Manfred Clauss

Manfred Clauss (2005)

Manfred Clauss (* 16. August 1945 in Köln; † 20. Januar 2025) war ein deutscher Althistoriker. Nach Professuren in Siegen (1980), Eichstätt (1984) und an der FU Berlin (1987–1993) hatte er von 1993 bis 2005 den Lehrstuhl für Alte Geschichte der Frankfurter Goethe-Universität inne. Für die Fachwelt erwarb er sich bleibende Verdienste durch die Epigraphik-Datenbank Clauss-Slaby (EDCS), eine führende Datenbank lateinischer Inschriften. Er verfasste rund 20 Bücher für ein breites Publikum von Sparta über Israel und das Alte Ägypten bis hin zu Rom.

Leben und Wirken

Von 1965 bis 1970 studierte Manfred Clauss an den Universitäten Köln, Bonn und Marburg die Fächer Katholische Theologie, Geschichte und Philosophie. 1970 legte er die erste philologische Staatsprüfung in Katholischer Theologie und Geschichte ab, wurde Wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Bonn und Verwalter der Stelle eines wissenschaftlichen Assistenten an der Ruhr-Universität Bochum. Im Jahr 1973 wurde er promoviert in Alter Geschichte bei Géza Alföldy. 1975 wechselte Clauss als Wissenschaftlicher Assistent an die Freie Universität Berlin. 1976 erfolgte eine weitere Promotion in Katholischer Theologie (Kirchengeschichte) in Bonn. 1978 wurde Clauss Assistenzprofessor und habilitierte sich 1979 in Alter Geschichte.

Im Jahr 1980 erfolgte die Berufung als Professor auf den Lehrstuhl (C 3) für Alte Geschichte an der Universität-Gesamthochschule Siegen. Ab 1984 war er Professor (C 4) für Alte Geschichte an der Katholischen Universität Eichstätt, ab 1987 schließlich Universitätsprofessor (C 4) für Alte Geschichte an der Freien Universität Berlin, seit 1993 an der Universität Frankfurt am Main. Von 2005 bis 2008 war Clauss beurlaubt und nicht mehr in der akademischen Lehre tätig. Zum 1. Oktober 2008 wurde er emeritiert. Im Jahr 2007 erhielt er den Ausonius-Preis der Universität Trier. Ihm wurde 2009 die Ehrendoktorwürde der Universität Potsdam und 2015 der Université de Lorraine verliehen.

Manfred Clauss’ Forschungsschwerpunkte waren die Lateinische Epigraphik, Religionsgeschichte, die Geschichte des alten Israel, die Geschichte der Römischen Kaiserzeit sowie die systematische Sozialgeschichte der Antike. Er war Herausgeber der Reihe Gestalten der Antike bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft. Mit der Epigraphik-Datenbank Clauss-Slaby unterhielt er eine bedeutende Online-Datenbank zur antiken Epigraphik. Von 1989 bis 1993 war er Vorsitzender der Mommsen-Gesellschaft. Er verfasste zahlreiche Artikel für das Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon (BBKL).

Sein Sohn Martin Clauss (* 1973) ist Mittelalterhistoriker.

Schriften (Auswahl)

Schriftenverzeichnis und biographische Daten von Manfred Clauss. In: Anne Kolb, Michael A. Speidel (Hrsg.): A new era of epigraphy: 40 years of Epigraphic database Clauss/Slaby : New inscriptions, new readings, new interpretations of Roman inscriptions. De Gruyter Berlin, Boston 2025, ISBN 978-3-11-914543-5 (online: https://www.degruyterbrill.com/isbn/9783112213186), S. 15–42.

Literatur

Anmerkungen

  1. ↑ Anne Kolb: Manfred Clauss (1945–2025), Association Internationale d’Épigraphie Grecque et Latine, 23. Januar 2025.