Bedigliora ist ein Dorf in der politischen Gemeinde Lema im SchweizerKanton Tessin. Zur Ortschaft gehören die Weiler Banco und Nerocco im Nordwesten und Beride di Bedigliora. Bis zum 6. April 2025 bildete es eine eigenständige Gemeinde.
Geographie
Das Dorf liegt in der Region Malcantone am Südhang des Hügels Bedeia (Bedeglia) (698 m ü.M.). Die Gemeinde enthält die Fraktionen Banco, Nerocco und Beride di Bedigliora.
Geschichte
Das Dorf wurde 1335 als Bedaliola erstmals erwähnt. Zeugnis früher Besiedlung von Bedigliora ist ein Kuppelgrab auf dem Monte Bedeglia. 1852 und 1886 entdeckte man in Banco prähistorische Gräber mit einer nordetruskischen Inschrift und 1913 eine Axt aus der Steinzeit. Banco war bis 1599 der Hauptort des Kirchkreises (später Pfarrgemeinde) Bedigliora. Bedigliora, Curio und Novaggio gehörten zur castellanza (Kastlanei) oder Generalvicinanza desselben Namens. 1628 wurde Bedigliora von der Pest schwer heimgesucht.
Am 16. Juni 1929 erfolgte in Bedigliora die Gründung der Società Pro Malcantone. Die Gründungsmitglieder waren, als Präsident, Felice Gambazzi (Novaggio) sowie Attilio Pelloni (Breno TI), Cornelio De Stefani (Aranno), Eugenio Schmidhauser (Astano), Andrea Selva (Magliaso), Silvio Cattaneo (Bedigliora), Giovanni Grandi (Castelrotto), Nino Ezio Greppi (Caslano), Natale Marcolli (Biogno) und Antonio Pani (Sessa).
Am 26. November 2023 wurde in einer konsultativen Volksabstimmung der Vorschlag angenommen, mit den Nachbargemeinden Astano, Curio, Miglieglia und Novaggio zur neuen Gemeinde Lema zu fusionieren und damit die 20 Jahre zuvor abgelehnte Idee wieder aufzugreifen. Der Zusammenschluss der Gemeinden wurde am 6. April 2025 vollzogen.
Bedigliora bildet mit Banco und Nerocco nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.
Bevölkerung
Bedigliora: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2024
Jahr
Einwohner
1600
470
1683
577
1719
525
1769
600
1799
476
1824
467
1836
515
1850
499
1860
522
1870
514
1880
501
1888
462
1900
495
1910
475
1920
445
1930
418
1941
376
1950
344
1960
314
1970
318
1980
349
1990
421
1991
441
1992
442
1993
465
1994
483
1995
492
1996
502
1997
532
1998
538
1999
?
2000
560
2001
581
2002
571
2003
555
2004
603
2005
605
2006
612
2007
625
2008
627
2009
653
2010
653
2011
622
2012
632
2013
639
2014
637
2015
635
2016
644
2017
634
2018
625
2019
611
2020
604
2021
609
2022
620
2023
617
2024
619
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024
Pfarrkirche San Rocco mit Fresken (1612), der Kirchenbau kam an die Stelle einer alten Kapelle aus dem 16. Jahrhundert; er wurde am 16. März 1644 eingeweiht und enthält verschiedene Fresken: Fresko mit Santa Caterina e San Sebastiano, Kreuzigung, Madonna mit Kind und San Francesco.
Kirche Santa Maria Assunta in der Fraktion Banco mit imposanter Sonnenuhr, schon erwähnt im Jahr 1416; letzte Restaurierung 1994, sie bewahrt die spätgotischen Fresken Madonna und die Verkündigung; die Glasmalereien sind von fra' Roberto Pasotti aus Bellinzona
Teodoro Amadò: La parrocchia di Bedigliora: gli edifici sacri, gli economi spirituali e i parroci. In: Almanacco Malcantonese e Valle del Vedeggio. Elmo Bernasconi, Agno 2000, S.85ff.
Gina-Lisa Bucher, Roland Früh (Hrsg.): Die Pestsäule in Bedigliora = La colonna della peste di Bedigliora. Hier + Jetzt, Verlag für Kultur und Geschichte, Baden 2010.
Silvana Ghigonetto: Bedigliora: un «ricetto» di età viscontea. Dispensa Università delle Alpi – Associazione culturale Tribù di Levi. Bedigliora 2011.
Oskar Keller: Dialetti svizzeri: Dialetti della svizzera italiana Canton Ticino. Breno e Bedigliora / Registrati in collaborazione coll’Archivio fonografico dell’Università di Zurigo. Institut für Lautforschungen, Berlin 1939.
↑Bedigliora.In:ISOS - Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung.Bundesamt für Kultur BAK,2005,abgerufen am 11.Februar 2025(italienisch).
1234Simona Martinoli u.a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S.408–409.