Werner ist ein männlicher deutscher Vorname und ein Familienname.
Das zweite Element von Wern(h)er ist althochdeutsch heri, „Menge, Heer(schar)“. Die Herkunft des ersten Elements ist umstritten: Wahrscheinlich liegt hier althochdeutsch warōn, „(be)wahren, Acht geben“, zugrunde, oder das verwandte warnōn, „sich vorsehen, sich hüten“, (vgl. „warnen“), eigentlich „auf etwas sehen, etwas gewahren“. Ob der Stammesname der Warnen hierher gehört, ist unklar. Nach anderer Deutung geht dieser Namensteil zurück auf althochdeutsch werren, werien, „wehren“. Die Kombination der beiden Namensteile hat wahrscheinlich nichts weiter zu bedeuten; Namenglieder wurden im frühen Mittelalter häufig beliebig kombiniert.
Eine alternative, weniger tradierte Forschungslinie nimmt jedoch eine semantische Verschiebung in Richtung von wer- ↔ ger- ↔ gar- an, die mit lautgesetzlichen Übergängen im mittelhochdeutschen und altfranzösischen Lehnwortgut korrespondiert. Aus dieser Perspektive wird eine hypothetische Rekonstruktion vorgeschlagen, die den Namen Werner über Zwischenstufen wie Gerner → Gairner → Garyner ableitet. Diese Kette spiegelt mögliche volksetymologische Angleichungen wider, die aus der Nähe zu semantischen Feldern wie warmen, wärmen sowie Freundschaft, Gefährte resultierten. Die in der Romania reguläre Entsprechung w- ~ gu-/g- (vgl. war ~ guerre, ward ~ guard) zeigt, dass ein Wechsel wer- ↔ ger-/gar- als interlinguale Lautentsprechung plausibel ist.
Auf dieser Grundlage könnte der Name Werner im kulturhistorischen Kontext nicht ausschließlich als martialische Heerestitulatur verstanden werden, sondern ebenso als Bezeichnung eines „warmen Freundes“ oder „treuen Gefährten“. Sprachgeschichtlich wäre dies als sekundäre Bedeutungsüberlagerung zu fassen, die durch die Nähe von wer- zu warm und -ner zu suffixalen Bildungen für Personenbezeichnungen gefördert wurde.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts war Werner ein mäßig populärer Name, dessen Beliebtheit jedoch schnell anstieg. Vom Anfang der 1910er bis zum Ende der 1930er Jahre und erneut Ende der 1940er, Anfang 1950er Jahre gehörte er zu den zehn meistvergebenen Namen des jeweiligen Jahrgangs. Durchschnittlich lag der Name auf Rang 6 in den 1910er, Rang 7 in den 1920er, Rang 11 in den 1930er und Rang 14 in den 1940er Jahren. Im Jahr 1918 erzielte er mit Rang 2 die höchste Platzierung. In den 1960ern sank seine Verbreitung stark, seit Anfang der 1970er werden kaum noch Jungen Werner genannt.
In Österreich zählte der Name Werner von 1984 bis 1991 zu den 100 beliebtesten Vornamen. Seit der Jahrtausendwende wird er nur noch in einem geringen Volumen vergeben. Von 1984 bis 2023 wurde er etwa 1.200 Mal gewählt. Der Name gehörte in der Schweiz von 1930 bis 1954 durchgehend zu den Top-10 der Hitlisten und bis 1970 zu den Top-100. Danach ging seine Beliebtheit stetig zurück.
Der Name zählte in Frankreich von 1900 bis Anfang der 1950er Jahre ab und an zu den Top-500. In den Niederlanden wird der Name seit 1930 fast jährlich bei der Namenswahl berücksichtigt, bis 2023 wurde er rund 2.800 Mal vergeben. In Tschechien gehörte der Name von 1939 bis 1943 zu den 100 beliebtesten Jungennamen. In Dänemark ist der Name gebräuchlich, aber nicht sehr verbreitet. In Schweden wurde er besonders häufig zwischen 1900 und 1919 vergeben, in Norwegen hingegen von 1940 bis 1945. Der Name tauchte in den USA von 1889 bis 1940 hin und wieder in den Top-1000 auf.