KURZBESCHREIBUNG schwedische Adlige und Hofdame
GEBURTSDATUM 11. September 1724
STERBEDATUM 30. April 1780
STERBEORT Stockholm, Schweden