Bydgoszcz

Bydgoszcz
Wappen von Bydgoszcz
Bydgoszcz (Polen)
Bydgoszcz (Polen)
Bydgoszcz
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Powiat: Kreisfreie Stadt
Fläche: 175,98 km²
Geographische Lage: 53° 7′ N, 18° 0′ OKoordinaten: 53° 7′ 0″ N, 18° 0′ 0″ O
Höhe: 60 m n.p.m.
Einwohner: 326.434
(1. Jan. 2024)
Postleitzahl: 85-001 bis 85-915
Telefonvorwahl: (+48) 52
Kfz-Kennzeichen: CB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK10 Stettin–Płońsk
DK5 Danzig–Breslau
DK25 Bobolice–Kalisz
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 175,98 km²
Einwohner: 326.434
(1. Jan. 2024)
Bevölkerungsdichte: 1855 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0461011
Verwaltung (Stand: 2025)
Stadtpräsident: Rafał Bruski (Bürgerplattform)
Adresse: ul. Jezuicka 1
85-102 Bydgoszcz
Webpräsenz: www.bydgoszcz.pl

Bydgoszcz ([ˈbɨdgɔʃʧ] ⓘ, deutsch Bromberg) ist neben Toruń eine der beiden Hauptstädte der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern.

Die kreisfreie Stadt ist mit 326.434 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2024) die achtgrößte Stadt Polens. In ihrem Umland, in dem auch die 45 Kilometer entfernte 200.000-Einwohner-Stadt Toruń liegt, leben mehr als 400.000 Menschen; die Bydgoszczer Agglomeration hat damit rund 800.000 Einwohner.

Geographische Lage

Bydgoszcz gehört zur historischen Landschaft Kujawien und liegt etwa 235 Kilometer östlich von Stettin, 110 Kilometer nordöstlich von Posen sowie etwa 150 Kilometer südlich von Danzig. Die durch das Zentrum fließende Brda (deutsch Brahe) mündet im östlichen Stadtgebiet in die untere Weichsel. Über den Kanał Bydgoski und die Noteć (deutsch: Netze) besteht eine Verbindung nach Westen zu Warthe und Oder.

Wappen

Blasonierung: In Silber eine durchgehende gezinnte rote schwarzgefugte Mauer mit einem blauen zweiflügligen Tor und goldenen Beschlägen und goldenem gezogenem Gitter; der rechte Torflügel ist geöffnet. Auf der Mauer drei Türme mit schwarzen Fenstern und goldenen Knaufe auf blauen Turmhelmen. Der mittlere Turm ist der höhere und eine goldene Fahne weht nach rechts.

Ortsname

Der polnische Ortsname ist 1238 als Budegac erwähnt, 1306 als Bydgoscia. Er wird auf einen slawischen Personennamen Bydgost zurückgeführt, an den das Suffix -ja angehängt wurde. Der deutsche Ortsname hingegen (1386 Broberg) leitet sich vom Namen des Flusses Brahe ab, an dem die Stadt liegt. Der Name Brahe oder Braa wiederum ist eine Eindeutschung des alten polnischen Flussnamens Dbra, der heute Brda lautet.

Geschichte

Vom Mittelalter bis 1772

Bromberg nordöstlich der Stadt Posen auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Alter Fachwerkspeicher

Die erste Siedlung an Stelle der heutigen Stadt wurde im 11. Jahrhundert erbaut.

Im Jahre 1238 wurde die Siedlung von Herzog Swantopolk II. von Pomerellen erobert, in einem mit dem kujawischen Herzog Kazimierz I. von Kujawien geschlossenen Friedensvertrag wird der erste Bromberger Kastellan, Suzzlaus de Budegac erwähnt. Im Jahre 1332 wurde die Siedlung vom Deutschen Orden zerstört und bis 1343 vom Orden besetzt. Nach dem Frieden von Kalisch baute der polnische König Kasimir der Große an ihrer Stelle eine Burg. Am 19. April 1346 erhielten die beiden deutschen Lokatoren Johann Kesselhuth und Konrad durch den polnischen König Kasimir die Magdeburger Stadtrechte verliehen. Sie erhielten die Ländereien westlich der neugebauten Burg (heute Stary Rynek), ebenfalls sollten sie lebenslang den Titel Vogt tragen, der an ihre Nachfahren vererbt werden sollte. Im Gegenzug sollten sie neue Siedler in das durch Krieg gebeutelte Gebiet holen. Die Stadt sollte zu Ehren des Königs den Namen Kunigesburg erhalten. Dieser Name konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Der deutsche Bevölkerungsteil benannte die Stadt nach dem Fluss Brahe Brahenburg, während der polnische Bevölkerungsteil den Namen Bydgost auf die Stadt übertrug. Aus diesen Bezeichnungen entwickelten sich im Laufe der Zeit die Namensformen Bromberg und Bydgoszcz. Beide Namen existierten jahrhundertelang gleichberechtigt nebeneinander.

Die Stadt lag nahe an der Grenze zu Pommerellen. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts führte hier eine Brücke über die Brahe, und es befand sich hier eine gegen Pommerellen gerichtete Zollstation.

Das Stadtwappen zeigt eine rote Burg auf weißem Grund. Bemerkenswert ist das seltene Motiv des halb geöffneten Burgtores, das sich aber auch im Wappen von Toruń (Thorn) findet.

1550 erhielt Bydgoszcz vom polnischen König Sigismund II. August das Privileg de non tolerandis Judaeis (Privileg zur Nichtduldung der Juden), einen Judenbann, der nach der preußischen Besitzergreifung 1772 unter Friedrich dem Großen aufgehoben wurde.

Bromberg 1657 auf einem Stich von Erik Dahlberg

Im 16. Jahrhundert war Bromberg eine der größten Städte Polens. 1520 fand hier ein Reichstag statt. 1657 wurde hier zur Zeit des Zweiten Nordischen Kriegs der Vertrag von Bromberg unterzeichnet, der eine Bestätigung des Vertrags von Wehlau beinhaltete und der den Rückzug Brandenburg-Preußens aus dem Bündnis mit dem Königreich Schweden vorsah.

Nach Zerstörung im Dritten Nordischen Krieg (die Burg und die Stadtmauern wurden von den Schweden in die Luft gesprengt), einer Flutkatastrophe und danach einer Seuche zählte Bromberg 1772 nur noch rund 700 Einwohner.

Kartografie

Obwohl Bydgoszcz urkundlich und durch Chroniken belegt nur 94 Jahre zum Herzogtum Pommern-Stolp gehörte und nur elf Jahre zum Ordensstaat Preußen, ist das Gebiet an der unteren Brahe mit Bydgoszcz und Fordon in Karten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert (bis 1772) grundsätzlich als Teil Preußens oder Pommerellens eingezeichnet.

Preußische Zeit (1772–1920)

Bromberg um 1911
Bromberg – Bahnhofstraße
Bromberg – Bismarckturm. 1913–1917 (68794524)
Bromberg 1774

Von 1772 bis 1807 gehörte Bromberg zur preußischen Provinz Westpreußen, 1807 bis 1815 zum Herzogtum Warschau und 1815 bis 1920 zur preußischen Provinz Posen. Gleich zu Beginn der preußischen Zeit erlebte die Stadt durch den Bau des 27 Kilometer langen Bromberger Kanals, der heute die Brahe mit der Netze – und damit das Flusssystem der Weichsel mit dem der Oder – verbindet, und Ende des 19. Jahrhunderts durch den Bau der Ostbahn einen wirtschaftlichen Aufschwung. Während des Kościuszko-Aufstandes im Jahre 1794 fand bei Bromberg eine Schlacht zwischen Aufständischen und Preußen statt.

Bromberg um 1900
Gerichtsgebäude
Marktplatz

Die Einwohnerzahl der Stadt Bromberg wuchs bis zur Volkszählung von 1910 auf 57.700, davon 84 Prozent ethnische Deutsche und knapp 16 Prozent ethnische Polen. Ein großer Teil der ethnisch deutschen Stadtbevölkerung war evangelischen Glaubens. Seit der preußischen Verwaltungsreform von 1818 war Bromberg Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks in der preußischen Provinz Posen. Wegen des relativ hohen polnischen Bevölkerungsanteils im Regierungsbezirk Bromberg wurde das Amtsblatt des Regierungsbezirks zweisprachig herausgegeben.

Das Königliche Gymnasium mit protestantischer Ausrichtung wurde 1817 eröffnet, 1851 wurde eine Realschule mit Abiturklasse in simultaner Ausrichtung eingerichtet. 1875 schied Bromberg aus dem Landkreis Bromberg aus und bildete einen eigenen Stadtkreis.

Die Industrie- und Handelskammer Bromberg bestand von 1875 bis 1942.

Während des Posener Aufstandes kam es im Januar und Februar 1919 vor der Stadt zu Kämpfen zwischen polnischen Aufständischen und deutschen Freikorps, darunter das Grenzschutz-Bataillon III und die Freiwillige Marinedivision Ost. Bromberg geriet nicht unter polnische Verwaltung, daher konnten die Bromberger an der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung 1919 teilnehmen.

In der Zweiten Polnischen Republik

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die mehrheitlich deutschsprachige Stadt im Januar 1920 nach dem Friedensvertrag von Versailles an die Zweite Polnische Republik abgetreten. Sie wurde der Woiwodschaft Posen zugeordnet.

Denkmal Kasimirs des Großen in Bydgoszcz

Die ethnisch deutsche Bevölkerung wurde durch Auswanderung und die Enteignung deutschen Besitzes durch den polnischen Staat zu einer Minderheit. Die Auswanderungswelle wurde vom Polnisch-Sowjetischen Krieg befördert, da Bromberger Familien, die für die polnische Staatsbürgerschaft optierten, damit rechnen mussten, dass ihre Söhne vom polnischen Staat zum Kriegsdienst im Krieg gegen die Sowjetunion eingezogen werden würden. Wer für die Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft optierte, gehörte nicht zur Minderheit der Polen deutscher Ethnie, für deren Angehörige als polnische Staatsbürger Aufenthaltsrecht wie Wehrpflicht bestand, sondern wurde Auslandsdeutscher ohne sicheren Aufenthalt in Polen. 1925 war die Mehrheit der nun 104.000 Einwohner zählenden Stadt Bydgoszcz katholisch (87 %), davon die meisten der Staatsbürgerschaft und Ethnie nach Polen.

Dennoch blieb Bromberg stets ein Zentrum der deutschen Minderheit in Posen, Netzegau und Pommerellen. Herausragende Vertreter der deutschen Minderheit zu dieser Zeit waren:

1934 wurde die Deutsche Vereinigung für Posen und Pommerellen mit Sitz in Bromberg gegründet. Am 1. April 1938 kam die kreisfreie Stadt (miasta na prawach powiatu) im Zuge einer Gebietsreform an die damalige Woiwodschaft Großpommerellen (Województwo Wielkopomorskie).

Zweiter Weltkrieg

Nach Beginn des deutschen Überfalls auf Polen kam es in Bromberg am 3. und 4. September 1939 zu gewaltsamen Übergriffen auf Volksdeutsche, bei denen in der Stadt mindestens 358, vorwiegend Männer, umgebracht wurden und die von der NS-Propaganda als „Bromberger Blutsonntag“ instrumentalisiert wurden. So wurde die für das gesamte Staatsgebiet Polens genannte offizielle Opferzahl verzehnfacht. Aufgrund der Kriegsereignisse und der Ausschlachtung der Vorfälle in der deutschen Presse blieben die Ursachen für den Gewaltausbruch in Bromberg ebenso wie die Anzahl der Opfer zwischen Deutschen und Polen lange heftig umstritten. Mittlerweile ermöglichen differenziertere Untersuchungen eine relativ genaue Rekonstruktion der tatsächlichen Vorgänge.

Nach der polnischen Niederlage wurde Bromberg mit dem besatzungsamtlichen Regierungsbezirk Bromberg dem Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs angegliedert. Die 1934 ins Leben gerufene Deutsche Vereinigung für Posen und Pommerellen wurde aufgelöst. Die ethnisch polnischen Einwohner litten unter Willkürmaßnahmen, Verhaftungen, Vertreibungen und Gräueltaten (siehe auch Verbrechen der Wehrmacht#Polen). Im Rahmen des vor Kriegsbeginn geplanten Unternehmens Tannenberg wurden allein im so genannten „Tal des Todes“ in Fordon bei Bromberg von Ende September bis Ende Oktober 1939 von Angehörigen des Einsatzkommandos 16 und des paramilitärischen Volksdeutschen Selbstschutzes schätzungsweise 1400 bis 3000 Einwohner der Stadt und ihrer Umgebung erschossen. Polnische Schätzungen sprechen sogar von bis zu 5000 Getöteten an dieser Mordstätte.

NS-Kreisleiter und Oberbürgermeister Werner Kampe wollte die Stadt monumental umgestalten. Dies scheiterte an den Kosten, aber einige Umbaumaßnahmen wurden begonnen. Dabei wurden einige historische Bauten (darunter die von Karl Friedrich Schinkel umgeformte Jesuitenkirche) abgerissen. Im Oktober 1939 wurde die Große Synagoge der Stadt zerstört.

Am 27. Januar 1945 eroberten im Zuge der Weichsel-Oder-Operation Einheiten der Roten Armee und der Polnischen Volksarmee die Stadt.

Nachkriegszeit bis zur Gegenwart

Beim Wiederaufbau der „Woiwodschaft Großpommerellen“ blieb Toruń (Thorn) zunächst die Hauptstadt. Bei der Verkleinerung der Woiwodschaft am 7. April 1945, wobei auch das „Groß“ im Namen fortfiel, wurde Bydgoszcz zur Hauptstadt. 1950 wurde die Woiwodschaft (Województwo Pomorskie) nach der Stadt in Województwo Bydgoskie umbenannt.

Die im Krieg relativ wenig zerstörte Stadt – das Stadttheater wurde nach der Eroberung von Rotarmisten in Brand gesetzt – wuchs in den folgenden Jahrzehnten kräftig weiter. Ab 1947 war Bydgoszcz im Rahmen des Warschauer Vertrages Sitz des „Pommerschen Militär-Bezirkes“, der unter anderem für die Verteidigung der nördlichen Gebiete Polens im Kriegsfall zuständig war. Seit 1991 besteht eine Städtepartnerschaft mit Mannheim. Am 6. Mai 1991 wurde die „Gesellschaft der Deutschen Minderheit in Bromberg“ gegründet, die unter anderem eng mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zusammenarbeitet. Seit 2004 ist Bydgoszcz Sitz einer römisch-katholischen Diözese und des Joint Force Training Centre der NATO. Am 17. Februar 2025 wurde außerdem das Joint Analysis Training and Education Centre (JATEC) eingeweiht. Im JATEC wollen die NATO-Bündnispartner mit der Ukraine die zivil-militärischen Erfahrungen aus dem Krieg Russlands gegen die Ukraine analysieren und für Strategie, Politik und Operationen gemeinsam nutzbar machen.

Demografie

Bevölkerungsentwicklung bis 1946
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1771ca. 1000davon etwa 80 % Katholiken
1772500–600 – sämtlich Katholiken
17802046ohne das Militär
17832562ohne das Militär, darunter 27 Juden
17883077ohne das Militär
1792 3915ohne das Militär
181661233325 Lutheraner, 2522 Katholiken, 223 Juden, 53 Reformierte
185212.900mehrheitlich Deutsche, davon 26 % Katholiken
187531.308
188034.044
188536.294
189041.399davon 28.411 Evangelische, 11.165 Katholiken, 1451 Juden und 372 Sonstige
190052.204mit der Garnison, davon 15.663 Katholiken und 1519 Juden; nach anderen Angaben davon 34.415 Evangelische, 15.662 Katholiken und 2127 Sonstige einschließlich Juden
191057.696am 1. Dezember, mit der Garnison (4919 Mann), davon 36.920 Evangelische, 17.011 Katholiken, 1345 Juden, 794 Sonstige (46.720 mit deutscher, 9350 mit polnischer Muttersprache, 1557 Einwohner sprechen Deutsch und eine andere Sprache); nach anderen Angaben davon 37.008 Evangelische, 18.539 Katholiken und 2149 Sonstige einschließlich Juden (84 % Deutsche, knapp 16 % Polen)
192188.000davon 64.000 Katholiken und 22.500 Evangelische (24.000 Deutschsprachige, deren Anzahl bis 1928 auf fast die Hälfte sank)
1931117.537am 9. Dezember
1941144.252
nach dem Zweiten Weltkrieg
2012362.286

Vor 1918 errichtete, nicht erhaltene Denkmäler

Arbeitslager im Zweiten Weltkrieg

Geheime Abschussanlage für Flugkörper

In den Wäldern des Stadtteils Osowa Góra (Hoheneiche) wurde während des Zweiten Weltkrieges die Luftmunitionsanstalt 1/II Bromberg (Luftmuna) gebaut. Zu der Luftmuna hatten nur Deutsche Zutritt. In der zweiten Hälfte des Jahres 1944 wurden hier zu Versuchszwecken Marschflugkörper des Typs V1 abgeschossen. 1945 wurde die Anlage von den Sowjets demontiert und in die Sowjetunion verlegt. Heute befinden sich auf dem Gelände nur noch drei riesige Bunker mit einer Tiefe von dreieinhalb Metern. Der Zutritt zum Gelände ist Zivilisten bis heute verboten.

Eingemeindungen

Jahr Gemeinde Größe Heutiger Stadtteil
1851Brenkenhof Abbau, Żupy80 haBocianowo (Brenkenhof), ?
1867Brenkenhof Forsthaus, Hempels Feld265 haBocianowo (Brenkenhof), Grodztwo
1876Ludwigshof, Neuhof283 haLudwikowo (Ludwigshof), ?
1907Teil von Bleichfelde und Schwedenhöhe42 haBielawy (Bleichfelde), Szwederowo (Schwedenhöhe)
1920Rest von Bleichfelde und Schwedenhöhe, Groß Bartelsee, Klein Bartelsee, Kaltwasser, Fordonek, Deutsch Fordon, Brahnau, Schöndorf, Jägerhof, Jagdschűtz, Prinzenthal, Schleusendorf, Schleusenau, Schröttersdorf, Neu Beelitz5793 haBielawy (Bleichfelde), Szwederowo (Schwedenhöhe), Bartodzieje (Bartelsee), Wyżyny, Zimne Wody (Kaltwasser), Brdyujście, Siernieczek, Łęgnowo, Rupienica (Schöndorf, heute Wzgórze Wolności), Czyżkówko (Jägerhof), Jachcice (Jagdschütz), Wilczak (Prinzenthal), Jary, Miedzyń (Schleusendorf), Okole (Schleusenau), Skrzetusko (Schröttersdorf), Bielice (Neu Beelitz)
1954Opławiec, Prądy (ehem. Prondy), Żółwin4340 haOpławiec, Prądy, Żółwin
1959Osowa Góra (Hoheneiche)512 haOsowa Góra (Hoheneiche)
1961Janowo489 haJanowo
1973Fordon830 haFordon
1977Teil von Osielsko, Czarnówczyn, Łoskoń, Smukała Dolna, Łęgnowo (Langenau), Plątnowo, Mariampol (Marienfelde), Teil von Wypaleniska (Feyerland), Myślęcinek, Niemcz4639 haOsielsko, Czarnówczyn, Łoskoń, Smukała Dolna, Łęgnowo, Plątnowo, Mariampol, Wypaleniska, Myślęcinek, Niemcz

Politik

Stadtpräsident

An der Spitze der Verwaltung steht ein Stadtpräsident. Seit 2010 ist dies Rafał Bruski von der Platforma Obywatelska. Die Wahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis:

Damit wurde Amtsinhaber Bruski erneut bereits im ersten Wahlgang wiedergewählt.

Die Wahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:

Damit wurde Bruski bereits im ersten Wahlgang wiedergewählt.

Stadtrat

Der Stadtrat bestand bis 2024 aus 31 Mitgliedern und seither aus 28 Stadtverordneten und wird direkt gewählt. Die Stadtratswahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis:

Die Stadtratswahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:

Städtepartnerschaften

Bydgoszc hat folgende Partnerstädte:

Sehenswürdigkeiten

Altstadt

Vorstädte

Fordon

Myślęcinek

Umland

Museen

Theater

Polnisches Theater

Musik

Opernhaus Opera Nova

Bydgoszcz ist eines der bedeutendsten Musikzentren Polens:

Regelmäßige Veranstaltungen

Sport

Vor 1920 dominierten die Deutschen im Bromberger Sportleben. 1894 gründeten sie den Ruderclub Frithjof und kurze Zeit später den Männerturnverein und den Tennisverein Palästra. Als Fußball immer beliebter wurde, gründeten sie den Verein für Fußball und Leichtathletik Sportclub Bromberg. Die polnische Bevölkerung hatte seit den 1880er Jahren die Turngesellschaft Sokół. 1918 gründeten junge polnische Arbeiter die Gesellschaft der Gesellen, aus der später der Sportverein Gwiazda wurde. Nachdem Bromberg 1920 an Polen gekommen war, wurde die Rudergesellschaft Tryton gegründet, aus der im Laufe der Zeit der Ruderclub BTW Bydgoszcz wurde. Die deutschen Vereine existierten weiterhin in der nun polnischen Stadt Bydgoszcz. 1999 fanden in Bydgoszcz die ersten Leichtathletik-Jugendweltmeisterschaften (U18) der IAAF statt, 2008 die Leichtathletik-Juniorenweltmeisterschaften und 2010 die 38. Crosslauf-Weltmeisterschaften. 2019 fanden die Wettkämpfe der Superliga der Leichtathletik-Team-Europameisterschaft in Bydgoszcz statt.

Wichtige Sportvereine aus Bydgoszcz sind heute:

Ehemalige deutsche Sportvereine

Während des Zweiten Weltkrieges

Verkehr

Als eine der größten polnischen Städte ist Bydgoszcz das bedeutende Industrie- und Handelszentrum einer landwirtschaftlich intensiv genutzten Umgebung. Dank günstiger Lage bildet die Stadt einen Verkehrsknotenpunkt. In der Vergangenheit wurde die Stadt „kleines Berlin“ genannt. Die Stadt hat wegen der vielen Wasserwege sowie wegen der vorhandenen Jugendstilarchitektur viel von ihrem alten Charme behalten. Die Stadt hat einen eigenen internationalen Flughafen, den Ignacy-Jan-Paderewski-Flughafen Bydgoszcz. Von hier bieten drei Fluglinien Direktflüge nach Warschau, London, Dublin, Liverpool, Frankfurt sowie Charterflüge nach Tunesien und in die Türkei an. Wichtige Bahnhöfe sind:

Die Straßenbahn Bydgoszcz verfügt über ein Netz von 63,5 km Länge. Der wichtigste Busbahnhof ist PKS Bydgoszcz, von dem aus über 80 Ziele in ganz Polen erreicht werden können.

Für den Fährverkehr siehe Wassertaxi Bydgoszcz. Die an Brahe und Weichsel gelegene Stadt ist ein Wasserknotenpunkt und über die Wasserstraße E70 gibt es eine direkte Verbindungen nach Berlin.

Der Nahverkehr in Bydgoszcz ist für Senioren ab 65 Jahren kostenlos.

Im Dezember 2013 wurde die Universitäts-Stadtdurchfahrt eröffnet, welche die nördlichen und die südlichen Stadtteile mit der über die Brda führende Universitätsbrücke verbindet. Die Schrägseilbrücke hat zwei architektonisch auffällig gestaltete ineinander verschlungene Pylone.

Ansässige Unternehmen

In Bydgoszcz befindet sich der Chemieproduzent Nitro-Chem, der Mitte der 2020er der einzige TNT-Hersteller innerhalb der Europäischen Union war. Daneben haben sich in der Stadt folgende Unternehmen angesiedelt:

Ehemalige deutsche Unternehmen
Dynamit AG
„Elch“ Holz- und Polsterwarenfabrik Lehr & Co. KG

Bildung

Bydgoszcz ist eine Universitätsstadt (Kasimir-der-Große-Universität, Technische Universität, Konservatorium, Collegium Medicum).

In Bydgoszcz besteht eine Vielzahl von Hochschulen

Militärische Bildung

Persönlichkeiten

Zu Ehrenbürgern ernannte die Stadt unter anderem Edward Rydz-Śmigły, Johannes Paul II. und Irena Szewińska. Berühmte Söhne und Töchter von Bydgoszcz sind unter anderem der Offizier Max von Boehn, der Neurologe Louis Jacobsohn-Lask, der Mathematiker und Kryptologe Marian Rejewski, der Südseeforscher, Weltumsegler und Vizeadmiral Georg von Schleinitz sowie der polnische Ministerpräsident Jan Krzysztof Bielecki und Erotik-Star Vivian Schmitt.

Literatur

Commons: Bydgoszcz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Bydgoszcz – Reiseführer

Allgemein

Bydgoszcz auf alten Landkarten

Einzelnachweise

  1. 1 2 Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
  2. ↑ Prezydent Miasta. Website der Stadt, abgerufen am 16. August 2025.
  3. ↑ Manfred Niemeyer (Hrsg.): Deutsches Ortsnamenbuch. De Gruyter, Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-11-018908-7, S. 94
  4. ↑ Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erlangen 1863, S. 403 ff. und S. 976.; Textarchiv – Internet Archive.
  5. ↑ Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Hermann Fries, Leipzig 1864, S. 275; Volltext in der Google-Buchsuche
  6. ↑ Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Hermann Fries, Leipzig 1864, S. 277; Volltext in der Google-Buchsuche
  7. ↑ A. C. A. Friederich: Historisch-geographische Darstellung Alt- und Neu-Polens. Berlin 1839, S. 102 Volltext in der Google-Buchsuche
  8. ↑ Vergleiche z. B. Amtsblatt des Regierungsbezirks Bromberg, 23. Mai 1845; Volltext in der Google-Buchsuche
  9. ↑ Amtsblatt der Königlichen Preußischen Regierung zu Bromberg 1875, S. 205
  10. 1 2 3 4 5 6 7 Michael Rademacher: Provinz Posen – Stadtkreis Bromberg. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  11. ↑ Zweiter Weltkrieg: Was beim Bromberger Blutsonntag geschah. Welt Online, 18. April 2012.
  12. ↑ Jürgen Matthäus, Jochen Böhler, Klaus-Michael Mallmann: War, Pacification, and Mass Murder 1939. The Einsatzgruppen in Poland. (= Documenting Life and Destruction. Holocaust Sources in Context. Band 7). Rowman & Littlefield, Lanham MD 2014, ISBN 978-1-4422-3142-9, Pos. 73.
  13. ↑ Dieter Schenk: Albert Forster. Gdański namiestnik Hitlera. Wydawnictwo Oskar, Gdańsk 2002. Siehe auch Jochen Böhler Der Überfall. Deutschlands Krieg gegen Polen. 2009, S. 131–140.
  14. ↑ NATO and Ukraine Open the Joint Analysis Training and Education Centre. NATO, 17. Februar 2025, abgerufen am 18. Februar 2025 (englisch).
  15. ↑ Ксения Польская: Как Украина стала "мозгом" НАТО в противостоянии России. dw.com/ru, 18. Februar 2025, abgerufen am 18. Februar 2025 (russisch).
  16. 1 2 3 Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Hermann Fries, Leipzig 1864, S. 282; Volltext in der Google-Buchsuche
  17. 1 2 3 Johann Friedrich Goldbeck: Vollständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil II, Marienwerder 1789, S. 82–83; Textarchiv – Internet Archive.
  18. ↑ August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 381–382; Textarchiv – Internet Archive.
  19. 1 2 August Karl von Holsche: Der Netzedistrikt, ein Beytrag zur Länder- und Völkerkunde mit statistischen Nachrichten. Königsberg 1793, S. 111; Textarchiv – Internet Archive.
  20. 1 2 Bromberg. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 3: Bismarck-Archipel–Chemnitz. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1905, S. 447–448 (Digitalisat. zeno.org).
  21. ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft V: Regierungsbezirk Bromberg, S. 2–3, Stadtkreis Bromberg. books.google.de
  22. ↑ Der Große Brockhaus. 15. Auflage. Band 3, Leipzig 1929, S. 366.
  23. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Statistik des Deutschen Reichs, Band 550: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich auf Grund der Volkszählung 1939. Verlag Paul Schmidt, Berlin 1940, S. 266 (Google Books).
  24. ↑ Zahlen. Territorial.de.
  25. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. Mai 2024.
  26. 1 2 Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 21. Juli 2020.
  27. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 15. Mai 2024.
  28. ↑ Oficjalny Serwis Bydgoszczy - Miasta partnerskie. Abgerufen am 16. August 2025 (polnisch).
  29. ↑ Bydgoszcz Kathedrale - Bydgoszcz, Offizielle Website für Tourismus, visitbydgoszcz.pl. Abgerufen am 16. August 2025.
  30. ↑ Garnisonkirche der Heiligen Maria – Königin des Friedens in Bromberg. Polen Travel.
  31. ↑ Die Kirche St. Maria Himmelfahrt – die sog. Klarissinnenkirche - Bydgoszcz, Offizielle Website für Tourismus, visitbydgoszcz.pl. Abgerufen am 16. August 2025.
  32. ↑ Mühleninsel - Bydgoszcz, Offizielle Website für Tourismus, visitbydgoszcz.pl. Abgerufen am 16. August 2025.
  33. ↑ Teatr Polski Bydgoszcz - Strona główna. Abgerufen am 16. August 2025 (polnisch, englisch).
  34. ↑ Stadt der Kultur - Bydgoszcz, Offizielle Website für Tourismus, visitbydgoszcz.pl. Abgerufen am 16. August 2025.
  35. ↑ Das Gebäude des ehemaligen Rudervereins von Bydgoszcz - Bydgoszcz, Offizielle Website für Tourismus, visitbydgoszcz.pl. Abgerufen am 16. August 2025.
  36. ↑ Ermland-Masuren-Journal
  37. ↑ Dla kogo darmowa komunikacja miejska? Miasto Bydgoszcz, 11. März 2021, abgerufen am 4. April 2023 (polnisch).
  38. ↑ David Goeßmann: Europas neue Kriegsökonomie lechzt nach mehr TNT. In: Jacobin. 17. Januar 2026, abgerufen am 20. Januar 2026.