Uwe Schaper

Uwe Schaper (* 5. April 1958 in Herne) ist ein deutscher Historiker und Archivar. Er war zuletzt Direktor des Landesarchivs Berlin.

Leben

Uwe Schaper wurde am 5. April 1958 in Herne/Westfalen als zweites Kind der Eheleute Hannelore und Wilfried Schaper geboren. Nach dem Umzug der Eltern verbrachte er den überwiegenden Teil seiner Jugendjahre in Delbrück bei Paderborn. 1977 bestand er das Abitur am Reismann-Gymnasium Paderborn. Es folgte eine zweijährige Zeit bei der Bundeswehr. Schaper studierte vom Wintersemester 1979/80 bis zum Sommersemester 1986 Neuere Geschichte, neuere deutschen Literaturgeschichte und Soziologie an der Universität Erlangen. Er schloss das Studium mit dem Grad „Magister Artium“ ab. Im Sommer 1988 wurde er im Studienfach bayerische und fränkische Landesgeschichte bei Rudolf Endres mit einer Arbeit über den bayerischen Ministerratsvorsitzenden Friedrich Krafft von Crailsheim promoviert. Von April 1989 bis Ende September 1991 folgte das Referendariat für den höheren Archivdienst beim Landesarchiv Berlin und an der Archivschule Marburg. Im letzten halben Jahr des Referendariats wurde er zur damaligen Behörde des Sonderbeauftragten der Bundesregierung für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR abgeordnet und leitete dort insbesondere die archivische Ordnung und Verzeichnung der Unterlagen der ehemaligen Bezirksverwaltung Berlin des MfS an. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung erhielt Schaper eine erste Anstellung als Referatsleiter beim Landesarchiv Berlin.

Zum März 1994 wechselte Schaper als Abteilungsleiter zum Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam. Dort war er zunächst für die Leitung und den weiteren Aufbau des brandenburgischen Grundbucharchivs zuständig. Vom Mai 1995 bis zum September 2004 war er Vorsitzender des Fototechnischen Ausschusses der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder. Zeitgleich entwickelte er erste Überlegungen für den Aufbau der kommunalen Archivberatung in Brandenburg. 1997 wurde Schaper zum stellvertretenden Direktor des Brandenburgischen Landeshauptarchivs ernannt. Mit der Eingliederung der Fachberatung der Öffentlichen Bibliotheken in Brandenburg in das Brandenburgische Landeshauptarchiv entwickelte er das Konzept der bundesweit einzigen Landesfachstelle für Archive und Öffentliche Bibliotheken, deren Leitung er im Jahre 2001 übernahm. Ab 1994 unterrichtete Schaper als Lehrbeauftragter im Fachbereich Informationswissenschaften an der Fachhochschule Potsdam die Fächer Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte 19.–21. Jahrhundert, Paläografie und Archivtechnik/Bestandserhaltung. 2007 wurde er zum Honorarprofessor der Fachhochschule Potsdam im Fachbereich Informationswissenschaften bestellt.

Von September 2005 bis Ende Juli 2024 war er Direktor des Landesarchivs Berlin.

2008/09 kam Schaper in die Medien, da er die psychiatrischen Akten des Schauspielers Klaus Kinski öffnen ließ, woraufhin ihn die Familie Kinskis verklagte.

Schaper war von 2009 bis 2015 Vorsitzender der Historischen Kommission zu Berlin e. V., dann bis 2021 deren stellvertretender Vorsitzender und Mitglied des Historischen Beirats des Regierenden Bürgermeisters von Berlin.

Vor dem Hintergrund des Personalabbaus in der Berliner Verwaltung, von dem auch das Landesarchiv Berlin stark betroffen war, entwickelte Schaper Ideen, die archivische Facharbeit auf die Erfordernisse der sich mit der beginnenden Digitalisierung verändernden Archivarbeit neu zu strukturieren. Gleichzeitig suchte er nach Ansätzen, das Landesarchiv als Faktor in der Erforschung der Berliner Geschichte im 20. und 21. Jahrhundert stärker zu etablieren. Auf dieser Grundlage entwickelte Schaper zusammen mit Edzard Reuter und Walter Momper die Konzeption für die im Jahre 2010 gegründete Stiftung Ernst-Reuter-Archiv als nicht selbstständiger Stiftung beim Landesarchiv Berlin, für die er bis zu seinem Ruhestand Anfang August 2024 als Treuhänder und stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender fungierte.

Seit seiner Pensionierung ist Schaper ehrenamtlich für die Landesfachstelle für Archive und Öffentliche Bibliotheken Brandenburg tätig, die beim Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam angesiedelt ist. Er geht weiterhin seinem Lehrauftrag an dieser Fachhochschule nach und hält Seminare in den Bereichen Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte 19.–21. Jahrhundert, archivische Erschließung sowie Bewerbungstraining ab.

Schaper hat zahlreiche Veröffentlichungen zur fränkischen, bayerischen und Berliner Landesgeschichte sowie zu archivfachlichen Problemen verfasst.

Werke (Auswahl)

Monografien

Herausgeberschaften

Aufsätze

Einzelnachweise

  1. ↑ Uwe Schaper: Krafft Graf von Crailsheim. Das Leben und Wirken des bayerischen Ministerpräsidenten. Nürnberg 1991, S. 5.
  2. ↑ Pressemeldung der FH Potsdam zur Bestellung als Honorarprofessor, 20. Juni 2007, abgerufen am 7. Februar 2026.
  3. ↑ Jens Anker: Aktenveröffentlichung. Kinski-Anwalt fordert Entschuldigung von Berliner Archivar. In: Berliner Morgenpost vom 3. März 2009, abgerufen am 30. Mai 2016.
  4. ↑ Webseite der Historischen Kommission zu Berlin, abgerufen am 30. Mai 2016.
  5. ↑ Webseite der Historischen Kommission zu Berlin, abgerufen am 30. Mai 2016.
Personendaten
NAME Schaper, Uwe
KURZBESCHREIBUNG deutscher Historiker und Archivleiter
GEBURTSDATUM 5. April 1958
GEBURTSORT Herne