| Vought F-8 Crusader | |
|---|---|
F-8E der Jagdstaffel VMF(AW)-212 des U.S. Marine Corps | |
| Typ | Jagdflugzeug |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Vought |
| Erstflug | 25. März 1955 |
| Indienststellung | März 1957 |
| Produktionszeit | 1955 bis 1965 |
| Stückzahl | 1261 |

Die Vought F-8 Crusader (bis 1962 F8U) war ein einstrahliges Kampfflugzeug aus US-amerikanischer Produktion, das vornehmlich auf Flugzeugträgern eingesetzt wurde. Der Prototyp flog erstmals am 25. März 1955, insgesamt wurden 1261 Crusader gebaut. Es war der letzte Flugzeugtyp, dessen Primärbewaffnung aus Maschinenkanonen bestand, deswegen trug es auch den Spitznamen The Last of the Gunfighters.
Aus der Crusader wurde später das um 2,55 Meter kürzere Erdkampfflugzeug Corsair II abgeleitet, das im September 1965 erstmals flog.
Als Erprobungsträger war eine Maschine 1972 das erste Flugzeug, in dem eine digitale Fly-by-Wire Flugsteuerung eingesetzt wurde.
1953 erhielt die Chance Vought Division der United Aircraft Corporation den Auftrag zur Entwicklung eines trägergestützten überschallschnellen Jagdflugzeugs. Die Flugerprobung des Prototyps XF8U-1 begann im März 1955, als Antrieb wurde ein Pratt & Whitney J57-P-12 verwendet. Kurze Zeit später begann bereits die Serienproduktion, die bis 1965 lief, und schon am 20. September 1955 flog die erste Serienmaschine F8U-1, 1962 in F-8A umklassifiziert. Die F-8A hatte zunächst noch das gleiche Triebwerk wie der Prototyp, später erhielten alle Maschinen das stärkere J57-P-20A bzw. -22.

Die Crusader wurde bei der US Navy und dem US Marine Corps vorwiegend als trägergestützter Abfangjäger eingesetzt. Zahlreiche Exemplare dieses Typs kamen im Vietnamkrieg zum Einsatz. Im Jahre 1957 stellte der damalige Major des US Marine Corps und spätere Astronaut John Glenn einen neuen transkontinentalen Geschwindigkeitsrekord auf. Für die Strecke Los Angeles nach New York City brauchte er bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von Mach 1,1 lediglich 3:23 Stunden. Dabei wurde die Maschine dreimal in der Luft betankt.
Von den 1261 gebauten Maschinen gingen 517 verloren. Nach einer seriösen anderen Quelle kam es zu 720 Totalverlusten mit diesem Typ, 160 davon mit tödlichem Ausgang.




Die Besonderheit dieses Flugzeugs ist der hydraulisch um 7° verstellbare Einstellwinkel der mit einem Sägezahn versehenen Tragflächen, die um 45° gepfeilt sind. Dies erlaubt einen hohen Anstellwinkel während des Landeanfluges auf einen Flugzeugträger, ohne gleichzeitig die Sicht nach vorn zu beeinträchtigen. Diese Konstruktion erhöhte allerdings den Wartungsaufwand der F-8. Ansonsten war das Muster mit der üblichen Trägerausrüstung (Klappflügel, Fanghaken, Katapultbeschläge) versehen. Zur Verbesserung der Aerodynamik wurde die Kabine völlig in die Rumpfkontur einbezogen. Bei einigen Versionen wurde das Bugfahrwerk nach rechts versetzt, um so Platz für eine zusätzliche Waffenstation unter dem Rumpf zu schaffen.
Quellen

Die F-8 wurde bei allen Konflikten der 1960er-Jahre eingesetzt, vor allem dem Vietnamkrieg. Schon während der Kubakrise 1962 flog die Aufklärungsstaffel VFP-62 von Landbasen Aufklärung über Kuba. Im August 1964 waren die Jagdstaffeln VF-51 und VF-53 des Trägers Ticonderoga bei den Vergeltungsangriffen auf nordvietnamesische Schnellbootbasen nach dem angeblichen Tonkin-Zwischenfall beteiligt. Damit begann der eigentliche Vietnamkrieg für die USA. Schon im Juni 1964 war allerdings eine RF-8A der Aufklärungsstaffel VFP-63 Det. C des Trägers Kitty Hawk über Ban Ban (Ebene der Steinkrüge, Provinz Xieng Khouang, Laos) abgeschossen worden. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten, wurde jedoch gefangen genommen. US Navy und US Marine Corps verloren in Vietnam insgesamt 168 Crusader, davon 139 F-8 und 29 RF-8. F-8-Piloten konnten ihrerseits 18 nordvietnamesische Flugzeuge abschießen. Der Einsatz der F-8 endete für die US Navy 1976 mit der Ausmusterung des letzten Trägers der Essex-Klasse, Oriskany. Im Rahmen des Geschwaders CVW-19 waren hier die Jagdstaffeln VF-191 und VF-194 mit F-8J eingesetzt. Die RF-8G wurde 1982 letztmals von VFP-63 im Geschwader CVW-14 auf Coral Sea eingesetzt. Die Reservestaffel VFP-206 musterte die letzte RF-8G am 29. März 1987 aus.
Im Jahr 1977 kauften die Philippinen 35 F-8H; 25 davon wurden bis 1991 als F-8P eingesetzt, zehn dienten als Ersatzteilspender. Die französische Marinestaffel 12F stellte die letzte F-8E(FN) am 4. Dezember 1999 außer Dienst.

Am 25. Mai 1972 erprobte die NASA mit einer modifizierten Vought F-8 Crusader das erste Flugzeug mit digitalem Fly-by-Wire, das auf Basis des Bordrechners der Mondlandefähre des Apollo-Programms (Apollo Guidance Computer) arbeitete.

| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Länge | 16,61 m |
| Spannweite | 10,87 m |
| Höhe | 4,80 m |
| Flügelfläche | 34,84 m² |
| Flügelstreckung | 3,4 |
| Startmasse | normal 13.150 kg, maximal 15.422 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 1800 km/h in 12.190 m Höhe |
| Marschgeschwindigkeit | 900 km/h in 11.000 m Höhe |
| Steigzeit auf 12.200 m | 5 min |
| Gipfelhöhe | 17.680 m |
| Reichweite | normal 1609 km, maximal 2250 km |
| Triebwerk | 1 × Pratt & Whitney J57-P-20A; 51 kN ohne und 80 kN mit Nachbrenner |
| Schub-Gewicht-Verhältnis | 0,62 |