Werner Kieselbach alias Kai Lindman (geboren 12. August 1949 in Neudorf-Platendorf im Kreis Gifhorn; gestorben 15. Mai 2021 in Gifhorn) war ein deutscher Lehrer, Journalist, Verleger und Notaphilist. Er publizierte insbesondere zu Papier- und Notgeldscheinen im deutschsprachigen Raum, aber auch zur lokalen Eisenbahngeschichte Gifhorns. Daneben verfasste er Gedichte, Kurzgeschichten und Liedertexte.
Werner Kieselbach wuchs in der frühen Nachkriegszeit auf als Sohn und einziges Kind des aus Ostpreußen stammenden Goldschmiedes Erwin Kieselbach und dessen Ehefrau Käte. Sein Abitur legte er jedoch an einer Schule in Wolfsburg ab, bevor er in Marburg und Braunschweig seine Ausbildung als Pädagoge mit den Fächern Deutsch, Englisch und Sport absolvierte. Anschließend arbeitete er als Lehrer an verschiedenen Gifhorner Schulen.
Um 1980 lernte Kieselbach in Irland seine spätere Ehefrau kennen, die er im April 1981 in deren finnischer Heimat in Helsinki heiratete. Das Ehepaar bekam einen Sohn und eine Tochter.
Neben seinem Wirken in der lokalen Musik- und Theaterszene wurde Kieselbach durch seine belletristischen Werke auch als „Literat“ bekannt.
Kieselbach starb 2021.
1989 publizierte Kieselbach als Kai Lindman in seinem eigenen kkk-Verlag mit Sitz in Sassenburg seinen rot eingebundenen Katalog Serienscheine … für die Zeit von 1918 bis 1922; das Verzeichnis des Notgeldes, der Spendenquittungen und „Bausteine“ aus der Zeit der frühen Weimarer Republik war sein erstes numismatisches Werk, mit dem er – vielzitiert – deutschlandweit bekannt wurde. Es erschien noch im selben Jahr in zweiter, überarbeiteter und ergänzter Auflage und enthielt neben Abbildungen und Beschreibungen, Varianten und Hinweisen auf Fälschungen unter anderem Marktpreis-Bewertungen von 1 DM bis maximal 300 DM, wodurch erste Anhaltspunkte auf die Seltenheit der dargestellten Stücke möglich wurden. Im Anhang waren zudem die Katalog-speziellen „[…] Wasserzeichen des deutschen Notgeldes“ mit Namen und Abbildungen nach Kurt Lehrke verzeichnet, die ursprünglich in dem von dem Numismatiker Arnold Keller herausgegebenen Standardwerk Deutsche Wertpapierwasserzeichen erschienen waren.
Kieselbach sammelte unter anderem Siegelmarken, Nachtsteuer-Belege, das als Einkaufsgutscheine für Kinderladenparadiese sogenannte „Kindergeld“, Spendenbescheinigungen, Schwundgeld, Lotterie-Lose und Geleitbriefe. Vor allem aber trug er auf Flohmärkten des Gifhorner Umlandes „das olle Papiergeld“ zusammen, knüpfte Kontakte zu Sammlern im In- und Ausland und auch zu Gleichgesinnten in der vormaligen DDR. Gemeinsam mit ostdeutschen Sammlern wie etwa Kurt Biging, Dietrich Frank, Frank Hiekel, Hans Fillmann, Henning Huschka, Oliver Sens, Ringo Staudt, Ingo Strunz und anderen bearbeitete Kieselbach dann erstmals Gebiete der Geldersatzgeschichte wie beispielsweise das LPG-Geld, DDR-Hotelgeld, das in ostdeutschen Strafvollzugsanstalten verausgabte Geld sowie beispielsweise die sogenannten „Bausteine“ oder die Spendenscheine.
In Kieselbachs eigenem kolme k-Verlag erschienen auch Schriften anderer Autoren, darunter mehrere „herausragende Werke zur pommerschen Notgeldgeschichte von Karl-Christian Boenke.“
Darüber hinaus war Werner Kieselbach maßgeblich beteiligt an den jährlich am 30. April im Gifhorner Deutschen Haus veranstalteten Sammlerkongressen mit Teilnehmern aus dem In- und Ausland.
Der als „Notgeldpapst“ bekannte Kieselbach übernahm nach dem im Jahr 2000 erfolgten Tod des in Neustrelitz tätigen Gläsersammlers Jörg Sasse das von diesem bis dahin herausgegebene Periodikum Der Glasfreund. Zeitschrift für altes und neues Glas, das Kieselbach ab 2006 in seinem kolme K-Verlag fortführen konnte, zumal auch Glasmarken zu seinem umfangreichen Sammlungsbestand zählten.
Im März 2016 gab Kieselbach mit der „Nummer 0“ das erste von insgesamt 38 Heften der zweimonatlich erschienenen Zeitschrift Papiergeld. Von Sammlern für Sammler heraus. Dem letzten, posthum erschienenen Heft fügte er erstmals eine Porträtfotografie von sich bei. In seinem Abschied offenbarte er seine Krebserkrankung und bedauerte, bis dahin keinen Nachfolger zur Fortführung seiner gemeinsam mit Karin Wrobel redigierten Verlagsaktivitäten gefunden zu haben.
als Kai Lindman im kkk-Verlag, Sassenburg oder Gifhorn:
im Kolme-K-Verlag, Sassenburg oder Gifhorn:
als Werner Kieselbach:
zur Eisenbahn:
sonstige:
im Kolme-K-Verlag, Gifhorn:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kieselbach, Werner |
| ALTERNATIVNAMEN | Lindman, Kai (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Experte für Papiergeld und deutsche Notgeldscheine |
| GEBURTSDATUM | 12. August 1949 |
| GEBURTSORT | Neudorf-Platendorf, Kreis Gifhorn |
| STERBEDATUM | 15. Mai 2021 |
| STERBEORT | Gifhorn |