Wathlingen

Wappen Deutschlandkarte
Wathlingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wathlingen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 32′ N, 10° 9′ OKoordinaten: 52° 32′ N, 10° 9′ O
Bundesland:Niedersachsen
Landkreis: Celle
Samtgemeinde: Wathlingen
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 17,81 km²
Einwohner: 6350 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 357 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29339
Vorwahl: 05144
Kfz-Kennzeichen: CE
Gemeindeschlüssel: 03 3 51 021
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Schmiedeberg 1
29339 Wathlingen
Website: www.gemeinde-wathlingen.de
Bürgermeister: Anna Olschewski (UWG)
Lage der Gemeinde Wathlingen im Landkreis Celle
KarteLandkreis CelleNiedersachsenHeidekreisLandkreis UelzenLandkreis GifhornRegion HannoverFaßbergSüdheideEschedegemeindefreies Gebiet LohheideBergenWinsenWietzeHambührenCelleAdelheidsdorfHagenWathlingenBröckelEicklingenWienhausenLanglingenHohneLanglingenEldingenAhnsbeckBeedenbostelLachendorf
Karte
Wathlingen um 1655
Das Rathaus Am Schmiedeberg, Sitz der Gemeinde- und der Samtgemeindeverwaltung
Ortsblick Alter Hof
Glockenspiel am alten Schlauchturm

Wathlingen (niederdeutsch Wateln) ist eine Gemeinde im Süden des niedersächsischen Landkreises Celle und Mitgliedsgemeinde und Verwaltungssitz der Samtgemeinde Wathlingen. Sie liegt rund 30 Kilometer östlich von Hannover. Das im Nordwesten angrenzende Dorf Papenhorst ist ein Ortsteil von Nienhagen.

Geografie

Dicht an Wathlingen vorbei fließt die Fuhse. Überschattet wird die Gemeinde von einem zurzeit noch etwa 110 m hohen Kaliberg. Die Kreisstadt Celle ist etwa 14 km entfernt.

Geschichte

Wathlingen ist der älteste Ort der Samtgemeinde. Es wurde erstmals am 1. November 1022 genannt, als Bischof Bernward von Hildesheim das Kloster St. Michaelis in Hildesheim stiftete und es mit mehreren Gütern, u. a. „Waditlogon“, ausstattete.

1695 brannten mehrere Gebäude bei einem Dorfbrand ab.

Das Dorf, das jahrhundertelang nur von der Landwirtschaft lebte, erlebte etwa um 1900 mit dem Aufbau des Kaliwerkes einen enormen Wandel hin zum Industriedorf. Die Einwohnerzahl stieg, und es entstand die heutige „Kolonie“ als Siedlung der Bergleute. Der örtliche Bergmannsverein führt heute die Tradition der Grubenleute fort.

Religionen

Die evangelisch-lutherische St.-Marien-Kirche an der Kirchstraße gehört zum Kirchenkreis Celle. Zur Kirchengemeinde gehört auch der innerhalb des Ortes gelegene Friedhof. An der Kantallee befindet sich der 1960 gegründete evangelisch-lutherische Kindergarten Marienkäfer.

Um 1950 entstand eine katholische Gemeinde in Wathlingen. 1960/61 wurde nach Plänen von Josef Fehlig an der Straße nach Hänigsen die St.-Barbara-Kirche errichtet, sie gehört heute zur Pfarrgemeinde St. Ludwig in Celle.

Bekannt wurde Wathlingen auch durch den Beschluss, 2006 europaweit den ersten Platz nach dem Papst Benedikt XVI. zu benennen.

Politik

Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Wathlingen setzt sich aus 19 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Sitzverteilung ab 2021 im Rat der Gemeinde Wathlingen
4
2
3
2
8
4 2 3 2 8 
Insgesamt 19 Sitze
Gemeinderatswahl 2021
Wahlbeteiligung: 59,8 %
 %
50
40
30
20
10
0
41,8 %
(−0,5 %p)
19,8 %
(−3,7 %p)
12,6 %
(+1,3 %p)
9,1 %
(+2,7 %p)
1,8 %
(−1,5 %p)
14,8 %
(n. k.)
BL-WB f
20162021
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f 
Bürgerliche Liste – Wählerbündnis in Nienhagen

Die letzten Kommunalwahlen ergaben die folgenden Sitzverteilungen:

WahljahrCDUSPDBL-WB 2GrüneFDPLinkeBfW 1ThunichGesamt
2021843220––19 Sitze
20169512110019 Sitze
20119612––0119 Sitze
200696–11–2–19 Sitze
2001105–20–2–19 Sitze
1 
Bürger für Wathlingen
2 
Bürgerlichen Liste-Wählerbündnis Samtgemeinde Wathlingen

Die letzte Kommunalwahl fand am 12. September 2021 statt, Wahlbeteiligung 59,8 %.

Bürgermeister

Bürgermeister seit 1824
1824–1831Hans Heinrich Behrens
1831–1854Hans Heinrich Timme
1854–1860Dietrich Ebeling
1860–1878Hans Homann
1878–1890Hans Heinrich Engelke („Stummel-Engelke“)
1890–1896Heinrich Kesselhut
1896–1908Hans Heinrich Engelke
1908–1909Hans Schrader
1909–1918Hans Heinrich Brandes
1918–1931Heinrich Meyer
1931–1933Friedrich Oberheide
 
1933–1945Heinrich Kesselhut
1945–1946Friedrich Oberheide
1946–1948Richard Rieke
1948–1952Ernst Engelke
1952–1956Heinrich Hage
1956–1961Karl Bleckmann
1961–1964Gustav Pfeiffer
1964–1980Heinz Homann
1980–1996Hans-Wilhelm v. Reden
1996-2026Torsten Harms
seit 2026 Anna Olschewski

Hoheitszeichen

Blasonierung: „Auf grünem Grund unter zwei gekreuzt hängenden Ähren einen dreifüssigen goldenen Grapen; über den Ähren ein gekreuztes silbernes Bergmannsgezäh (Schlägel und Eisen).“
Wappenbegründung: Der Kessel, auch Grapen genannt, bezieht sich wahrscheinlich auf das hohe Alter der Gemeinde. Sie wurde erstmals 1022 erwähnt, als Bischof Bernward von Hildesheim das örtliche St.-Michael-Kloster gründete. Die Ähren symbolisieren die Landwirtschaft. Hammer und Schlägel symbolisieren den Bergbau, die Salzgewinnung.

Die Flagge besteht aus zwei gleich breiten Querstreifen, oben grün, unten gold; sie zeigt in der Mitte das Wappen. Die Flagge kann auch in Form eines Banners geführt werden. Das Banner besteht aus zwei gleich breiten Längsstreifen, links grün, rechts gold; hier das Wappen leicht nach oben versetzt. Das Dienstsiegel enthält das Wappen der Gemeinde und die Umschrift „Gemeinde Wathlingen, Landkreis Celle“.

Städtepartnerschaften

Seit 1975 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Villeparisis. Außerdem wird eine Partnerschaft mit der Gemeinde Groß Quenstedt in Sachsen-Anhalt gepflegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Infrastruktur

Verkehr

In Wathlingen verkehren zwei Buslinien.

Durch die CeBus GmbH & Co. KG wird das Dorf mit der Kreisstadt Celle verbunden. Eine weitere Busverbindung besteht nach Eicklingen.

Durch den RegioBus Hannover wird Wathlingen mit der Buslinie 927 vier Mal am Tag mit dem Bahnhof in Ehlershausen angefahren. Der Fahrplan der Linie 927 ist mit den Zugabfahrten der S6 und S7 der S-Bahn Hannover abgestimmt.

Medien

  • Wathlinger Bote als amtliches Mitteilungsblatt der Samtgemeinde Wathlingen, hergestellt vom MoorVerlag in Großmoor (einmal wöchentlich).
  • Wathlinger RegionsECHO (einmal monatlich)

Industrie

Die Kali+Salz AG (K+S) hat 1997 den Standort Niedersachsen-Riedel bei Wathlingen stillgelegt.

Bildung

  • Grundschule Wathlingen (gegr. als Volksschule von 1910)
  • Oberschule Wathlingen mit Haupt- und Realschulzweig sowie Gymnasialzweig

Vereine

  • Wathlinger Kickers von 1999
  • Verein Kleinbahn Wathlingen-Ehlershausen (KWE) von 2007, auch die Kalibahn genannt: Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bahnstrecken der ehemaligen Grubenanschlussbahn zum Kaliwerk Niedersachsen-Riedel wieder befahrbar zu machen. Dabei sollen historische, industrielle sowie landschaftliche Landmarken miteinander verbunden werden.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Wathlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Tabelle EVAS 12411, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2022, Stand 31. Dezember 2025 (Hilfe dazu).
  2. ↑ Matthias Blazek: „Viele neue Erkenntnisse in alten Schriften: Geschichte reicht bis ins Hochmittelalter zurück – Wathlingen wird demnächst tausend Jahre alt / Erstmalig [sic!] am 1. November 1022 genannt“ In: Sachsenspiegel 46, Cellesche Zeitung. 14. November 2009.
  3. ↑ Päpstlicher Glanz in der Heide. Wathlingen hat den ersten „Papst Benedikt XVI.-Platz“ Europas. In: bistum-hildesheim.de. Bistum Hildesheim, 23. April 2006, abgerufen am 19. Oktober 2026.
  4. 1 2 Ergebnis Kommunalwahl 2021, wahl.landkreis-celle.de
  5. ↑ Ergebnis Gemeinderatswahl 2016. Abgerufen am 25. November 2019.
  6. ↑ Vorläufiges Ergebnis der Kreis- und Gemeindewahlen als PDF-Dokument 2,90 MB (Memento vom 11. Januar 2016 im Internet Archive)
  7. ↑ Auflistung entnommen aus Gedicke (1987), S. 247. Dort auch Auflistung der Vorgänger.
  8. ↑ § 2 Absatz 1 der Hauptsatzung der Gemeinde Wathlingen, Landkreis Celle. (PDF) Abgerufen am 26. Juni 2024.
  9. ↑ Abbildung Gutshaus Wathlingen, in: cz.de (aus dem Buch Rittergüter der Lüneburger Landschaft).
  10. ↑ Bergwerk Niedersachsen-Riedel bei Wathlingen - Grundwasser, Straßenverkehr, Flutung: LBEG überprüft bisherige Erkenntnisse. Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, abgerufen am 19. August 2022.
  11. ↑ Kalibahn.de.
  12. ↑ Aneka Schult: Herbert Blasek: Ein Leben für die Kunst. www.cz.de, abgerufen am 19. August 2022.