Der Weiler liegt am linken Ufer des Flusses Niger. Er befindet sich rund 16 Kilometer nördlich des Hauptorts Ayérou der gleichnamigen Landgemeinde und des gleichnamigen Departements Ayérou, das zur Region Tillabéri gehört. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Yassane Gorou zählen Koukou Ba im Nordwesten, Aléwayane im Nordosten und Weita Koira im Südosten sowie am gegenüberliegenden Flussufer Zoliambon im Südwesten und Sourgueye Gounguia im Westen.
Es herrscht das Klima der Sahelzone vor, mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge zwischen 300 und 400mm. Der Fluss Niger bei Yassane Gorou ist ein Lebensraum der Seekuh-Art Afrikanischer Manati(Trichechus senegalensis).
Geschichte
Yassane Gorou wurde 1954 von Bewohnern des Dorfs Firgoune gegründet. Im Weiler wurden schon früh diverse Entwicklungsprojekte umgesetzt. Bei einer Untersuchung im April 1982 wurde beim Befall mit der Saugwürmer-Art Schistosoma haematobium unter den 4- bis 17-Jährigen im Ort eine Prävalenz von 30 Prozent festgestellt. Im Zuge der Errichtung der Kandadji-Talsperre am Fluss Niger wurden in Yassane Gorou in den 2010er Jahren archäologische Notgrabungen durchgeführt.
Aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage in der Grenzregion zu Mali war die Bevölkerung von Yassane Gorou im Sommer 2018 laut einem UNHCR-Bericht einem hohen Risiko ausgesetzt vertrieben zu werden. Die nigrischen Sicherheitskräfte verloren ab August 2023 die Kontrolle über Yassane Gorou und weitere Orte in der Region wie Aléwayane, Gaoudel, Kongo Kiré, Koutougou Haoussa, Tamoulasse, Yassane Emakass und Yassane Polisséido. Mit Stand September 2024 war die Bevölkerung dieser Siedlungen stetem Terror durch bewaffnete Gruppen ausgesetzt, der sich in Raubüberfällen und Vertreibungen zeigte. In zwei Nächten im August und September 2024 kam es zu Viehdiebstählen durch nichtstaatliche bewaffnete Gruppen in Yassane Gorou. Beim zweiten Mal wurde ein alter Mann verletzt. Eine 2025 durchgeführte Untersuchung der nigrischen Regierung mit Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen stufte Yassane Gorou als einen der 1285 Orte in Niger ein, die in Hinblick auf die Ernährungssicherheit äußerst verwundbar waren.
Bevölkerung
Bei der Volkszählung 2012 hatte Yassane Gorou 408 Einwohner, die in 71 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 314 in 48 Haushalten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Es gibt eine Grundschule im Dorf. Das nigrische Unterrichtsministerium richtete 1996 gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zahlreiche Schulkantinen in von Ernährungsunsicherheit betroffenen Zonen ein, darunter eine für Nomadenkinder in Yassane Gorou. Durch Yassane Gorou verläuft die asphaltierte Nationalstraße 1, die mit 1601,7 Kilometern längste Fernstraße Nigers.
↑Damien Hauswirth, Hassane Yayé, Abdoulaye Sambo Soumaila, Badamassi Djariri, Issaka Lona, Malam Boukar Abba:Appui à la formulation concertée de la SPN2A pour la République du Niger. Identification et évaluation des options d’agriculture intelligente face au climat prioritaires pour l’adaptation face aux changements climatiques au Niger. Volume 2: Annexes. Ministère de l’Environnement, de la Salubrité Urbaine et du Développement Durable / Ministère de l’Agriculture et de l’Elevage / Conseil National de l’Environnement pour un Développement Durable / Haut-Commissariat à l’Initiative 3N / AFD / Facilité Adapt’Action / Baastel – BRL – ONFI, Niamey / Brüssel 2020, S.7 (spn2a.org[PDF; abgerufen am 14.August 2026]).
↑Évaluation sociale de l’aménagement du barrage de Kandadji en deux phases. Rapport final. Volume 2: Annexes. Agence du Barrage de Kandadji, Kandadji 2019 (documents1.worldbank.org[abgerufen am 14.August 2026]).
↑Charles Vera:Polymorphisme de la compatibilité entre diverses populations de Schistosoma haematobium, S. bovis et S. curassoni et les bulins hôtes potentiels en Afrique de l’Ouest. Thèse présentée à l’Université Montpellier II – Sciences et Techniques du Languedoc pour obtenir le diplôme de doctorat. Soutenue le 15 novembre 1991 devant le Jury (=Traveau et Documents Microédités. Nr.92). ORSTOM, Paris 1992, ISBN 2-7099-1122-1, S.287 (horizon.documentation.ird.fr[PDF; abgerufen am 14.August 2026]).
↑Arrêté n°276/MEN/DAF/2445/IV du 21 octobre 1996, portant création de cantines scolaires en milieu nomade et transhumant. Ministère de l’Education Nationale, République du Niger, 21.Oktober 1996 (web.archive.org[abgerufen am 14.August 2026]).