Wortfront

Wortfront
Allgemeine Informationen
Herkunft
Genre(s) Chanson, Musikkabarett
Aktive Jahre ab 2006
Auflösung
Website wortfront.de
Aktuelle Besetzung
Gesang
Klavier, Gesang, Texte, Komposition

Wortfront ist ein deutschsprachiges Bandprojekt der Sängerin Sandra Kreisler und des Liedermachers Roger Stein, das literarische Chansons mit Elementen von Kammermusik, Streichern und Hip-Hop-Sprachflow verbindet. Das Debütalbum Lieder eines Postmodernen Arschlochs erschien 2006 auf dem Plattenlabel Extraplatte.

Geschichte

Die Musikgruppe Wortfront wurde von Sandra Kreisler, Tochter von Topsy Küppers und Georg Kreisler, und von ihrem Lebenspartner Roger Stein 2006 gegründet. Das Debütalbum Lieder eines Postmodernen Arschlochs wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Ende der 2000er-Jahre trat Wortfront auch in erweiterter Besetzung als Ensemble mit Streichern und Schlagzeug auf. Am 19. Februar 2010 erschien das Album Freilandherz. Darauf spielen die Musiker der Live-Besetzung (Violine, Violoncello, Basscello, Klavier, Schlagzeug); auf elektronische Elemente wurde bewusst verzichtet, um den Live-Klang abzubilden. Als Ziel des Projekts nannte Kreisler, das Chanson ins 21. Jahrhundert zu holen.

2020 präsentierten Kreisler und Stein das Wortfront-Programm Glück. In einem Interview mit der Schwäbischen Zeitung beschrieben sie ihre Arbeitsweise: Stein entwirft die Lieder, Kreisler kommt in einer späteren Phase als eine Art Lektorin hinzu.

Stil und Rezeption

Die Musik von Wortfront wurde in der Presse als Crossover zwischen literarischem Chanson und Hip-Hop beschrieben. Die Heilbronner Stimme schrieb 2010, die Lieder hätten mit üblichen Hip-Hop-Phrasen nichts zu tun, es seien „intelligente Lieder, die nachdenklich machen und immer wieder überraschen“; stilistisch reichten sie von Tango und Reggae bis zum Chanson.

Deutschlandfunk Kultur nannte 2021 Lieder wie Erst einen Kaffee, Postmodernes Arschloch und Die Klofrau vom Kanzleramt, in denen Wortfront Widrigkeiten und Skurrilitäten des Alltags behandelt. Die HNA bezeichnete 2011 ein Lied über die deutsche Vorliebe für das Grillen als „köstliche, literarisch-philosophische Abhandlung“. Laut dem Belgischen Rundfunk werden Lieder Steins wie Reihenhausgesicht und Die Klofrau vom Kanzleramt häufig von anderen Interpreten gecovert.

Diskografie (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Sandra Kreisler. In: music austria – Musikdatenbank. Abgerufen am 16. Oktober 2026.
  2. ↑ Sandra Kreisler: Sängerin & Wortakrobatin. In: Ö1 – Gedanken. 27. Juni 2021, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  3. ↑ Gesang im Bordell. In: Die Zeit, Nr. 50/2006. Dezember 2006, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  4. 1 2 Hanns-Seidel-Stiftung: Schweizer gewinnt Nachwuchsförderpreis. In: persoenlich.com. 5. Juli 2012, abgerufen am 9. September 2026.
  5. ↑ Dieter Ungelenk: Zum Frühstück Hoffnung. In: Neue Presse Coburg. 11. Oktober 2013, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  6. 1 2 Uwe Deecke: Mit Kampfgeist und Raffinesse. In: Heilbronner Stimme. 29. Januar 2010, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  7. 1 2 Lisa Erdmann: Interview mit Sandra Kreisler. In: AVIVA-Berlin. 18. Dezember 2009, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  8. ↑ Silja Meyer-Zurwelle: Sandra Kreisler und Roger Stein im Interview: „Die Politik hat keine Ahnung, wie die Kulturszene wirklich funktioniert“. In: Schwäbische Zeitung. 31. August 2020, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  9. ↑ Antje Sonnleitner: Keine Fußstapfentreterin. In: all-in.de. 2009, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  10. ↑ Thomas Klatt: Chansonnière Sandra Kreisler – Meinungsstarke Betrachtungen über das Jüdischsein. In: Deutschlandfunk Kultur. 25. Juni 2021, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  11. ↑ Carolina Rehrmann: Der Deutsche und sein(e) Grillen. In: HNA. 2. Mai 2011, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  12. ↑ Der Liedermacher Roger Stein zu Gast bei BRF2. In: BRF2. 12. April 2019, abgerufen am 13. Oktober 2026.
  13. ↑ Wortfront: Penetrant besinnlich. In: kulturwoche.at. 8. Dezember 2006, abgerufen am 13. Oktober 2026.