Wassenaar

Gemeinde Wassenaar
Flagge der Gemeinde Wassenaar
Flagge
Wappen der Gemeinde Wassenaar
Wappen
Staat Niederlande Niederlande
Provinz  Zuid-Holland
Bürgermeister Leendert de Lange (VVD)
Sitz der Gemeinde Wassenaar
Fläche
 – Land
 – Wasser
62,4 km²
51,18 km²
11,22 km²
CBS-Code 0629
Einwohner 27.975 (1. Jan. 2026)
Bevölkerungsdichte 448 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 9′ N, 4° 23′ OKoordinaten: 52° 9′ N, 4° 23′ O
Bedeutender Verkehrsweg A44 N14 N44 N440 N441 N448
Vorwahl 070
Postleitzahlen 2241–2245
Website wassenaar.nl
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Die evangelische Dorfkirche
Die evangelische Dorfkirche
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Die historische Kornmühle „Windlust“ aus dem Jahr 1668

Wassenaar (anhörenⓘ/?) ist eine niederländische Gemeinde in der Provinz Südholland, nördlich von Den Haag.

Lage und Wirtschaft

Die Lage direkt an der Nordseeküste, umgeben von Dünen und Wäldern und gleichzeitig unmittelbar nördlich von Den Haag, 10 km südlich von Leiden, aber auch gut erreichbar von Amsterdam und Rotterdam aus, macht Wassenaar zu einem begehrten Wohnort. Rund 40 % der 27.975 Einwohner sind ausländischer Abstammung, darunter zahlreiche Diplomaten und Mitarbeiter internationaler Firmen und Behörden.

Am Ostrand des Ortes wird Gartenbau betrieben. Auch der Tourismus ist sehr bedeutend. Die Dünen dienen zum Teil der Speicherung und Gewinnung von Trinkwasser für die Haager Region.

Geschichte

Wassenaar war bis etwa 1700 ein Bauerndorf, mit einem kleinen alten Dorfkern inmitten einer zum Teil moorigen, zum Teil waldreichen Umgebung, die nur einen Steinwurf von der Nordseeküste entfernt liegt. Nahe der Kirche befand sich die Stammburg des im Jahr 1200 erstmals erwähnten Adelsgeschlechts Van Wassenaer.

Zu Beginn des Achtzigjährigen Krieges (1573 oder 1574) wurde Wassenaar von Leidener Bürgern „vorsorglich“ großteils zerstört. Sie wollten so verhindern, dass spanische Truppen Wassenaar zu ihrem Stützpunkt machen und von dort Leiden angreifen könnten.

Im Goldenen Zeitalter begannen wohlhabende Bürger aus Den Haag, in Wassenaar Landhäuser anzulegen. Im 18. und 19. Jahrhundert ließen sich reiche Familien, vor allem aus Haager Regierungskreisen, dort weitere Landsitze bauen. Im frühen 20. Jahrhundert entstanden um das Dorf herum Villenviertel mit großzügigen Grundstücken. Wohlhabende Städter nutzten sie als Sommer- und Ferienhäuser. Ein wichtiger Grund für die Wahl Wassenaars als Sommerfrische war die Fertigstellung der Zugverbindung Rotterdam – Den Haag – Scheveningen – Wassenaar im Jahr 1907. Die Fertigstellung der Straßenbahnlinie Den Haag – Wassenaar – Leiden im Jahr 1923 verbesserte die Erreichbarkeit Wassenaars nochmals erheblich. Die Eisenbahn gibt es inzwischen nicht mehr. Mit dem Bus kann man Wassenaar jede halbe Stunde vom Haager Zentralbahnhof in etwa 20 Minuten erreichen.

Im Zweiten Weltkrieg rückte die Wehrmacht in Wassenaar ein, nachdem die niederländischen Truppen die Deutschen bei einem Gefecht in den Dünen vor Wassenaar am 11. Mai 1940 kurzzeitig hatten aufhalten können. Am Abend des 8. September 1944 wurde in Wassenaar die erste V2-Rakete gestartet, mit London als Ziel. Bis zum 6. Mai 1945, als General Johannes Blaskowitz, der Kommandant der „Festung Holland“, die Kapitulation unterzeichnete, blieb Wassenaar besetzt.

Das Kasteel Oud-Wassenaar in Wassenaar war 1952 Schauplatz der Verhandlungen zum Luxemburger Abkommen. 1995 wurde dort das Wassenaar-Abkommen ausgearbeitet, das zur Kontrolle von Rüstungsgütern dient.

Der Thronfolger Willem-Alexander entschied sich nach seiner Heirat für Wassenaar als Wohnort; seine Familie residiert auf Landgut Eikenhorst.

Sehenswürdigkeiten

Alexander Taratynows Bulldogge

Politik

Sitzverteilung im Gemeinderat

Kommunalwahl am 18. März 2026
Wahlbeteiligung: 63,14 %
 %
30
20
10
0
29,72
17,89
10,29
9,97
8,55
7,01
6,72
6,20
3,66
HvW b
LW! d
DLW g
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2022
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
+5,88
−5,09
+1,84
−5,49
−5,13
+7,01
+0,94
−3,60
+3,66
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b 
Hart voor Wassenaar
d 
Lokaal Wassenaar!
e 
2022 als eigenständige Wahllisten
g 
Democratische Liberalen Wassenaar

Seit 1982 setzt sich der Gemeinderat von Wassenaar wie folgt zusammen:

ParteiSitze
198219861990199419982002200620102014201820222026
VVD101010111011684658
Hart voor Wassenaar––––––––1354
D66112211123222
Lokaal Wassenaar! a–––––––––332
GroenLinks––0011112122
PvdA23223221111
FvD–––––––––––1
Democratische Liberalen Wassenaar––––––––1211
CDA677666544321
Volt–––––––––––0
Wat Wassenaar Wil a––––––653–––
Passie voor Wassenaar a––––––––2–––
Partij Wassenaar20––––––––––
Gesamt212121212121212121212121
Sitzverteilung im Gemeinderat von Wassenaar 2026
        
Insgesamt 21 Sitze
Anmerkungen
a 
Lokaal Wassenaar! entstand zur Kommunalwahl 2018 aus der Fusion von Wat Wassenaar Wil und Passie voor Wassenaar.

Bürgermeister

Seit dem 18. Juli 2019 ist Leendert de Lange (VVD) amtierender Bürgermeister der Gemeinde. Zu seinem Kollegium zählen die Beigeordneten Bert Doorn (CDA), Freddy Blommers (D66), Inge Zweerts de Jong (Passie voor Wassenaar), Leo Maat (GroenLinks) sowie die Gemeindesekretärin Hélène Oppatja.

Söhne und Töchter

Adelsfamilie van Wassenaer

Mit der Ortschaft ist die Adelsfamilie der van Wassenaer verbunden, die ebenfalls das Wappen führen.

Sport

Commons: Wassenaar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Graziella Gioia, Lex de Jonge: VVD-Kamerlid Leendert de Lange wordt nieuwe burgemeester van Wassenaar. In: AD. De Persgroep Nederland, 11. Juni 2019, abgerufen am 20. Juli 2019 (niederländisch).
  2. ↑ Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, 27. Februar 2026, abgerufen am 28. Februar 2026 (niederländisch).
  3. ↑ Loe de Jong: Het Koninkrijk der Nederlanden in de Tweede Wereldoorlog. Band 3: Mei 1940. Martinus Nijhoff, ’s-Gravenhage 1970, S. 235.
  4. ↑ V2-Abschussplatz Wassenaar. Abgerufen am 18. September 2023.
  5. ↑ Yeshayahu A. Jelinek: Die Krise der Shilumim / Wiedergutmachungsverhandlungen im Sommer 1952. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Jg. 38 (1990), S. 113–139.
  6. 1 2 Ergebnisse der Kommunalwahlen: 1982–2002 2006 2010 2014 2018 2022 2026, abgerufen am 15. Mai 2026 (niederländisch).
  7. ↑ College van burgemeester en wethouders Gemeente Wassenaar, abgerufen am 11. Juni 2018 (niederländisch)
  8. ↑ Gemeentesecretaris Gemeente Wassenaar, abgerufen am 11. Juni 2018 (niederländisch)