| Authumes | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Bourgogne-Franche-Comté | |
| Département (Nr.) | Saône-et-Loire (71) | |
| Arrondissement | Louhans | |
| Kanton | Pierre-de-Bresse | |
| Gemeindeverband | Bresse Nord Intercom’ | |
| Koordinaten | 46° 53′ N, 5° 18′ O | |
| Höhe | 180–213 m | |
| Fläche | 12,88 km² | |
| Einwohner | 285 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 22 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 71270 | |
| INSEE-Code | 71013 | |
Authumes [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat 285 Einwohner (Stand 1. Januar 2023), sie werden Authumois, resp. Authumoises genannt. Scherzhaft werden die Bewohner r’noillats (Frosch im Patois) genannt, in Erinnerung an die Zeiten, als die Bauern das Wasser im Schlossgraben mit Ruten schlagen mussten, damit die Herrin im Schlaf nicht durch die quakenden Frösche gestört wurde.


Die Gemeinde liegt an der nordöstlichen Grenze des Arrondissement Louhans, das östliche Gemeindegebiet grenzt an Neublans-Abergement und damit an das Département Jura. Nachbargemeinden sind im Südosten Mouthier-en-Bresse, im Süden Torpes und etwas westlich davon La Chapelle-Saint-Sauveur, im Westen Pierre-de-Bresse und im Norden Fretterans.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse bourguignonne, die nördlichen Gebiete der Gemeinde, nämlich nördlich von La Breux, gehören bereits zur Landschaft Vallée de la Saône.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als ländliche Gemeinde mit verstreuter Besiedlung. Etwa 44 % der Bevölkerung leben im Bourg, der Rest in den zehn Weilern und in weit verstreuten Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 483 Hektar bewaldete Flächen auf, was 37,4 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 55 % Laubwald und 28 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vorwiegend südlich – Les Trente Journaux, Bois de la Mare, La Gravelle, Bois d’Authumes – und östlich des Bourg – Forêt d’Authumes.
Zusätzlich werden 644.8 Hektar (50 % des Gemeindegebietes) als landwirtschaftlich genutzt deklariert, davon sind 17,4 Hektaren für den Bioanbau zugelassen. Rund 15 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 11 % wird Raps, auf 26 % wird Weichweizen und auf rund 21 % Körner- und Silomais angebaut.
An stehenden Gewässern findet man entlang der Südostgrenze einen markanten Gürtel von Étangs, die die Grenze zu Mouthier-en-Bresse bilden. Der nördlichste ist der Étang du Fay *, südwestlich schließt sich der Étang de Ramouille * an, gefolgt vom Étang Rouge *. Etliche kleinere Étangs liegen etwa 450 Meter nördlich des Étang de Ramouille, der größte wird als Étang du champ des cerisiers * bezeichnet.
An fließenden Gewässern dient der Ruisseau des Tenaudins als Bief der Étangkette, die sich der südöstlichen Gemeindegrenze entlang zieht. Der nordöstlichen Gemeindegrenze folgt die Coursière de Brenae, die in Fretterans in den Doubs mündet und schließlich entspringt noch La Breux auf dem Gemeindegebiet, um in Charette-Varennes in die Charetelle zu münden. Die Gemeinde bildet eine deutliche Wasserscheide zwischen Doubs und Brenne.
Im südlichen Gemeindegebiet streift die Departementsstraße D73 das Gemeindegebiet. Sie zieht sich entlang der südöstlichen Gemeindegrenze aus dem Gemeindegebiet von Torpes über 2,3 Kilometer in nordwestlicher Richtung nach Pierre-de-Bresse. Von Pierre-de-Bresse führt die D373 in östlicher Richtung zum Bourg, wendet sich dann nach Norden und führt nach Fretterans. Im Bourg verlässt die D9 die Gemeinde in östlicher Richtung nach Neublans-Abergement. Schließlich quert ganz im Norden die D29 das Gemeindegebiet und verbindet Neublans-Abergement mit la Martenne, Pierre-de-Bresse. Sie verläuft auf der Trasse der Römerstraße, die Pierre-de-Bresse mit Chalon-sur-Saône, Tavaux und Besançon verband.
Historisch gehörten zur Gemeinde folgende Weiler und Fluren: les Bois, la Crotte, le Faubourg, le Fay, en Forêt, Grands-Prés, les Hauts-et-Bas, les Hays, la Malatière, la Pérouse, la Quenoncère, Ramouille, Rippes-Saint-Paul.

Das Höhenprofil zeigt deutlich links die Talsohle des Doubs-Tales, die in der Landschaft Vallée de la Saône liegt. Die Départementsstraße D29 verläuft in der Talsohle, anschließend folgt der Bief Le Grand Fossé. Dann folgt der Rand des Doubs-Tales, gefolgt von einer ersten Anhöhe im Bereich von La Vigne. Dies ist die Terrassenkante der Bresse-Ebene. Der Bourg liegt am Hang der mittleren Anhöhe, dem altus tumulus der zum Gemeindenamen führte. Es folgt ein Absinken des Geländes zum Weiler Les Bois mit dem Bief aus dem Étang du Champ des Cerisiers und ein zweiter Einschnitt, in dem der Étang Rouge liegt. Eine erneute Anhöhe liegt im Bereich vom Champ de la Croix, anschließend folgt eine weitere Senke zum Bief, der in den Étang de Chavenne fließt.
Das Klima in Authumes ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,8 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 20,9 °C, der kälteste der Januar mit 3,1 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1065 mm, dabei ist der November mit 110 mm der niederschlagsreichste, während Februar und März als trockenste Monate 77 mm aufweisen, zusammen mit den Sommermonaten Juli und August mit je 78 mm.
| Authumes | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Authumes
Quelle: climate-data.org Daten 1991 – 2021 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Der Name geht auf die gallorömische Besiedlungszeit zurück, ursprünglich altus tumulus, mit der Bedeutung eines hohen Hügels. Tatsächlich erscheint das Gebiet von Authumes als deutliche Erhebung, wenn man es von der Römerstraße aus betrachtet, die auf rund 180 Metern liegt.
Authumes grenzt an die Franche-Comté und liegt am Rand der Bresse, auf einem kleinen Höhenzug, genannt Tertre (kleine Anhöhe). Es lag im Grenzgebiet der Sequaner zu den Häduern. In der Gegend wurden Überreste von römischen Gebäuden, Scherben und Gegenstände gefunden, darunter eine kleine Bronzestatuette. Die Fundgegenstände legen nahe, dass sich hier eine gallo-römische Siedlung befand, die durch die einwandernden Franken zerstört wurde. Der Pfarrei war eine Familiarité angegliedert. Es bestand ein Leprosorium, worauf der alte Flurname La Malatière hinweist.
1302 verkaufte Jean de Vienne seinen ganzen Besitz in Authumes an Herzog Robert II. Im 15. Jahrhundert übergab Philipp der Gute die Baronie seinem Kanzler Nicolas Rolin. Der Ort hatte eine Stadtmauer mit zwei Toren und eine Burg mit Türmen. Sie geht auf das Jahr 950 zurück, wurde unter Rollin erweitert und zu einer wahren Festung ausgebaut. Bedingt durch die Grenzlage hatte die Bevölkerung während der Hugenottenkriegen und dem Devolutionskrieg viel zu leiden. 1637 wurde Authumes durch die Comtois erobert, 1638 erfolgte die Rückeroberung durch die Franzosen. Auf Befehl des Königs wurde das Schloss geschleift, übrig blieb lediglich ein alter Turm und Spuren der ehemaligen Gräben. Die Häuser wurden ebenfalls zerstört und die Siedlung am heutigen Ort wieder aufgebaut.
Von Nicolas Rolin erbte seine Tochter Philipote die Herrschaft Authumes, die sie wiederum an Anne d'Oiselet vererbte, die Gattin von Emart Bouton, Kammerherr des Herzogs von Burgund und Marktvogt von Chalon-sur-Saône. 1534 verkaufte Charles Bouton die Herrschaft von Authumes an Philippe Chabot, Admiral von Frankreich. 1666 besaß Catherine de Neuville, Gräfin von Armagnac, die Herrschaft Authumes, nach etlichen Besitzerwechseln gelangte sie in den Besitz der Familie de Thiard.
Zwischen dem Friedhof und dem Dorf befindet sich die Fontaine des Trois-Rois (Drei-Königs-Brunnen). Dorthin pflegten die Eltern die an Skrofulose erkrankten Kinder zu bringen, bevor sie in der Kirche beteten und Weihgaben stifteten. Die Kirche wurde 1686 aus dem Material des alten Schlosses erbaut und Mariä Geburt geweiht. 1988 bestanden noch 14 Landwirtschaftsbetriebe.
Große Teile der Bresse bourguignonne gehörten im Mittelalter den Antigny-de Vienne. 1302 verkaufte Jean de Vienne la ville et maison forte d’Authumes (Stadt und Festung von Authumes) an Herzog Robert II. im Sinne einer Lehensauftragung für eine Jahresrente von 400 Livres, fällig jeweils an der Messe von Chalon. Es ist davon auszugehen, dass sie das Lehen als Vasallen noch eine Zeit lang behielten.
Vor 1422 belehnte Philipp der Gute seinen Kanzler Nicolas Rolin mit der Baronie Authumes, zusammen mit einer Anzahl weiterer Lehen, unter anderen auch die Baronie von Mervans. Nicolas Rolin baute das Schloss aus. verschönerte es und verbrachte die letzten Tage seines Lebens dort.
Philipote Rolin, die Tochter von Nicolas Rolin aus zweiter Ehe und Patenkind von Philipp dem Guten, erbte seinen Besitz. Sie heiratete 1427 Guillaume d’Oiselay und ihre gemeinsame Tochter, Anne, erbte das Lehen.
Anne d'Oiselay heiratete am 13. April 1459 Emart Bouton, wodurch das Lehen an diese Familie überging.
1534 verkaufte Charles Bouton die Herrschaft Authumes an Philippe Chabot. Später wechselten die Besitzer: 1666 Catherine de Neufville (* 1639, † 25. Dezember 1707), Gräfin von Armagnac, durch Heirat mit Louis de Lorraine, später Ignace Desain, Bürger von Paris und Pierre Belin, Berater am Parlement von Dijon.
1680 kaufte Louis de Lorraine, Grand Écuyer de France die Herrschaft Authumes zusammen mit Fretterans.
1686 waren beide Herrschaften im Besitz von Jacques de Thiard de Bissy, Marquis de Bissy, wo sie bis zur Revolution verblieben.
Mit der Französischen Revolution 1789 wurden die Vorrechte des Adels abgeschafft, sie behielten lediglich noch ihre Titel.


| Authumes: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 440 | |||
| 1800 | 521 | |||
| 1806 | 472 | |||
| 1821 | 551 | |||
| 1831 | 587 | |||
| 1836 | 659 | |||
| 1841 | 660 | |||
| 1846 | 667 | |||
| 1851 | 651 | |||
| 1856 | 630 | |||
| 1861 | 593 | |||
| 1866 | 637 | |||
| 1872 | 667 | |||
| 1876 | 666 | |||
| 1886 | 599 | |||
| 1891 | 536 | |||
| 1896 | 550 | |||
| 1901 | 523 | |||
| 1911 | 497 | |||
| 1921 | 432 | |||
| 1926 | 418 | |||
| 1931 | 412 | |||
| 1936 | 412 | |||
| 1946 | 376 | |||
| 1954 | 352 | |||
| 1962 | 330 | |||
| 1968 | 306 | |||
| 1975 | 304 | |||
| 1982 | 250 | |||
| 1990 | 209 | |||
| 1999 | 199 | |||
| 2006 | 214 | |||
| 2011 | 262 | |||
| 2016 | 254 | |||
| 2022 | 286 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1968, ab 1968 INSEE Anmerkung(en): • Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz • Höchste Einwohnerzahl 1846 und 1872 mit 667, tiefste Einwohnerzahl 1999 mit 199 (29,8 % vom Maximum) | ||||
| Bevölkerungsstruktur | Anzahl Einwohner 1 | männlich | weiblich | davon Ausländer 2 | Anteil % |
|---|---|---|---|---|---|
| 286 | 144 | 142 | 6 | 2,1 |
| Männer | Alterstufe | Frauen |
|---|---|---|
1 |
4 | |
18 |
21 | |
34 |
32 | |
40 |
29 | |
11 |
18 | |
15 |
19 | |
25 |
20 |
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen, wobei 38 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre sind. Demgegenüber sind 38 % der Bevölkerung älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter.
| Wohnstruktur 4 | Anzahl Wohneinheiten | davon Häuser | Wohnungen | Sonstige | Zu-/Abnahme seit 1999 |
|---|---|---|---|---|---|
| 175 | 170 | 5 | +22,4 % = 32 WE | ||
| davon Hauptwohnsitz 5 | 138 | ||||
| Zweit- oder Ferienwohnsitz | 24 | ||||
| vakant | 13 | ||||
In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen:
| Branche | Anzahl Betriebe |
|---|---|
| Industrie und verarbeitendes Gewerbe | 2 |
| Baugewerbe | 1 |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | |
| Information und Kommunikation | 1 |
| Finanz- und Versicherungsdienstleistungen | |
| Grundstücks- und Wohnungswesen | 1 |
| Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen | 6 |
| Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen | 1 |
| Sonstige Dienstleistungen | |
| Land- und Forstwirtschaftsbetriebe | 4 |
In der Gemeinde befinden sich zwei Autogaragen, zwei Schreinerei-/Zimmereien und ein Gastronomiebetrieb. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einheimischen im benachbarten Pierre-de-Bresse (3 km). Beim Étang de Fay befindet sich ein öffentlicher Picknickplatz.
Als AOC-Produkt sind in Authumes Volaille de Bresse und Dinde de Bresse zugelassen.
Authumes verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet.
In Authumes befindet sich eine Haltestelle Village (1 Place des Déportés) der LR 318 (lignes régulières) der Linie Dole ↔ Pierre-de-Bresse.
Während der Schulzeiten verkehren die Busse zwei- bis dreimal täglich, während der Ferienzeiten auf Verlangen, an Sonn- und allgemeinen Feiertagen ist der Verkehr eingestellt.
Zwischen dem heutigen Friedhof an der D373 und dem Bourg befand sich ein Brunnen Les Trois-Rois. Man pflegte die Kinder dorthin zu bringen, zu beten und ließ anschließend in der Kirche eine Messe lesen, um die Kinder von Krähenfüßen und Skrofulose zu heilen. Eine seltsame Mischung zwischen heidnischem und christlichem Wunderglauben.