Welttanzprogramm

Das Welttanzprogramm (WTP) wurde Anfang der 1960er Jahre vom Weltfachverband der nationalen Tanzlehrerverbände (World Dance Council – WDC) begründet. Die Tänze des Welttanzprogramms sollten sich an den Musikrichtungen orientieren, die weltweite Bedeutung haben, ergänzt durch regionale Stilrichtungen.

Entwicklung

Das Welttanzprogramm wurde 1961 auf Initiative des Hamburger Tanzlehrers Gerd Hädrich und des englischen Tanzlehrers Alex Moore ins Leben gerufen und 1963 in London festgelegt. Das WTP umfasste zunächst elf Tänze: die Standardtänze Blues, Foxtrott, Langsamer Walzer, Tango und Wiener Walzer sowie die lateinamerikanischen Tänze Cha-Cha-Cha, Jive bzw. Boogie, Paso Doble, Rumba und Samba sowie Beat.

1979 wurde das WTP erstmals geändert und der Beat durch den Discofox ersetzt. Ein Jahr später kam der Rock ’n’ Roll als weiterer Tanz hinzu. Danach wurden Mambo bzw. Salsa, Marschfox und Merengue ergänzt.

2012 erfolgte unter Federführung des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbandes (ADTV) eine umfangreiche Reformierung. Insbesondere den ADTV-Tanzschulen, die sich dem Paartanz verschrieben haben, dient das Welttanzprogramm als Grundlage für die Auswahl der Kursinhalte für Neueinsteiger sowie als Vorbereitung zum Beruf des ADTV-Tanzlehrers.

Die UNESCO hat 2018 das Welttanzprogramm (WTP) für den Paartanz als immaterielles Kulturerbe aufgenommen.

Unterrichtsziele des Welttanzprogramms

Die Unterrichtsziele des WTP sind unter anderem in den Ausbildungsunterlagen zum ADTV-Tanzlehrer wie folgt definiert:

Die Tanzlehrer-Akademie (TLA) des ADTV gibt eine für seine Mitglieder geltende Empfehlung: Der erste Kurs soll die Musikstile des Kern-Welttanzprogramms (zur Zeit Walzer, Disco und Swing) enthalten. Diese Musikstile werden weltweit überall dort gespielt, wo Gesellschafts- bzw. Paartanz stattfindet. Erst im zweiten Kurs sollen Tänze aus den erweiterten Musikstilen (Latino und Tango) enthalten sein, denn diese Stile treten weltweit eher regional auf.

Tänze

Darstellung der Musikrichtungen, die die Basis für das Welttanzprogramm seit 2012 bilden

Die Aufnahme im Welttanzprogramm bedeutet nicht, dass der Tanz von allen Tanzschulen angeboten wird. Jede Tanzschule kann aus den fünf Musikstilen Walzer, Disco, Swing, Latino und Tango die Tänze auswählen, die am besten zu ihrem Profil passen. Die Inhalte der Tänze dürfen durch die Tanzschulen angepasst und weiterentwickelt werden.

Walzer-Musik

Disco-Musik

Swing-Musik

Latino-Musik

Tango-Musik

Durch die Verbreitung der Popmusik in Tanzschulen können einige Tänze wie Cha Cha Cha oder Foxtrott auch auf moderne Disco-Musik getanzt werden.

Tanzabzeichen

Anstecker für Träger des Welttanzabzeichens

Nach Beendigung eines Grund- und Fortgeschrittenenkurses für Gesellschaftstanz, in denen das Welttanzprogramm gelernt wurde, wird in einigen Tanzschulen das Welttanzabzeichen verliehen. Zum Welttanzabzeichen gehören eine Urkunde sowie die Welttanznadel. In Deutschland wird meist das Abzeichen vom Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband vergeben. Darauf aufbauend kann nach weiteren Kursen die Prüfung zum Deutschen Tanzabzeichen (in drei Stufen: Bronze, Silber und Gold) absolviert werden. Über Gold hinaus können noch die Stufen Goldstar und Super-Goldstar Rang 1 bis 3 ertanzt werden.

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Einzelnachweise

  1. 1 2 Welttanzprogramm (WTP) . Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 12. März 2025.
  2. ↑ Geschichte - ADTV. Abgerufen am 11. März 2025.
  3. ↑ Welttanzprogramm (WTP) für den Paartanz. Abgerufen am 12. März 2025.
  4. ↑ Dieter Nutzinger: Paartanz. Begleitbuch für die Berufsausbildung zum/zur ADTV-Tanzlehrer/in. Heidelberg 2019.
  5. ↑ Welttanzprogramm. Abgerufen am 11. Mai 2025.
  6. ↑ Welttanzprogramm - ADTV. Abgerufen am 4. April 2025.
  7. ↑ Deutsches Tanzabzeichen. Abgerufen am 25. April 2026.