| Stadtgemeinde Zistersdorf | ||
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| Wappen | Österreichkarte | |
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Land: | ||
| Politischer Bezirk: | Gänserndorf | |
| Kfz-Kennzeichen: | GF | |
| Fläche: | 88,69 km² | |
| Koordinaten: | 48° 31′ N, 16° 45′ O | |
| Höhe: | 199 m ü. A. | |
| Einwohner: | 5.529 (1. Jän. 2026) | |
| Bevölkerungsdichte: | 62 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 2225 | |
| Vorwahl: | 02532 | |
| Gemeindekennziffer: | 3 08 63 | |
| NUTS-Region | AT125 | |
| UN/LOCODE | AT ZIS | |
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Hauptstraße 12 2225 Zistersdorf | |
| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Elmar Schöberl (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2025) (29 Mitglieder) |
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| Lage von Zistersdorf im Bezirk Gänserndorf | ||
Stadtamt | ||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||
| Zistersdorf (Stadt) Ortschaft (Hauptort der Gemeinde) Katastralgemeinde Zistersdorf | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Pol. Bezirk, Bundesland | Gänserndorf, Niederösterreich |
| Pol. Gemeinde | Zistersdorf |
| Koordinaten | 48° 32′ 41″ N, 16° 45′ 43″ O |
| Höhe | 199 m ü. A. |
| Einwohner der Ortschaft | 2943 (1. Jän. 2026) |
| Gebäudestand | 949 (2001) |
| Fläche d. KG | 18,8 km² (31. Dez. 2023) |
| Postleitzahl | 2225 |
| Statistische Kennzeichnung | |
| Ortschaftskennziffer | 03580 |
| Katastralgemeindenummer | 06128 |
| Zählsprengel/ -bezirk | Zistersdorf-Zentrum, -West, -Nord-Ost (30863 001–3) |
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | |
Zistersdorf ist eine Stadtgemeinde mit 5529 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Gänserndorf in Niederösterreich.
Zistersdorf liegt am Fuße des Steinberges im Weinviertel, inmitten von Weinbergen. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 88,69 km², 8,13 % der Fläche sind bewaldet.
Die Gemeinde gliedert sich in folgende Katastralgemeinden (in Klammern Flächen Stand: 31. Dezember 2023):
Das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Ortschaften (in Klammern Einwohner Stand 1. Jänner 2026):
In Zistersdorf befindet sich der Sitz der 1997 gegründeten Euregio Weinviertel-Südmähren-Westslowakei.
Hauptort der Gemeinde wie auch Ortschaft und Katastralgemeinde ist die Stadt Zistersdorf.
Die Ortschaft umfasst um die 950 Gebäude mit gut 2500 Einwohnern, also knapp die Hälfte der Gemeindebevölkerung. Das Stadtgebiet gliedert sich in das historische Zentrum, in dem die konzentrisch um den Hauptplatz angelegte alte Kernstadt deutlich wird, Schloss Zistersdorf, sowie die jungen Erweiterungssiedlungsgebiete Zistersdorf-West (entlang der Kaiserstraße, und südwestlich an Gaiselbergerstraße und Albrechtstraße), und Zistersdorf-Nord-Ost (Alte Marktstraße und Schalthausgasse), und südöstlich die Erweiterung an der Großinzersdorferstraße und Dürnkruterstraße.
Zur Katastralgemeinde mit etwa 1870 Hektar gehören die Gründe über das Albrechtstal bis zum Föhrenwald im Westen, die Stadtlüssln bis zur Hofäckerkapelle (an der Dürnkruterstraße) im Süden, das ganze Rustenfeld bis fast an den Groß-Inzersdorfer Bach im Osten, und die Fluren Dritthalbgwanden, Vierthalbgwanden und Zulüssfeld im Nordosten. Letztere drücken allesamt alte Besitzverhältnisse aus. Sie sind nur marginal besiedelt.
| Wilfersdorf (Bez. Mistelbach) | Palterndorf-Dobermannsdorf | |
| Mistelbach (Bez. Mistelbach) | ||
| Sulz im Weinviertel | Spannberg |
| Eichhorn | ||
| Gaiselberg Blumenthal * |
Großinzersdorf |
Dürnkrut (Gem. Dürnkrut) |


Zistersdorf wurde im Jahre 1160 erstmals urkundlich erwähnt und um 1250 von den Kuenringern als mit Mauern umgebene Stadt gegründet. Die Verleihung des Stadtrechtes erfolgte vermutlich um 1250, die Ersterwähnung als Stadt erfolgte 1281.
Der Ort und seine Umgebung waren mehrmals Opfer feindlicher Einfälle, so wurden im 15. Jahrhundert große Teile des Weinviertels von den Hussiten heimgesucht und geplündert, darunter auch Zistersdorf. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges zog der schwedische General Torstensson nach seinem Sieg bei Jankau 1645 eine Spur der Verwüstung bis nach Wien, wobei er mit seinem Heer auch in Zistersdorf einfiel. Am 17. Oktober 1706 fielen die Kuruzen unter Graf Simon Forgatsch (Forgács) mit 16.000 Mann in Zistersdorf ein, plünderten den Ort und töteten im Schloss rund 400 Menschen.
Nachdem der letzte Kuenringer 1594 verstorben war, wurden danach die Pottendorfer, später die Grafen von Althan die Stadtherren von Zistersdorf. Zu den Stadtherren gehörte auch Rudolf von Teuffenbach, der als Feldmarschall im Dreißigjährigen Krieg in der Armee Wallensteins diente. Er gründete ein Spital und ein Franziskanerkloster mit Kirche, die heutige Pfarrkirche. Um 1820 wurde das Schloss der k.k. Ritterakademie übergeben.
Bekannt wurde Zistersdorf durch seine reichen Erdölvorkommen. Erste Förderungen begannen im August 1930, deren Menge allerdings sehr gering und nicht für eine dauerhafte Gewinnung geeignet waren. Vier Jahre später wurde die Bohrung Gösting 2 fündig und erreichte eine Tagesproduktion von 30 Tonnen Erdöl. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich stieg die Produktion in Zistersdorf und Umgebung kontinuierlich an und erreichte 1944 ein Fördermaximum von 1,3 Millionen Jahrestonnen. Am 19. Juni 1941 ging eine Pipeline in Betrieb, die das Erdöl von Zistersdorf direkt zur Weiterverarbeitung zur Raffinerie Lobau im Wiener Ölhafen beförderte, was zu dieser Zeit in Europa ein Novum war.
Das Erdöl aus Zistersdorf hatte im Zweiten Weltkrieg für die Kriegsführung der Wehrmacht enorme Bedeutung. Demzufolge kam es zu Engpässen beim Volumen der verfügbaren Treibstoffe, als am 16. und 26. Juni 1944 die Alliierten die dortigen Erdölförderungsanlagen bombardierten. Durch den Umstand, dass sich in Zistersdorf und seiner Umgebung die letzten noch funktionierenden Erdölfelder des Dritten Reiches befanden, gehörte der Ort zu den Primärzielen der Roten Armee, als diese am 6. April 1945 die March Richtung Westen überschritt. Das Gebiet wurde von Wehrmacht und Waffen-SS energisch verteidigt, jedoch noch im Verlauf des Aprils von den Russen überrannt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Sowjetische Mineralölverwaltung alle Ölfelder. 1949 wurde in Matzen, etwa 15 Kilometer von Zistersdorf entfernt, das bis dato größte zusammenhängende Ölfeld Europas entdeckt. Zwischen 1945 und 1955 förderten die Anlagen in Zistersdorf und Umgebung 17,4 Millionen Tonnen Erdöl. Davon gingen elf Millionen Tonnen als Reparationszahlungen in die Sowjetunion. Damals arbeitete jeder Zweite in Zistersdorf vor Ort in der Mineralölindustrie. Nach der Unterzeichnung des Staatsvertrags 1955 gingen die Erdölfelder an die Republik. Zu dieser Zeit förderte Österreich etwa 2,5 Millionen Tonnen Öl pro Jahr und konnte sich damit selbst versorgen und sogar exportieren. Die Erdöl-Anlagen in Zistersdorf sind nach wie vor präsent. Auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung heute deutlich geringer ist, wird Schätzungen zufolge aus den Ölfeldern in Zistersdorf noch mindestens bis zum Jahr 2042 Öl austreten. Unabhängig davon wurden die Weichen für die Zukunft gestellt, die die Stadt mit mehreren Windparks in der Windenergie sieht.
Seit 1994 bemühte sich die FCC Austria um die Errichtung einer Müllverbrennungsanlage, im Herbst 2006 wurde mit dem Bau begonnen und 2009 hat die Müllverbrennungsanlage zur thermischen Verwertung von Restmüll und Klärschlamm den Betrieb aufgenommen. 1995 wird ein erstes kleines Windrad, 1998 werden schon 70 m hohe und 2014/15 105 m hohe Masten für Windturbinen aufgestellt. Mehrere Windparks prägen seitdem das Landschaftsbild.
| Zistersdorf: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 5.917 | |||
| 1880 | 6.410 | |||
| 1890 | 6.721 | |||
| 1900 | 6.787 | |||
| 1910 | 7.183 | |||
| 1923 | 6.650 | |||
| 1934 | 6.667 | |||
| 1939 | 7.041 | |||
| 1951 | 7.448 | |||
| 1961 | 6.776 | |||
| 1971 | 6.421 | |||
| 1981 | 5.792 | |||
| 1991 | 5.524 | |||
| 2001 | 5.632 | |||
| 2011 | 5.437 | |||
| 2021 | 5.415 | |||
| 2026 | 5.529 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria | ||||




Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 205, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 332. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 2368. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 42,98 %.
In der Gemeinde gibt es eine Volksschule und eine Neue Mittelschule. Darüber hinaus befinden sich in Zistersdorf eine Polytechnische Schule, die Landesberufsschule des Bundeslandes Niederösterreich für die Lehrberufe „Installations- und Gebäudetechnik“ und „Gas- und Sanitärtechnik“ sowie die Expositur der HTL Mistelbach mit dem Schwerpunkt „Innovative Gebäudetechnik“.
Der Gemeinderat hat 29 Mitglieder.
Die offizielle Beschreibung des Wappens der Stadt Zistersdorf lautet:
