Amt Bleyen

Bleyen auf dem Urmesstischblatt 3453 Küstrin-Kietz von 1857. Vw. Bleien = Altbleyen

Das Amt Bleyen war ein kleines kurfürstlich-brandenburgisches bzw. königlich-preußisches Domänenamt, das 1739 gebildet worden war. Es gehörte damals zum Königsbergischen Kreis (Neumark). Das ehemalige Amtsgebiet liegt heute bei der Stadt Kostrzyn nad Odrą (Powiat Gryfiński, Woiwodschaft Westpommern) in Polen, andererseits in der Gemeinde Bleyen-Genschmar, Amt Golzow im Landkreis Märkisch-Oderland, Brandenburg. Amtssitz war in Bleyen. Das Amt Bleyen wurde zwischen 1821 und 1824 aufgelöst. Der frühere Amtsbesitz ist 1840 unter dem Domänenamt Gorgast verzeichnet.

Geschichte

Das Amt Bleyen wurde 1739 geschaffen, als das Amt Küstrin (auch Schlossamt Küstrin genannt), zu dem Bleyen bisher gehört hatte, aufgelöst wurde. Die beiden (Haupt-)Orte Bleyen und Drewitz (heute Drzewice) des Amtes Bleyen gehörten nachweislich seit dem 15. Jahrhundert zur Johanniterkommende Lietzen. Die Orte kamen dann im weiteren Verlauf der Geschichte an die Johanniterkommende Quartschen. Bereits 1540 nötigte Markgraf Hans von Küstrin den Johanniterorden zur Abtretung der Kommende Quartschen, der Johanniterorden erhielt dafür das Amt Schivelbein. Der größte Teil der Johanniterkommende Quartschen wurde nun in ein landesherrliches Amt umgewandelt, das Amt Quartschen. 1556 zog Johann von Küstrin die Johanniterkommende Lietzen ein. 1571 erhielten die Johanniter die Kommende Lietzen wieder zurück. Die beiden Orte Bleyen und Drewitz trennte Johann von Küstrin jedoch vom Kommendebesitz ab. Bleyen übertrug er dem Amt bzw. Schlossamt Küstrin, Drewitz dem Amt Neudamm. Sie kamen daher nach Rückgabe der Kommende Lietzen nicht mehr an den Johanniterorden zurück.

Zugehörige Orte

Nach Bratring (1809) (Stand 1805) und dem Topographisch-statistische(n) Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurth a. d. O. von 1820 (Stand 1818) gehörte folgende Orte zum Amt Bleyen.

"Mitte 1822" wurde das Amt Bleyen aufgelöst. Auch im Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat wird es nur noch bis 1821 aufgeführt (1822 und 1823 nicht vorhanden), ab 1824 wird Amt Bleyen im Königlich Preussischen Staats-Kalender dagegen nicht mehr gelistet. Das Amtsgebiet wurde dem Amt Gorgast und dem Amt Quartschen übertragen. Das Vorwerk in Alt-Bleyen wurde 1822 in Erbpacht an den bisherigen Amtmann Lindenthal verkauft. Nach dem Generaladressbuch von 1879 war ein gewisser Wendt Besitzer des Rittergutes in Alt-Bleyen. Dieses hatte 1850 eine Größe von 851 Morgen, 1879 gibt Ellerholz die Größe mit 209 ha an. Es hatte damals aber keinen Rittergutstatus.

Amtleute und Pächter

Belege

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Bratring, Neumark, S. 91ff. (der Königsbergische Kreis)
  2. ↑ Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurth a. d. O. 388 S., Berlin, G.Hayn 1820 (S. 86 Cüstriner Kreis).
  3. ↑ Berghaus, Landbuch 3, S. 399.
  4. 1 2 Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1821. 518 S., Berlin, Georg Decker, 1821 (S. 226)
  5. ↑ Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1824. 498 S., Berlin, Georg Decker, 1824 (S. 194)
  6. ↑ Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. O. 270 S., Frankfurt a. O., Gustav Harnecker 's Buchhandlung, 1844.
  7. ↑ Amts-Blatt der Königlich Preußischen Regierung zu Frankfurt a. d. O., Jahrgang 1823, Beilage zu No.2 des Amts-Blattes, vom 8. Januar 1823, Online bei Google Books: 4. Abschnitt „... auf meinem Gute ...“ (S. 312)
  8. 1 2 3 Paul Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. I. Königreich Preußen. I. Lieferung Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, PDF, S. 238–239
  9. ↑ Berghaus, Landbuch 3, S. 409.
  10. ↑ Adres-Calender der sämtlichen Königl. Preuß. Lande und Provinzien, ausser den Residenzien Berlin und dem Königreiche Preussen der darinnen befindlichen hohen und niedern Collegien, Instantzien und Expeditionen, ingleichen Königl. Bediente, Magisträte, Prediger, Universitäten etc. auf das Jahr MDCCLXVII (1767). 414 S., Berlin Online bei Sächsische Landesbibliothek Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (S. 56)
  11. ↑ Adres-Calender der sämtlichen Königl. Preuß. Lande und Provinzien, ausser den Residenzien Berlin und dem Königreiche Preussen der darinnen befindlichen hohen und niedern Collegien, Instantzien und Expeditionen, ingleichen Königl. Bediente, Magisträte, Prediger, Universitäten etc. auf das Jahr MDCCLXX (1770). 522 S., Berlin Online bei Sächsische Landesbibliothek Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (S. 94)
  12. ↑ Adres-Calender der sämtlichen Königl. Preuß. Lande und Provinzien, ausser den Residenzien Berlin und dem Königreiche Preussen der darinnen befindlichen hohen und niedern Collegien, Instantzien und Expeditionen, ingleichen Königl. Bediente, Magisträte, Prediger, Universitäten etc. auf das Jahr MDCCLXXV (1775) Online bei Sächsische Landesbibliothek Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (S. 94)
  13. ↑ Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1798. nebst einen Anhang. George Decker, Berlin 1798 Online bei Google Books, S. 63.
  14. ↑ Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1801. nebst einem Anhang. George Decker, Berlin 1801 Online bei Google Books, S. 76.
  15. ↑ Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1804. mit einem Anhang. George Decker, Berlin 1804 Online bei Google Books (S. 76).
  16. ↑ Denkschrift zum 100 jährigen Bestehen der Höheren Gärtnerlehranstalt, Berlin-Dahlem früher Wildpark. 543 S., Berlin-Dahlem, Höhere Gärtnerlehranstalt & Trowitzch, 1924 Schnipsel bei Google Books
  17. ↑ Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1818. George Decker, Berlin 1818, S. 199.
  18. ↑ Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, Jahrgang 1829, Extrablatt zum 47. Stück, vom 20. November 1829, Online bei Google Books (S. 217)
  19. ↑ Amts-Blatt der Königlich Preußischen Regierung zu Frankfurt a. d. O., Jahrgang, 1861. 830 S., Frankfurt/Oder, Trowitzsch und Sohn 1861 Online bei Google Books (S. 785)

Koordinaten: 52° 35′ N, 14° 37′ O