Ute Mahler

Ute Mahler (* 29. Oktober 1949 in Berka bei Sondershausen, Thüringen) ist eine deutsche Fotografin und Hochschullehrerin für Fotografie.

Werner Mahler, Ute Mahler, Jenny Erpenbeck 2025 in Tübingen

Biographie

Ludwig Schirmer, der Vater von Ute Mahler, war gelernter Müllermeister, später jedoch zunächst als Nebentätigkeit und dann hauptberuflich in Ostberlin erfolgreich als Werbefotograf tätig. Nach ihrem Abitur und einem Volontariat bei der DEWAG studierte Ute Mahler von 1969 bis 1974 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Fotografie. Seit 1975 ist sie als selbständige Fotografin tätig. Sie war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Sie arbeitete u. a. für die Zeitschriften Sibylle und Für Dich, nach der deutschen Wiedervereinigung auch für den Stern.

1990 war sie eine der Gründerinnen der Agentur Ostkreuz. Sie hatte einen Lehrauftrag an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Von 2000 bis 2015 lehrte sie als Professorin für Fotografie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

Fotografien von Ute Mahler sind in renommierten Sammlungen vertreten, u. a. in der Berlinischen Galerie, Sammlung F. C. Gundlach, im Deutschen Historischen Museum Berlin, in der Sammlung Fotografie der Staatlichen Galerie Moritzburg und den Brandenburgischen Kunstsammlungen Cottbus.

Ute Mahler ist mit dem Fotografen Werner Mahler verheiratet, das Paar lebt in Lehnitz bei Oranienburg (Brandenburg).

Ute Mahler zählt gemeinsam mit ihrem Mann Werner Mahler „zu den stilprägendsten Vertretern der ostdeutschen Fotografie“. Heute wie damals in der DDR hätten sie „ihre humanistische Sicht auf die Welt in unterschiedlichen, intensiven Fotoprojekten realisiert“. Sie seien „zwei herausragende deutsche Fotografen, die zur DDR-Zeit wie heute ihre eigene und unangepasste Sicht auf die Welt in unterschiedlichen, intensiven Fotoprojekten realisieren“, sagte DGPh-Vorsitzender Michael Biedowicz anlässlich der Preisverleihung mit dem Kulturpreis, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Photographie.

Stil

„Aus der großen und reichen Tradition der sogenannten live-Fotografie kommend, ist Ute Mahlers Formensprache durchaus von der Bildreportage geprägt. Ihre ureigene Sehweise jedoch, in der sich ihre Persönlichkeit und ihr Anliegen offenbaren, weist deutlich über den gewohnten, den rasch erstellten Bildbericht hinaus. In der Entscheidung für gerade jene Augenblicke, in denen eine Situation unbestimmt und offen ist, uns vielleicht überraschend, manchmal sogar rätselhaft betrifft, überschreitet Ute Mahler die oft als unüberwindlich angenommene Grenze der Fotografie. In ihren Bildern ist das Sichtbare nur eine dünne Hülle, die sich sofort wieder verflüchtigt sobald das Interesse am Eigentlichen geweckt ist- am Unsichtbaren, für das selbst unsere Sprache nur unsicher tastende Begriffe kennt, vielleicht Trauer und Freude, Liebe und Einsamkeit, Leere und Übermut, wie häufig auch von alldem etwas.“

– Wolfgang Kil: Katalogblatt zur Ausstellung in der Burg-Galerie Halle/Saale, 1984

Ehrungen

Außerdem war Ute Mahler Mitglied der Jury des Vonovia Award für Fotografie 2018.

Publikationen mit Fotografien Ute Mahlers (unvollständig)

Ausstellungen (unvollständig)

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (mutmaßlich unvollständig)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Interview mit Ute Mahler auf der Website des Goethe-Instituts, abgerufen am 18. Januar 2014
  2. ↑ Ute und Werner Mahler. Deutsche Börse Photography Foundation, abgerufen am 29. Oktober 2023.
  3. 1 2 Kunsthalle Rostock | Ute Mahler & Werner Mahler. Abgerufen am 29. Oktober 2023.
  4. ↑ Fotografen-Ehepaar Ute und Werner Mahler ausgezeichnet. In: FAZ.NET. 28. Oktober 2023, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 29. Oktober 2023]).
  5. ↑ Eva Munz: Ute Mahler: Weisses Wasser – About. Galerie für Moderne Fotografie Berlin, abgerufen am 15. Januar 2014.
  6. ↑ Preisträger 2011. Lotto Brandenburg Kunstpreis Fotografie, abgerufen am 31. Mai 2026.
  7. ↑ Anmerkung: Jahr nicht bekannt.
  8. ↑ Ostkreuz-Fotografen Ute und Werner Mahler erhalten Auszeichnung. Deutschlandfunk Kultur, 29. Oktober 2023, abgerufen am 29. Oktober 2023.
  9. ↑ Ordensverleihung zum Tag der Deutschen Einheit. Bundespräsidialamt, 1. Oktober 2024, abgerufen am 1. Oktober 2024.
  10. ↑ Jury 2018. Vonovia Award für Fotografie, abgerufen am 31. Juli 2020.
  11. ↑ Zeigen, was ist. Ein Gespräch mit der Fotografin und Herausgeberin Ute Mahler über das ungewöhnliche Fotobuch „Ein Dorf“. In: Fotogeschichte. Band 74 (2024), Heft 174, ISSN 0720-5260, S. 57–65 Online abrufbar.
  12. ↑ Ute Mahler mit der Fotografieausstellung „Spurensuche“. In: studio5555.de. 4. August 2008, abgerufen am 15. Januar 2014.
  13. ↑ Das Geheimnis bleibt. Modefotografie von Ute Mahler und Schülern – Burg Halle. 17. September 2013, abgerufen am 2. März 2025.
  14. ↑ Mona Lisa in der Vorstadt. In: FAZ. 21. November 2013, S. R4.
  15. ↑ Ankündigung auf www.deichtorhallen.de, abgerufen am 16. Januar 2014
  16. ↑ Ute Mahler, Werner Mahler & Ludwig Schirmer. An seltsamen Tagen über Flüsse in die Städte und Dörfer bis ans Ende der Welt. In: kunstmuseen.erfurt.de. 3. März 2024, abgerufen am 2. März 2025.
  17. ↑ FARBENRAUSCH. Abgerufen am 2. März 2025 (deutsch).
Personendaten
NAME Mahler, Ute
KURZBESCHREIBUNG deutsche Fotografin und Hochschullehrerin
GEBURTSDATUM 29. Oktober 1949
GEBURTSORT Berka bei Sondershausen, Thüringen