Kurz und bündig: Für Wikipedia-Artikel wird zu viel gegoogelt und zu wenig in gedruckter Fachliteratur recherchiert, die in Bibliotheken verfügbar ist. Darunter leidet die Qualität. Wie kann man das ändern?
Diese Seite geht in die gleiche Richtung wie Wikipedia:Bibliothek („Kannst du mal kurz was für mich nachschauen?“), soll aber darüber hinausgehen, indem
Unter Praktische Hilfe tragen sich bitte diejenigen ein, die regelmäßig die Möglichkeit haben, eine Bibliothek aufzusuchen, und bereit sind, dort etwas zu recherchieren!
The Wikipedia Library ist eine Plattform mit kostenfreiem und größtenteils direkten Zugang zu einer Vielzahl an digital verfügbaren Inhalten für aktive Community-Mitglieder der Wikimedia-Projekte. Für einen Überblick über die einzelnen Themengebiete steht eine Tabelle in Ergänzung zur verlinkten Projektseite zur Verfügung (mehr Informationen dazu in einem einführenden Kurierbeitrag).
Den Stand Anfang 2016 beleuchtet ein Blogartikel: Datenbank-Tourismus
Neben den Auskunftsdiensten, bei denen man nicht selten kostenfrei Kopien erhält, sind vor allem die Nationallizenzen zu nennen, bei denen jeder wissenschaftlich Interessierte mit Wohnsitz in Deutschland sich kostenfrei registrieren kann.
Wenig bekannt ist, dass die meisten wissenschaftlichen Bibliotheken auch Bürgerinnen und Bürger ihres Einzugsgebiets als Nutzer akzeptieren. Vielfach wird keine Nutzungsgebühr erhoben. In einzelnen Fällen ist der Zugriff auf lizenzierte Datenbanken mit dem Bibliotheksausweis dann auch von zuhause möglich, doch gilt dies leider bei fast allen Universitätsbibliotheken nicht. Vor allem bei Universitätsbibliotheken gilt in der Regel, dass nur Uni-Angehörige einen Zugang des Rechenzentrums erhalten, mit dem sie Datenbanken von zuhause nutzen können. Zur Begründung werden lizenzrechtliche Probleme angeführt.
Die Jahreskarte der Staatsbibliothek zu Berlin ist kostenlos. Man erhält sie gegen Vorlage eines Personalausweises mit inländischem Wohnsitz. Auf die persönliche Vorstellung wird nur im Fall der 30 Tage gültigen Onlineanmeldung verzichtet. Dafür kann man eine stattliche Zahl von lizenzierten Angeboten im Fernzugriff nutzen . Die jährliche Verlängerung ist ohne persönliches Erscheinen möglich.
Die Bayerische Staatsbibliothek lässt alle zur kostenfreien Benutzung zu, die über 18 sind und einen Wohnsitz in Deutschland nachweisen können. Voraussetzung: Man reist zur Anmeldung nach München (Info). Danach kann man zahlreiche Datenbanken von zuhause nutzen. „Für einige Angebote ist der externe Zugang auf Benutzer begrenzt, die in München oder im S-Bahn-Bereich München ansässig sind“, siehe Bibliotheks-Info.
Die Deutsche Literatur des 18. Jahrhunderts, Historical Abstracts und etliche weitere Datenbanken werden von der WLB Stuttgart („Zur Benutzung zugelassen sind sämtliche Personen mit Wohnsitz in Deutschland“, inzwischen hohe jährliche Nutzergebühr) auch für den Zugriff von zuhause angeboten .
Das Munzinger-Archiv gibt es für Benutzer vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (und vielen öffentlichen Bibliotheken, z. B. den Städtische Bibliotheken Dresden); siehe Liste der öffentlichen Bibliotheken mit Zugang.
Auch die Brockhaus Enzyklopädie, die bis Ende 2015 über Munzinger vertrieben wurde, ist für die Benutzer vieler öffentlicher Bibliotheken, die sich zu Konsortien zusammengeschlossen haben, als Brockhaus Wissensservice verfügbar. Zu dem Angebot gehören neben dem Volltext der Enzyklopädie, des Jugendlexikons und des Kinderlexikons auch deutsche Wörterbücher, die Multimedia-Inhalte sowie die Harenberg-Kulturführer, die in die Enzyklopädie integriert wurden.
Im Rahmen der Digitalen Bibliothek Nordrhein-Westfalen haben Mitgliedsbibliotheken die Möglichkeit, authentifizierten Nutzern über die Oberfläche der Digitalen Bibliothek Zugang zu lizenzierten Datenbanken zu bieten. Bei der Stadtbibliothek Köln gibt es z. B. Kindler Literaturlexikon, Munzinger-Archiv und das Zeitungsarchiv Nexis Uni von zuhause aus (Vollständige Übersicht). Von der Rheinischen Landesbibliothek ist bekannt, dass sie „Lizenzen fuer MLA, die Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft, die Wiso-Datenbanken, FIS Bildung oder IBZ“ via DigiBib zugänglich macht. Liste der technisch möglichen Datenbanken hier. Die lokalen Sichten kann man unter http://www.digibib.net/ abrufen. Es handelt sich in der Regel um bibliographische Datenbanken.
Auf die Bedürfnisse der öffentlichen Bibliotheken ist das Angebot der kommerziellen Onleihe zugeschnitten, das den eingeschriebenen Benutzern einiger öffentlichen Bibliotheken den befristeten Zugriff auf Medien (Hörbücher, E-Books, Videos usw.) ohne Aufpreis ermöglicht. Das Angebot wurde heftig kritisiert, insbesondere weil das digitale Medium nur ein Benutzer zur gleichen Zeit ausleihen kann und eine vorzeitige Rückgabe nicht möglich ist. Zudem können manche Medien nur mit Anwendungen genutzt werden, die ausschließlich für Microsoft Windows verfügbar sind. Zur Kritik siehe http://log.netbib.de/?s=onleihe
Nicht einzugehen ist hier auf Möglichkeiten, in Dateitauschbörsen illegale CDs von Nachschlagewerken zu erhalten oder via Google mittels geeigneter Suchanfragen Passwörter zum Trial- oder ständigen Zugang zu kostenpflichtigen Datenbanken auszuspähen.
Schattenbibliotheken wie Library Genesis oder Sci-Hub bieten eine riesige Masse an frei zugänglicher Literatur, aber ihre Nutzung ist rechtlich bedenklich und weder die Wikimedia Foundation noch die Wikipedia-Community unterstützen sie.
Vor allem Subito bietet jedem Bürger die Möglichkeit, Kopien und Bücher zu bestellen. Bücher werden in der Regel per Post geliefert und müssen wieder nach der Leihfrist zurückgeschickt werden, Aufsätze werden als PDF-Datei per E-Mail innerhalb maximal drei Tagen zugesandt und parallel zum Download bereitgestellt. Für die Nutzergruppen 1 (Uni-Mitarbeiter und z. B. Mitarbeiter kultureller Institutionen) und 3 (Privatpersonen) beträgt der Preis für eine Buchbestellung einheitlich 9 Euro, bei einer Aufsatzbestellung für Privatpersonen 7 Euro (der optionale 24-Stunden-Eildienst kostet 4,50 Euro zusätzlich).
Die Bayerische Staatsbibliothek ermöglicht () den kostenpflichtigen Zugang zu einer Reihe von Datenbanken auf der Grundlage von Einzelabrechnungen. 12 Stunden Zugriff auf das Lexikon des Mittelalters kosten 5 Euro.
Die Königliche Bibliothek der Niederlande gab einen Benutzerausweis auf schriftlichem Weg für jährlich 15 Euro aus, auch an Ausländer. Erforderlich war nur eine Ausweiskopie und eine Wohnsitzbestätigung. Sie bot ein sehr interessantes Datenbankangebot (JSTOR, MUSE u. a.). Nach 14 Tagen erhielt man den freigeschalteten Ausweis und ein Überweisungsformular, siehe http://log.netbib.de/archives/2006/02/24/kb-den-haag-2/. 2015 sind die Datenbanken aber nur noch in den Niederlanden nutzbar.
Beispiel einer deutschen öffentlichen Bibliothek: Die Stadtbibliothek Köln (Jahresgebühr 30 Euro, 2025), jeder mit deutschem Personalausweis kann Mitglied werden) liefert im Stadtgebiet Bücher für 7 Euro. Rückgabe per Post ist möglich. Eine Fernleihe kostet 2,50 Euro. Die lokale Sicht der NRW-Digibib bietet einige lizenzierte bibliographische Datenbanken.
Selbstverständlich bieten Bibliotheken weltweit tausende digitale Sammlungen an, um die es hier nicht geht, wenngleich es schwierig sein kann, gesuchte Informationen dort aufzufinden. Es genügt diesbezüglich ein Hinweis auf eine Wikisource-Seite.
Bitte tragt euch hier ein, wenn Ihr regelmäßig eine Bibliothek besuchen könnt und bereit seid, dort etwas zu recherchieren
Hinweis: Potentielle Anfragende werden gebeten, nach Möglichkeit dadurch an der Ablaufoptimierung mitzuwirken, indem sie Anfragen vorerst nicht bei den im folgenden genannten Wikipedianern auf der Benutzerdiskussionsseite stellen, sondern auf der Anfragenseite und zugleich – möglichst ausführlich – anzugeben, welche bisherigen Versuche (Kontaktaufnahme im zuständigen Portal, gezielte Ansprache von Wikipedianern usw.) unternommen wurden, die Information zu bekommen, wie Eure Bibliothekszugangsmöglichkeiten (einschließlich Fernleihe) konkret aussehen.
Kostenersatz: Normalerweise erfolgt kein Kostenersatz durch den Anfragenden für Anreise usw. Es wird erwartet, dass bei Kopierkosten und sonstigen Gebühren der Hilfeleistende Kosten in Höhe bis zu 5 Euro selber trägt, da wir hier auf Gegenseitigkeit aushelfen, es wird aber von Benutzer zu Benutzer anders gehandhabt.
Kostenneutral für beide Seiten wird es durch ein Bibliotheksstipendium, das bei Wikimedia per E-Mail beantragt werden kann.
| Fernleihenetzwerke | Angeschlossene Bibliotheken | Benutzer | Kontakt per | Anmerkungen | Stand |
|---|---|---|---|---|---|
| Swisscovery | Malo95 | Disk / Mail | 25. Juni 2022 |
In Fernleihenetzwerken werden in der Regel Bücher, deren Nutzung auf den Lesesaal beschränkt sind, nicht an andere Bibliotheken versandt.
| Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) des Instituts | Datenbank | Benutzer | Kontakt per | Anmerkungen | Stand | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt | EZB-Link | Zasterabad | Disk / Mail | 16.03.14 | ||
| Bibliotheken der Universität Frankfurt am Main | EZB-Link | Hoffmeier | Disk / Mail | 07.08.15 | ||
| FordPrefect42 | Disk / Mail | eingeschränkt (kein Online-Zugriff) | 30.04.15 | |||
| DerMaxdorfer | Disk / Mail | 19.12.20 | ||||
| Universitätsbibliothek Heidelberg | EZB-Link | DerMaxdorfer | Disk / Mail | 19.12.20 | ||
| Max-Planck-Gesellschaft | EZB-Link | Herr-Schlauschlau | Disk / Mail | + diverse E-Books | 02.08.11 | |
| Universitätsbibliothek Bayreuth | EZB-Link | El Grafo | Disk / Mail | 16.01.12 | ||
| Österreichische Nationalbibliothek | EZB-Link | Denis Barthel | 15.04.12 | |||
| Woches | Disk / Mail | 25.04.12 | ||||
| Fernuni Hagen | EZB-Link | syrcro | Disk / Mail | 18.02.21 | ||
| Jurapunk | Disk / Mail | 29.02.24 | ||||
Für alle Wikipedianer, die nicht in einer Groß- oder Universitätsstadt leben, kann die DigiAuskunft hilfreich sein. An ihr sind zur Zeit (Stand: November 2020) 658 Bibliotheken von der Universitätsbibliothek bis zur Öffentlichen Bücherei einer Kleinstadt beteiligt. Über ein standardisiertes Eingabeformular können per Email Anfragen an die Bibliothek gestellt werden, die innerhalb von drei Tagen beantwortet sein sollen. Selbstverständlich kann man nicht die Erarbeitung umfangreicher bibliographischer Listen erwarten, aber auf gezielte Fragen nach Beständen, Nutzungsbedingungen, Recherchemöglichkeiten erhält man bequem und relativ schnell eine Antwort.
Auch die meisten öffentlichen Bibliotheken in Klein- und Mittelstädten sind den Fernleihverbünden angeschlossen. Sie können deshalb auch speziellere Literatur aus anderen Bibliotheken besorgen, wenn die Quelle am Ort nicht vorhanden ist (Monographien in der Regel zur Ausleihe für vier Wochen; Zeitschriftenaufsätze in Kopie). Die jeweiligen Konditionen kann man über die DigiAuskunft erfragen.
Zu nennen ist aber auch QuestionPoint, ein Auskunftsnetzwerk vor allem akademischer Bibliotheken.
Die Schweizerische Nationalbibliothek bietet ein umfassendes Rechercheangebot zur Schweiz, 30 Minuten kostenlos:
Für Wirtschaftsthemen kann das Schweizerische Wirtschaftsarchiv weiterhelfen. Gemäss Auskunft der Leiterin werden 30 Minuten kostenlos recherchiert:
Mit der zweiten Runde 2006 sind die Nationallizenzen noch attraktiver geworden. Vor allem das Periodicals Archive Online (auch mit deutschsprachigen Aufsätzen zu den Geisteswissenschaften) und die Oxford Journals sind herausragende Angebote. Zudem erhält man Zugriff auf das WBIS, die Quellen können jedoch nur heruntergeladen werden, wenn zu dem jeweiligen biographischen Eintrag nur gemeinfreie Quellen vorhanden sind.
Die Suche über einen Teil der Nationallizenzen ist bereits ohne Anmeldung möglich. Über Passwörter zum Zugriff auf die Volltexte der Nationallizenzen (siehe dort, Anmeldung für jedermann mit wissenschaftlichem Interesse und ständigem Wohnsitz in Deutschland möglich!) verfügen:
In der Schweiz gibt es ebenfalls Nationallizenzen: http://consortium.ch/national-lizenzen/.
The Wikipedia Library ist eine Plattform mit kostenfreiem und größtenteils direkten Zugang zu einer Vielzahl an digital verfügbaren Inhalten für aktive Community-Mitglieder der Wikimedia-Projekte. Für einen Überblick über die einzelnen Themengebiete steht eine Tabelle in Ergänzung zur verlinkten Projektseite zur Verfügung (mehr Informationen dazu in einem einführenden Kurierbeitrag).
Der Zugriff erfolgt über die Wikipedia Library Card Platform unter https://wikipedialibrary.wmflabs.org/users/my_library/ . Die meisten Plattformen können direkt genutzt werden, sobald die Mindestvoraussetzungen eines Accounts vorliegen.
Vor allem PAO, DigiZeitschriften, JSTOR: Wikipedia:Bibliotheksrecherche/Zeitschriften
Unsere Auskunft entspricht dem Reference Desk.
Die Bibliotheksrecherche entspricht dem WikiProject Resource Exchange (nach einer Zusammenlegung der Initiativen Library, Research resources und Newspapers and magazines request service)
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