| Sopot | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Kreisfreie Stadt | |
| Fläche: | 17,31 km² | |
| Geographische Lage: | 54° 26′ N, 18° 33′ O | |
| Einwohner: | 31.903 (1. Jan. 2024) | |
| Postleitzahl: | 81-701 bis 81-806 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 58 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GSP | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Gdynia–Danzig | |
| Eisenbahn: | Gdynia–Danzig | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
| Gmina | ||
| Gminatyp: | Stadtgemeinde | |
| Fläche: | 17,31 km² | |
| Einwohner: | 31.903 (1. Jan. 2024) | |
| Bevölkerungsdichte: | 1843 Einw./km² | |
| Gemeindenummer (GUS): | 2264011 | |
| Verwaltung (Stand: 2024) | ||
| Stadtpräsidentin: | Magdalena Czarzyńska-Jachim | |
| Adresse: | ul. Kościuszki 25/27 81-704 Sopot | |
| Webpräsenz: | www.sopot.pl | |
Sopot [], deutsch Zoppot (kaschubisch Sopòt), ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es bildet zusammen mit Danzig (Gdańsk) und Gdingen (Gdynia) den Ballungsraum Dreistadt (polnisch Trójmiasto). Während in den beiden Nachbarstädten vor allem Handel, Industrie und Häfen von Bedeutung sind, profitiert Sopot als Kurstadt vornehmlich vom Fremdenverkehr.
Der Bade- und Kurort liegt in der historischen Landschaft Pommerellen (Westpreußen), an der Westküste der Danziger Bucht, etwa neun Kilometer nordwestlich von Danzig und neun Kilometer südlich von Gdynia.






Das Wort Zoppot ist slawischen Ursprungs und bedeutet Quelle. Als kleines Fischerdorf gehörte Zoppot seit 1283 zur Zisterze Oliva und war wie alle Eigentumsortschaften des Klosters gegenüber Danzig zum Burgdienst verpflichtet; von 1283 bis 1807 gehörte es zur Hansestadt Danzig. Die Geschichte Zoppots ist deshalb eng mit der Geschichte der Stadt Danzig verknüpft, die 1308 zusammen mit Pommerellen an den Deutschordensstaat Preußen gefallen war und nach 1466 unter Beibehaltung ihrer Souveränität und Bevölkerung zum Preußen königlichen Anteils gehörte, das sich freiwillig unter die Schirmherrschaft der Krone Polens, das heißt des Königs persönlich, begeben hatte.
In Zoppot wurde 1668 eine Frau der Hexerei beschuldigt, die in einem anschließenden Hexenprozess den Tod fand.
Im Rahmen der ersten polnischen Teilung kam 1772 das Gebiet um Putzig und Zoppot unter Friedrich II. von Preußen zum Königreich Preußen. Im Jahr 1785 wird Zoppot als ein königliches Dorf an der Ostsee mit 38 Feuerstellen (Haushaltungen) bezeichnet. Um 1818 hatte Zoppot einen Gasthof, einen Krug, mehrere Einzelhandels- und Gemischtwarenläden sowie Handwerksbetriebe und war ein häufig besuchter Badeort. Zoppot war Sitz des Amtes Brück. Ein Teil des Dorfs, Unterdorf genannt, lag von den Anwesen der im Oberdorf wohnenden Hauptbesitzer entfernt, hart am Ostseestrand, und wurde von Fischern bewohnt, die ihre Grundstücke zu Erbpachtsrechten besaßen.
Im Jahr 1819 fasste der Verwalter des Domänenamts in dem etwa 19 Kilometer weiter nördlich gelegenen Dorf Brück, Friedrich Gütte, der dort von der Schönheit der natürlichen Umgebung an der Danziger Bucht fasziniert gewesen war, den Entschluss, das Fischerdorf Zoppot in ein modernes Seebad umzuwandeln. Zu diesem Zweck bewirkte er noch im gleichen Jahr die Verlegung des Sitzes des Domänenamtsbezirks von Brück nach Zoppot und leitete dort entsprechende Verwaltungsmaßnahmen ein. 1823 eröffnete der elsässische Arzt Johann Georg Haffner, der 1808 als Chirurg der Grande Armée Napoleon Bonapartes nach Danzig gekommen war, dort geheiratet und sich in Zoppot niedergelassen hatte, den ersten Strandbadbetrieb mit Kursanatorium. Zoppot erwies sich als zum Kurort für Erholungssuchende gut geeignet, weil bewaldete Höhenzüge den Ort vor Nord- und Westwinden schützen, die Luft milde und mückenfrei ist und das Meerwasser in der Danziger Bucht etwas wärmer ist und einen deutlich geringeren Salzgehalt aufweist als im westlichen Teil der Ostsee. Seit Aufnahme des Kurbetriebs entwickelte sich Zoppot stetig zu einem mondänen Seebad.
Von 1871 bis 1920 gehörte Zoppot zum Deutschen Reich. Seit 1894 erschien die Zoppoter Zeitung; von 1875 bis 1918 bestand die Bergschlösschen Brauerei Zoppot.
Durch einen Erlass Kaiser Wilhelms II. vom 8. Oktober 1901 wurde der Landgemeinde Zoppot die Annahme der Städteordnung vom 1. April 1902 an gestattet. Zoppot gehörte als Stadt zum Kreis Neustadt in der Provinz Westpreußen. Die rund 14.000 Einwohner (1910) verteilten sich auf das ehemalige Oberdorf – in der Nähe der Eisenbahnlinie und entlang der Danziger Chaussee – und auf das Unterdorf, das Villen- und Hotelviertel in Strandnähe.
Auf dem VI. Deutschen Esperanto-Kongress 1911 in Lübeck wurde Zoppot zum Austragungsort des VII. Deutschen Esperanto-Kongresses der Germana Esperanto-Asocio (GEA) erwählt.
Die Stadt hatte ein Gymnasium und eine kleine evangelische Kirche. Es gab eine Pferderennbahn, die vom Westpreußischen Reitverein unterhalten wurde, sowie eine Radrennbahn. Der 1909–1911 beim Seesteg errichtete Baukomplex mit Kurhaus und Logierhaus, von dem nur die seeseitige Front des Kurhauses erhalten blieb und in einen modernen Neubau integriert wurde, verfügte bereits ab 1919 über ein Spielkasino. Vor dem Ersten Weltkrieg fand in Zoppot alljährlich Mitte Juli die Zoppoter Woche mit einer Reihe sportlicher Wettbewerbe statt. Dazu zählten Pferderennen, Radrennen, eine offene Segelregatta, das Ostdeutsche Tennisturnier, für das Kaiser Wilhelm II. jedes Jahr einen Preis stiftete, sowie Schwimmwettbewerbe. Im August fanden zur Unterhaltung der jährlich etwa 15.000 Bade- und Kurgäste weitere Veranstaltungen wie Theateraufführungen und Hunderennen statt. Unter den nichtdeutschen Badegästen stellten Polen und Russen das größte Kontingent. Von 1924 bis 1927 wurde nördlich des Großen Seestegs das später in Grand Hotel umbenannte luxuriöse Kasinohotel erbaut, das noch heute das Strandbild prägt.
Bei der ohne Volksbefragung vom Völkerbund angeordneten Bildung der Freien Stadt Danzig am 10. Januar 1920 aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags (Artikel 100–108 Abschnitt XI, Teil III VV) wurde die Stadt Zoppot neben der Stadt Danzig und den Landkreisen Danziger Höhe, Danziger Niederung und Großes Werder (einschließlich der Städte Tiegenhof und Neuteich) in den neu gegründeten Danziger Staat integriert. Zoppot war für eine kurze Übergangszeit Teil des Kreises Danziger Höhe, bevor es am 15. März 1920 zum Stadtkreis erhoben wurde. Zoppot lag nunmehr direkt an der Grenze zum Polnischen Korridor, mit Übergang zum dortigen Ort Koliebken. Ein kleineres Gebiet Koliebkens (3,34 ha) fiel bei der Grenzziehung 1920 nicht an Polen und wurde am 6. Mai 1922 Zoppot angegliedert.
Zwischen den Weltkriegen legten die Schiffe des Seedienstes Ostpreußen in Zoppot an.
Nach dem Überfall auf Polen 1939 annektierte Deutschland das Gebiet der Freien Stadt Danzig. Es wurde dem Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet, zu dem auch Zoppot bis 1945 gehörte.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs näherten sich am 19. März 1945 Einheiten der Roten Armee von Westen der Stadt. Gegen Abend erging Räumungsbefehl für Zivilisten, die daraufhin zu Tausenden nach Gdingen flohen. Andere nutzten einen Pendelverkehr vom Seesteg nach Danzig-Neufahrwasser. Ab 20. März 1945 kamen Zoppot und Oliva unter Artilleriefeuer, wobei Zoppot zu ca. 10 % zerstört wurde. Die deutschen Truppen zogen ab, und am Abend des 23. März 1945 besetzte die Rote Armee Zoppot ohne größere Kämpfe. Die Sowjetunion unterstellte das Gebiet der Freien Stadt Danzig, somit auch Zoppot, der Verwaltung der Volksrepublik Polen, die es am 30. März 1945 der neugeschaffenen Województwo gdańskie (Woiwodschaft Danzig) eingliederte.
Das Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 bestätigte im Artikel IX. diesen Schritt. Zoppot wurde in Sopot umbenannt.
In Sopot begann nun die Zuwanderung von Polen, die in die verlassenen Häuser einzogen. Sie kamen zum größten Teil aus Zentralpolen. Die ortsansässigen Einwohner der Freien Stadt Danzig wurden bis auf einen kleinen Rest, der seine „Zugehörigkeit und Treue zur polnischen Nation“ nachgewiesen hatte, in mehreren Schritten bis 1946 vertrieben.
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1818 | 350 | königliches emphyteutisches Dorf mit 38 Feuerstellen (Haushaltungen); davon 176 Lutheraner und 174 Katholiken |
| 1852 | 1.014 | Dorf |
| 1864 | 1.207 | am 3. Dezember, Gemeindebezirk |
| 1867 | 1.371 | am 3. Dezember, Gemeindebezirk |
| 1871 | 1.487 | am 1. Dezember, Gemeindebezirk, davon 627 Evangelische und 840 Katholiken, in 230 bewohnten Wohnhäusern |
| 1875 | 2.834 | |
| 1880 | 3.543 | |
| 1890 | 4.722 | |
| 1910 | 15.015 | |
| 1929 | 30.835 | |
| 1941 | 27.971 | |
| 1945 | 21.154 | 15.154 Polen, 6.000 Deutsche (Stand: 1. November 1945) |
| 2012 | 38.426 | Stand: 30. Juni 2012 |
Das Stadtbild ist durch Bebauung aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert sowie Kureinrichtungen geprägt.
Kirchen
Bis 2008 fand in Sopot alljährlich das ATP-Tennisturnier ATP Sopot statt. Mit Prokom Trefl Sopot hat die Stadt Sopot heute einen der besten europäischen Basketballvereine. Sopot war Austragungsort der Finalrunde der FIVB Volleyball World League der Herren 2011. Im Jahr 2014 wurden die 15. Hallenweltmeisterschaften der Leichtathletik in der 2010 eröffneten Ergo Arena ausgetragen. Weiterhin ist Sopot ein Spielort der Euro Beach Soccer League 2014.
Im Sopot Hippodrome werden Pferderennen, Springturniere und Vielseitigkeitsturniere ausgetragen.