Dicht an Wathlingen vorbei fließt die Fuhse. Überschattet wird die Gemeinde von einem zurzeit noch etwa 110m hohen Kaliberg. Die Kreisstadt Celle ist etwa 14km entfernt.
Geschichte
Wathlingen ist der älteste Ort der Samtgemeinde. Es wurde erstmals am 1. November 1022 genannt, als Bischof Bernward von Hildesheim das Kloster St. Michaelis in Hildesheim stiftete und es mit mehreren Gütern, u.a. „Waditlogon“, ausstattete.
1695 brannten mehrere Gebäude bei einem Dorfbrand ab.
Das Dorf, das jahrhundertelang nur von der Landwirtschaft lebte, erlebte etwa um 1900 mit dem Aufbau des Kaliwerkes einen enormen Wandel hin zum Industriedorf. Die Einwohnerzahl stieg, und es entstand die heutige „Kolonie“ als Siedlung der Bergleute. Der örtliche Bergmannsverein führt heute die Tradition der Grubenleute fort.
Kaligelände
Kali-Abraumhalde südlich von Wathlingen
Seilscheibe des Schachtes Niedersachsen
Kalibahn vor der Halde
Religionen
Die evangelisch-lutherische St.-Marien-Kirche an der Kirchstraße gehört zum Kirchenkreis Celle. Zur Kirchengemeinde gehört auch der innerhalb des Ortes gelegene Friedhof. An der Kantallee befindet sich der 1960 gegründete evangelisch-lutherische Kindergarten Marienkäfer.
Um 1950 entstand eine katholische Gemeinde in Wathlingen. 1960/61 wurde nach Plänen von Josef Fehlig an der Straße nach Hänigsen die St.-Barbara-Kirche errichtet, sie gehört heute zur Pfarrgemeinde St. Ludwig in Celle.
Bekannt wurde Wathlingen auch durch den Beschluss, 2006 europaweit den ersten Platz nach dem Papst Benedikt XVI. zu benennen.
Kirchengebäude
St.-Marien-Kirche in Wathlingen, erstmals 1322 erwähnt
St.-Barbara-Kirche
Politik
Gemeinderat
Der Rat der Gemeinde Wathlingen setzt sich aus 19 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.
Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Sitzverteilung ab 2021 im Rat der Gemeinde Wathlingen
Die letzte Kommunalwahl fand am 12. September 2021 statt, Wahlbeteiligung 59,8%.
Bürgermeister
Bürgermeister seit 1824
1824–1831
Hans Heinrich Behrens
1831–1854
Hans Heinrich Timme
1854–1860
Dietrich Ebeling
1860–1878
Hans Homann
1878–1890
Hans Heinrich Engelke („Stummel-Engelke“)
1890–1896
Heinrich Kesselhut
1896–1908
Hans Heinrich Engelke
1908–1909
Hans Schrader
1909–1918
Hans Heinrich Brandes
1918–1931
Heinrich Meyer
1931–1933
Friedrich Oberheide
1933–1945
Heinrich Kesselhut
1945–1946
Friedrich Oberheide
1946–1948
Richard Rieke
1948–1952
Ernst Engelke
1952–1956
Heinrich Hage
1956–1961
Karl Bleckmann
1961–1964
Gustav Pfeiffer
1964–1980
Heinz Homann
1980–1996
Hans-Wilhelm v. Reden
1996-2026
Torsten Harms
seit 2026
Anna Olschewski
Hoheitszeichen
Blasonierung: „Auf grünem Grund unter zwei gekreuzt hängenden Ähren einen dreifüssigen goldenen Grapen; über den Ähren ein gekreuztes silbernes Bergmannsgezäh (Schlägel und Eisen).“
Wappenbegründung: Der Kessel, auch Grapen genannt, bezieht sich wahrscheinlich auf das hohe Alter der Gemeinde. Sie wurde erstmals 1022 erwähnt, als Bischof Bernward von Hildesheim das örtliche St.-Michael-Kloster gründete. Die Ähren symbolisieren die Landwirtschaft. Hammer und Schlägel symbolisieren den Bergbau, die Salzgewinnung.
Die Flagge besteht aus zwei gleich breiten Querstreifen, oben grün, unten gold; sie zeigt in der Mitte das Wappen. Die Flagge kann auch in Form eines Banners geführt werden. Das Banner besteht aus zwei gleich breiten Längsstreifen, links grün, rechts gold; hier das Wappen leicht nach oben versetzt. Das Dienstsiegel enthält das Wappen der Gemeinde und die Umschrift „Gemeinde Wathlingen, Landkreis Celle“.
Städtepartnerschaften
Seit 1975 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Villeparisis. Außerdem wird eine Partnerschaft mit der Gemeinde Groß Quenstedt in Sachsen-Anhalt gepflegt.
Evangelisch-lutherische Kirche St. Marien mit Fachwerkturm. Sie geht auf eine Kirche aus dem 14. Jahrhundert zurück, wurde im Laufe der Zeit aber stark verändert. So ließ die Familie von Lüneburg von 1696 bis 1704 die Kirche umbauen. Im Inneren befindet sich ein Flügelaltar aus dem 15. Jh.
Bis 1996 wurde im Schacht Niedersachsen am südlichen Rand der Gemeinde Kalisalz gefördert. Die noch bestehende Abraumhalde, der Kaliberg, ist weithin sichtbar.
Zur Feier des 975-jährigen Bestehens wurde 1997 aus Spenden ein Glockenspiel am alten Schlauchturm neben dem Rathaus angebracht.
Infrastruktur
Verkehr
In Wathlingen verkehren zwei Buslinien.
Durch die CeBus GmbH & Co. KG wird das Dorf mit der Kreisstadt Celle verbunden. Eine weitere Busverbindung besteht nach Eicklingen.
Durch den RegioBus Hannover wird Wathlingen mit der Buslinie 927 vier Mal am Tag mit dem Bahnhof in Ehlershausen angefahren. Der Fahrplan der Linie 927 ist mit den Zugabfahrten der S6 und S7 der S-Bahn Hannover abgestimmt.
Medien
Wathlinger Bote als amtliches Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Wathlingen, hergestellt vom MoorVerlag in Großmoor (einmal wöchentlich).
Wathlinger RegionsECHO (einmal monatlich)
Industrie
Die Kali+Salz AG (K+S) hat 1997 den Standort Niedersachsen-Riedel bei Wathlingen stillgelegt.
Bildung
Grundschule Wathlingen (gegr. als Volksschule von 1910)
Oberschule Wathlingen mit Haupt- und Realschulzweig sowie Gymnasialzweig
Vereine
Wathlinger Kickers von 1999
Verein Kleinbahn Wathlingen-Ehlershausen (KWE) von 2007, auch die Kalibahn genannt: Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bahnstrecken der ehemaligen Grubenanschlussbahn zum Kaliwerk Niedersachsen-Riedel wieder befahrbar zu machen. Dabei sollen historische, industrielle sowie landschaftliche Landmarken miteinander verbunden werden.
↑Matthias Blazek: „Viele neue Erkenntnisse in alten Schriften: Geschichte reicht bis ins Hochmittelalter zurück – Wathlingen wird demnächst tausend Jahre alt / Erstmalig [sic!] am 1. November 1022 genannt“ In: Sachsenspiegel 46, Cellesche Zeitung. 14. November 2009.