Wylatowo

Wylatowo (deutsch: Wilatowen, früher Willatowo und Wilatowo) ist ein Dorf in der Stadt-und-Land-Gemeinde Mogilno im Powiat Mogileński (Mogilnoer Kreis) der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern.

Geographische Lage

Wylatowo liegt auf einer Anhöhe zwischen zwei kleinen Seen etwa acht Kilometer südlich der Stadt Mogilno, 25 Kilometer nordöstlich der Stadt Gniezno (Gnesen) und 60 Kilometer südlich der Stadt Bydgoszcz (Bromberg).

Geschichte

Wilatowen, südlich der Stadt Bromberg, südlich der Stadt Mogilno und südwestlich der Stadt Inowrazlaw (Hohensalza), auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung)
Dorfstraße in Wylatowo

Die Ortschaft ist aus einem früh nachweisbaren Dorf hervorgegangen, das dem Augustinerkloster zu Tremessen (Trzemeszno) gehörte. Sein Name lautete in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts Welatow. Am 28. April 1145 wurde dem Kloster der Besitz des Dorfes durch den Polenherzog Mieszko III. bestätigt. Nachdem das Dorf 1247 auf deutsches Recht umgestellt worden war, erhielt der Ort 1368 Stadtrecht, war anschließend jedoch recht klein geblieben: 1458 hatte er nur zwei Krieger zu stellen. Um 1770 wurde in Wylatowo eine katholische Kirche errichtet. Die Einwohner des Orts waren in den 1780er Jahren Polen, die sich hauptsächlich vom Ackerbau ernährten. Sie lebten in einigen Dutzend Wohnhäusern, die aus Holz gebaut waren und ein Strohdach hatten.

Mit der Ersten Teilung Polens kam Wylatowo zu Preußen, wo es unter dem Namen Wilatowen bis 1919 verblieb. Im Jahr 1773 endeten die Besitzrechte der Augustinermönche auf den Ort. Die Ortschaft wurde 1818 dem Kreis Mogilno, Provinz Posen, angegliedert. 1871 verlor Wilatowen das Stadtrecht. 1919 kam der Ort durch den Großpolnische Aufstand an die Zweite Polnische Republik.

1939 wurde die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Wilatowen von der Roten Armee eingenommen und kurz darauf von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1921
Jahr Einwohner Anmerkungen
1780223Stadt
1783295Stadt, bestehend aus 47 hölzernen Häusern, die mit Stroh gedeckt sind, Einwohner sind Polen
1788389Stadt, mit 24 Häusern
1802261Stadt
1816368davon fünf Evangelische, 349 Katholiken und 14 Juden; nach anderen Angaben 65 Feuerstellen (Haushaltungen), 343 Einwohner, darunter vier Lutheraner
1821421in 66 Privatwohnhäusern
1826550Ackerstädtchen, mit 71 Häusern
1837468in 80 Häusern
1843510
1852528Stadt
1858534
1861588
1885732Landgemeinde, am 1. Dezember, davon 53 Evangelische, 670 Katholiken, ein sonstiger Christ und acht Juden
1905882Landgemeinde, am 1. Dezember, davon 45 mit deutscher Muttersprache (34 Evangelische, elf Katholiken), 835 mit polnischer Muttersprache (sämtlich Katholiken) und zwei mit einer anderen Sprache, keine Juden
1910813am 1. Dezember, davon 34 mit deutscher Muttersprache (26 Evangelische, acht Katholiken) und 769 mit polnischer Muttersprache (sämtlich Katholiken)

Verweise

Literatur

Fußnoten

  1. ↑ Erich Schmidt: Geschichte des Deutschtums im Lande Posen unter polnischer Herrschaft. Bromberg 1904, S. 88.
  2. 1 2 3 4 5 6 Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 465 (Google Books)
  3. 1 2 3 Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 93, Ziffer 6 (Google Books).
  4. ↑ August Karl von Holsche: Der Netzedistrikt, ein Beytrag zur Länder- und Völkerkunde mit statistischen Nachrichten. Königsberg 1793, S. 118, Ziffer 7 (Google Books).
  5. 1 2 3 Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Ausgearbeitet und herausgegeben von Alexander August Mützell. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 408–415, Ziffer 806 (Google Books)
  6. ↑ Leopold von Zedlitz-Neukirch: Die Staatskräfte der preußischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm III. Band 2, Berlin 1828, S. 118, Ziffer 3) (Google Books)
  7. ↑ Kraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Decker, Berlin 1856, S. 677 (Google Books).
  8. ↑ Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen. Band V: Provinz Posen, Berlin 1888. Regierungsbezirk Bromberg, 38. Kreis Mogilno, S. 242–243, Ziffer 128 (Google Books).
  9. ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für die Provinz Posen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1908, S. 98–99, Ziffer 103 (Google Books).
  10. ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft V: Regierungsbezirk Bromberg, 8. Kreis Mogilno, S. 36–37, Ziffer 102 (Google Books).
  11. ↑ Landkreis Mogilno. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. Januar 2024; abgerufen am 20. Februar 2026.

Koordinaten: 52° 37′ N, 17° 56′ O