Demandt war von 1974 bis 2005 Professor für Alte Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag in den Bereichen der römischen Welt und in der Spätantike, außerdem beschäftigt er sich mit dem Phänomen des Niedergangs in der Geschichte, Kulturvandalismus, Geschichtstheorie, Geschichtsphilosophie und Wissenschaftsgeschichte. Seine letzte Vorlesung im Amt hielt er am 14. Juli 2005. In seinen 31 Jahren an der Freien Universität Berlin führte er acht Althistoriker zur Habilitation. Zu seinen zahlreichen akademischen Schülern, die bei ihm promoviert wurden, zählen Egon Flaig, Andreas Luther und Udo Hartmann.
Demandt entdeckte 1980 in einem Nürnberger Antiquariat die Mitschriften der Vorlesungen Theodor Mommsens aus den Jahren 1882/86. Auf dieser Grundlage kompilierte er mit seiner Ehefrau Barbara Demandt die Römische Kaisergeschichte, die 1992 veröffentlicht wurde. Sie behandelt den Zeitraum von Augustus bis zum Ende des Römischen Reiches.
Demandt betätigt sich als politisch-historischer Kommentator für rechtskonservative Medien. Im November 2012 trat er mit einer Festrede bei der Eröffnung der Bibliothek des Konservatismus in Berlin auf. Aus Anlass der Flüchtlingskrise in Europa 2015/2016 bestellte die von der Konrad-Adenauer-Stiftung getragene Zeitschrift Die Politische Meinung bei Demandt einen Artikel über den Untergang des Römischen Reiches, den er auf eine gescheiterte Integration von barbarischen Flüchtlingen zurückführte. Die Redaktion lehnte daraufhin den Abdruck des eingereichten Manuskripts ab, weil sie befürchtete, Demandts Darstellung könne „in der aktuellen politischen Situation missinterpretiert werden“. Der Artikel erschien daraufhin ungekürzt unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Verformungstendenzen in der Überlieferung antiker Sonnen- und Mondfinsternisse. Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz 1970 (Digitalisat).
Metaphern für Geschichte. Sprachbilder und Gleichnisse im historisch-politischen Denken. C. H. Beck, München 1978, ISBN 3-406-04696-7.
Der Fall Roms. Die Auflösung des römischen Reiches im Urteil der Nachwelt. C. H. Beck, München 1984, ISBN 3-406-09598-4.
Ungeschehene Geschichte. Ein Traktat über die Frage: Was wäre geschehen, wenn …? (= Kleine Vandenhoeck-Reihe. Band 1501). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1984, ISBN 3-525-33499-0 (mehrere Neuauflagen, zuletzt: ebenda 2011, ISBN 978-3-525-30020-6; online).
Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian. 284–565 n. Chr. (= Handbuch der Altertumswissenschaft. Abteilung 3: Alter Orient, Griechische Geschichte, Römische Geschichte. Teil 6). C. H. Beck, München 1989, ISBN 3-406-07992-X (2. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. ebenda 2007, ISBN 978-3-406-55993-8).
Endzeit? Die Zukunft der Geschichte. Siedler, Berlin 1993, ISBN 3-88680-478-X.
Der Idealstaat. Die politischen Theorien der Antike. Böhlau, Köln u. a. 1993, ISBN 3-412-00892-3 (3., durchgesehene Auflage. ebenda 2000, ISBN 3-412-09899-X).
Antike Staatsformen. Eine vergleichende Verfassungsgeschichte der Alten Welt. Akademie-Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002794-0.
Das Privatleben der römischen Kaiser. C. H. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40525-8 (2., völlig überarbeitete und erweiterte Neuauflage. ebenda 1997, ISBN 3-406-42509-7; 1. Auflage (= Beck’sche Reihe 1746). ebenda 2007, ISBN 978-3-406-54774-4).
Vandalismus. Gewalt gegen Kultur. Siedler, Berlin 1997, ISBN 3-88680-624-3.
Geschichte der Spätantike. Das Römische Reich von Diocletian bis Justinian 284–565 n. Chr. C. H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-44107-6 (gekürzte Fassung von Die Spätantike, 1989; 2., vollständig bearbeitete und erweiterte Auflage. ebenda 2008, ISBN 978-3-406-57241-8).
Die Kelten (= Beck’sche Reihe. Band 2101; C. H. Beck Wissen). C. H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-43301-4 (7., durchgesehene Auflage. ebenda 2011, ISBN 978-3-406-44798-3).
Hände in Unschuld. Pontius Pilatus in der Geschichte. Böhlau, Köln u. a. 1999, ISBN 3-412-01799-X (Lizenzausgabe: (= Herder-Spektrum. Band 4990). Herder, Freiburg im Breisgau u. a. 2001, ISBN 3-451-04990-2).
Sternstunden der Geschichte. C. H. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46649-4 (mehrere Neuauflagen, zuletzt: Limitierte Sonderausgabe. (= Beck’sche Reihe. Band 4060). ebenda 2008, ISBN 978-3-406-57732-1).
Über allen Wipfeln. Der Baum in der Kulturgeschichte. Böhlau, Köln u. a. 2002, ISBN 3-412-13501-1 (auch: Albatros, Düsseldorf 2005, ISBN 3-491-96140-8; 2., überarbeitete und erweiterte Auflage unter dem Titel Der Baum. Eine Kulturgeschichte. Böhlau, Köln u. a. 2014, ISBN 978-3-412-22217-8).
Zeit und Unzeit. Geschichtsphilosophische Essays (= Historica minora. Band 2). Böhlau, Köln u. a. 2002, ISBN 3-412-16501-8.
Apseudestata. Aphorismen zur Logik des Lebens. BWV – Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-8305-1190-6.
Kleine Weltgeschichte. C. H. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50821-9 (mehrere Neuauflagen, zuletzt: 4. Auflage. (= Fischer. Band 16721). Fischer-Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-596-16721-0).
Sieben Siegel. Essays zur Kulturgeschichte (= Historica minora. Band 3). Böhlau, Köln u. a. 2005, ISBN 3-412-20305-X.
Über die Deutschen. Eine kleine Kulturgeschichte. Propyläen, Berlin 2007, ISBN 978-3-549-07294-3 (3., durchgesehene Auflage. ebenda 2009).
Alexander der Große. Leben und Legende. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59085-6.
Es hätte auch anders kommen können. Wendepunkte deutscher Geschichte. Propyläen, Berlin 2010, ISBN 978-3-549-07368-1.
Philosophie der Geschichte. Von der Antike zur Gegenwart. Böhlau, Köln u. a. 2011, ISBN 978-3-412-20757-1.
Geschönte Geschichte. Fälschung und Fabelei seit der Antike. Eine Typologie. C.H. Beck, München 2026, ISBN 978-3-406-84324-2.
Aufsatzsammlung
Geschichte der Geschichte. Wissenschaftshistorische Essays (= Historica minora. Band 1). Böhlau, Köln u. a. 1997, ISBN 3-412-15096-7 (enthält 17 bereits veröffentlichte Beiträge)
Herausgeberschaften
Macht und Recht. Große Prozesse in der Geschichte. Beck, München 1990, ISBN 3-406-34672-3.
mit Barbara Demandt: Theodor Mommsen: Römische Kaisergeschichte. Nach den Vorlesungs-Mitschriften von Sebastian und Paul Hensel 1882/86. C. H. Beck, München 1992, ISBN 3-406-36078-5.
Mit Fremden leben. Eine Kulturgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart. Beck, München 1995, ISBN 3-406-39859-6.
Stätten des Geistes. Große Universitäten Europas von der Antike bis zur Gegenwart. Böhlau, Köln u. a. 1999, ISBN 3-412-01899-6.
Das Ende der Weltreiche. Von den Persern bis zur Sowjetunion. Beck, München 1997, ISBN 3-406-41850-3 (Lizenzausgabe. Nikol, Hamburg 2007, ISBN 978-3-937872-67-4).
Literatur
Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. XLVII. Ausgabe 2008/2009, S. 216.
Patrick Bahners: Er wollte von den Wundern des Jahres 2000 lesen. Ungeschehene Geschichte erweitert den Phantasiehorizont. Der Althistoriker Alexander Demandt wird achtzig. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. Juni 2017, Nr. 129, S. 14.
Alexander Demandt: Im Dienste Klios. In: Christof Dipper, Heinz Duchhardt (Hrsg.): Generation im Aufbruch. Die Geschichtswissenschaft in Deutschland im Spiegel autobiographischer Porträts. Böhlau, Köln 2024, ISBN 978-3-412-52694-8, S. 183–196 (autobiographisch).
↑Alfred Heuß: Rezension zu A. Demandt, Geschichte als Argument (Konstanz 1972). In: Gnomon 48, 1976, S. 36–43.
↑Patrick Bahners: Er wollte von den Wundern des Jahres 2000 lesen. Ungeschehene Geschichte erweitert den Phantasiehorizont: Der Althistoriker Alexander Demandt wird achtzig. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Juni 2017, Nr. 129, S. 14.
↑Christoph Hinz: Alexander Demandts glücklicher Fund. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juni 2017, Nr. 140, S. 6; Andreas Müggenburg: Kurzbiographien von Karl Christ, Knut Schulz und Alexander Demandt. In: Karl Christ. Zum Caesarbild der faschistischen Epoche. Reden zur Ehrenpromotion. Berlin 1993, S. 29–30.