
Der Rational Unified Process (RUP) war ein kommerzielles Produkt der Firma Rational Software, die 2003 von IBM übernommen wurde. Es beinhaltete sowohl ein Vorgehensmodell zur Softwareentwicklung als auch die dazugehörigen Anwenderprogramme zur Entwicklung von Software. Einzelne Rational-Produkte werden von IBM bis heute weiterentwickelt (Wartung) oder in andere Produkte integriert, teilweise mit anderem Namen. Nach 2021 finden sich die Rational-Werkzeuge in den sogenannten IBM DevOps solutions.
Der RUP selbst besitzt abstrakte Ähnlichkeiten mit dem V-Modell XT, ist aber auf die Nutzung von der Unified Modeling Language (UML) ausgerichtet, welche im Zuge der Entwicklung der Methode entstanden ist. Der iterative Prozess gehört zu den konventionellen Vorgehensweisen und setzt beispielsweise eine stabile Basis der Anforderungen voraus. Er war somit nicht „agil“ und wurde durch den Agile Unified Process (AUP) – unabhängig von IBM – ergänzt. Die Produkte von IBM können jedoch die Entwicklungsmethoden der modernen Softwaretechnik abbilden. RUP wurde durch IBM bis Mitte der 2010er Jahre beworben.

Der Rational Unified Process (RUP) wurde in seiner Urform erstmals 1998 von Philippe Kruchten vorgestellt. Wenig später begannen drei Softwareentwickler des Unternehmens Rational Software, „die drei Amigos“ Grady Booch, Ivar Jacobson und James Rumbaugh, sich auf ein einheitliches Notationssystem für Entwicklungsprozesse zu einigen. Als Resultat dieser Bemühungen wurde die Unified Modeling Language (UML) erfunden.
Die Standardisierung und Weiterentwicklung der neuen Modellierungssprache UML wurde folglich 1995 bei einem Treffen im Silicon Valley an die Fachorganisation Object Management Group (OMG) übergeben. Mit einer gemeinsamen Sprache konnte nun eine gemeinsame (objektorientierte) Methode entwickelt werden.
Der Unified Process (UP) gilt dabei als ein Metamodell für Vorgehensmodelle zur Softwareentwicklung und ist aus diesen frühen Bemühungen entstanden. Er wurde parallel zu UML von den drei Amigos entwickelt und veröffentlicht. UP war die Grundlage des Rational Unified Process (RUP), einer Adaption bzw. einem Derivat von Rational Software und ihren Softwareprodukten. Noch weiter zurück (1988) liegt jedoch der Objectory-Prozess von Ivar Jacobson. Er ging im „RUP 5.0“ als Teil von Rational auf. Der RUP konkurrierte damals z. B. mit dem V-Modell.
Ein weiterer Ableger der UP-Methode ist der Open Unified Process (OpenUP) für Open-Source-Software-Projekte (OSS), die außerhalb des kommerziellen Umfelds von Rational oder IBM stattfinden.
IBM entwickelt nach der Übernahme von Rational Software den Rational Unified Process (RUP) zunächst weiter. Der Prozess war bis Mitte der 2010er Jahre verfügbar und danach stillgelegt. RUP benutzt die Unified Modeling Language (UML) als Notationssprache, welche sich weltweit bis heute behauptet hat. Die ursprünglichen Rational-Programme sind teilweise weiterhin unter den Namen „Rational NNN“, z. B. Rational ClearQuest, bei IBM verfügbar und bieten einen integrierten Entwicklungsumgebung an. Weitere Werkzeuge, wie Rational Rapshody oder Rational DOORS, zählen zu der IBM Engineering Lifecycle Management Suite. Prozessuale Aspekte wurden Teil des IBM Engineering Workflow Management.
Der Unified Process (UP) basiert auf den folgenden Prinzipien:
Eine konkrete Implementierung des UP war der Rational Unified Process (RUP). Die erste Version des RUP aus dem Jahre 1999 überführte die drei Vorschläge in eine einheitliche Modellierungsmethode, die Unified Modeling Language (UML).
Die Arbeitsschritte werden für jede Iteration in neun Disziplinen eingeteilt:
Entwicklungsarbeitsschritte (Engineering Disciplines):
Unterstützende Arbeitsschritte (Supporting Disciplines):

Orthogonal dazu gibt es im RUP vier Phasen, in denen jeder der oben genannten Arbeitsschritte mehr oder weniger intensiv zur Anwendung kommt. Jede dieser Phasen ist in eine oder mehrere Iterationen unterteilt und resultiert in einem Meilenstein:
Der Rational Unified Process (RUP) greift auf in der Praxis bewährte Vorgehensweisen und Erfahrungswerte zurück. Diese werden in den folgenden sechs Best Practices formuliert:
Selbst umfangreiche Prozesse wie der RUP wurden von Softwareexperten kritisch hinterfragt.