| XS-Verlag | |
|---|---|
| Gründung | 2013 |
| Sitz | Berlin |
| Verleger | Moritz Liewerscheidt |
| Verlagsnummer | 944503 |
| Gattung | Belletristik, politische Literatur, Lyrik |
| Website | xs-verlag.de |
| Stand: 3. September 2026 | |
Der XS-Verlag ist ein 2013 gegründeter Independent-Verlag mit Sitz in Berlin.
Gegründet wurde der Verlag von dem 2025 verstorbenen antideutschen Publizisten, Bahamas-Redakteur und Theaterautor Thomas Maul, laut Verlagswebsite zunächst als „Verlag für Lyrik und absurdes Theater“. Anlässlich der Gründung fand im April 2013 eine Lesung des XS-Autors Markus Riexinger mit Heiko Werning und dem Titanic-Redakteur Leo Fischer in der „Schankwirtschaft Laidak“ in Neukölln statt, deren Mitbetreiber Bernd Volkert im Jahr 2015 einen Gedichtband im XS-Verlag veröffentlichen konnte. Als erste Bücher des Verlags erschienen 2013 ein Erzählband von Markus Riexinger (Kaktus der Verwesung) sowie zwei Theaterstücke von Thomas Maul.
Maul führte den Verlag, der nach eigenen Angaben insbesondere durch die „Publikation ideologiekritischer Schriften in der Tradition von Marx und Theodor W. Adorno“ Bekanntheit erlangte, bis Herbst 2021. Neuer Verleger (Geschäftsführer des Einzelunternehmens) wurde der Experimentalfilmer Moritz Liewerscheidt, Sohn des Dichters Dieter Liewerscheidt, dessen Werke bereits seit 2019 im XS-Verlag erscheinen. Liewerscheidt übernahm einige Titel des alten Verlags, erweiterte den Kreis der Autoren jedoch deutlich, insbesondere im Bereich Lyrik und Belletristik. So erschien nach einer Erzählung von Thomas Glatz und einem Gedichtband von Clemens Schittko im Oktober 2022 mit Der Naturbursche von Josefine Rieks der erste Roman im XS-Verlag.
Die marxistische Tageszeitung junge Welt schrieb im Februar 2025 in einem Nachruf auf Thomas Maul, der XS-Verlag publiziere nach dessen Rückzug „heute lesenswerte Belletristik und Lyrik“. Ein breites positives Presseecho erhielt der Roman Wenn euch das gefällt von Josefine Rieks, die mit einem Auszug aus dem Buch auch für den Ingeborg-Bachmann-Preis 2025 nominiert war. Die Tageszeitung (taz) ordnete den Verlag hingegen im Juni 2025 als „rechts-antideutsch“ ein. So erschien im selben Monat mit Jens Winters autobiografischem Roman Im langen Sommer geboren das Debüt eines Autors im XS-Verlag, der regelmäßig für taz und Jungle World schrieb, bevor er zum rechtspopulistischen Onlineportal Nius wechselte. Winters Erstlingswerk, laut der Wochenzeitung Die Zeit „eine Art Abrechnung mit der deutschen Linken“, fand Anklang in der Neuen Rechten. Im Verlag erscheinen jedoch auch die Romane des DKP-Mitglieds Ken Merten. Mit Autoren wie Tobias Litterst und dem Filmwissenschaftler Lars Henrik Gass erweiterte der Verlag seine ideologiekritische Buchreihe um Themen der Medien- und Kulturtheorie.