Wilhelm Schlote

Wilhelm Schlote (* 4. März 1946 in Lüdenscheid; † Juni 2026 in Köln) war ein deutscher Zeichner, Cartoonist, Plakatkünstler, Kinderbuchautor und Karikaturist. Er bezeichnete seinen Zeichenstil als „Krickelkrakel“; sein Hauptmotiv war das Strichmännchen.

Biografie

Schlote wurde 1946 in Lüdenscheid geboren, wuchs in Essen auf machte dort sein Abitur am Burggymnasium Essen. Sein erster Kunstlehrer war Heinz Mack (Mitglied der Künstlergruppe ZERO), der bereits früh Schlotes zeichnerisches Talent erkannte. Ebenso philosophisch prägend war bis zum Abitur sein Mentor und Freund Albert Schulze-Vellinghausen, der als Literaturkritiker bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) der Vorgänger von Marcel Reich-Ranicki war. Schlote studierte bis 1968 Philosophie in Bonn und anschließend bis 1972 Kunst an der Kunsthochschule Kassel.

Von 1973 bis 1978 war er Lehrer im höheren Schuldienst in Kassel (unter anderem an der Jacob-Grimm-Schule) und Hamburg. Zeitgleich mit der Entscheidung, nach Paris zu gehen, wurde Schlote eine Professur an einer deutschen Kunsthochschule angeboten. Schlote entschied sich jedoch 1978 für einen Umzug nach Frankreich, wo er zum Teil in Nizza, hauptsächlich jedoch in Paris lebte. 1980 stellte er erstmals in der Medizinischen Fakultät in Saint-Germain-des-Prés in Paris aus.

Ab 2011 lebte und arbeitete Schlote in Köln-Sülz. Seine Frau Monika starb im Mai 2025; er selbst starb im Juni 2026 im Alter von 80 Jahren in Köln. Er hinterließ eine Tochter, der er 1981 ein Buch gewidmet hatte.

Werk

1968 publizierte Schlote das erste von insgesamt 35 Kinderbüchern. Ab 1976 veröffentlichte er Cartoon-Postkarten – die sogenannten „Schlote-Karten“ – und erhielt im selben Jahr den Deutschen Jugendbuchpreis für Heute wünsch ich mir ein Nilpferd. Ab 1980 erstellte Schlote eine Vielzahl von Städteplakaten, Kalendern, Postern und Auftragsarbeiten. 1991 wurde er von der Académie Calvet ausgezeichnet; den Preis überreichten ihm Catherine Deneuve und Claude Chabrol. 2002 erschien das Kunstbuch Postskriptum für die Deutsche Post.

Schlotes Cartoons und Zeichnungen erschienen unter anderem in Zeitschriften wie Die Zeit, Die Welt, Rheinischer Merkur, The New Yorker, Le Monde und Le Figaro. Seine Städteplakate und Poster machte er für fast alle größeren deutschen Städte; aber auch Städte wie Amsterdam, Rom und New York City oder Jubiläen und Veranstaltungen wurden im für Schlote typischen Strich wiedergegeben. Er selbst bezeichnete seinen Zeichenstil als „Krickelkrakel“ und verleugnete nie sein Hauptmotiv, das Strichmännchen. In seinen Aquarellen verarbeitete er auch französischen Rotwein, den er auf Servietten auftrug. Zudem machte er Anzeigenwerbung für 4711 und Plakate für Lottogesellschaften und Betonproduzenten und schuf Designvorlagen für Sonia Rykiel. Er war regelmäßig als Illustrator für die FAZ tätig.

Auszeichnungen

Ausstellungen

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. 1 2 3 Jutta Rudewig: Die Würde des Strichmännchens ist unantastbar. In: come-on.de. 18. Juni 2026, abgerufen am 19. Oktober 2026.
  2. ↑ Der Nachruf auf come-on.de gibt den 9. Juni 2026 als Sterbedatum an. Da sein Tod auf dem offiziellen Instagram-Account von Wilhelm Schlotte aber schon am 8. Juni bekanntgegeben wurde, muss hier ein Fehler vorliegen.
  3. ↑ Susanne Esch: Heimatliebe zum Aufhängen: Der Zeichner Wilhelm Schlote ist tot. In: ksta.de. 16. Juni 2026, abgerufen am 19. Oktober 2026.
  4. ↑ https://www.amazon.de/Briefe-Sarah-Wilhelm-Schlote/dp/345832268X
  5. ↑ Die letzten Tage als Papst: Mittags spielt er gern Klavier. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung von 16. Februar 2013.
Personendaten
NAME Schlote, Wilhelm
KURZBESCHREIBUNG deutscher Zeichner
GEBURTSDATUM 4. März 1946
GEBURTSORT Lüdenscheid
STERBEDATUM Juni 2026
STERBEORT Köln