| Windpark Rohrenkopf | |||
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| Lage | |||
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| Koordinaten | 47° 42′ 42″ N, 7° 55′ 38″ O | ||
| Land | |||
| Daten | |||
| Typ | Windpark | ||
| Primärenergie | Windenergie | ||
| Leistung | 15 Megawatt | ||
| Eigentümer | Elektrizitätswerke Schönau | ||
| Betreiber | Elektrizitätswerke Schönau | ||
| Projektbeginn | 2012 | ||
| Betriebsaufnahme | 2017 | ||
| Turbine | 5 Enercon E-115 | ||
| Website | Windpark Rohrenkopf | ||
| Stand | April 2026 | ||
Der Windpark Rohrenkopf ist ein Onshore-Windpark auf dem Gebiet der Stadt Schopfheim im Landkreis Lörrach. Die im Juli 2017 in Betrieb genommene Anlage auf dem namensgebenden Rohrenkopf im Südschwarzwald besteht aus fünf Windenergieanlagen mit einer Leistung von jeweils 3 Megawatt und gilt als der höchstgelegene Deutschlands. Betreiber und Eigentümer sind die Elektrizitätswerke Schönau. Die Flächen befinden sich im Eigentum der Stadt Schopfheim und sind im Rahmen eines Pachtvertrags an den Betreiber überlassen.
Die Planungsgeschichte begann, als EWS Energie GmbH und Enerkraft GmbH dem Gemeinderat Schopfheim zwischen Dezember 2012 und März 2013 ein Konzept vorstellten, woraufhin ab April 2013 umfassende Voruntersuchungen stattfanden. Die Ergebnisse der Artenschutzprüfungen wurden im September 2014 öffentlich präsentiert, ehe 2015 Enercon die Ausschreibung gewann und Anfang November 2015 die Genehmigung durch das Landratsamt Lörrach erteilt wurde. Das Investitionsvolumen wurde auf rund 29 Millionen Euro veranschlagt.
Offizieller Baubeginn war am 2. Mai 2016. Dazu wurden die Standorte der Windanlagen gerodet, der Oberboden abgetragen und mit dem Aushub der Fundamentgrube begonnen sowie die Kranstell- und Montageflächen hergerichtet. Ein weiteres zentrales Element der Bauphase war der aufwendige Ausbau der Infrastruktur: Um die Logistik für die schweren Komponenten auf den Schwarzwaldgipfeln zu ermöglichen, wurden insgesamt 5,1 Kilometer Waldwege neu angelegt oder für die extremen Lasten ertüchtigt. Parallel dazu erfolgte die Anbindung an das öffentliche Stromnetz durch die Verlegung einer über 7 Kilometer langen 20-kV-Kabeltrasse, die über das Gemeindegebiet von Häg-Ehrsberg von der Übergabestation im Windpark bis zum Einspeisepunkt in das Stromnetz führt.
Besonders anspruchsvoll gestaltete sich der Transport der Großkomponenten. Da die Anfahrt über die engen und steilen Kehren des Schwarzwaldes erfolgte, mussten die 56,51 Meter langen Rotorblätter sowie die massiven Turmsegmente mit Selbstfahrern manövriert werden. Diese ferngesteuerten Schwerlastmodule ermöglichten es, die Ladung zentimetergenau um enge Kurven zu steuern, was teilweise die temporäre Sperrung von Landesstraßen erforderte. Der Transport der Bauteile erfolgte vom Rheinhafen in Weil über die A 98, B 317 und die K 6352 zwischen dem 15. und dem 30. September 2016. Da auf der rund 10 Kilometer langen Schlussetappe von Atzenbach zur Baustelle über 610 Höhenmeter zu überwinden waren, dauerte der Transport der 56,51 Meter langen und rund 26 Tonnen schweren Rotorblätter etwa drei Stunden.
Die bauliche Umsetzung vor Ort begann mit dem Erdaushub für die 3 Meter tiefen Fundamente der fünf Anlagen vom Typ Enercon E-115. Jedes Fundament wurde mit einem Durchmesser von ca. 22 Metern und einer Tiefe von fast 4 Metern in den felsigen Untergrund eingebracht. Für die Standsicherheit jeder Anlage wurden rund 1.500 Tonnen Beton und über 90 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Die Errichtung der Türme erfolgte in Hybridbauweise: Die unteren Segmente bestehen aus Betonfertigteilen, während die oberen Sektionen aus Stahl gefertigt sind, um die angestrebte Nabenhöhe von 149 Metern zu erreichen. In der finalen Montagephase, die im Herbst 2016 ihren Höhepunkt erreichte, wurden die bis zu 177 Tonnen schweren Maschinenhäuser und die Rotoren mit einem der größten verfügbaren Gittermast-Raupenkräne in Position gehoben. Auf den Baustellen waren zwei 150-Meter- und ein 100-Meter-Kran im Einsatz. So konnten bis zu drei Anlagen parallel errichtet werden. Die Kräne wurden dann je nach Baufortschritt umgesetzt.
Trotz der exponierten Lage und wechselhafter Witterungsbedingungen konnten vier Anlagen bis Dezember 2016 in Betrieb genommen werden. Die vollständige Netzanbindung des Parks wurde am 31. Januar 2017 mit der Inbetriebnahme der fünften Anlage abgeschlossen. Die feierliche Eröffnung im Beisein mit dem Landesumwelt- und Energieminister Franz Untersteller markierte am 8. Juli 2017 den offiziellen Abschluss der Bauarbeiten.

Die Windräder stehen nördlich des zu Schopfheim gehörenden Ortsteils Gersbach. Das Gebiet gehört dem Naturpark Südschwarzwald an. Namensgebend für den Windpark ist der 1172,7 m hohe Rohrenkopf, um den sich die Windkraftanlagen verteilen. Die höchstgelegene Windenergieanlage (WEA 3) steht südlich knapp unterhalb des Rohrenkopf-Gipfels. Die Anlagen haben folgende Standorte:
| Bezeichnung | Lage | Höhe ü. d. M. | Geographische Lagebeschreibung |
|---|---|---|---|
| WEA 1 | Lage | 1091 m | auf dem Dietenschwander Kopf (1099 m) |
| WEA 2 | Lage | 1103 m | mittig zwischen Dietenschwander Kopf und Rohrenkopf |
| WEA 3 | Lage | 1160 m | rund 100 Meter südlich des Rohrenkopfs (1172,7 m) |
| WEA 4 | Lage | 1081 m | rund 150 Meter nordwestlich vom Bergkopf (1073 m) |
| WEA 5 | Lage | 1121 m | rund 300 Meter südlich vom Rohrenkopf auf einem unbenannten Nebengipfel |
Das teilweise neu errichtete Wegenetz im bewaldeten Gebiet des Windparks folgt im Wesentlichen den Isohypsen der hügeligen Topographie und erschließt das Areal entlang einer Nordost-Südwest-Achse. Der Rohrenmoosweg und der Rohrenkopfweg wurden als Ringweg um den Rohrenkopf und die WEA 3 auf einer gemeinsamen Höhenlinie angelegt. Die Anlagen selbst liegen nicht direkt an den Hauptwegen, sondern sind über Stichstraßen davon erschlossen.
Von Gersbach aus gibt es eine asphaltierte Straße („Ebnetweg“), die in das Gebiet des Windparks führt. Sie wurde für die Schwertransporte verbreitert.
Knapp 2 Kilometer südwestlich von Gersbach auf dem Gemarkungsgebiet der Nachbargemeinde Hasel befindet sich der fast zeitgleich in Betrieb genommene Windpark Hasel mit drei Windkraftanlagen, welcher der südlichste Deutschlands ist.

Alle fünf Windkraftanlagen sind vom Typ Enercon E-115, haben eine Nabenhöhe von 149 Metern und verfügen über eine Nennleistung von jeweils 3 Megawatt. Der Rotordurchmesser misst 115 Meter, so dass die Gesamthöhe bei aufrechtem Rotorblatt rund 206,5 Meter beträgt. Die Rotorblätter bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Der Turm ohne Rotorblätter wiegt etwa 2190 Tonnen und besitzt im Inneren eine Aufstiegshilfe zur Gondel sowie einen Wechselrichter und eine Steuerungseinheit am Fuße des Turms. Der untere Teil des Hybridturms besteht aus Betonfertigteilen. Die ringförmigen Teile sind aufeinander gesetzt und wurden über Stahllitzen im Inneren vorgespannt. Diese Bauweise gewährleistet die erforderliche Steifigkeit. In der darüber liegenden Stahlsektion sind ebenfalls segmentierte Stahlrohre übereinander gelegt; der dadurch gebildete Turmschaft verjüngt sich nach oben linear. Der Turmfuß ist außen in abgestuften Grüntönen gestrichen um den optischen Übergang zur waldreichen Landschaft weicher zu gestalten.
Nach Angaben des Betreibers können die fünf Windkraftanlagen mit ihrer Leistung bis zu 15.000 Haushalte mit Strom versorgen. Im Vergleich zum deutschen Durchschnittstrommix 2016 ließen sich damit pro Jahr bis zu 23.000 Tonnen CO2 und 22 Kilogramm radioaktiver Abfall vermeiden.
Rechtliche Auseinandersetzungen um den Windpark Rohrenkopf begannen 2015 mit Klagen gegen die Genehmigung, wobei das Verwaltungsgericht Freiburg am 5. Februar 2016 die Eilanträge gegen einen Baustopp ablehnte. Die Anträge der Kläger umfassten Aspekte zum Artenschutz und zum Landschaftsbild.
Ein Lärmstreit um den Windpark eskalierte nach 2017, da Anwohner die Einhaltung der Lärmgrenzwerte anzweifelten und behördliche Messungen forderten. Das Verwaltungsgericht Freiburg setzte 2019 eine Anordnung des Landratsamtes für Lärmmessungen aus, da sie als zu unbestimmt eingestuft wurde. Parallel dazu ordnete das Landgericht Waldshut-Tiengen im Jahr 2021 im Rahmen eines zivilrechtlichen Beweissicherungsverfahrens unabhängige Langzeitmessungen an. Diese Untersuchungen, durchgeführt durch einen Sachverständigen, sollten Klarheit über die tatsächlichen Schallimmissionen schaffen. Im April 2024 bestätigte das veröffentlichte Gutachten die Einhaltung der gesetzlichen Lärmgrenzwerte, was zu einer Entspannung im Konflikt führte. Die Ergebnisse ermöglichten eine Befriedung zwischen der Betreibergesellschaft und der Bürgerinitiative.