Ute Mahler zählt gemeinsam mit ihrem Mann Werner Mahler „zu den stilprägendsten Vertretern der ostdeutschen Fotografie“. Heute wie damals in der DDR hätten sie „ihre humanistische Sicht auf die Welt in unterschiedlichen, intensiven Fotoprojekten realisiert“. Sie seien „zwei herausragende deutsche Fotografen, die zur DDR-Zeit wie heute ihre eigene und unangepasste Sicht auf die Welt in unterschiedlichen, intensiven Fotoprojekten realisieren“, sagte DGPh-Vorsitzender Michael Biedowicz anlässlich der Preisverleihung mit dem Kulturpreis, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Photographie.
Stil
„Aus der großen und reichen Tradition der sogenannten live-Fotografie kommend, ist Ute Mahlers Formensprache durchaus von der Bildreportage geprägt. Ihre ureigene Sehweise jedoch, in der sich ihre Persönlichkeit und ihr Anliegen offenbaren, weist deutlich über den gewohnten, den rasch erstellten Bildbericht hinaus. In der Entscheidung für gerade jene Augenblicke, in denen eine Situation unbestimmt und offen ist, uns vielleicht überraschend, manchmal sogar rätselhaft betrifft, überschreitet Ute Mahler die oft als unüberwindlich angenommene Grenze der Fotografie. In ihren Bildern ist das Sichtbare nur eine dünne Hülle, die sich sofort wieder verflüchtigt sobald das Interesse am Eigentlichen geweckt ist- am Unsichtbaren, für das selbst unsere Sprache nur unsicher tastende Begriffe kennt, vielleicht Trauer und Freude, Liebe und Einsamkeit, Leere und Übermut, wie häufig auch von alldem etwas.“
– Wolfgang Kil: Katalogblatt zur Ausstellung in der Burg-Galerie Halle/Saale, 1984
Ehrungen
1977: Goldmedaille der internationalen Ausstellung Interpressfoto in Moskau
1979: Hauptpreis der photokina in Köln für Fotografie
1984: Berlin, Altes Museum („Junge Künstler der DDR“)
1984: Berlin, Altes Museum („Alltag und Epoche. Werke bildender Kunst der DDR aus fünfunddreißig Jahren“)
1985: Berlin, Nationalgalerie („Auf gemeinsamen Wegen. Kunstausstellung zum 40. Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus und der Befreiung des deutschen Volkes“)
Ausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung (mutmaßlich unvollständig)
2011: Halle an der Saale, Burg Giebichenstein („Das Geheimnis bleibt, Modefotografie von Ute Mahler und Schülern“)
2013: Obermarchtal, Galerie im Kloster („Monalisen der Vorstädte – Fotografien von Ute und Werner Mahler“)
2014: Hamburg, Deichtorhallen, Haus der Photographie („Ute Mahler und Werner Mahler – Werkschau“)
2024: Erfurt, Kunsthalle Erfurt („Ute Mahler, Werner Mahler & Ludwig Schirmer. An seltsamen Tagen über Flüsse in die Städte und Dörfer bis ans Ende der Welt“)
2025: Berlin, Galerie Springer („Farbenrausch. Ute Mahler, Werner Mahler, Ludwig Schirmer“)
2025: Berlin, Akademie der Künste am Hanseatenweg („Ein Dorf 1950–1922 Ute Mahler, Werner Mahler, Ludwig Schirmer“)
↑Jury 2018.Vonovia Award für Fotografie,abgerufen am 31.Juli 2020.
↑Zeigen, was ist. Ein Gespräch mit der Fotografin und Herausgeberin Ute Mahler über das ungewöhnliche Fotobuch „Ein Dorf“. In: Fotogeschichte. Band 74 (2024), Heft 174, ISSN0720-5260, S.57–65 Online abrufbar.