Wilhelm Sander (* 16. Oktober 1898 in Bederkesa; † 8. September 1974 in Marburg) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalintendant der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.
Sander besuchte die Schule in Homberg (Efze), Rotenburg an der Fulda und Hersfeld, wo er 1916 das Notabitur ablegte. Anschließend leistete er bis 1918 Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, zuletzt als Unteroffizier der Reserve. Ab 1919 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Jena und Marburg. 1921 legte er das erste juristische Staatsexamen ab. Anschließend absolvierte er das Rechtsreferendariat am Oberlandesgericht Kassel. 1922 wurde er in Marburg zum Doktor der Rechte promoviert. 1924 legte er das zweite juristische Staatsexamen ab.
Von 1924 bis 1925 war Sander zunächst bei einem Bücherrevisor tätig. 1925 trat er in den höheren Heeresverwaltungsdienst ein. Er war zunächst bis 1929 beim Wehrkreisverwaltungsamt VI Münster tätig. 1926 wurde er zum Regierungsrat ernannt. Anschließend wurde er von 1929 bis 1931 beim Wehrkreisverwaltungsamt IV Dresden und von 1931 bis 1933 beim Wehrkreisverwaltungsamt II Stettin eingesetzt.
Zum 1. April 1933 trat Sander der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.592.855). Im Oktober 1933 trat er als Referent in das Reichsluftfahrtministerium ein. Er wurde im April 1934 zum Oberregierungsrat und im April 1935 zum Ministerialrat befördert. Von April 1935 bis April 1937 war er Leiter der Abteilung „Beamten- und Besoldungswesen“ im Luftwaffenverwaltungsamt des Reichsluftfahrtministeriums. Danach war er von April 1937 bis Mai 1938 beim Luftkreiskommando V München tätig. Im April 1938 wurde er zum Ministerialdirigenten bzw. Generalintendanten befördert.
Anschließend war Sander von Mai bis Juli 1938 beim Luftwaffenkommando Österreich und von Juli 1938 bis Januar 1940 beim Luftgaukommando XVII Wien tätig. Von Januar bis Oktober 1940 war er als Nachfolger von Hans-Günther Schmidt Leiter der Gruppe „Organisation, Unterbringung und Haushalt“ in der Abteilung „Liegenschaften und Unterkunftswesen“ unter Abteilungsleiter Heinrich Scheit in der Amtsgruppe „Verwaltung“ unter Amtsgruppenleiter Wilhelm Untrieser im Luftwaffenverwaltungsamt des Reichsluftfahrtministeriums. Von Oktober 1940 bis September 1943 wurde er beim Luftgaukommando III Berlin eingesetzt, unterbrochen von einer Tätigkeit beim Verfügungsstab in Frankfurt (Oder) von Juli bis September 1941. Danach wurde er von September bis November 1943 beim Oberkommando der Heeresgruppe B verwendet. Im November 1943 verlor er in Folge eines Autounfalls sein rechtes Bein. Daraufhin war er bis zum Kriegsende im Mai 1945 zur besonderen Verwendung im Reichsluftfahrtministerium bzw. beim Oberkommando der Luftwaffe. Von Kriegsende bis 1947 befand er sich in amerikanischer Kriegsgefangenschaft.
Nach seiner Entlassung 1947 zog Sander nach Marburg. Bei seinem Spruchkammerverfahren im November 1947 wurde er als „Entlasteter“ eingestuft. Ab 1950 war er als Rechtsanwalt in Marburg tätig, wo er im September 1974 im Alter von 75 Jahren starb.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sander, Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Offizier |
| GEBURTSDATUM | 16. Oktober 1898 |
| GEBURTSORT | Bederkesa |
| STERBEDATUM | 8. September 1974 |
| STERBEORT | Marburg |